Gehebelt mittels Kredit…. Oh Mann…
Würde ich mich nie getrauen ![]()
13. Februar 2026, 12:43
Gehebelt mittels Kredit…. Oh Mann…
Würde ich mich nie getrauen ![]()
@Minehunter
Konsequent mit SL arbeiten. Diese möglichst bald ins Plus ziehen, und dies so weit wie möglich… und ab und an Gewinne mitnehmen ![]()
Die 1862$ waren doch in der ganzen Korrektur doch immer eine Schlüsselstelle, glaub ich mich zu erinnern… ![]()
Den Call hättest du besser im September genutzt, wär alles so ziemlich in trocknen Tüchern ![]()
Anbei die heutige Wochenausgabe....
US-Inflationsrate stabilisiert sich auf hohem Niveau!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die US-Inflationsrate stieg im September auf ein 13-Jahres-Hoch von 5,4% und übertraf damit die Markterwartungen (5,3%). Kostentreiber waren vor allem Mieten mit einem Anstieg um +3,2% und Nahrungsmittel mit einem Zuwachs von +4,6% (höchster Anstieg seit Dezember 2011). Die Preise für Neufahrzeuge legten um +8,7% zu. Auf hohem Niveau entwickeln sich weiterhin die Energiepreise mit einem Anstieg um +24,8% sowie die Preise für Gebrauchtwagen und Lkw (+24,4%). Der Aufwärtsdruck bei gebrauchten Fahrzeugen lässt aber gegenüber dem Vormonat leicht nach (+31,9%).
Nach wie vor ebenso hohe Kern-Inflationsrate
Die Kern-Inflationsrate bleibt mit 4% ebenfalls auf hohem Niveau. Betrachtet man die Entwicklung seit dem Frühjahr, befindet sich die US-Inflationsrate nunmehr seit Mai konstant bei 5%+. Somit hat sich auch die seinerzeitige Einschätzung der US- Notenbank (Fed), dass es sich nur um einen vorübergehenden Preisanstieg handele, erledigt.
An der Wall Street hat wiederum die Reaktion angesichts der hohen Inflationsraten und der damit deutlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Taperings von QE4 gewechselt. Die daran noch jüngst gekoppelten Sorgen rücken wieder in den Hintergrund. Vorerst! So führt die Fed die monatlichen Anleihenkäufe mit einem Volumen von 120 Mrd. US$ ungebrochen fort. Zudem ist unklar, wann mit dem Tapering begonnen wird.
Fed ist unentschlossen – Wall Street steigt
Marktbeobachter sprechen zwar wiederholt davon, dass ein Tapering weitgehend eingepreist sei, das halte ich jedoch für reinen Zweckoptimismus. Da sich die Fed geradezu unentschlossen und somit hinsichtlich einer minimalen restriktiven Maßnahme handlungsunfähig präsentiert, ist die bullishe Reaktion am New Yorker Aktienmarkt durchaus logisch. Letztlich aber nicht zu Ende gedacht.
Bleibt die Stimmung an der Wall Street zuversichtlich, würde damit der Impuls für einen Taperingschritt ausgelöst. Bei einer unmittelbaren Korrekturfortsetzung wäre die Bereitschaft der Fed für diese Maßnahme deutlich gesunken. Man macht somit den zweiten vor dem ersten Schritt. Daran ist die Fed bzw. der US-Offenmarktausschuss (FOMC) nicht „unschuldig“, da diese Marktreaktionen provoziert werden.
Wenn der FOMC sich im Rahmen seines Meetings am 2. und 3. November zu einem Tapering (voraussichtlich -15 Mrd. US$) entschließen sollte, hätte dies sehr wohl Auswirkungen auf die Wall Street. An der Wall Street wird aber ebenso diskutiert, dass die mögliche Entscheidung erst im Rahmen des Meetings am 14. und 15. Dezember getroffen wird.
Handlungsdruck auf die Fed steigt
Sie müssen sich dies so vorstellen: Die Einschätzung der Fed, dass der Inflationsanstieg nur vorübergehend sei, war eine Fehlprognose, die aber auch manipulative Aspekte beinhaltete. Man kann ja so etwas einfach mal behaupten, wobei die Erweiterung des zeitlichen Handlungsspielraums im Vordergrund stand. Inzwischen steht die Fed zwar unter Handlungsdruck, zeigt sich aber unentschlossen.
Innerhalb dieses Entscheidungsvakuums sind sowohl der S&P500 als auch der Nasdaq100 wieder über ihre 50-Tage-Linien gestiegen. Ziehe ich die mittelfristige Trendfolge heran (Industriemetalle), die nunmehr von neutral wieder auf bullish gewechselt hat, müssten beide Indizes auf neue Allzeithochs steigen. Der DAX hängt im Schlepptau der Wall Street und ist zumindest bis an seine 50-Tage-Linie gestiegen. Steigt er darüber, würde auch hier ein neuer Indexrekord in Reichweite rücken.
Die momentane Aufwärtsbewegung des S&P500 wird allerdings nicht von der Advance-Decline-Line (A/D-Linie, Verhältnis steigender zu fallenden Aktien) unterstützt, dies bleibt ein klares Manko (siehe Chart oben).
Gold-Bugs-Index HUI: Dynamische Gegenbewegung
Eine vergleichbare Entwicklung kann im Edelmetallsektor bei der jüngsten Entwicklung des Gold-Bugs-Index (HUI) beobachtet werden. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Der HUI ist exakt an seiner 200-Wochen-Linie nach oben abgeprallt und hat im Zuge des Anstiegs seit Anfang Oktober seine 50-Tage-Linie überschritten. Zugleich wurde der seit Juni bestehende Abwärtstrend beendet.
In trockenen Tüchern ist die Rally noch nicht, da noch mehrere Hürden zu überwinden sind. So die 200-Tage-Linie und mehrere charttechnische Widerstände. Der Spielraum ist hier relativ groß, da der Befreiungsschlag erst mit einem Anstieg über 327,45 Punkte folgen würde.
HUI: Wie stellt sich eine idealtypische Entwicklung dar?
Bei rund 340 Punkten befindet sich das 12-Monats-Hoch von Anfang November 2020, das im Jahreschart in Kürze kassiert wird. Dann bildet das Mai-Hoch das 12-Monats- Hoch. Ein entsprechender Anstieg wäre etwas mehr als 100 Punkte über dem Tief von Ende September.
Als Anleger im Goldaktiensektor sind solche „Sicherheitsmaßnahmen“ (Kauf erst dann, wenn sich ein mittelfristiger Aufwärtstrend gebildet hat) aber riskant, da bei späten Einstiegen die Risiken aufgrund der Volatilität des Sektors deutlich zunehmen. In diesem Fall wäre für sicherheitsorientierte Anleger ein Einstieg oberhalb der 200- Tage-Linie ein Kompromiss. Ich bevorzuge – wie jüngst dargestellt – aber Überverkauft-Situationen für (Nach-)Käufe.
Relevant ist vielmehr, dass der HUI nicht mehr auf ein neues 12-Monats-Tief fällt. Stabilisiert sich der HUI im Zuge der nächsten Zwischenkorrektur oberhalb des September-Tiefs und steigt anschließend auf ein neues Rallyhoch, wäre der Trendwechsel bestätigt.
Teil 2:
Wie lange werden uns höhere Inflationsraten begleiten?
Auf Letzteres werde ich zu gegebener Zeit zurückkommen. Im Vordergrund steht für mich nicht einmal so sehr die Frage, ob es sich bei den Inflationsanstiegen um vorübergehende Entwicklungen handelt, sondern wie lange uns höhere Inflationsraten – unter Schwankun- gen – begleiten werden. Hier wiederum ist für mich das maßgeblich, was überhaupt zu anhaltend niedrigen In- flationsraten geführt hat.
Ausgangsgrundlage war der Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre, bei gleichzeitiger Neuausrichtung des Wirtschaftssystems in China. Kurz- um, die westlichen Staaten wurden mit einem massiven Wettbewerb an Arbeitskräften konfrontiert – dies wirkte sich bremsend auf die Lohnentwicklung aus, wovon vor allem die geburtenstarken Jahrgänge in Westeuropa betroffen waren. Produktionen in China waren aufgrund der seinerzeit extrem niedrigen Löhne kostengünstig.
Dementsprechend fand eine Verlagerung der Produktionsstätten nach China statt. Dies wiederum zog erhebliche deflationäre Effekte nach sich.
Der demographische Wandel hat gravierende Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte ...
Es ist denkbar, dass die Corona-Pandemie mit ihren massiven Auswirkungen auf den globalen Handel rückblickend so etwas wie eine Zäsur darstellen wird. Zunächst der Angebotsschock, bestehen nunmehr im Rahmen der Normalisierung massive Probleme bei den Lieferketten, die man als Nachfrageschock bezeichnen kann. Deshalb vermuten Experten, dass sich die aktu- ellen Herausforderungen wieder normalisieren und mit ihr die Inflationsraten.
... und wird längerfristig zu konstant steigenden Löhnen führen
Demgegenüber steht allerdings der demographische Wandel, da der Konkurrenzdruck am Arbeitsmarkt im Verlauf der nächsten Jahre nach und nach rückläufig sein wird. Diese Entwicklung wird mit steigenden Löhnen einhergehen. Entsprechende Ansätze sind jetzt schon ersichtlich. Die über viele Jahre bestehende Ressource an osteuropäischen Arbeitskräften beginnt sich zu er- schöpfen, parallel sind die Löhne in China im 20-Jahres- Vergleich deutlich gestiegen. Darüber hinaus wechseln die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente.
Das immer wieder von Analystenseite zu hörende Argument, dass zu einem konstanten Inflationsanstieg anzie- hende Löhne zwingend sind und diese wiederum nicht absehbar seien, scheint sich nicht mit dem demographi- schen Effekt im Verlauf der nächsten 20 Jahre zu befassen. Es handelt sich – wie der tendenziell deflationäre Trend seit den 1990er Jahren – zunächst um eine schleichende Entwicklung, die im Laufe der Jahre dann eine immer größere Wirkung zeigen wird.
Mein Fazit:
Angesichts der schwelenden Inflflationsdynamik, die uns im Zuge der demographischen Entwicklung langfristig begleiten wird und sogar zu einer Zäsur des tendenziell deflflationären Trends der vergangenen Jahrzehnte führt, sind die Notenbanken herausgefordert. Höhere Inflflationsraten werden sie akzeptieren, allein schon mit dem Hintergedanken, dass sie die Staatsschulden längerfristig entwerten und somit reduzieren.
Diese Entwicklung ist mit Blick auf die kommenden Jahre positiv für Edelmetalle, wenngleich hier Geduld erforderlich ist und zyklische Aspekte zu beachten sind. Die „Blaupause“ der 1970er Jahre betrachte ich in diesem Zusammenhang distanziert, weil sich die damalige Situation nicht 1:1 auf die aktuelle Lage übertragen lässt und ich diese inflflationäre Phase nicht als Kompass für künftftige Szenarien betrachte.
Es wird sich anders gestalten – und da ist Gewinnfantasie erlaubt.
Edelmetalle:
Goldaktien weiterhin auf Kaufniveau!
Rückblickend hat Gold seinen Härtetest mit dem Preis- sturz in der Nacht zum 9. August mit Bravour bestanden. Der Goldmarkt ist kein Crash-Kandidat, zudem ist das Korrekturpotenzial überschaubar geworden.
Der jüngste Rückgang in Richtung der Unterstützung bei 1.725 US$ wurde ebenfalls zügig wieder aufgeholt. Im Vordergrund steht nunmehr, dass Gold seine 50- und 200-Tage-Linie überwindet, um danach in einen Aufwärtstrend zu wechseln. Dafür wäre die Ausgangslage um 1.800 US$ ideal, damit im weiteren Verlauf ein erfolgreicher Angriff auf das Allzeithoch bei 2.089 US$ realistisch bleibt.
Silber korrigierte im Beobachtungszeitraum in Richtung 21,50 US$. Idealtypisch wäre ein kurzfristiger Rückset- zer unter die Marke von 20 US$ gewesen. Diese Möglichkeit bleibt zunächst bestehen, wenngleich ich nicht ausschließe, dass etliche Marktteilnehmer auf einen solchen Ausverkauf warten. In diesem Fall würde die Chance dazu spürbar abnehmen.
Gold Bugs Index HUI:
Der Gold Bugs-Index (HUI) fiel jüngst bis auf 224,28 Punkte und somit nahezu exakt auf seine 200-Wochen- Linie. Flankiert wurde diese Entwicklung vom Gold Miners Bullish Percent Index (siehe Seite 4) mit seinem Rückgang auf 20%. Im Bereich zwischen 224 und 232 Punkte zeichnet sich eine Stabilisierung ab.
Ich warte nicht auf einen finalen Ausverkauf, da die Kor- rektur seit Anfang August 2020 nicht nur zeitlich, son- dern auch in ihrem Umfang ausgeprägt verlaufen ist. Da braucht es keinen finalen Abverkauf als Zugabe.
Zudem verläuft bei rund 230 Punkten das 61,8%-Retracement. Das heißt, die Aufwärtsbewegung vom Tief im Zuge des Corona-Crash im März 2020 bis zum Hoch Anfang August 2020 wurde nunmehr um etwas mehr als 61,8% korrigiert.
Fazit Edelmetalle:
Insbesondere Goldaktien – und auch einige Silberaktien – befinden sich unverändert auf Kaufniveau und eignen sich ebenso für selektive Nachkäufe. Die Edelmetalle sollten ihre Korrekturphasen weitgehend abgeschlossen haben. Die Führungsfunktion hat der Goldmarkt, der den oben genannten Anstieg über die 50- und 200-Tage-Linie zur Beendigung der Korektur vollziehen muss.
So, die Monatsausgabe meines Börsenbriefes ist da. Ich stelle nur einige Auszüge rein, vielleicht muss ich es in zwei Posts machen, wegen den verfügbaren Zeichen...
Chinas Geldpolitik schränkt den Spielraum der US-Notenbank noch weiter ein!
Liebe Leserinnen und Leser,
angesichts der anhaltend hohen Inflationsraten nimmt der Druck auf die US-Notenbank (Fed) kontinuierlich zu. Fed-Chef Jerome Powell spricht schon längst nicht mehr von einer vorübergehenden Entwicklung, sondern betrachtet die steigenden Verbraucherpreise mit Sorge. Andererseits ist er aber nicht zu inflationsdämpfenden Maßnahmen bereit – höchstens zu einer überschaubaren Reduzie- rung des monatlichen Volumens des Anleihen-Kaufprogramms QE4, auf keinen Fall aber zu Leitzinserhöhungen.
Letztere hatten die Mitglieder des US-Offenmarktausschusses (FOMC) schon im Frühjahr bis ins Jahr 2023 „vertagt“. Ginge es nach Powell, würde die Geldpolitik erst dann restrikti- ver, wenn der US-Arbeitsmarkt wieder die Vollbeschäftigung wie vor der Corona-Pandemie erreicht hat. Er glaubt tatsächlich, dies mit den laufenden Maßnahmen herbeiführen zu können.
Gegen den Inflationsanstieg werden die Notenbanken nicht viel ausrichten können
Doch selbst wenn sein Traumziel jetzt schon erreicht wäre, könnte Powell nicht zu einer Normalisierung der Geldpolitik wechseln. Einer der wesentlichen Gründe dafür besteht in den unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden großen Wirtschaftsmächte USA und Chi- na: Während die Fed eine expansive Geldpolitik verfolgt, ist der monetäre Kurs der chinesi- schen Zentralbank (PBoC) eindeutig restriktiv.
Dies setzt nicht nur das globale Finanzsystem unter Stress, sondern begrenzt auch den Handlungsspielraum der US-Notenbank mit Blick auf die Inflation. Die Teuerungsraten können sich ohne besondere geldpolitische Einflüsse weiter entfalten. Dies gilt ebenso für die Eurozone, da die EZB mit demselben Thema konfrontiert wird. Es geht nicht darum, im weiteren Verlauf die Inflation unter Kontrolle zu bringen, sondern den Fokus auf die Anlei- henmärkte zu richten, um starke Zinsanstiegsimpulse zu bremsen.
Herzlichst, Ihr Franz Josef Buskamp
Die demographische Entwicklung und ihre langfristigen Auswirkungen auf die Inflationsraten!
Dramatische Darstellungen kannte man von der frü- heren Chefin der US-Notenbank (Fed) und jetzigen Finanzministerin Janet Yellen bislang nicht. Mit Blick auf die Schuldenobergrenze des US-Bundeshaushalts, die seit Anfang August wieder in Kraft trat (zuvor war sie für zwei Jahre ausgesetzt) und das Limit von 28,4 Bio. US$ bereits gegen Ende September erreichte, wurde Yellen jüngst ziemlich nervös.
Würde der Kongress bis zum 18. Oktober die Grenze nicht anheben, drohe die Pleite der USA. Diese wür- de eine historische Finanzkrise und wirtschaftliche Katastrophe nach sich ziehen – mit ungeahnten Folgen für das globale Finanzsystem. Geht es nach Yellen, sollte die Schuldenobergrenze dauerhaft abgeschafft werden. Ende September einigten sich Demokraten und Republi- kaner auf einen Übergangshaushalt: Das etwaige Drama ist damit vorerst verschoben.
Janet Yellen: Von der Fed-Chefin zur Finanzministerin und MMT-Anhängerin
Ich habe Yellen als umsichtige Notenbankchefin in Erinnerung, die komplexe Sachverhalte sowie Möglichkeiten und Grenzen der Geldpolitik wiederholt kompetent darstellte. Seit ihrer Ernennung zur Finanzministerin hat sie aber umgeschaltet und bedient nur noch die Sche- mata der „Modern Market Theory“ (MMT). Diese Wirtschaftstheorie hatte ich vor einiger Zeit an dieser Stelle diskutiert. Im Kern geht es den Verfechtern der MMT darum, dass sie davon ausgehen, dass sich der Staat unbegrenzt verschulden und diese Schulden mit der Notenbankpresse finanzieren kann.
Es ist müßig, sich mit diesem kruden Ansatz auseinanderzusetzen, wenn man sich eingehend mit der Historie der verschiedenen Geld- und Wirtschaftssysteme auseinandergesetzt hat. Ungehemmtes Gelddrucken führt zu höheren Inflationsraten bis hin zur Hyperinflation. Ein nach wie vor aktuelles Beispiel ist Venezuela, das seine Hyperinflation nicht in den Griff bekommt.....
Dass Inflation bei unbegrenztem Gelddrucken ein Problem darstellt, ist auch den MMT-Aktivisten bekannt. In entsprechenden Vorträgen von verschiedenen Vertretern dieser Theorie wird auf dieses Thema jedoch allenfalls am Rande eingegangen. Grund dafür ist das fehlende Konzept, wie sie eine sich entfaltende Inflationsdynamik in den Griff bekommen wollen. Da kommen Hinweise wie „man müsse rechtzeitig eingreifen“ (wann ist rechtzeitig?) oder nach „Alternativen zu Zinserhöhungen schauen“, obwohl es keinerlei Erfahrungen damit gibt, ob diese „Alternativen“ überhaupt funktionieren. Was ich bisher darüber aus dem MMT-Bereich gehört habe, überzeugt mich nicht.
Bei Janet Yellen überrascht mich dieser radikale Wechsel in Richtung MMT allein deshalb, weil sie als Fed-Chefin pragmatisch unterwegs war. Sie bekleidete bei der US- Notenbank auch keine rein politische Position – also kein Vergleich zur EZB-Chefin Christine Lagarde – son- dern setzte sich mit der Materie sorgfältig auseinander.
Fast könnte man vergessen, dass es Yellen war, die sich an einer Normalisierung der Geldpolitik versucht hat. Nunmehr argumentiert sie nahezu exakt gegenteilig und gibt mit Blick auf die zwischenzeitliche Gefahr des so- genannten „Government Shutdown“ auch noch die Dramaturgin.
Yellen scheint keine Alternativen zum „Weiter so“ zu sehen
Ich kann mir das Verhalten von Yellen nur damit erklä-ren, dass sie sich ihr Scheitern hinsichtlich der Normali- sierung der Geldpolitik eingestehen musste und jetzt nur noch ein „Weiter so“ mit einer immer größeren Schul- denzunahme im Fokus hat, da sie keinerlei alternative Szenarien erkennt.
Ihr Nachfolger Jerome Powell bedient diese Schiene mit der vorläufigen Fortsetzung des Anleihen-Kaufprogramms QE4 mit einem monatlichen Volumen von 120 Mrd. US$. Wäre da nicht der Inflationsanstieg, der die Geldpolitik der Fed langsam unter Stress zu setzen beginnt. Im Frühjahr argumentierte Powell, dass der spürbare Inflationsanstieg pandemiebedingt und somit vorübergehend sei. Dieses Argument, dass Inflationsanstiege immer nur ein vorübergehendes Phänomen seien, hören wir seit dem vorangegangenen Jahrzehnt – auch vonseiten der EZB – immer dann, wenn mal so etwas wie Leben in die Teuerungsraten kam. Dann sanken die Inflationsraten wieder – und alle sahen sich bestätigt, die potenzielle Stressquelle fiel wieder weg.
US-Notenbank: Das QE4-Tapering hat noch nicht begonnen ...
Derselbe Ablauf in diesem Frühjahr: Der Inflationsanstieg sei nur vorübergehend. Exakt das hatte ich erwartet, Ihnen aber zugleich dargelegt, dass sich die Notenbanken etwas vormachen. Seit Ende September tauchen in den größeren Medien nunmehr erste Artikel auf, die den vorübergehenden Inflationsanstieg infrage stellen.
Beobachtet man die Statements von Fed-Chef Powell, so sind seit dem Sommer andere Töne zu vernehmen, beispielsweise angesichts des jährlichen Notenbanker- Treffens in Jackson Hole (auch in diesem Jahr wieder vir- tuell), wo Powell seine Sorgen über den Inflationsanstieg nicht nur zum Ausdruck brachte. Indirekt kündigte er eine Reduzierung von QE4 an.
... aber der Zeitpunkt für die Einstellung des Tapering wird schon mal festgelegt
Etwas konkreter wurde dies nach dem Meeting des US- Offenmarktausschusses (FOMC) im September. Es hieß, dass schon bald mit einem sogenannten „Tapering“ be- gonnen werde, dieses jedoch voraussichtlich bis Mitte 2022 befristet sei. Das war dennoch nichts Halbes und nichts Ganzes, da weder der Zeitpunkt des Tapering noch das Ziel der Reduzierung konkret benannt wurden.
Falls es überhaupt kommt, wird das QE4- Tapering überschaubar bleiben
Im Vordergrund steht eine Reduzierung von QE4, mit dem monatlich 80 Mrd. US$ US-Staatsanleihen und 40 Mrd. US$ Hypothekenanleihen gekauft werden. In ei- nem ersten Schritt dürfte dieses Programm um 15 Mrd. US$ monatlich gekürzt werden. Es ist aber unrealistisch, davon auszugehen, dass QE4 bis Mitte 2022 ganz eingestellt wird. Möglicherweise ist bereits nach der ersten Reduzierung schon wieder Schluss, falls die Wall Street daraufhin mit Turbulenzen reagieren sollte.
Nicht zu verwechseln ist dieses Tapering mit dem QT- Programm (Quantitative Tightening), durch das die Fed- Bilanz im Zeitraum Oktober 2017 bis September 2019 reduziert wurde. Als das mehrstufige QT-Programm ab Oktober 2018 seine volle monatliche Reduzierungshöhe von -50 Mrd. US$ erreichte, führte dies im Dezember 2018 zu den Turbulenzen am New Yorker Aktienmarkt. Diese verstärkten sich nach dem Meeting des FOMC am 18./19. Dezember 2018, als Fed-Chef Powell eine Fortsetzung des QT-Programms in voller Höhe ankündigte.
Von Zinserhöhungen oder QT ist derzeit keine Rede. Zinsanhebungen erwarten die FOMC-Mitglieder erst 2023, wobei es sich lediglich um eine Projektion handelt. Diese werden schon bald erkennen, wie eng ihr Hand- lungsspielraum in restriktiver Richtung gesteckt ist. Hier steht vor allem die Überschuldung des Staates und der Unternehmen im Vordergrund, der den Notenbanken so gut wie keinerlei Gestaltungsspielräume mehr lässt.
Die Möglichkeiten konzentrieren sich in erster Linie nur auf das „Weiter so“ (siehe Yellen) und die Eröffnung neuer Eingriffsmöglichkeiten im Falle einer weiteren Krise.
Heutige Ausgabe:
China: Evergrande ist nicht das eigentliche Problem!
der Aktienhandel des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande wurde am gestern in Hongkong ausgesetzt (Trading Halt), weil eine in unternehmerischer Hinsicht relevante Entscheidung ansteht. Dies betrifft zunächst den am Wochenende in der chinesischen Global Times erwähnte Verkauf eines 51%-Anteils der Immobilien- Management-Tochter Property Services Group an den Wettbewerber Hopson Development.
Diese Meldung kann als verlässlich eingestuft werden, da die Global Times zu den chinesischen Staatsmedien zählt, zumal der Aktienhandel von Hopson ebenfalls ausgesetzt wurde.
Bei Evergrande zeichnet sich eine Zerschlagung des Konzerns ab
Der Verkaufserlös wird auf mehr als 5 Mrd. US$ geschätzt. Das ist relativ angesichts der Gesamtverschuldung Evergrandes von rund 300 Mrd. US$. Zuvor erfolgte in der vergangenen Woche bereits die Ankündigung, dass Evergrande seinen Anteil an der Shengjing Bank für rund 1,5 Mrd. US$ an die staatliche Vermögensgesellschaft Shenyang Shengjing veräußern wird.
In der Vorwoche hatte die Führung in Peking staatseigene Unternehmen bereits dazu aufgefordert, Teile von Evergrande zu übernehmen. Parallel kam von der Zentralbank (PBoC) der Hinweis, dass man die Interessen der Privatanleger schützen wolle.
Somit dürfte der Zerschlagung des überschuldeten Immobilienkonzerns nur noch eine Frage der Zeit sein.
Es werden Erinnerungen an die Finanzkrise geweckt
Die westlichen Finanzmärkte reagierten gestern erneut nervös, da sich nicht absehen lässt, ob die Entwicklung in China ausschließlich Evergrande betrifft oder hier noch mehr nachkommen wird. Unklar ist ebenso, welche Banken in welchem Ausmaß involviert sind und somit indirekt auch ausländische Institute betroffen sein könnten.
Das weckt natürlich Erinnerungen an die Finanzkrise 2008/09. Seinerzeit war beispielsweise nicht bekannt, dass deutsche Banken mit einem Volumen von geschätzt 800 Mrd. € bis zu 1 Bio. € am US-Immobilienmarkt involviert waren. Hauptsächlich über hoch verzinste Schrottderivate, die sich die heimischen Institute von US-Investmentbanken haben andrehen lassen. Seinerzeit war nicht mal die deutsche Börsenaufsicht über das Ausmaß im Bilde.
Das soll der „Wohlstand für alle“ sein?
Es führt aber nicht weiter, sich mit Unklarheiten zu befassen. Wesentlich gefährlicher stufe ich die Vorgehensweise der Führung in Peking ein, die seit einem Jahr in nahezu alle relevanten Bereiche eingreift. Offiziell wird dies als „Wohlstand für alle“ vermarktet, inoffiziell geht es um Macht und Kontrolle. So lässt man über viele Jahre die Immobilienentwickler agieren. Evergrande hat maßgeblich zum Aufbau der neuen Megacitys in China beigetragen.
Der chinesische Immobilienmarkt wurde seit der Jahrtausendwende von gleich mehreren Überhitzungsphasen erfasst – lokal unterschiedlich ausgeprägt. Man hat die Immobilienentwickler aber agieren lassen. Dann wird plötzlich das Ruder herumgerissen und die maximale Verschuldung gedeckelt. Es benötigte nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, welche Auswirkungen dies haben wird.
Seit einem Jahr wird in relevanten Bereichen eingegriffen
Diese vielen staatlichen Eingriffe, auch in den Tech-Sektoren, sind in ihrer Gesamtheit und Kurzfristigkeit brisant, da dies einen Destabilisierungseffekt hat. Entweder ist man sich dessen in Peking nicht bewusst oder man nimmt die damit einhergehenden Gefahren in Kauf.
Flankiert wird diese Entwicklung von einer restriktiven Geldpolitik, die sozusagen das Gegenteil der Strategie der US-Notenbank (Fed) darstellt. So befindet sich die Jahreswachstumsrate der Geldmenge M1 in China weiterhin im Abwärtstrend und ist im August auf 4,20% (nach 4,90% im Juli) gefallen. Aus Börsensicht klar negativ.
Damit gerät das globale Finanzsystem zunehmend in ein Spannungsfeld, was vielen Akteuren überhaupt nicht bewusst ist. Das Problem ist nicht Evergrande, sondern die aus unterschiedlichen geldpolitischen Strategien resultierenden Reibungsflächen.
Die unterschiedlichen geldpolitischen Strategien setzen das globale Finanzsystem unter Stress
Diese Problematik sollte auch der Fed bekannt sein. Fängt sie in dieser Stressphase des globalen Finanzsystems mit leicht restriktiven Eingriffen an, würde sie Turbulenzen an der Wall Street geradezu provozieren.
Bei den führenden US-Aktienindizes zeichnet sich immer stärker ein Phasenwechsel ab.
Der Dollar-Index ist in der Vorwoche auf ein neues 12-Monats-Hoch gestiegen, was zunächst aber abgefedert wurde. Dies ist ebenso an der Entwicklung des Euro ersichtlich. Die Ansätze für Stress am US-Geldmarkt sind erkennbar (ersichtlich auch an der weiter steigenden Gold-Silver-Ratio), sie sind aber nicht vergleichbar mit den Abläufen im Februar 2020. Somit zeichnet sich derzeit auch kein Crash ab.
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In der heutigen Ausgabe geht es hauptsächlich um die Wahlen in DE.
Stelle ich jetzt nicht rein, da völlig unwichtig bezüglich der Edelmetalle.
Trotzdem ein kurzer Auszug:
FOMC-Meeting: Unklare Ansagen von Fed-Chef Powell
Aber selbst die westlichen Staaten haben die Tendenz zur Verlagerung von Verantwortung. Die Notenbanken haben dafür aus lauter Machtlust die Türen weit offen gestellt. Womit ich zum Thema FOMC-Meeting in der Vorwoche wechsele.
Normalerweise hätten sich die Mitglieder des US-Offenmarktausschusses (FOMC) zu einem Tapering von QE4 durchringen müssen, haben aber – und das kam nicht ganz überraschend – wieder einmal fürs Vertagen entschieden.
Laut Fed-Chef Jerome Powell soll das Tapering „zeitnah“ beginnen und bereits Mitte 2022 wieder beendet werden. Konkretisiert hat er nichts. Was bedeutet zeitnah? Noch in diesem Jahr oder Anfang nächsten Jahres? Wenn das Tapering Mitte 2022 beendet werden soll, was ist damit gemeint? Soll bis dahin das gesamte monatliche QE- Volumen auf null reduziert werden?. Letzteres ist unrealistisch.
Also blieb es in der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch bei vielen Unwägbarkeiten bei gleichzeitig ambivalentem Ausblick.
Wenn man sich jetzt zu einem Tapering nicht entschließen kann, aber schon den Zeitpunkt dessen Einstellung benennt, spricht dies für meine Erwartung, dass der FOMC und die Fed in diesem Punkt nicht wirklich handlungsfähig ist. Dasselbe betrifft ebenso den EZB-Rat, dass das Anleihen-Notkaufprogramm (PEPP) zwar eingestellt werden soll, dass entsprechende Volumen aber größtenteils in das bestehende Euro- QE (PSPP) integrieren will. Das kann man auch als Etikettenschwindel bezeichnen.
Ich stelle nochmals einen Auszug meines Börsenbriefes vom August rein, als Mutmacher ![]()
Inflationserwartungen: US-Anleihenmärkte stehen im Fokus
Dies betrifft ebenfalls die Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen. Die Fed hat diese genau im Blick, da ein spürbarer Anstieg Stress im Finanzsystem auslösen würde.
Dies bedeutet aber nicht, dass sich die Märkte exakt so entwickeln, wie die Fed sich das vorstellt. Wird den Big Playern bewusst, dass der Inflationsanstieg eben nicht nur ein vorübergehendes Phänomen darstellt, werden diese ihre Investmentstrategien anpassen.
Das geschieht nicht innerhalb weniger Handelstage, da die Ansteckungseffekte innerhalb der Institutionellen eine Zeit lang dauern. Die Marktentwicklungen im Ver- lauf des zweiten Halbjahres werden darüber aber Auf- schluss geben.
Das relevante Barometer sind die US-Anleihenmärkte.
Steigt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf ein neues 12-Monats-Hoch, wäre dies ein erstes Sig- nal hinsichtlich echter Einpreisung von Inflation. Die entscheidende Marke bildet das Hoch von Mitte März (2,45%). Bestätigt würde der trendwechsel mit einem Anstieg der 30-jährigen Rendite über ihre 100- bzw. 120-Monats-Linie.
Wie Sie im Chart auf Seite 3 erkennen, ist die Rendite nach der großen Zinswende Anfang der 1980er Jahre im Rahmen eines intakten Abwärtstrends immer wie- der an diesen beiden Linien nach unten abgeprallt. Der Rückgang der 30-jährigen Rendite im Zuge des Corona- Crashs auf 0,84% kann durchaus den Abschluss dieser Entwicklung gebildet haben.
US-Zinsanstieg wäre das Inflationssignal für die Edelmetalle
Ich kann nicht prognostizieren, ob und wann die Ren- dite der 30-jährigen US-Staatsanleihen über ihre 100- und 120-Monats-Linien steigen wird (aktuell verlaufen diese bei 2,67% und 2,83%). Aber sollte dieses Szenario eintreten, hätte dies gravierende Auswirkungen auf die Finanzmärkte inklusive die Wall Street.
Vor allem würde damit eines einhergehen: Das wäre für uns das US-Inflationssignal – vor allem für den Edelme- tallbereich. Das mag jetzt etwas paradox klingen, aber ein Zinsanstieg am langen Ende wäre in diesem Fall nicht negativ für Gold, da die Inflationsdynamik über- wiegen würde. Entscheidend ist in diesem Zusammen- hang, dass die US-Realrendite bei den langlaufenden Staatsanleihen im Minusbereich verbleibt.
Für die Fed würde das jede Menge Stress bedeuten. Aber den hat sie bereits, nachdem der Dollar-Index im ersten Halbjahr oberhalb von 89 Punkten einen Boden ausge- bildet und sich jüngst wieder von der Gefahr eines neuen 12-Monats-tiefs entfernt hat.
Mein Fazit:
An der grundlegenden Investmentaus- richtung mit dem Schwerpunkt Edelmetalle ändere ich nichts, zumal die Fed immer mehr in die Enge ge- trieben wird. Es ist wie ein Warten darauf, dass sich die großen Institutionellen auf die neue Entwicklung mit höheren Inflationsraten einstellen müssen! Der „Rest“ ist bei den Edelmetallen sowie hier vor allem bei den Gold- und Silberaktien aufgrund deren Vola- tilität reine Nervensache.
@Caldera
Ich gehe davon aus, dass du dies nicht ganz ernst meinst, oder?
Wer jetzt nicht kauft, dem ist nicht zu helfen…sorry.
Wir stecken mitten im Paradigmenwechsel…Inflation wird hoch bleiben. Die FED wird ihre Hosen runterlassen müssen….
Nur meine Meinung ![]()
Der heutige Börsenbrief…Auszüge davon:
Märkte reagieren nervös auf Schieflage bei Evergrande! Der FOMC auch?
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir befinden uns in einer spannenden Woche. Zunächst findet heute und morgen das Meeting des US-Offenmarktausschusses (FOMC) statt – und am Ende der Woche die Bundestagswahl (auf die ich in der nächsten Ausgabe zurückkommen werde). Die September-Meetings des FOMC führen oftmals zu geldpolitischen Weichenstellungen.
Wie bereits in der Vorwoche dargestellt, steht ein mögliches Tapering von QE4 im Fokus. Entscheidend ist hier wiederum, ob sich die FOMC-Mitglieder hinsichtlich eines Zeitpunkts für den Start des Taperings einig werden.
Es geht nicht darum, ob das Tapering beispielsweise bereits ab Oktober umgesetzt wird, sondern wann damit zu rechnen ist – möglicherweise auch erst ab Anfang des kommenden Jahres. Gibt es keinen Konsens, würde die Unentschlossenheit fortgesetzt, woraus eine Art Dauerdiskussion resultieren könnte. Für die Wall Street wäre dies ebenfalls eine belastende Komponente.
Mögliches Tapering von QE4 steht beim dieswöchigen FOMC-Meeting im Fokus
Man kann dies zwar von verschiedenen Blickpunkten betrachten, so oder so wird es darauf hinauslaufen, dass ein noch mehr an geldpolitischen Impulsen nicht zu erwarten ist, sondern eine Reduzierung der Maßnahmen immer deutlicher in den Vordergrund rückt. Hier wiederum ist der Spielraum für die US-Notenbank (Fed) eng begrenzt.
Die Devisenmärkte gehen von mehr Klarheit in Richtung eines Tapering aus, der Dollar-Index nimmt erneut die 94er-Marke ins Visier. Nur wirklich entschlossen wirkt das bislang nicht. Aus rein markttechnischer Sicht könnte der Dollar-Index seine Rally in Richtung 98 Punkte fortsetzen, sobald der charttechnische Widerstand bei 94 Punkten überwunden wird.
Für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung fehlt allerdings die Phantasie, da es bei QE4 nicht um ein Tapering in Richtung einer kompletten Einstellung des Anleihen-Kaufprogramms gehen wird. Das begrenzt die Perspektiven für einen längerfristigen Anstieg des Dollars.
Die Wall Street ahnt zumindest, dass etwas in dieser Richtung passieren könnte. Ersichtlich ist dies am beispielsweise an der Entwicklung des S&P500. Diesmal ist es kein „Dip“ auf die 50-Tage-Linie und ein sprungbrettartiger Abpraller nach oben. Diese seit dem Frühjahr beobachtete Dynamik wurde in der Vorwoche schwerfälliger. Es ist aber zugleich ein Hinweis darauf, dass die Anleger an der Wall Street einen FOMC- Beschluss zum Tapering zumindest nicht vollständig ausschließen.
Chinas zweitgrößter Immo-Entwickler in Schieflage
Am gestrigen Montag kam dann ein weiterer Aspekt hinzu, nämlich die drohende Pleite des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande. Die Aktie steht unter massiven Verkaufsdruck, befindet sich nach der Versiebenfachung im Jahr 2017 in einem übergeordneten langfristigen Abwärtstrend und hat sich seitdem auf Euro-Basis mehr als gezehntelt.
Allein vom im Januar erreichten Höchstkurs von 2,12 € fiel die Aktie bis gestern auf rund 0,30 € (Tradegate). Unter Druck stehen ebenso die Hochzinsanleihen von Evergrande. So fiel der mit 8,75% rentierende Junkbond in der Vorwoche auf unter 30%. Hier wird die Pleite des zweitgrößten chinesischen Immobilienkonzerns bereits eingepreist.
Da auch am vergangenen Wochenende kein Rettungskonzept von Peking vorgelegt wurde, verstärkte sich der Verkaufsdruck am gestrigen Montag und zog insbesondere die Börse Hongkong in Mitleidenschaft. Plötzlich geistert die Variante einer chinesischen Finanzkrise durch die Märkte.
Von möglichen Liquiditätsproblemen bei Evergrande wird seit einem Jahr immer wieder mal gesprochen, diese haben sich nunmehr konkretisiert. Der Konzern hat Schulden von rund 300 Mrd. US$, wovon 200 Mrd. US$ auf Vorausleistungen von Investoren basieren.
Weitere 100 Mrd. US$ bestehen aus Bankkrediten, Anleihen und kurzfristig laufende Commercial Paper (Geldmarktpapiere). Evergrande ist in China der größte Emittent von dollarbasierten Hochzinsanleihen. Kritisch ist die Bedienung der Commercial Paper, da diese alle ein bis drei Monate erneuert werden müssen.
Verschärft wurde jüngst die Situation, als bekannt wurde, dass Evergrande seine Zinszahlungen an inländische Banken aussetzen wird. Unter Betrachtung der Gesamtsituation ist die Abwicklung des Konzerns so gut wie sicher (dazu am Rande: die Aktien sind kein Schnäppchen oder ein antizyklischer Kauf).
Wie dies von Peking gehandhabt wird, ist derzeit noch offen. Es ist aber davon auszugehen, dass in diesem Fall die Vermögensgegenstände von Evergrande in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden, die Verbindlichkeiten in eine Art Bad Bank-Variante. Aktionäre und Anleiheninhaber der bestehenden Gesellschaft würden dann leer ausgehen.
Was hat Peking mit Evergrande vor?
Würde Peking auf eine Rettung verzichten, also eine ähnliche Fehlentscheidung treffen wie seinerzeit die zuständige US-Kommission bei Lehman, würden von der Evergrande-Pleite zuallererst die inländischen Banken erfasst. Da das Ausfallrisiko systemisch ist, würde dies eine Kettenreaktion nach sich ziehen, die dann ebenfalls Auswirkungen auf das globale Finanzsystem haben könnte. Dass Peking es darauf anlegen wird, ist unwahrscheinlich, so dass eine geordnete Abwicklung von Evergrande in den Vordergrund rückt.
Nur würde ich mich nicht allein auf diesen Aspekt verlassen. Ich hätte seinerzeit nicht für möglich gehalten, dass man Lehman wird fallen lassen. Der damalige Fed-Chef Ben Bernanke war Mitglied einer überforderten Kommission, die letztlich die Lehman- Pleite zuließ, zumal keine andere Bank an einer Übernahme interessiert war. Ein Bad Bank-Konzept hätte durchgesetzt werden müssen (was sich ausgezahlt hätte).
Evergrande wird auch das FOMC-Meeting beeinflussen
Die Gründe für die Schieflage von Evergrande sind vielfältig und bestehen unter anderem aus Fehlern des Managements sowie Eingriffe vonseiten Pekings zur Abkühlung des Immobilienmarkts. Die restriktive Geldpolitik der chinesischen Zentralbank (PBoC) spielt aber ebenfalls eine Rolle.
Zudem hat Peking selbst den Immobilienmarkt mit der Verschärfung von Kreditlinien für Immobilienentwickler unter Druck gesetzt. So musste Evergrande Objekte unter Wert verkaufen, um die Kreditlasten zu senken. Damit wurde die Abwärtsspirale forciert. Solche Maßnahmen resultieren nicht aus Beliebigkeit. Es stellt sich daher die Frage, welchen Plan Peking verfolgt. Offensichtlich ist hier die vermutete Schwächung der großen Immobilienentwickler, um auch in diesem Sektor mehr Macht und Kontrolle zu erhalten. Wie weit Peking mit einer möglichen Pleite geht und mit den Varianten einer Abwicklung pokert, bleibt momentan offen.
Zurück zum FOMC-Meeting. Den Mitgliedern wird die Entwicklung um Evergrande nicht entgangen sein. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der FOMC das Tapering aufschieben wird. Die Turbulenzen des Immobilienkonzerns mit seinen Auswirkungen auf die Aktienmärkte kommt somit just in time und es wäre kein Novum, wenn der FOMC auf Entwicklungen im Ausland Rücksicht nimmt. Ob dies dann entsprechend kommuniziert wird, ist hingegen ein anderes Thema. Ebenso wie die Wall Street darauf reagiert.
S&P500: Das Marktmuster ändert sich
Nachdem beim S&P500 das „Sprungbrett“ 50-Tage-Linie am gestrigen Montag nicht erneut funktioniert hat, erhöht sich aus markttechnischer Sicht die Wahrscheinlichkeit einer spürbaren Korrektur. Wie groß ist das Korrekturpotenzial? Die Mindest-Korrektur veranschlage ich mit einem Rückgang in den Bereich um 4.050 Punkte. Im weiteren Verlauf wäre nach markttechnischen Gegenbewegungen auch eine mittelfristige Korrektur bis in den Bereich der Hauptunterstützungen bei 3.700 bis 3.800 Punkte keine Sensation.
Gold geriet am gestrigen Montag nicht in den Sog der Abverkäufe.
Die Rückgänge bei Silber und dem HUI blieben überschaubar. Mit Blick auf den Goldaktiensektor präsentieren sich einige interessante Gegenbewegungen von relevanten Titeln, z.B. bei Seabridge Gold (siehe gestrige Kaufempfehlung von Gerhard Massenbauer) oder vonseiten Kirkland Lake Gold, die seit Juni wie ein Brett im Markt liegt (sehr positiv, sie Chart auf der nachfolgenden Seite). Seabridge stabilisiert sich bereits seit einem Jahr auf hohem Kursniveau, sämtliche Korrekturbewegungen im Goldaktiensektor haben die Aktie nur marginal betroffen.
Erfahrungsgemäß steigen gerade solche Aktien, die sich im Zuge einer Korrektur gegenläufig oder stabil entwickeln in der nachfolgenden Aufwärtsbewegung am stärksten.
Kirkland hat meine frühere erfolgreiche Empfehlung Detour Gold Ende 2019 übernommen, ein aus meiner Sicht kluger Schachzug. Nur die bestehenden Aktionäre von Kirkland fanden das überhaupt nicht überzeugend und setzten die Aktie unter einen anhaltenden Verkaufsdruck. Das war nicht nachvollziehbar, inzwischen hat sich dies aber umgekehrt und für Anleger rücken die Vorteile der Detour-Übernahme in den Vordergrund.
Der von mir regelmäßig auf Seite 4 in der VI-Monatsausgabe dargestellte Gold Miners Bullish Percent Index befindet sich nunmehr mit 23,33% klar in der Kaufzone (siehe oben im Chart).
Goldaktien befinden sich weiterhin auf Kaufniveau. Ich rate Ihnen deshalb zu selektiven Nachkäufen.
Alles anzeigenAuszüge aus dem Börsenbrief von Heute:
Spannender ist da das Meeting des US-Offenmarktausschusses (FOMC) am 21./22. September). Hier könnte sich die Mehrheit der FOMC-Mitglieder für ein Tapering des QE4 (Senkung um voraussichtlich 15 Mrd. US$ monatlich) aussprechen. Ein solches Tapering wäre zunächst äußerst moderat.
Wie ich Ihnen in der Oktober-Ausgabe des Value Investor aber dargestellt habe, könnte die Wall Street dies als Auftakt mehrerer Taperingschritte interpretieren. Entwickelt sich eine entsprechende Erwartungshaltung, wäre dies belastend für den New Yorker Aktienmarkt.
Ich hoffe, dass diese Bereinigung in der kommenden Woche endlich stattfindet....
Ich warte noch mit den Silberaktien... vielleicht ein Fehler ![]()
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US-Einzelhandelsdaten besser als erwartet. Weil die Verbraucher bei steigenden Preisen das einzig Vernünftige tun und halt einkaufen.
Dies wird "von den Märkten" als Besserung der Wirtschaft interpretiert, der Wahnsinn kennt dieser Tage eben keine Grenzen.
Hier ist die Tabelle von Finanzmarktwelt:
[Blockierte Grafik: https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2021/09/US-Einzel.png]
Baumaterialien, Lebensmittel, Möbel, sonstiger Einzelhandel, da wird kräftig eingekauft (so wie wir es Zuhause bei einigen Sachen auch gemacht haben).
Bei Elektronik, Klamotten und Autos stehen die Leute allerdings auf der Bremse. Wie es halt in einer boomenden Wirtschaft ist: da füllt man den Kühlschrank und rüstet das Zuhause auf, statt sich was zu gönnen.
Oder war es doch umgekehrt?
Bei den elektronischen Geräten und den Autos fehlen schlichtweg die Chip‘s.
Auch in unserer Firma, im Maschinenbau tätig, fehlen diesbezüglich elektronische Teile. Der Bestellungseingang der Maschinen ist weiterhin sehr hoch. Aber wir können nicht liefern.
Bei einem Maschinentyp haben wir einen Produktionsstopp….
Auch Silber nähert sich in grossen Schritten der Todeszone. Ein kurzzeitiges Absacken auf die 22USD könnten gerade noch gehen. Darunter erfolgt dann unweigelich der Absturz auf die 19.
https://de.tradingview.com/x/sMvAgWIh/
Ein Bullenmarkt sieht irgendwie anders aus.
Was ideal wäre, laut meinem Börsenbrief…