Beiträge von gutso
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Original von traditional3
(...)
Bisher sind noch an keiner Stelle die Derivate hochgegangen. Die DeuBa soll davon ca. 12.000 Mrd USD haben (Eventualverbindlichkeiten). Diese Zahlen sind mir im Internet zweimal begegnet. Was sich hinter diesen Derivaten verbirgt ist mir allerdings unbekannt. (Zins"wetten", Währungswetten ..., Optionsscheine etc
Das sind ca. 300 - 400 fach das EK.Was ist, wenn hier etwas schiefgeht ? Und das wird es, wenn die ersten großen Player fallen.
"Optionsscheine" wird die Deutsche Bank wohl kaum halten

Aber: Genau das Thema Derivate betrifft sie insgesamt alle.
Die Hedge Funds, die Banken, manche der Versicherer - und vermutlich auch einige Grossanleger (wenn nicht sogar Firmen, die diese Mittel am Markt bisher zur Aufbesserung ihrer Bilanzen herangezogen haben).
Interessant, wenn nicht unglaublich, ist doch, dass tatsächlich derzeit niemand in der Lage zu sein scheint, ein realistisches, umfassendes Bild der derzeitigen Lage an den Finanzmärkten zu beschreiben!
Ein glaubwürdiges Bild meine ich.
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Original von tomson
so läuft das aber (vorallem in den USA) doch seit Jahrzehnten.
(...)
Das ist Teil des Systems.
(...)Stimmt schon, das (und auch die weg-Inflationierung der Probleme) ist Teil des Systems - wenn es einenTeil des Systems betrifft.
Die Frage ist, ab welcher Grössenordnung dieses jeweils betroffenen Teils das so nicht mehr möglich sein wird.
Und stufenlose Inflationierung die Sache nicht mehr adäquat zu lösen imstand ist. ... -
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Original von HIghtekki
was mich mal interessieren würde: wie viel % ihres geldes das so bei der bank rum liegt haben die die hier immer schreiben es wäre unsicher, bereits in bar abgehoben? schreiben diese leute nur oder haben die wirklich schon zigtausende im safe liegen?ich wurde auch schon gefragt deswegen und als ich sagte wie die aktuelle lage ist hat derjenige auch gemeint er würde wohl besser mal was abholen. ob ers gemacht hat, weiß ich allerdings nicht.
Ich habe meine Konten neulich bis auf 100 Euro auf dem jeweiligen Tagesgeldkonto und 100 Euro auf dem Girokonto komplett leer geräumt.
Meine Anlagen sind, ca.:
30% Physisches Edelmetall
70% Edelmetall MinenaktienSchwerpunkte insgesamt: Silber, Palladium.
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Original von HIghtekki
was für leute sind das denn die dir da so auffallen?
(...)ich habe in den letzten paar Tagen zwei unerwartete Anrufe bekommen, von Bekannten, wegen des Bank Run in Grossbritannien - und mir wurde die Frage gestellt, was derzeit opportun sei.
Geantwortet habe ich vorsichtig, aber doch mit Richtung "if you panic - panic first!" ...Ich bin da nicht als Hardcore Edelmetall Verfechter bekannt, aber immerhin als Kritiker des derzeitigen Finanzsystems.
Man hat mir zugehört und als ich das Thema Edelmetalle erwähnt habe - zum ersten mal ernsthaft nachgehakt (wie sicher ist ein Schliessfach bei einer Bank, etc ... ).Mich hat zuvor nie jemand abends angerufen, wegen irgend sowas.
Ausserdem ist das Medienecho auf die Bankenkrise seit ein paar Tagen immens. Sicher hängt das auch mit dem Bank Run in Grossbritannien zusammen.
Der Mensch ist ein visuelles Tier.

Und er hat Angst vor Menschenschlangen!
Das Problem ist ja, dass das Gewicht der Krise im unsichtbaren Bereich liegt.
Deshalb haben sich damit ja bisher kaum Leute auseinander gesetzt. -
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Original von HIghtekki
ok dann kommt die onvista zahl ja ca. hin.erschreckend finde ich das. was wenn die 30 mrd. futsch sind? dann muss nur noch mal sowas in kleinerer ausführung hinterher kommen und weg ist das EK. ich denke die leute fangen aber vorher schon an zu rennen. und die anderen banken ebenso.
Wahrscheinlich hast Dur recht, denn bei der Northern Rock wars auch so.
Es lässt sich sehr schwer abschätzen, wie strapazierbar die Nerven der Bankkunden wirklich sind!
Hängt auch von der Behörden- und Institutsgläubigkeit ab, die ist in Deutschland sicher höher ausgeprägt, als in USA oder England.
Aber es deutet wirklich viel darauf hin, dass Northern Rock eben nicht alles war ... . Trotz Dementis. ...
Nur lässt sich die Dynamik kaum vorhersagen. Mir fällt nur auf, dass sich abrupt viel mehr Leute für das alles ineressieren, als noch im August. ...
Zitat
hm eigentlich hätte die dt. bank doch nach dieser meldung zweistellig abstürzen müssen...Manchmal verstehe ich die kapitalmärkte auch nicht ... möglich, dass alle damit rechnen "dass der Staat hilft" - ich weiss es auch nicht.
Natürlich hast Du recht. Eigentlich müsste man da als Deutsche Bank Anleger wahrscheinlich Panik bekommen.
Keine Ahnung, was die Leute für Fürze im Hirn herumspuken haben, weiter still zu halten.
Ich verstehe da derzeit so manches nicht mehr wirklich ...
(vor allem hinterfrage bloss nicht, wie sie das Eigenkapital eigentlich berechnen und was da bereits alles wieder so mit eingerechnet ist
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schau mal hier:
http://geschaeftsbericht.deuts…genkapitalgemaessbiz.html
ZitatEigenkapital gemäß BIZ
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22.09.2007
KREDITKRISE
Steinbrück will Banken an die Leine nehmenUnter dem Eindruck der drohenden Finanzmarktkrise will Bundesfinanzminister Peer Steinbrück offenbar die Eigenkapitalvorschriften für Banken verschärfen. In diesem Kontext wirft nach Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann jetzt auch Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner der Branche schwere Fehler vor.
http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,507254,00.html
Fazit: Alle prügeln aufeinander ein. Und kämpfen um Marktanteile, aggresiver denn je ...
Was man sonst nur aus dem Forum hier kennt, betrifft inzwischen die gesamte Finanzbranche ... .
Derweil bekommt Ackermann selber kräftig vors Schienbein:
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Wir wissen nicht, ob sich ZDF-Talkerin Maybrit Illner für Aktien der Deutschen Bank interessiert oder gar welche hält. Was aber ihr Stargast am Mittwoch im TV-Studio aufgetischt hat und der Sender am späten Donnerstagabend ausstrahlte, hat es in sich.(...)
Ja, auch der deutsche Branchenprimus habe im Zuge der US-Hypothekenkrise Fehler gemacht, sagte Vorstandschef Josef Ackermann. Und nun müsse die Bank Kredite im Wert von rund 30 Milliarden Euro neu bewerten. Sprich: Die Forderungen sind deutlich weniger wert. "Und das belastet unsere Erfolgsrechnung im dritten Quartal", räumte Ackermann erstmals ein. So mancher Analyst hatte das im Strom nicht abreißender Hiobsbotschaften aus der Finanzwelt bereits vermutet, so ausgesprochen hat es nur einer - der Chef der Deutschbanker im Abendfernsehen.Nun kann man trefflich darüber spekulieren, ob Herr Ackermann Frau Illner, Tontechniker, Kameraleute und Studiogäste da unversehens zu Insidern gemacht hat. Ebenso zulässig ist die Frage, ob er im TV-Plausch mal nonchalant eine versteckte Gewinnwarnung und damit eine für die Kapitalmärkte im Grunde ad-hoc-pflichtige Information ausgeplaudert hat. Beobachter schließen das im Gespräch mit manager-magazin.de nicht aus. Aktionärsschützer und Finanzaufsicht schauen sich den "Fall Ackermann" bereits genau an. Sollten sich die Spekulationen nach einer genauen Prüfung bestätigen, hätte die Deutsche Bank ein Problem.
Ein Problem hat ihr Vorstandschef aber vermutlich jetzt schon. Auf drängende Fragen von Analysten und Journalisten, wie stark denn die Deutsche Bank von möglichen Kreditrisiken betroffen sei, hielt sich das Institut lange mit klaren Aussagen zurück. Im Gegenteil: Anfang September erklärte Ackermann noch, in den Bereichen Handel und Unternehmensfinanzierung hätte die Bank im August "gute Geschäfte" gemacht. Und Dank eines "strikten Risikomanagements" habe man die "Kreditrisiken gut unter Kontrolle".
Und jetzt das. Sollte die Deutsche Bank die offenen Forderungen auch nur um 3 bis 5 Prozent abwerten, käme es schnell zu einer Milliardenabschreibung. Wie hoch genau damit der Gewinn unter dem Strich geringer ausfällt, ist unklar.
(...)
Es sei an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen, um das Vertrauen in Branche und Aktienkurse wieder herzustellen, so der Tenor.
Damit hat das Image des Deutschbankers erneut tiefe Kratzer bekommen. Sein offenes Geständnis im Abend-TV lässt zudem befürchten, dass sich die Lage - trotz oder gerade wegen der mittlerweile bekannten Kreditvolumina - für die Banken künftig noch verschärfen wird. Seit Donnerstag schließt auch die Commerzbank höhere Belastungen aus ihrem Kreditengagement nicht mehr aus, bleibt genaue Angaben aber ebenfalls schuldig. Vertrauen schafft man so nicht.
Die Berichte zum dritten Quartal lassen noch ein paar Wochen auf sich warten. Das kollektive Zittern beginnt spätestens jetzt.
http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,506994,00.html
Sollte es ausgerechnet bei der Deutschen Bank zum Bank Run kommen?
Ich kanns mir zwar noch nicht vorstellen, aber - es wirkt auf mich auch äusserst befremdlich, wie sich Ackermann aktuell verhält ... .
Was ist da los?
Gruss,
gutso -
@ eldo
Ja, man merkt wirklich, dass jetzt so etwas wie "jeder gegen jeden" los geht, am Finanzmarkt.
Auch Banken und Versicherungen beharken sich derzeit.
Jeder kämpft aktuell aggressiver um Marktanteile, denn je.Wie gut, dass die Edelmetalle dazu einfach schweigen, als das, was am Ende der Turbulenzen sowieso übrig ist, egal wie es abläuft.

Gruss,
gutso -
Hallo Eldo!
Interessant ... das ist ja wohl der Hammer! ... sie werden offensichtlich aktuell höchst nervös.
Wetten, der Schuss geht im Ernstfall nach hinten los?
Hoffentlich kann Murphy mit Hilfe rechnen, er dürfte sie brauchen.
Wie siehts da mit Jim Sinclair et al. aus?Grüsse,
gutso -
...
http://www.handelsblatt.com/Ne…039&_t=ftprint&_b=1326728ZitatHANDELSBLATT, Samstag, 22. September 2007, 16:37 Uhr
„Ermunternde Signale“Ackermann erwartet Ende der Finanzkrise
Das hat er allerdings VOR dem Northern Rock Bank Run auch schon gesagt.
ZitatAlles anzeigen
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erwartet nach eigener Aussage eine zügige Normalisierung auf den Finanzmärkten trotz der aktuellen Krise. Die Entspannung sei eine Frage von Monaten. Prognosen von anderer Seite sehen jedoch deutlich pessimistischer aus.(...)
Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner warf den Banken derweil schwere Fehler vor, die zur derzeitigen Kreditkrise geführt hätten. „Einzelne Institute haben offensichtlich an die Alchemie geglaubt“, sagte Achleitner der „Welt am Sonntag“. „Sie dachten, sie könnten aus Blei Gold machen, wenn sie es außen glänzend anstreichen.“
(...)
Die Lebensversicherer sieht der Allianz-Vorstand als Gewinner der Krise. Sie profitierten davon, dass die Banken ihre Zinspapiere teilweise weit unter Wert verkaufen müssten, um kurzfristig an Geld zu kommen.
(...)
Wie lange die Kreditkrise noch anhält, hängt nach Ansicht des Allianz-Vorstands entscheidend davon ab, ob die Probleme auf die Finanzmärkte beschränkt bleiben. „Wenn sich die Realwirtschaft anstecken sollte, dauert es schnell zwei bis drei Jahre“, sagte Achleitner.
meiner Meinung nach sieht man hier recht schön, wie jeder versucht, seine Marktanteile zu steigern und für sich selber Werbung zu machen.
Das zwangsverordnete Lächeln wird einmal mehr zum Marktfaktor, "nur keine Blösse geben, die Gewinner sind wir."
Die Gewinner sind logischerweise am Ende dieses bunten Zirkus die selbst gehaltenen Edelmetalle, weil sie das einzige Mittel sind, das vor schleichendem Wertverlust (Inflation) und abruptem Wertverlust (Bankenpleite) gleichermassen schützt.
Also das tatsächlich logischste Mittel, um auf der sicheren Seite zu sein, ohne auf die Interpretation irgendwelcher AGBs - egal von welcher Seite - angewiesen zu sein. ...Und die beste Altersversicherung.
Gruss,
gutso -
Hi!
Donnerstag Abend hats mich aus der Gammon Gold wieder rausgeworfen, bei einem kleinen Buy-out am Ende des Handelstages.
Ich hatte dort meinen Verkaufspunkt gesetzt, und er wurde ausgelöst.
Gewinnmitnahme 18%.
Am Freitag nun bin ich mit einem Grossteil der Position in die Silver Buckle Mines (SBUM) gegangen und habe die bestehende Position somit stark aufgestockt.
Der Rest ging in etwas physisches EdelmetallJetzt bin ich also wieder (nach dem kurzen Mexiko Urlaub mit Gammon
) ganz Amerikaner. 
Übrigens habe ich keine Angst vor dem Dollar. Warum?
Weil der Euro genau so grottenschlecht ist und auf lange Sicht nicht besser performen kann, meiner Meinung nach.
Noch jeder Papierflieger kam absehbar am Boden an.Super Performance war diese Woche am Silbermarkt, aber viele der kleinen Werte, die ich halte, haben darauf noch nicht reagiert.
Schön gelaufen sind erwartungsgemäss Merger Mines (MERG), ebenso, wie Sterling Mining (SRLM) und Azteca Gold Corp. (CA:AZG).Bei letzterer überlege ich bereits einen Verkauf, da ich auf Minen, die allzu viel Finanzierungsrunden vor sich haben, in naher Zukunft lieber verzichten will!
Ausnahme Sterling Mining, denn da tut sich ja was Entscheidendes - sie wollen im Silver Valley Idaho produzieren, ab Ende des Jahres!Habe wenig Zeit im Moment, - das Update mit dem Depot Chart kommt aber noch (wird durch die Wechsel etwas komplizierter, ist aber machbar).
Gruss,
gutso -
ZitatAlles anzeigen
Original von mvd
Und wisst ihr über wen noch viel länger kein Sterbenswörtchen mehr geschrieben wurde?
Versicherungen.

Gruß
mvdAllerdings, mvd!
Vor allem lassen sich die Themen Hedge Funds / Banken und Versicherungen / Banken sicher nicht isoliert betrachten, ohne dass man sich damit um Zusammenhänge die den Überblick verbessern beraubt.
Ich habe mich beispielsweise bezüglich der Allianz auch gewundert, dass man bisher nichts im Zusammenhang mit ausfallenden Krediten gehört hat.
Jeder grössere Versicherer, der sich auch in Verquickung mit dem Investmentgeschäft befindet, könnte mit einer Schieflage ebenso gut die Grundlage für den nächsten Bank Run bilden.
Das selbe gilt natürlich für die oben von mir angesprochenen Hedge Funds. Insofern verstehe ich die meine Frage nach der Situation der Hedge Funds oben, als Hinweis auf die Hintergründe - was ich so allerdings oben auch geschrieben hatte. ...Es hilft kaum, zu warten, bis der nächste Bank Run irgendwo passiert und dann hier wieder die Bilder dazu zu posten; es ist hilfreich, sich vorher zu überlegen, ob es Szenarien gibt, die sich vorher klären lassen, um möglicherweise auf die nächsten Bank Run Kandidaten zu kommen.
Ob uns das gelingt, weiss ich nicht, aber der Hinweis auf Dresdner / Allianz hat was für sich, wenn man weiss, wie "solide" die Dresdner bereits im letzten Bear Market gearbeitet hat ... .Interessant ist in diesem Zusammenhang nun auch nochmals der von mir hier bereits angesprochene letzte Artikel im Blog von Uhlig, es geht dort um die Frage, was bezüglich Bank Run in Deutschland möglich wäre und wo. Bitte lesen, dort befinden sich viele Links - die auch diskutiert werden - die das Thema Bank Run unmitelbar betreffen und ebenfalls wird das Thema Einlagensicherungsfonds gut durchleuchtet.
Da kann einem Himmelangst werden, denn - wie immer wenn die AGBs von Banken und Bankenprodukten betroffen sind: es ist nichts, aber auch überhaupt nichts einfach so klar, oder selbstredend verständlich, in diesem Zusammenhang!
Dies gilt nicht nur für uns hier so, für Mainstream Journalisten, oder den "Mannvon der Strasse".
Sondern eben auch für einen an der Humboldt Universität dozierenden Wirtschafts-Professor.
In diesem Zusammenhang sollte das zu denken geben, bezüglich der Transparenz des Banken-Wesens hier in Deutschland!Katz- und Mausspiele allerorten, also ...
Ich dokumentiere mal aus dem Artikel (ohne Diskussionsteil) einige Passagen, weil dies zu diesem Thema hier äusserst hilfreichen Denkstoff bildet:
ZitatAlles anzeigenDienstag, 18.09.2007
Die Welt-Finanzkrise: Northern Rock in England – Bankenpanik in Deutschland?Kann es zu einer Bankenpanik in Deutschland kommen? Jeder Sparer in Deutschland, der im Fernsehen die langen Schlangen vor den Schaltern der englischen Northern Rock Bank gesehen hat, sollte sich vielleicht fragen: sind meine Einlagen eigentlich sicher? Oder sollte ich lieber auch alles abheben, bevor es andere tun? Gute Frage.
(...)Mit anderen Worten: Auch wenn mehrere Kunden Einlagen in Höhe von jeweils neun Millionen Euro haben, sind sie vollständig abgesichert. Die Sicherungsgrenze bildet die Höchstgrenze der Absicherung für die Einlagen jedes einzelnen Kunden." Diesen Sätzen entnimmt man also, dass die 30-Prozent-Grenze für jeden einzelnen Einleger gilt, und nicht für alle Einleger zusammen. Also, wenn die kleine Bank eintausend Einleger hat, mit jeweils einem Konto von 1,5 Mio €, dann müsste der Einlagensicherungsfonds für 1500 Mio € gerade stehen, obwohl die Bank nur ein Eigenkapital von 5 Mio € hat. Kann das wirklich sein?
Wohl kaum, jedenfalls nicht, bei einer Bankenpanik größeren Stils.(...)
Was, wenn es nicht nur eine kleine Bank trifft, sondern mehrere oder sogar mehrere große Banken? Was wäre bei einer Bankenpanik größeren Ausmaßes? Die Webseite gibt dazu keine Auskunft. Aber man darf vermuten: für einen solchen Fall ist der Fond nicht gedacht. Die private Einlagensicherung ist dann einigermaßen wertlos – und nur die gesetzliche Sicherung verbleibt. 20 000 Euro also.Ich finde es auch nicht beruhigend, dass der Bankenverband sich bisher nicht deutlich zu diesem Einlagensicherungsfonds und zu dem Umfang der Fondseinlagen (wenn es denn welche überhaupt gibt!) im Verhältnis zu den insgesamt gesicherten Einlagen äußert. Wieviel ist dieser Fond im Fall einer systemischen Krise, im Fall einer Bankenpanik wert? Ich vermute: da äußert sich keiner, nach dem Motto, schlafende Hunde möge man nicht wecken. Lieber Bankenverband: es wird aber höchste Zeit!
Die Broschüre enthält übrigens auch eine Liste der teilnehmenden Banken des „Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken“. Und es gibt die Möglichkeit, die Sicherungsgrenze per Abfrage auf dem Internet für die eigene Bank zu prüfen, und zwar auf http://www.bankenverband.de/ht…herung.asp?channel=101832 . Ich habe das ausprobiert und mehrere Male eine Fehlermeldung erhalten. Auch das fand ich nicht beruhigend.
Gibt es „Northern Rocks“ in Deutschland? Mich würde jedenfalls nicht wundern, wenn es etliche deutsche Banken gibt, die (selbst oder per "conduit") einen großen Teil der zur Zeit äußerst illiquiden Hypotheken-Verbriefungen von Northern Rock gekauft haben, und damit auch dort auf Titeln sitzen, die vielleicht demnächst eine nicht so hübsche Talfahrt machen werden. Auf jeden Fall haben wir bereits von einigen Banken gelesen, die abseits ihrer Bilanzen mit conduits spekuliert haben. Das sind Fonds, denen die Banken Kreditgarantieen gegeben haben, sodass sie sich auf dem Markt der asset-backed-securities austoben können, also mit den Dingern, die im Moment niemand so recht haben möchte. Und einige Banken – die IKB und die Sachsen LB – sind darüber bereits mächtig gestolpert. Weil das öffentliche Banken sind, gab es eine öffentlich-finanzierte Rettungsaktion: sprich, der Steuerzahler sprang ein. Gibt es da noch weitere Fälle? Mal ehrlich: will man wirklich glauben, nur die IKB und Sachsen LB haben sich hier weit aus dem Fenster gehängt? Oder ist es nicht plausibler, dass es bisher erst diese beiden erwischt hat?
Fazit: wenn Sie ein Sparer sind, und Sie haben mehr als 20 000 Euro auf ihrem Konto, dann muss man von Ihnen auch erwarten, dass Sie sich in diesen Zeiten gut mit dem Gesundheitszustand Ihrer Bank auskennen. Wenn es zu einer Bankenpanik kommt, und Sie verlieren Ihr Geld, dann ist es Ihre eigene Schuld!
(...)
Vielleicht ist es an der Zeit, Ihrer Bank einige Fragen zu stellen („Ist die Bank in irgendeiner Form an conduits oder ähnlichen Gesellschaften, vergleichbar mit der Konstruktion bei der IKB oder Sachsen LB beteiligt? In welchem Umfang ist die Bank von der gegenwärtigen Liquiditätskrise betroffen? Zu welchem Portfolio-Anteil hält die Bank asset-backed securities? Was macht die Bank mit den Einlagen Ihrer Kunden?“). Sie haben der Bank eine Menge Kohle geliehen, es ist Ihr gutes Recht, kritische Fragen zu stellen! Und lesen Sie aufmerksamer als sonst die Finanzseiten. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg. Und hoffe, dass sich alles wieder beruhigt.
_________________
Das mit dem "Der-Bank-Fragen-stellen" ist natürlich nett gemeint.
Nur: ist die Antwort im Ernstfall dann auch rechtsverbindlich? Und woher sollte man das erkennen können?
Oder haben in den AGBs die Banken nicht wieder einmal mehr Klauseln eingebaut, die die Einzelantworten von Mitarbeitern im Ernstfall zu wertlosem Beruhigungs-Geräusch ohne juristischen Belang werden lassen, - auch wenn man erst glaubt, man könne sich auf solche Antworten verlassen, - beispielsweise, "weil man ja nun etwas Schriftliches hat" (Mail, Brief, Fax, Notiz)!?Erschreckend, dass auch ein Professor, der bereits über "Portfolio Insurance" Fachartikel veröffentlicht hat, offenbar hierzu gar nichts sagen kann, oder von selbst nicht auf die Idee kommt, dass dies das eigentliche Problem werden könnte, im Ernstfall!
Im Zweifelsfall gelten juristisch immer die AGBs und keine Einzelantworten von Mitarbeitern.Zurück auf Los ... .
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Gruss,
gutso -
Zitat
Original von PMChris
(...)
Die unkontrollierten Hedge Fonds mit Sitz auf den Bahamas, Cayman etc. werden schön die Klappe halten, bis ihre gigantischen Verluste nicht mehr zu verheimlichen sind, und deren Manager zwischenzeitlich mit ihren Privatjets mit unbekanntem Ziel verschwunden sind. Die gelackmeierten Anleger können sich dann mit dem Dorfrichter auf den Cayman Island beschäftigen...Das sehe ich auch so (spätestens seit Anfang August denke ich, dass die Intransparenz der Hedge Funds das grösste Problem ist, das die Kreditkrise am Ende zur Hölle werden lassen könnte), allerdings glaube ich schon ,dass Auswirkungen auf die Banken am Ende auch da sein werden - und es nicht nur isoliert ein paar Anleger trifft.
Allein schon deshalb weil der Ausfall von Hedge Funds wieder andere Produkte in Mitleidenschaft ziehen wird.
Und, weil der Ausfall von Hedge Funds, der die Anleger trifft, am Ende auch die Banken trifft, denen die Gelder dieser (meist wohlhabenden) Anleger wieder fehlen werden, in der Kalkulation.
Ausserdem werden auch alle anderen Anleger sich zunehmend stärker zurückhalten.Wie gesagt, ich denke am Ende könnte das als nichtlineare, sich selbst verstärkende Rückkoppelung ablaufen.
Und sowas ist als Prozess erfahrungsgemäss äusserst stabil. ...Mit dem Endergebnis weiterer Bank Runs.
Gruss,
gutso -
Hallo GL!
Gute Idee mal wieder etwas "Selbstgebasteltes" einzubringen.
Habe anlässlich Deiner Idee mal das HUI:XAU Verhältnis geplottet.
Man bekommt den Eindruck, dass der HUI gegenüber dem XAU wieder besser rennen dürfte, mittelfristig!Angesichts der Finanzkrise macht dies wohl auch fundamental Sinn.
Wenn man den Peak im August 2007 sieht und die Hintergründe dazu kennt, unterstützt dies diese These zusätzlich.Gruss,
gutso -
coole fotos!

Wuff!Na, dann wünsch ich Dir dereinst wieder bessere Kaufkurse.
Was gibts jetzt so zu essen?
Champagner, Lachs, Krabben? - Na dann mal Guten Hunger!

Gruss,
gutso -
Hallo wassergeist, was haste denn abgestossen?
OS?
Wohl kaum Physisches oder?
Neugieriger Gruss.
gutso -
ZitatAlles anzeigen
HANDELSBLATT, Samstag, 22. September 2007, 09:00 Uhr
Auswirkungen der Finanzkrise
Zwei Klassen
(...)
Die Kreditkrise zieht Kreise: Nicht nur Banken, Unternehmen aller Branchen zittern, ganz besonders im Mittelstand – dort sind viele auf Fremdkapital angewiesen. Die größte Gefahr droht dabei ausgerechnet Branchen, die für Bewegung im Wachstum sorgen. Ein Portrait einer Klassengesellschaft.
(...)http://www.handelsblatt.com/Ne…lt.aspx/zwei-klassen.html
Immerhin ist es das Handelsblatt, das diese Sache nun thematisisert.
Ich habe mich sowieso schon gefragt, weshalb es immer noch einige Ewiggestrige gibt, die allen Ernstes im Brustton der Überzeugung behaupten können, dass die Kreditkrise die Realwirtschaft nicht erreichen wird!
Ein Beispiel ist auch wieder mal Professor Uhlig, - der mehrfach geschrieben hat, dass er nicht an eine Auswirkung auf Wachstum und Beschäftigung glaubt.
Für mich unverständlich, da das Kreditwesen die Hauptschlagader des Mittelstandes ist.
Und in Deutschland, wo 2/3tel der Arbeitnehmer im Mittelstand Arbeit haben, sollten sich somit Auswirkungen nicht vermeiden lassen, wenn die Banken ihre Kredite vorsichtiger vergeben (ob da allein eine Zinssenkung-Runde die Wurzel des Problems, das Misstrauen innerhalb der Intransparenz, zu heilen vermag?).Nach "Basel II" kommen nun also weitere Härten auf den deutschen Mittelstand zu.
Wenn man weiss, wie ein typisches mittelständisches Unternehmen immer am Rand zur Illiquidität jonglieren muss, - dann kann einem angesichts der neuen Härten nur schlecht werden: "Kreditlinie Ja? ... Kreditlinie Nein?"Mit Ratings wird alles besser, juhu, wir lassen uns "raten"!

Ne, ernsthaft, ich verstehe manche Elfenbeintürmchenwächter derzeit weniger denn je.
Gruss,
gutso -
Hier:
http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,507180,00.html
ZitatAlles anzeigenPREIS STEIGT KRÄFTIG
Anleger flüchten in GoldDie Talfahrt des Dollar und die Furcht der Anleger vor den Folgen der US-Hypothekenkrise treiben den Goldpreis kräftig an. Manche Händler halten 800 Dollar je Feinunze des Edelmetalls in Zukunft für möglich.
Frankfurt am Main - Gold gilt seit jeher als vergleichsweise sicherer Hafen für Sparer. In jüngster Zeit haben die Anleger das gelbe Edelmetall aber auch als eine besonders gewinnbringende Geldanlage kennen gelernt. Vor allem die Talfahrt des US-Dollar sorgt nach Einschätzung von Experten dafür, dass die Investoren immer mehr Gold kaufen. Als der Euro im Handel mit der Weltleitwährung am Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 1,40 Dollar übersprang und neue Rekordhöhen erreichte, trieb es die Anleger scharenweise ins Gold.
(...)Wieder mal Werbung für Edelmetalle, insbesondere für Gold.
Aber immer die gleichen Bilder als Illustration, einfach nur zum Gähnen!

Wir sollten mal vorschlagen, dass sie endlich nach 40 Jahren neue Fotos machen, das ist ja echt langweilig sonst.
[Blockierte Grafik: http://www.manager-magazin.de/img/0,1020,548849,00.jpg]
Naja, schön ist es schon immer wieder ... .
Grüsse,
gutsoPPS: Meist haben solche Leitartikel Zwischnpeaks beim Preis begleitet.
Insofern könnte es Rückschlage geben.Hängt aber wohl auch an der weiteren Entwicklung der Finanzmärkte - samt Hedge Funds, Banken, Währungen - im Oktober.
Und da muss man eben sagen - im Zweifelsfall besser drin im Edelmetall, statt draussen!
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Zitat
Original von vatapitta
(...)
Wenn Ihr liebe Forenmitglieder von Euren Erfahrungen draußen hier berichten möchtet,
dann seid Ihr dazu herzlich eingeladen.
(...)Gern.
Ich hatte vor 4 Wochen das Vergnügen mich ein paar Tage je eine Stunde lang mit einem Wirtschaftsprüfer zum Thema conduits anlässlich der Kreditkrise unterhalten zu können.
Er war Dozent bei einem Fortbildungs-Kurs, den ich belegt hatte und nach dem Kurs setzten wir uns nochmal zusammen & diskutierten.Eichelburg fand er wegen der teils ETWAS LAUTEN ÜBERSCHRIFTEN UND FORMULIERUNGEN !!!
eher nicht so seriös, wobei inhaltlich vieles seiner Meinung nach zutraf.
Bis auf manche der arg fatalistischen Schlussfolgerungen.
Aber andere Texte sah er mit weniger Verwunderung an.Zum Beispiel fand er Jim Sinclair richtig gut und Bill Bonner auch.
Münchaus Texte zur Bankenkrise (schreibt in der FTD und ist äusserst hart mit der deutschen Bankenlandschaft ins Gericht gegangen) fand er ebenso ausgezeichnet.
Und seiner Meinung nach dürfte in ein paar Jahrzehnten das HGB wieder ausgegraben werden, mit den Worten "so schlecht war das doch gar nicht!"

Soviel zu dieser Begegnung. ...Zu dem eben erwähnten Kolumnisten Münchau noch ein paar Worte:
Münchau empfahl im Leitartikel der FTD vor ein paar Wochen Gold und Immobilien, um sich ausdrücklich aus dem Bankennetzwerk fern zu halten!
Das war am 22.08.2007:
ZitatUngeschützter Bankverkehr
(...)
Da wir es mit einer nichttrivialen Wahrscheinlichkeit einer systemischen Bankenkrise zu tun haben, sollte man auf keinen Fall sein gesamtes Vermögen auf der Bank halten, etwa in der Form eines Sparbuchs. Wenn man sieht, wie sich gerade die öffentlichen Banken in Deutschland im Kreditmarkt verzockt haben, dann kommt man zu dem Schluss, dass das Sparbuch bei der Sparkasse eines der riskantesten Anlageobjekte überhaupt ist. Natürlich sind in Deutschland kleine Spareinlagen effektiv versichert. Natürlich springt der Staat in Fällen wie IKB oder Sachsen LB ein. Die Spielräume von Regierungen und Zentralbanken sind zwar nicht gering, aber im Falle einer systemischen Bankenkrise wäre es wahrscheinlich, dass viele Investoren sicher geglaubtes Geld verlieren.Eine der besten Versicherungen gegen Kernschmelze in den Geld- und Kreditmärkten sind Anlagen außerhalb des Bankensektors, etwa in Immobilien oder Gold. Das Motto "Cash is King" stimmt zwar, aber Cash in einer illiquiden Bank ist nicht Liquidität. Ich glaube nicht, dass wir vor einem neuen Immobilienboom stehen, aber gerade in Deutschland sind die Preise moderat, sodass Investoren hier kaum ein Risiko eingehen. In Bezug auf den Goldpreis bin ich angesichts der Inflationsrisiken relativ optimistisch.
(...)http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/242232.html
Interessant ist ja, dass Münchau das deutsche Bankensystem so stark kritisiert hatte, aber der erste Bank Run ausgerechnet in Grossbritannien statt fand, dessen Bankensystem er für solider, weil näher an der Realität des kapitalismus agierend, gehalten hatte!
Das sollte aufhorchen lassen! Hier hat ein Connesseur der Finanzwelt sich in einem nicht unwichtigen Punkt verschätzt!Zuletzt meinte Münchau übrigens auch schon wieder, dass die Bankenkrise bald vorbei sei - wir stattdessen allerdings bald in den USA eine schwere Rezession sehen dürften.
Das war erst am 19.09.2007
Letzteres glaube ich dabei schon auch.
Ich glaube aber persönlich derzeit nicht, dass die Bankenkrise vorbei ist, weil eine US Rezession sie - wenn sie schnell heraufzieht - womöglich sogar erst richtig verstärken könnte, in einer schwer zu steuernden Feed Back Reaktion und Aufschaukelung.
Und, weil Münchau mindestens einen sehr wichtigen Aspekt vergessen hat, mitzubedenken (unten nenne ich, welchen).Aber, - abwarten.
Hier jedenfalls erst mal sein letzter Text zum Bank Run, vom 19.09.2007:
ZitatAlles anzeigen
(...)
Man kennt das aus alten Filmen. In der Weihnachtsschnulze "Ist das Leben nicht schön?" mit James "Jimmy" Stewart belagern Bürger die örtliche Bank. Trotz der üblen Machenschaften des Privatbankiers hält Jimmy das Geschäft tapfer aufrecht. Auch in "Mary Poppins" gibt es eine berühmte Szene, in der Kinder aus Versehen einen Run auf die Bank auslösen. Hoppla!
(...)
Es sollte nicht überraschen, dass die Spekulationsmanie der Banken zum Vertrauensverlust geführt hat. Der Run auf Bankfilialen erscheint zwar irrational, weil er die Krise verstärkt und in manchen Fällen sogar verursachen kann. Trotzdem verhält sich ein risikoscheuer Investor aus seiner Perspektive rational, wenn er in Zeiten der Unsicherheit sein Geld zurückfordert.So dramatisch die Bilder aus England sind, so sehr glaube ich, dass dieses Problem in den nächsten Tagen beherrschbar wird. Die Instrumente zur Krisenbewältigung existieren: Regierungen müssen für Spareinlagen garantieren, was in Großbritannien passiert ist, und Zentralbanken sollten die Märkte mit Liquidität versorgen, was selbst die Bank of England jetzt tut. Wenn das geschieht, ist die Bankenkrise so schnell vorbei wie sie gekommen ist.
(...)
Die eigentliche Krise ist eine andere. Nachdem die US-Leitzinsen über ein Jahr lang auf einem Niveau von 5,25 Prozent verharrten, befindet sich der amerikanische Immobilienmarkt im freien Fall. Die Zinssenkung vom Dienstag wird den Preisverfall nicht anhalten, denn Geldpolitik wirkt mit langer Verzögerung. Der Ökonom Robert Shiller warnt sogar, dass in einigen US-Städten der Preissturz 50 Prozent betragen könnte. Auch der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan hält einen Verfall der durchschnittlichen Immobilienpreise im zweistelligen Prozentbereich für möglich. Unzählige Studien belegen darüber hinaus den Zusammenhang zwischen Immobilienpreisen und US-Konjunktur.
Auch wenn die Investmentbanken noch gute Miene zum bösen Spiel machen: Die USA steuern auf eine Rezession zu. Nicht auf eine konjunkturelle Abschwächung, sondern auf eine Rezession, also auf eine Phase von mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten.
Die Geldpolitik wird darauf zwar reagieren. Aber im Gegensatz zur Phase zwischen 2001 und 2003 sind die Spielräume wegen der hartnäckigen Inflation gering. Selbst Greenspan sieht das so. Die Realzinsen werden also diesmal positiv bleiben. Das heißt, der Wachstumsrückgang, der möglicherweise schon im dritten Quartal seinen Anfang genommen hat, wird diesmal länger dauern.
(...)
Bei Jimmy Stewart folgte auf den Banken-Run die Große Depression. Allerdings: Am Happy End führt natürlich nichts vorbei. Auch uns bleibt dieser ultimative Trost.http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/254860.html
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Münchau hat dabei, wie gesagt, mindestens einen wichtigen Aspekt vergessen.
So ist eine Frage z.B. im Augenblick noch vollkommen offen.
Keiner redet mehr darüber, aber:Was ist eigentlich mit den Hedge Funds los?

Diese Stille um die Funds, seit über einem Monat, ist doch reichlich verdächtig, oder nicht?
Seit dem 15.08.2007 sind fast keine Infos mehr geflossen - es regiert dort nach wie vor die totale Intransparenz !
Ich denke, da kommen innerhalb der nächsten 5 Wochen noch ein paar deftige Überraschungseier.
Und weiter dann in der Phase bis März / April 2008.Das ist unter anderem auch ein wichtiger Grund, weshalb ich (anders als Münchau und andere Kommentatoren) noch nicht annehme, dass die Kredit- und Bankenkrise nun bald vorbei sein dürfte.
Gruss,
gutso