So, hier die neuste Ausgabe meines Börsenbriefes…Auszüge davon…es spitzt sich zu ![]()
Notenbanken: Die Inflationsdynamik kann sich weiterhin frei entfalten!
Liebe Leserin, lieber Leser,
nachdem der US-Offenmarktausschusses (FOMC) seit dem Frühjahr hinsichtlich der Inflationsentwicklung auf Zeit gespielt hat, stellen sich die Mitglieder nunmehr den Tatsachen. Die Vorankündigung kam vonseiten des Fed-Chefs Jerome Powell Ende November vor dem US-Kongress.
Dem folgten in der Vorwoche nunmehr Taten: Das Tapering des Anleihen- Kaufprogramms QE4 wird noch in diesem Monat von 15 auf 30 Mrd. US$ monatlich erhöht. Anfang Januar beläuft sich das Kaufvolumen auf 60 Mrd. US$ monatlich. Mit den geplanten Senkungsschritten um nunmehr 30 Mrd. US$ je Monat würde QE4 im März eingestellt. Von einer „Option“ ist keine Rede mehr.
Drei US-Leitzinserhöhungen im kommenden Jahr
Die QE4-Einstellung soll vielmehr den Raum für Leitzinserhöhungen eröffnen. Einen genauen Zeitplan hat Powell nach dem FOMC-Meeting nicht benannt. Aber für 2022 sind drei Zinsanhebungen geplant. Das FOMC erwartet für 2023 und 2024 jeweils zwei weitere Leitzinserhöhungen.
Bezogen auf die Fed Funds Rate (aktuell 0% bis 0,25%) und die seit dem 2000er- Jahrzehnt bei Zinsanhebungen üblichen 0,25%-Schritte, wird der Leitzins im Verlauf des kommenden Jahres bis auf 0,75% bis 1,00% angehoben.
Zieht man nunmehr die Inflationserwartung der Fed heran, die von einer durchschnittlichen Inflationsrate bis zum Herbst 2022 oberhalb von +5% ausgeht, sind die geplanten Maßnahmen eher Kosmetik. Von einer Inflationsbekämpfung oder – moderater ausgedrückt – von inflationsdämpfenden Maßnahmen kann da keine Rede sein.
Die EZB kneift ...
Am Donnerstag musste der EZB-Rat nachziehen, blieb aber erwartungsgemäß zurückhaltend. Das pandemiebedingte Anleihen-Notkaufprogramm PEPP wird Ende März eingestellt. Damit dies aber nicht zu Marktturbulenzen führt, wird stattdessen das Kaufprogramm PSPP/ASP ab dem zweiten Quartal 2022 von derzeit 20 auf 40 Mrd. Euro aufgestockt und ab dem dritten Quartal auf 30 Mrd. € reduziert.
EZB-Chefin Christine Lagarde hat unlängst noch davon gesprochen, dass die US- Notenbank den Takt vorgibt. In der Reaktion auf den FOMC-Entscheid erweist sich der EZB-Rat mal wieder als inkonsequent, so dass sich an der grundsätzlichen geldpolitischen Linie nichts ändert.
Während die Fed QE4 im März beenden will und dabei mögliche Marktturbulenzen einkalkuliert, kneift die EZB. Selbstverständlich nimmt die Fed Rücksicht auf die Wall Street.
Sollte es beispielsweise im Frühjahr zu Marktturbulenzen kommen, wird die Fed darauf reagieren. So kennen es die Marktteilnehmer nunmehr seit Jahrzehnten, darauf vertrauen sie und es ist unwahrscheinlich, dass sie von der Fed enttäuscht werden.
... weil sie sich mit ihren vielen Mandaten verstrickt hat
Die Frage ist allerdings, wann und in welchem Umfang die Fed eingreifen würde. Eine Korrektur des S&P500 in einem Umfang von -10% bis -20% wäre angesichts der seit Ende März 2020 intakten Aufwärtsbewegung und ebenso mit Blick auf die nie bereinigten zwischenzeitlichen Überhitzungsphasen (beginnend bereits im September 2020) als normal einzustufen. So eine Korrektur bedarf keines Eingriffes vonseiten der Fed.
Nur im Vorfeld gar nichts zu machen bzw. den Hätschelkurs fortzusetzen, um eine mögliche Unruhe an den Aktienmärkten auszuschließen – halt so, wie die EZB nun argumentiert – ist eine Rücksichtnahme, die nicht Sache der Notenbanken ist. Die EZB hat sich in Eigeninitiative mit dermaßen vielen Mandaten selbst beauftragt, dass sie sich damit zielsicher in die Handlungsunfähigkeit manövriert hat. Forciert wurde dies jüngst durch den Klimaschutz. Der ist nicht Aufgabe der EZB, aber man ist auf diesen Zug gerne aufgesprungen.
Das Resultat sehen wir jetzt: Von Inflationsdämpfung kann mit den jüngsten Beschlüssen des EZB-Rats keine Rede sein. Von einer Einstellung des Euro-QE ist keine Rede, sondern man wurschtelt sich weiter durchs nächste Jahr. Wohl in der Hoffnung, dass sich die hohe Inflationsdynamik und somit ein lästiges Thema in Luft auflöst.
Die EZB kann aus einem bestimmten Grund das Euro-QE nicht einstellen
Ich möchte noch einen anderen Punkt ansprechen. Es ist bemerkenswert, dass die EZB ihre Rücksichtnahme auf die Finanzmärkte in den Vordergrund stellt. Das klingt zunächst nachvollziehbar, ist aber bei konkreter Betrachtung nicht die Wahrheit. Im Grunde genommen geht es darum, dass die EZB aus ihrem Euro-QE nicht herauskommt, da bei einer kompletten Einstellung die Finanzierung der Euro- Südstaaten entfallen würde.
Es bedarf keiner großen Phantasie, um sich die Folgen auszumalen, da in diesem Fall der Zinserhöhungsdruck auf die hochverschuldeten Länder stark zunehmen würde. Nur kann das die EZB nicht offen kommunizieren. Dies ist auch der Grund, warum von einer Einstellung des Anleihen-Kaufprogramms keine Rede ist.
Somit ist auch die Feststellung von EZB-Chefin Christine Lagarde, dass die Fed den Takt vorgibt (und die EZB dann folgen werde) eher als Lachnummer einzustufen. Möglicherweise hat sie nicht damit gerechnet, dass der FOMC sich zu einer Einstellung von QE4 durchringen wird.
Welche Bedeutung haben die jüngsten Beschlüsse der Notenbanken für die Aktienmärkte?
Positiv ist hervorzuheben, dass eine echte Inflationsbekämpfung nicht stattfindet. Die EZB sieht dieser Entwicklung tatenlos zu, da sie erstens keine Einstellung der Anleihenkäufe und zweitens keine Leitzinsanhebung in Erwägung zieht. Nicht mal von einer Streichung des Negativzinses für Bankeinlagen ist die Rede. Die Fed betreibt zwar Signalpolitik, indem sie die Einstellung von QE4 beabsichtigt, dafür auf der Zinsseite aber zu defensiv vorgeht.
Die QE4-Einstellung bedeutet zweierlei, da auf diese Weise kein frisches Geld zur Finanzierung der Schuldendynamik des US-Bundeshaushalts zur Verfügung steht, was zwangsläufig steigende Zinsen bei den langlaufenden US-Staatsanleihen nach sich ziehen wird.
Bremseffekte für die Aktienmärkte, mittelfristig positiv für Edelmetalle
Die ab Ende März 2020 eingeleitete Aufwärtsbewegung an der Wall Street basiert nicht auf die zuvor realisierten Leitzinssenkungen, sondern hauptsächlich auf der QE4-Liquiditätsflut. Die bis dato generierte zusätzliche Liquiditätsversorgung wird zwar dem Markt nicht entzogen, es kommt aber auch hier ab April 2022 über QE4 kein frisches Geld mehr hinzu.
Bereits die drastische Reduzierung von QE4 wird sich auf die Wall Street und somit alle anderen westlichen Aktienmärkte bremsend auswirken. Eine Baisse ist damit aber nicht vorprogrammiert, zumal Aktien zu den Sachwerten zählen, die wiederum von einer Inflation auf mittel- bis längerfristiger Basis begünstigt werden.
Dies betrifft ebenso die Edelmetalle, die von vielen Marktbeobachtern kritisch betrachtet werden (was positiv einzustufen ist). Nur weil Gold nicht sofort auf den deutlichen US-Inflationsanstieg angesprungen ist, bedeutet dies nicht, dass sich der positive Inflationseffekt für die Edelmetalle erledigt hat. Die Marktteilnehmer haben mehrheitlich auf die falsche Einschätzung der Fed einer „vorübergehenden“ Inflationsentwicklung gesetzt und werden nunmehr mit der Realität konfrontiert.
Das Umdenken innerhalb von Anlagestrategien hat bereits eingesetzt. Davon sollte der Edelmetallsektor im Verlauf des kommenden Jahres profitieren.
So, ich denke nächstes Jahr sollte unser Jahr werden, ich bin positioniert ![]()
Klar, man kann skeptisch sein, und immer noch glauben, dass der POG noch auf 1500 oder 1400$ abrutscht. Tja, wer zu spät kommt bestraft das Leben…meine Meinung.
ich wünsche euch allen schöne und besinnliche Festtage, geniesst es mit euren Lieben
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