Wie die Russen in den 90er Jahren vier Festplatten auf eine VHS-Kassette packten
Auf eine einzige VHS-Kassette konnte man eine geradezu unglaubliche Datenmenge aufnehmen. Alle ArVid-Modelle konnten mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilobyte pro Sekunde 1,08 Gigabyte auf eine 180-Minuten-Kassette aufnehmen. Ab dem Modell 1020 waren es sogar 2,16 Gigabyte auf derselben Kassette (bei 200 Kilobyte pro Sekunde).
Das ArVid-System kostete etwa 80 US-Dollar, VHS-Kassetten 4 US-Dollar und ein Videorekorder durchschnittlich 160 US-Dollar (den viele Leute bereits zu Hause hatten). Das war ein phänomenales Preis-Leistungs-Verhältnis für Speicherplatz!
Um Ihnen zu verdeutlichen, wie gut das für die damalige Zeit war, hier die typischen Speicherpreise im Jahr 1997:
CD-R-Brenner – der Preis für das Laufwerk begann bei 300 US-Dollar. Die CD-Kapazität reichte von 184 bis 870 MB. Beachten Sie, dass die erste CD-R für Endverbraucher unter 1.000 US-Dollar erst im September 1995 auf den Markt kam (das von Philips hergestellte Modell 4020i von Hewlett Packard)
ZIP-Laufwerk – 150 $ für das Laufwerk und 15 $ pro Diskette (jeweils 100 MB)
JAZ-Laufwerk – 350 $ für das Laufwerk und 85 $ pro Diskette (jeweils bis zu 1 GB)
3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk – 28 CAD für das Laufwerk (Quelle: Ausgabe 1997 der kanadischen Zeitschrift „Computer Paper“), wobei die mickrigen 1,44-MB-Disketten etwa 0,30 $ kosteten (wie in dieser Anzeige aus der Ausgabe 1996 von „Computer Paper“ zu sehen). Allerdings konnte man sie schon für 14 Cent bekommen, wenn man bereit war, jemandem zu vertrauen, der ein Lager für Computer und Äpfel betrieb!
Festplatten – die typische Kapazität lag bei etwa 1,2 GB und kostete 150 USD.
Man beachte, dass die Kapazität einer Festplatte nur zwei Jahre zuvor – im Jahr 1995 – lediglich bei etwa 560 MB gelegen hätte (Quelle). Eine VHS-Kassette konnte mehr Informationen speichern als eine ganze Festplatte.
LINK:
ArVid: how Russians squeezed 4 hard drives into one VHS tape in the 90s – Jacob Filipp