Beiträge von shadow

    Auszüge aus dem Börsenbrief von Heute:



    Notenbanken zögern Tapering hinaus!


    Liebe Leserin, lieber Leser,


    das jährliche Notenbanker-Treffen in Jackson Hole (Wyoming) fand nach 2020 auch in diesem Jahr pandemiebedingt virtuell statt. Zuvor hatten insbesondere US- Finanzmedien eine Ankündigung von Fed-Chef Jerome Powell in Richtung eines Tapering des QE4-Anleihen-Kaufprogramms erwartet. Dies war jedoch unwahrscheinlich.


    Nach alldem, wie Powell seit dem Frühjahr um die Inflationsentwicklung herum schwurbelt, war eher mit einem neutralen Statement zu rechnen. Powell gab zwar zu, dass die Inflation Sorgen bereite (vor drei Monaten klang das noch anders, weil der Inflationsanstieg angeblich nur ein vorübergehendes Phänomen sei), deutete aber mögliche geldpolitische Reaktionen lediglich an.
    Nächstes FOMC-Meeting könnte mehr Klarheit bringen


    Zudem rechnete die Anlegermehrheit an der Wall Street nicht mit der Vorankündigung von restriktiven Maßnahmen, das Meeting der Notenbanker hatte somit vor Jackson Hole keinen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der führenden US- Aktienindizes. Diese setzten im Beobachtungszeitraum ihre Aufwärtstrends fort. Sowohl S&P500 als auch Nasdaq100 notieren nach wie vor oberhalb ihrer 50-Tage- Linien.


    Spannender ist da das Meeting des US-Offenmarktausschusses (FOMC) am 21./22. September). Hier könnte sich die Mehrheit der FOMC-Mitglieder für ein Tapering des QE4 (Senkung um voraussichtlich 15 Mrd. US$ monatlich) aussprechen. Ein solches Tapering wäre zunächst äußerst moderat.


    Wie ich Ihnen in der Oktober-Ausgabe des Value Investor aber dargestellt habe, könnte die Wall Street dies als Auftakt mehrerer Taperingschritte interpretieren. Entwickelt sich eine entsprechende Erwartungshaltung, wäre dies belastend für den New Yorker Aktienmarkt.


    Im Hintergrund wabern die Ungleichgewichte im globalen Finanzsystem


    Ich schaue aber nicht nur auf diesen Aspekt, da die Variante „Korrektur aus dem Nichts“ ebenfalls möglich ist. Hauptgrund sind die von mir in der VI-Oktober-Ausgabe dargestellten Ungleichgewichte im globalen Finanzsystem. Während die Fed die US- Arbeitslosenquote wieder auf das Niveau vor der Corona-Pandemie drücken will (Powells perfektes Szenario), ist die Geldpolitik in China restriktiv. Daraus resultiert ein latent größeres Risiko für Rückschläge, als dies derzeit den Finanzmärkten bewusst ist.


    EZB-Rat: Mal im Dezember weiterschauen ...


    Ein mögliches Tapering stand auf der Tagesordnung des EZB-Rats am vergangenen Donnerstag – allerdings ohne dieses für Notenbanker unschöne Wort konkret zu nennen. Das sogenannte PEPP-Programm (Anleihen-Notkäufe) soll bis Ende des Jahres etwas reduziert werden. Im Dezember steht die Entscheidung an, wie man mit PEPP fortzufahren gedenkt. Das Programm ist bis März nächsten Jahres befristet.


    Es wird so oder so darauf hinauslaufen, dass Nicht-Entscheidungen und alles schön vor sich her schieben im Vordergrund stehen wird. Der EZB-Rat wird nichts beschließen, was die Finanzmärkte strapazieren oder sonst wie herausfordern würde.
    Das wird sich alles auch ohne Zutun der EZB (und der Fed) entwickeln, nämlich höhere Inflationsraten, die von den Notenbanken nicht aktiv bekämpft werden (können) sowie ein damit einhergehender langsamer Zinsanstieg an den Anleihenmärkten.



    Der Rest der Ausgabe handelt mehrheitlich um die anstehenden Wahlen in DE…. stell ich jetzt nicht hier rein.








    Ausgabe vom Value Investor vom Dienstag:



    Goldaktien auf Kaufniveau!


    Liebe Leserin, lieber Leser,
    bis zum nächsten Meeting des US-Offenmarktausschusses (FOMC) dauert es noch knapp einen Monat (21./22. September), während an der Wall Street die Diskussion hinsichtlich möglicher Tapering-Maßnahmen an Fahrt aufnimmt. Es geht aber konkret nicht um das Tapering (Reduzierung der Fed-Bilanz), sondern um eine mögliche Reduzierung der monatlichen Anleihenkäufe.


    Das FOMC kann sich darin versuchen, würde dabei aber schnell an seine Grenzen geraten. Sollte ein entsprechender Beschluss gefasst werden, würde das Zurückfahren von QE4 mit Blick auf die Wall Street marktschonend und somit in Minimalschritten erfolgen. Entscheidend werden die US-Inflationszahlen für den August sein. Stabilisieren sich diese auf hohem Niveau, wird der Handlungsdruck auf den FOMC zunehmen.


    Fed kann die Märkte mit Liquidität fluten, hat aber keine Kontrolle darüber wo das Geld ankommt


    Eine in diesem Zusammenhang einsetzende Korrektur an der Wall Street wird Fed- Chef Jerome Powell in Kauf nehmen müssen. Entscheidend ist hier wiederum das Ausmaß der Korrektur.


    Ich hatte Sie bereits darauf aufmerksam gemacht, im US-Finanzsystem zeigen sich immer stärker Liquiditätsprobleme ab. Flankiert wird eine solche Entwicklung von einem steigenden US-Dollar und einer steigenden Gold-Silver-Ratio (GSR). Die entsprechenden Aufwärtstrends haben sich inzwischen durchgesetzt.


    Wie kann es aber bei der anhaltenden Liquiditätsflutung vonseiten der Fed sein, dass sich im US-Finanzsystem eine Liquiditätskontraktion entwickelt? Die Fed agiert mit QE4 nicht einmal nach dem Gießkannenprinzip, sondern flutet in erster Linie über Anleihenkäufe. Sie hat keinerlei Kontrolle darüber, in welche Bereiche die Liquidität ankommt. Daraus können sich dann Ungleichgewichte entwickeln.


    Aufwärtsbewegung an der Wall Street ist mehr als nur ausgereizt


    Deutlich wurde dies ab Ende Mai, als die Fed sogar Liquidität aus dem Geldmarkt – hier am sogenannten Repomarkt – abgezogen hatte. Diese Maßnahme erfolgte nur deshalb, damit die kurzfristigen Zinsen nicht in den Minusbereich sinken.
    Markttechnische Aspekte, wie die seit Anfang Juni fallende Advance-Decline-Line (A(D-Linie = Verhältnis steigenden zu sinkenden Aktien) verdeutlichen, dass die Aufwärtsbewegung an der Wall Street inzwischen nicht nur ausgereizt, sondern ebenso überstrapaziert ist.


    Es reicht dann ein überschaubarer Auslöser, um eine Korrekturphase einzuleiten.



    HUI fällt auf neues Korrekturtief


    Der Gold-Bugs-Index (HUI) erreichte in der Vorwoche ein neues Korrekturtief knapp unterhalb von 240 Punkten, während sich Gold oberhalb von 1.780 US$ stabilisierte. Die Phase der Ergebnispräsentationen für das zweite Quartal ist noch in Gange, steht aber als Argument für die anhaltende Korrektur nicht im Vordergrund.


    Der Edelmetallaktiensektor ist aus dem Fokus der Anleger gerückt, da sich die große Mehrheit auf die verschiedenen Technologie-Sektoren fokussiert und somit wenig Interesse an Edelmetallaktien zeigt.


    Bei den US-Edelmetallanalysten (die nicht konstant bullish für Edelmetalle sind) steht aktuell ein Abwägen möglicher Korrekturpotenziale im Vordergrund. Auffällig ist hier vor allem die Ausrichtung auf extreme Tiefpunkte, die erfahrungsgemäß in dieser Form nicht eintreten werden. Kurzum handelt es sich dabei eher um eine zunehmende Unsicherheit.


    Dienste, die keinen Schwerpunkt bei den Edelmetallen haben, zeigen momentan wenig Interesse oder behandeln den Sektor eher am Rande. Trotz teilweise erheblicher Korrekturen bei einzelnen Goldaktien werden Kaufchancen nicht erkannt.


    Strategie muss auf die längerfristige Entwicklung ausgerichtet sein


    Für mich insgesamt eine aus konträrer Sicht positive Mischung, die neben markttechnischen Indikatoren (die mich für allererste Relevanz haben), erneut Kaufgelegenheiten bei den Edelmetallaktien bieten. Der Gold Miners Bullish Percent- Index notiert mit 30% exakt an der Kaufzone (siehe Chart).


    Ich hatte Sie im Zuge der Kaufhinweise Ende Februar Anfang März darauf hingewiesen, dass nach der Rally mit einem weiteren Marktrücksetzer zu rechnen sei. Der ist dann auch eingetreten. Jetzt befindet sich der HUI erneut auf Kaufniveau. Hier wiederum stehen selektive (Nach-)Käufe im Vordergrund.


    Den Fokus richte ich auf die längerfristige Entwicklung am Goldmarkt, da dieser der Treiber für die Edelmetallaktien ist. Es hat hohe Relevanz, diese Perspektive im Auge zu behalten. Denn sich jetzt mit allen möglichen Eventualitäten an der Wall Street innerhalb der nächsten Monate und deren mögliche Auswirkungen auf die Edelmetallsektoren zu befassen, führt nicht weiter, sondern allenfalls in eine Entscheidungs- und Handlungsblockade. Deshalb bleibt für mich die längerfristige Perspektive entscheidend.


    Auch in Relation zu dieser Perspektive am Goldmarkt sind insbesondere etliche Goldaktien unterbewertet und somit ein klarer Kauf. Dies gilt ebenso für den HUI.








    Auszüge der heutigen Ausgabe vom "Value Investor":


    US-Inflationsrate stabilisiert sich auf hohem Niveau
    Themenwechsel: Im Juli hat sich die US-Inflationsrate auf dem Juni-Hoch bei 5,4% stabilisiert. Maßgebliche Treiber der Teuerung waren erneut die Energiekosten (23,8% vs 24,5%) sowie die Preise für Gebrauchtwagen und -Lkws (41,7% vs 45,2%). Hier zeichnen sich aber inzwischen Ansätze einer Entspannung ab, die aber erst im Verlauf der nächsten sechs Monate deutlicher in den Vordergrund rücken dürften.
    Zugelegt haben die Lebensmittelpreise von 2,4% auf 3,4%. Im Vergleich zu den vorgenannten Zahlen erscheint dies auf den ersten Blick harmlos, hat aber längerfristig eine weitaus größere Bedeutung für die Konsumenten, da dieser Anstieg nicht nur pandemie-bedingt ist.
    Gerade diejenigen Sektoren, in denen die Preisanstiege zunächst eher unauffällig erscheinen, werden zu einer Stabilisierung der Inflationsrate auf höherem Niveau beitragen. Die US-Kern-Inflationsrate (ohne Energie und Lebensmittel) ist im Juli leicht auf 4,3% gesunken (Juni: 4,5%), bewegt sich aber nach wie vor auf dem Niveau der frühen 1990er-Jahre.


    Regional-Fed Atlanta: Wie man den Druck aus der US-Inflation nehmen könnte


    Was die „vorübergehenden“ Preisanstiege betrifft, scheint man sich inzwischen bei der US-Notenbank (Fed) nicht mehr so sicher zu sein. Somit werden Strategien überlegt, wie man den inflationären Druck auf die Geldpolitik entschärfen kann. Seit 2012 ist die Kern-Inflationsrate für die Fed und den US-Offenmarktausschuss (FOMC) maßgeb- lich. Diese basiert auf dem Kern-PCE-Preisindex (PCE = personal consumption expenditures = persönliche Konsumausgaben).
    Raphael Bostic, Chef der Regional-Fed Atlanta, stieß jüngst eine Diskussion an, der zufolge die Kern-Inflationsrate auf einem 5-Jahres-Durchschnitt als Orientierungs- größe herangezogen werden sollte. Damit würden zyklische Schwankungen geglättet, die Entwicklung der Kern-Inflationsrate könne auf dieser Basis realistischer eingeschätzt werden. Aktuell würde sich die Kern-Inflation auf 5-Jahres-Basis unterhalb von 2% befinden – und somit dem US-Offenmarktausschuss (FOMC) wenig Stress machen.


    Realitätsverdrängung aufseiten der Fed wäre positiv für die Edelmetalle


    Was Bostic vorschlägt, soll die Inflationsentwicklung „optimieren“, ist tatsächlich aber Realitätsverdrängung. Ich habe Ihnen schon vor Jahren dargestellt, dass wir an den Punkt kommen werden, an dem die Notenbanken der Inflationsentwicklung hinterherlaufen werden. Ein 5-Jahres-Durchschnitt der Kern-Inflationsrate als geldpolitische Orientierungsgröße würde dieses Szenario unterstützen. Die hauptsächlich auf Kurzfristigkeit ausgerichteten Finanzmärkte würden sich davon kaum beeindrucken lassen.
    Einerseits sind solche Entwicklungen erschreckend, man kann diese Realitätsver- drängung aber auch von einer positiven Seite betrachten, da diese die Edelmetallinvestments mit Blick auf die kommenden Jahre nachhaltig fördern würde. Wird der Vorschlag von Bostic umgesetzt, würde der FOMC, wie früher in den Ostblock-Staaten mit den illusorischen 5-Jahres-Plänen üblich, auf einen 5-Jahres- Durchschnitt blicken (und daran die Geldpolitik koppeln).
    Die US-Finanzmärkte hingegen hätten aufgrund ihrer kurzfristigen Ausrichtung die Inflationsentwicklung auf Monatsbasis im Fokus. Bereits jetzt ist ersichtlich, dass eine zunehmende Zahl an Marktteilnehmern die Ausrichtung der US-Notenbankpolitik (vorerst keine Änderungen) hinterfragt und sehr wohl von einer baldigen Reduzierung des QE4-Volumens ausgeht. Ein Auslöser für eine entsprechende Entwicklung könnte der in den nächsten Wochen absehbare Anstieg der langfristigen Zinsen sein (10- jährige T-Notes, 30-jährige T-Bonds).




    Hier der zweite Teil:

    Fed zieht Liquidität aus dem System, um Minuszinsen zu verhindern

    Das bedeutet gleich zweierlei: Erstens zieht die Fed Liquidität aus dem System, damit die kurzfristigen Zin- sen nicht in den Minusbereich fallen. Würde sie die Ent- wicklung laufen lassen und Minuszinsen im kurzfristigen Bereich akzeptieren, würde sie sogleich einer neuen Entwicklung tür und tor öffnen. Es gibt in diesem Zu- sammenhang mehrere mögliche Szenarien. Minuszinsen sind für uns mit Blick auf Bundesanleihen längst Gewohnheit geworden. Doch haben die USA mit dem Dollar die Weltleitwährung. Wechselt diese in den Be- reich Minuszinsen – womöglich bis in den Bereich der langlaufenden US-Staatsanleihen, droht ein Kollaps des globalen Finanzsystems. Einfach aus dem Grund, da ein Stabilisierungseffekt auch über marginale Zinszahlung entfallen würde. Diese Gefahr scheint der Fed bewusst zu sein, also lenkt sie gegen und zieht aus dem Repo- Markt Liquidität ab.


    Zweitens hat diese Aktion durchaus Auswirkungen auf die Wall Street, da die Fed-Bilanz seit Ende Mai um durchschnittlich 800 Mrd. US-Dollar gesunken ist. Dies wird offiziell nicht so dargestellt (man will hier offen- sichtlich nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen und be- lässt die abgezogene Liquidität als interne Reserve), nur bedeutet dies, dass diese überschüssige Liquidität der Wall Street nicht zur Verfügung steht. Noch in diesem Sommer wird dies Konsequenzen nach sich ziehen, da die gesamte Aufwärtsbewegung seit April 2020 auf der Liquiditätsversorgung vonseiten der Fed basiert.


    Der Handlungsspielraum für die Fed immer wird enger


    Jetzt spiele ich das mal gegeneinander aus. Einerseits dürfen die US-Zinsen nicht spürbar steigen, da in diesem Fall eine Schuldenkrise droht. Andererseits dürfen die US-Zinsen nicht in den Minusbereich sinken, da sich in diesem Fall Verwerfungen im globalen Finanzsystem abzeichnen würden. Letzteres wäre sogar das schlimmere Szenario. Dementsprechend operiert die Fed zwischen den Stühlen und zugleich mit einem immer enger wer- denden Handlungsspielraum. Der großen Anlegermehrheit ist dies aber nicht bewusst. Sie vertraut auf die ein- gespielten Abläufe: Die Fed druckt (virtuelles) Geld, also steigen die Aktienkurse an der Wall Street munter weiter. Was kann da schon schiefgehen?


    Man vertraut ebenso auf die Einschätzung der Fed, dass der Inflationsanstieg nur ein vorübergehendes Phänomen sei. Ich hatte dies in der Juli-Ausgabe bereits erör- tert: Die maßgeblichen Preisdynamiken in einigen Roh- stoffsektoren basieren nicht auf Inflationsinvestments, sondern haben fundamentale Ursachen.


    Bemerkenswert ist auch, dass die Edelmetalle angesichts des Inflationshypes in den Medien eine übersichtliche Marktentwicklung präsentieren. Wäre Inflation bei den Big Playern, den großen Institutionellen an der Wall Street, thematisch angekommen, würden Gold und Sil- ber längst deutlich höher notieren.

    Inflationserwartungen: US-Anleihenmärkte stehen im Fokus


    Dies betrifft ebenfalls die Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen. Die Fed hat diese genau im Blick, da ein spürbarer Anstieg Stress im Finanzsystem auslösen würde.


    Dies bedeutet aber nicht, dass sich die Märkte exakt so entwickeln, wie die Fed sich das vorstellt. Wird den Big Playern bewusst, dass der Inflationsanstieg eben nicht nur ein vorübergehendes Phänomen darstellt, werden diese ihre Investmentstrategien anpassen.


    Das geschieht nicht innerhalb weniger Handelstage, da die Ansteckungseffekte innerhalb der Institutionellen eine Zeit lang dauern. Die Marktentwicklungen im Verlauf des zweiten Halbjahres werden darüber aber Aufschluss geben.

    Das relevante Barometer sind die US-Anleihenmärkte. Steigt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf ein neues 12-Monats-Hoch, wäre dies ein erstes Signal hinsichtlich echter Einpreisung von Inflation. Die entscheidende Marke bildet das Hoch von Mitte März (2,45%). Bestätigt würde der trendwechsel mit einem Anstieg der 30-jährigen Rendite über ihre 100- bzw. 120-Monats-Linie.


    Wie Sie im Chart auf Seite 3 erkennen, ist die Rendite nach der großen Zinswende Anfang der 1980er Jahre im Rahmen eines intakten Abwärtstrends immer wie- der an diesen beiden Linien nach unten abgeprallt. Der Rückgang der 30-jährigen Rendite im Zuge des Corona- Crashs auf 0,84% kann durchaus den Abschluss dieser Entwicklung gebildet haben.


    US-Zinsanstieg wäre das Inflationssignal für die Edelmetalle


    Ich kann nicht prognostizieren, ob und wann die Ren- dite der 30-jährigen US-Staatsanleihen über ihre 100- und 120-Monats-Linien steigen wird (aktuell verlaufen diese bei 2,67% und 2,83%). Aber sollte dieses Szenario eintreten, hätte dies gravierende Auswirkungen auf die Finanzmärkte inklusive die Wall Street.
    Vor allem würde damit eines einhergehen: Das wäre für uns das US-Inflationssignal – vor allem für den Edelme- tallbereich. Das mag jetzt etwas paradox klingen, aber ein Zinsanstieg am langen Ende wäre in diesem Fall nicht negativ für Gold, da die Inflationsdynamik über- wiegen würde. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass die US-Realrendite bei den langlaufenden Staatsanleihen im Minusbereich verbleibt.


    Für die Fed würde das jede Menge Stress bedeuten. Aber den hat sie bereits, nachdem der Dollar-Index im ersten Halbjahr oberhalb von 89 Punkten einen Boden ausgebildet und sich jüngst wieder von der Gefahr eines neuen 12-Monatstiefs entfernt hat.



    Mein Fazit: An der grundlegenden Investmentaus- richtung mit dem Schwerpunkt Edelmetalle ändere ich nichts, zumal die Fed immer mehr in die Enge ge- trieben wird. Es ist wie ein Warten darauf, dass sich die großen Institutionellen auf die neue Entwicklung mit höheren Inflationsraten einstellen müssen! Der „Rest“ ist bei den Edelmetallen sowie hier vor allem bei den Gold- und Silberaktien aufgrund deren Vola- tilität reine Nervensache.


    Die Markttrends im Überblick!


    Aktienmärkte



    Wall Street: Start der Korrektur noch in diesem Sommer!

    In der vorangegangenen Marktanalyse habe ich diesen Punkt bereits erwähnt: den Liquiditätsabzug aus dem US-Repo-Markt vonseiten der Fed. Dies wird (zeitverzögert) nicht ohne Auswirkungen auf die Wall Street bleiben, bei der ohnehin eine spürbare Korrektur in- zwischen überfällig ist.


    Kritisch eingestellte Marktexperten rechnen damit in diesem Herbst, eine Korrektur kann aber jederzeit starten. Ich bin darauf vorbereitet, dass der New yorker Aktienmarkt noch im Sommerverlauf in eine heraus- fordernde Phase wechseln wird.


    Fazit Aktienmärkte:

    Da die langfristige trendfolge unverändert positiv ist, steht zunächst eine Korrektur im Vorder- grund und (vorerst) nicht das Thema trendwende in Richtung Baisse. Ein Baissemarkt würde zuvor mit einer sich über Monate erstreckenden topbildungsphase einhergehen. Bestes Beispiel ist die Marktphase Oktober 2007 bis Januar 2008. Also 1. Rekordhoch, 2. Korrektur, 3. eine Gegenbewegung, bei der kein neues Allzeithoch erreicht wird, und 4. ein Rückgang unter das vorangegangene Korrekturtief. Dann wäre das Baisse-Szenario komplett. Momentan befindet sich die Wall Street bei Punkt 1.

    Edelmetalle
    Gold und HUI: Nochmaliger Rücksetzer!


    Nicht die Inflationsentwicklung in den USA, sondern die Schwäche des Dollar war der wesentliche treiber der Aufwärtsbewegung bei den Edelmetallen seit Anfang März. Wie bereits in der Juli-Ausgabe dargestellt, befand sich der Dollar zu diesem Zeitpunkt in einer Bodenbil- dungsphase. Diese endete Mitte Juni mit dem Anstieg über die 50- und nachfolgend über die 200-tage-Linie. Da sich die Bodenbildung über einen Zeitraum von knapp einem halben Jahr erstreckt hat, muss aus charttechnischer Sicht von einem größeren Aufwärtsschub ausgegangen werden.

    Die Zinsdebatte in den USA befeuert die Rally, im Vordergrund steht aber nicht die Entwicklung in 2023.
    Sollten die Marktteilnehmer erkennen, dass der Inflati- onsanstieg nicht nur ein vorübergehendes Phänomen ist, wird sich dies auch auf den Dollar auswirken. Denn in diesem Fall wird hinsichtlich einer Leitzinserhöhung nicht die Rede von 2023 sein, sondern vom nächsten Jahr.


    Das klingt für die Edelmetalle auf den ersten Blick alles andere als positiv. Doch wenn bei den großen institutionellen Anlegern das Thema Inflation in den Vordergrund rückt, werden sie sich entsprechend positionieren. Das sollte sich für die Edelmetalle bullish auswirken. Neue 12-Monats-Hochs bei den Renditen der 30-jährigen US- Staatsanleihen wären sogar ein Kaufsignal für Gold auf mittelfristiger Basis, da in diesem Fall die großen Institu- tionellen die Inflation einzupreisen beginnen.



    Fazit Edelmetalle:

    Die aktuelle Entwicklung betrachte ich mit Gelassenheit, da die Rally bei den Edelmetallen seit Anfang März wohl zu simpel gestrickt war (siehe Edi- torial auf Seite 1). Unsichere Anleger werden nun- mehr im Zuge der aktuellen Korrektur aus dem Markt gedrängt. Es ist deshalb möglich, dass Gold seine März-tiefs im Bereich um 1.670 US-Dollar nochmals testet, der HUI parallel sein tief im Bereich um 250 Punkte. Entscheidend ist hier ebenso, dass vonseiten der Anleger mehr Unsicherheit in den Sektor gelangt. Dann wäre die markttechnische Bereinigung erfolgt und die Edelmetalle bereit zum nächsten nachhalti- gen Aufwärtsschub

    Allen viel Erfolg [smilie_blume]

    Hier die neuste Ausgabe meines Börsenbriefes von Gestern...


    Vorne weg, ich sitze auf 50% Cash...man weiss ja nie.
    Wenn der Aktienmarkt fällt, reisst es zwecks Marginanforderungen auch andere Asset`s mit...


    Ich muss die Nachricht durch Zwei teilen, da zu viele Zeichen.




    Hier erst mal der erste Teil:


    Edelmetalle: Steigende langfristige US-Renditen wären ein positives Signal!


    Die US-Inflationsentwicklung verzeichnete auch im Mai eine hohe Anstiegsdynamik mit einem Zuwachs von +5%. Die Kerninflationsrate stieg immerhin um +3,8%. Beide Zahlen liegen somit deutlich über dem Ziel der US-Notenbank (Fed) von 2%. Diese Zielmarke wurde in der Erwartung von Verzerrungen im Zuge der Corona- Krise bereits im September 2020 modifiziert und gilt seitdem nicht mehr als feste Größe, sondern als Orientierungswert. Selbst eine deutliche Überschreitung wird seitdem akzeptiert, wobei sich die Fed hinsichtlich der Größenordnung und des Zeitraums nicht festgelegt hat. Damit wollte man sich ganz bewusst einen größeren Handlungsspielraum verschaffen.


    Die Pandemie ist noch nicht durch


    Erwartungsgemäß stuft die Fed den starken Inflationsanstieg bedingt durch die Einflüsse der Covid-19-Pandemie als vorübergehendes Phänomen ein. Spätestens im Frühjahr 2022 sollte die Pandemie keine nennenswerten Einflüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung mehr zeigen. Das entspricht früheren Szenarien hinsichtlich einer durch SARS-Viren verursachten Pandemie, die unabhängig voneinander sowohl vonseiten der USA als auch in Deutschland (Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012) skizziert wurden. Die Fluggesellschaften griffen dieses Thema bereits im Frühjahr 2020 nach Ausbruch der Corona-Krise auf und erwarteten eine Normalisie- rung erst im Frühjahr 2022.


    Momentan zeichnet sich diese Entwicklung annähernd so ab, wir werden jedoch erst im Herbstverlauf sehen, ob sich die Abläufe vom Vorjahr mit erneut deutlich stei- genden Infektionszahlen wiederholen werden und ob die Impfungen halten, was sie versprechen. Klar ist: Eine Impfung schützt aufgrund der inzwischen vielen Muta- tionen nicht grundsätzlich vor einer Ansteckung. Deshalb muss das zeitliche Szenario mit einem Fragezeichen versehen werden – und damit einhergehend ebenso die Einschätzung vonseiten der Fed, dass der Inflationsanstieg nur eine vorübergehende Entwicklung ist.


    Die Aktienmärkte spielen hinsichtlich der Pandemie das konjunkturelle Optimalszenario, was zugleich eine bedeutende Schwachstelle ist, da es jede Menge Enttäu- schungspotenzial beeinhaltet. Stellt sich heraus, dass uns die Pandemie noch auf unabsehbare Zeit im Griff haben wird, werden die Aktienmärkte diese Entwicklung nicht ausblenden können.


    Lagerhaltung rückt wieder in den Vordergrund und führt zu höheren Produktionskosten


    Diese Erwartung der Fed ist allein deshalb fragwürdig, weil die Corona-Krise erheblichen Einfluss auf die Pro- duktion und die Lieferketten hat. Die globale Wirtschaft wird deshalb in einem überschaubaren Zeitraum kaum zu den Zeiten vor Covid-19 zurückkehren können. Wie sensibel der Bereich globale Lieferketten ist, zeigte zu- dem – ganz unabhängig von der Pandemie – der Vorfall am 23. März, als das Giga-Containerschiff „Ever Given“ auf Grund lief und eine Woche lang den Suezkanal blockierte. Vom sich daraufhin bildenden Stau auf bei- den Seiten des Kanals waren 422 Schiffe betroffen.


    Erste Unternehmen beginnen wieder mit Lagerhaltung, um auch kurzfristige Ausfälle innerhalb der Produktion zu vermeiden. Es geht nicht darum, dass nunmehr das Just-in-time-Konzept aufgegeben wird, aber es wird wieder auf verstärkte Bevorratung hinauslaufen. Die damit einhergehenden Ausgaben werden sich in den Produktkosten niederschlagen und somit letztlich beim Verbraucher spürbar werden. Die aktuellen Inflationsanstiege in den USA und Europa deshalb als vorübergehend einzustufen, ist nicht nur ambitioniert, sondern geht in Richtung Realitätsverdrängung.


    Der Fed geht es um Zeitgewinn


    Es geht zunächst um nichts anderes als Zeitgewinn, in dem Fed-Chef Jerome Powell die Konsequenzen seiner Geldpolitik von sich wegschiebt. Das hat schon bei seinen Vorgängern Janet yellen und Ben Bernanke her- vorragend funktioniert, da die extreme Ausweitung der Fed-Bilanz an der Inflationsfront keine nennenswerten Auswirkungen nach sich zog. Die Fed konnte ganz nach Belieben virtuelles Geld drucken und ihre Bilanz von praktisch null auf über 4 Bio. US-Dollar (mittlerweile über 7 Bio. US-Dollar) ausweiten – alles ohne Konsequenzen.
    Doch die Welt befindet sich nicht in der Zeit unmittelbar nach der Finanzkrise. Nicht nur die Geldpolitik ist extrem expansiv, sondern ebenso die US-Fiskalpolitik; hier kommt es im Zuge von Covid-19 auf die eine oder andere Billion Dollar nicht mehr an. Die Schulden des US-Bundeshaushalts wachsen mit einer hohen Dynamik, die Finanzierung übernimmt indirekt die Fed. Da sich parallel auch die Verschuldung der US-Unternehmen auf Rekordniveau befindet, können sich die USA keine „normalen“ Zinsen erlauben. Denn in diesem Fall würde das Schulden-Kartenhaus schnell in sich zusammenstürzen.


    EZB hat mit den Minuszinsen einen strategischen Fehler gemacht


    Diese Situation lässt sich ebenso auf Europa und Japan übertragen. Auf der Zinsseite gibt es keinerlei Spielraum nach oben. Zwischen der Eurozone und den USA be- steht dennoch ein beträchtlicher Unterschied: Während bereits unter dem früheren EZB-Chef Mario Draghi der Leitzins auf 0% gesenkt und die Banken mit Minuszinsen für ihre Einlagen bei der EZB bestraft wurden, hat die Fed solche Experimente stets vermieden. Minuszinsen auf Bankeinlagen schwächen die betroffenen Banken, da ihnen damit eine Einnahmenquelle entzogen wurde.


    Was die EZB bislang nie verstanden hat, löst die Fed weitaus eleganter, in dem man den dortigen Zinssatz auf solche Einlagen bei 0,1% beließ. Man kann es auch so ausdrücken: Die EZB nimmt die Schwächung des Ban- kensystems in der Eurozone seit geraumer Zeit bewusst in Kauf. Argumentiert wird damit, dass man die Banken zu höheren Kreditvergaben animieren wolle. Dann müs- sen die Banken bei der Kreditvergabe jedoch vorsichtig sein, wenn sie es nicht mit der bei der EZB stationierten Bankenaufsicht zu tun bekommen wollen. Alles in allem handelt es sich um strategischen Murks.


    Die Fed ist da einfach smarter. So gegen Ende Mai, als bekannt wurde, dass die Fed innerhalb von zwei tagen mehr als 1 Bio. US-Dollar aus dem Geldmarkt gezogen hat. Statt – wie üblich – den beteiligten Banken und In- stitutionellen US-Staatsanleihen abzukaufen, verkaufte die Fed diesmal in zwei großen tranchen eben diese Zin- spapiere am Repo-Markt an rund 60 beteiligte Institutionelle. Dies nennt sich „Reverse Repo“ (RRP). Da es sich um Übernacht-transaktionen handelte (also Geschäfte für einen tag), wiederholte sich diese Entwicklung im Verlauf des Juni. Die Liquidität, die die Fed somit kon- stant aus dem Finanzsystem zieht, beläuft sich seitdem durchschnittlich auf –800 Mrd. US-Dollar. Kurzum, es ist zu viel Liquidität im System.









    Gebe dir vollkommen recht, was den Verbrauch von Kupfer betrifft.
    Aber ein Margin Call wird nicht spurlos an Kupfer und den Kupferminen vorbeiziehen.


    Ich rede nicht von nachhaltiger Schwäche, aber einen kurzfristigen Taucher wird dann erfolgen... ähnlich März 2020.


    Wenn nicht...bin ich nicht unglücklich :thumbup:

    Ebenfalls nachgekauft...


    Nur, wenn die Wall Street ins Straucheln gerät und Margin Calls ausgelöst werden... wird auch der Kupfer- wie auch der Edelmetallmarkt nicht verschont bleiben.


    Die Investitionen auf Pump in gehebelte Instrumente ist auf Rekordhoch... das kann einfach nicht gut gehen...


    Dies ist wohl auch der Ansatz meines Börsenbriefes, der Silber nahe 20$ für möglich hält...leider...

    Die heutige Ausgabe meines Börsenbriefes....


    FOMC und die Marktreaktionen!


    Liebe Leserin, lieber Leser,

    Marktreaktionen auf Nicht-Events sind immer wieder interessant, zumal diese langfristige Perspektiven nicht nur verzerren, sondern Investoren ebenso verunsichern können. So am vergangenen Mittwoch nach dem Meeting des US-Offenmarkt- ausschusses (FOMC). Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder kann sich gegen Ende 2023 eine, vielleicht sogar zwei Leitzinserhöhungen vorstellen. Die Ansage „keine Leitzinserhöhungen vor 2023“ war nicht neu, da dies Bestandteil der sogenannten Forward Guidance der US-Notenbank (Fed) ist.


    Mögliche US-Leitzinserhöhungen gegen Ende 2023


    Die Märkte reagierten dann aber so, als würden noch in diesem Jahr ein bis zwei Leitzinsanhebungen folgen. Dies betraf alle Bereiche und Sektoren, die zuvor als „inflationssensibel“ eingestuft wurden. Bereits dieser Aspekt ist in vielen Fällen fehlerhaft, wie ich Ihnen in der aktuellen VI-Juli-Ausgabe geschildert habe. So sind die Preise für Bauholz (Lumber) nicht aufgrund höherer Inflationserwartungen explodiert (und inzwischen gecrasht), sondern aufgrund der hohen Nachfrage nach Eigenheimen. Holz ist bei Eigenheimen in den USA nach wie vor der wesentliche Baustoff. Die Niedrigzinspolitik der Fed wirkt sich auf den Hypothekenmarkt aus, wodurch die Nachfrage nach Eigenheimen befeuert wurde. Die anderen Beispiele gehe ich nicht nochmal durch, da in der Juli-Ausgabe bereits erwähnt.


    Das Thema Inflation hat mittlerweile auch die Titelseiten einiger Finanz- und Wirtschaftsmagazine erreicht. Ich bewerte dies aber nicht aus konträrer Sicht, da es sich die Empfehlungen nicht nur auf einen Markt beziehen. Dennoch ist es ein Stimmungsbild, da diese Titelstorys zum Höhepunkt der jüngsten Inflations- erwartungen kommen. Eine Abkühlung dieser Erwartungen zeichnet sich ab, die Ansätze dafür sind zumindest vorhanden.


    Inflation: Momentan eher ein Thema in den Medien


    Das bedeutet aber nicht, dass sich das Thema Inflation damit erledigt hat. Das wünschen sich zwar Fed-Chef Jerome Powell und seine Mitstreiter des FOMC. Denn dies wäre für die Notenbanken die komfortabelste Variante: Einfach weitermachen wie bisher und unablässig (virtuelles) Geld drucken – ohne jegliche Konsequenzen. Die Wall Street folgt der Fed, hier vor allem die Big Player. Noch!


    So wird inzwischen zwar viel über Inflation gesprochen und geschrieben, aber da, wo sie sich in den Märkten auswirken würde, ist nicht viel zu erkennen. Dies betrifft sowohl die US-Anleihenmärkte als auch die Edelmetalle. Im Verlauf von Herbst 2010 bis Herbst 2011 gab es ebenfalls hohe Inflationserwartungen. Diese tobten sich im Frühjahr 2011 am Silbermarkt aus. Danach folgte Gold mit einer neuen Rekordserie. Später fielen die Erwartungen in sich zusammen. An den Edelmetallmärkten folgte eine jahrelange Baisse. Die Marktstruktur ist aber mit jener von 2011 nicht zu vergleichen. Der Inflationshype ist momentan mehr ein Medienereignis, als das dieser in den Märkten zum Ausdruck kommt.


    Gold und HUI werden derzeit stärker vom Dollar als von der Inflation beeinflusst


    Um dies nochmals zu verdeutlichen. Es gab Anfang März für Goldaktien über den „Gold Miners Bulllish Percent Index“ ein Kaufsignal, da er in die Kaufzone gesunken war. Parallel stabilisierte sich der Gold-Bugs-Index (HUI) um 250 Punkte. Mein Kaufhinweis war somit gut getimt, enthielt aber ebenso den Hinweis, dass Sie Cash für den Fall eines weiteren Rücksetzers vorhalten sollten.


    Die nachfolgende Rally führte den HUI in Richtung 325 Punkte, das war ganz ordentlich. Gold stieg bis über 1.900 US$. Der maßgebliche Impuls war aber nicht der Inflationsanstieg, sondern die Schwäche des Dollars.


    Nach dem FOMC-Meeting folgten dann Abverkäufe nicht nur bei den Edelmetallen. Gold setzte seinen Preiseinbruch fort, der HUI fiel wieder deutlich unter die Marke von 300 Punkten. Parallel zog der Dollar spürbar an. Dies steht alles im Zusammenhang. Daraus jetzt aber die Message abzuleiten, dass sich der längerfristige Inflationsanstieg damit erledigt hätte, wäre aber falsch.


    Die Marktreaktionen auf Leitzinserhöhungen gegen Ende 2023 sind auf den ersten Blick absurd. Denn bis dahin vergehen noch mehr als zwei Jahre. Die Message ist eine andere: Der FOMC diskutiert über Zinserhöhungen, die zwar weit in der Ferne liegen, aber – und das ist entscheidend – weitere Lockerungsmaßnahmen sind nicht in Sicht. Das wiederum war der positive Impuls für den Dollar.


    Würde Inflation tatsächlich von den Anlegern eingepreist, wäre der Silbermarkt längst explodiert


    Noch kann die Fed damit argumentieren, dass es sich beim Inflationsanstieg um einen vorübergehenden Anstieg handelt – bedingt durch die Covid-19-Pandemie. Spannend wird es dann, wenn sich herausstellt, dass die alten Zeiten – nach einer möglichen Beruhigung an der Preisfront – vorbei sind. Dies hätte dann gravierende Auswirkungen auf die Finanzmärkte und ebenso auf die Edelmetalle.


    Die Marktreaktionen in der Vorwoche bei Gold und HUI sind ebenso ein Hinweis darauf, dass im Zuge der jüngsten Rallye etliche schwache Hände beteiligt waren. Vielleicht – und ich sage das mit Vorsicht – war die Ausgangslage für die Rally zu simpel. Gold absolvierte im März ein Doppeltief, eine geradezu idealtypische Situation. Parallel schwächte sich der Dollar ab und machte sich auf dem Weg zu seinem 12- Monats-Tief. Bei den Anlegern stand die Dollarschwäche aber nicht im Vordergrund.


    Die einfache Formel: Die Inflation steigt, also steigt Gold auch. Dass Silber aber noch inflationssensibler ist als Gold, ist eine andere Komponente. Nur Silber befindet sich seit dem Herbst 2020 in einem übergeordneten Seitwärtstrend. Würde Inflation tatsächlich eine Rolle spielen, könnten wir ganz andere Silberpreise beobachten. Das wird auch alles kommen, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn die Marktteilnehmer erkennen, dass die Fed sich getäuscht hat und die Inflation nicht nur ein vorübergehendes Phänomen ist.


    Von einer Hausse im Endstadium sind die Edelmetalle weit entfernt


    Die Wall Street hat auf die Hinweise des FOMC vergleichsweise locker reagiert. Dort stand die Ansage von Powell im Vordergrund, dass sich am Anleihen-Kaufprogramm nichts ändern werde. Das bleibt ein eigenartiges Phänomen, dass sich die Anleger nach wie vor vertrauensselig darauf stützen, dass sich schon nichts ändern werde und alles in ihrem Sinne bullish ist. Einer der historisch größten naiven Investmentansätze überhaupt. Analog zur jüngsten Gold-Rally könnte man hier erst recht sagen, dass der Ansatz zu simpel ist. Deshalb auch mein Hinweis, dass ich dies mit Vorsicht erwähne.


    Das lässt sich auch noch anders darstellen: An der Wall Street ist im Zuge der seit Ende März 2020 – und hier vor allem – seit der US-Präsidentschaftswahl im November vieles zu einfach und zu schlicht geworden. Ein typisches Phänomen einer Hausse im Endstadium. Von einer Hausse im Endstadium sind die Edelmetalle hingegen weit entfernt und befinden sich somit in einer anderen Marktphase. Gold und die Edelmetallaktien waren im Sommer 2020 zwar kurzfristig überhitzt, von einem Hype konnte jedoch keine Rede sein.


    Wall Street: Weckruf in diesem Sommer (also Vorsicht vor allzu großer Fed- Logik)


    Die Wall Street wird aber schon bald, nämlich noch in diesem Sommer, von der Realität eingeholt. Ein Crash wie im März 2020 zeichnet sich nicht ab, aber ein ruppiges Fahrwasser mit erheblichen Korrekturgefahren. Mein mittelfristiger Trendfolge-Indikator, der auf den Industriemetallen basiert, steht nach exakt einem Jahr unmittelbar vor einem Verkaufssignal. Zumindest deutet dies auf eine schwieriger werdende Marktphase hin.


    Wieso kann ich sowas behaupten, dass der Weckruf an der Wall Street noch in diesem Sommer erfolgt? Dreh- und Angelpunkt für meine Prognose einer crashartigen Korrektur zwei Tage vor Beginn des Corona-Crashs waren die Devisenmärkte. Der aktuelle (noch überschaubare) Aufwärtsschub beim Dollar kommt für mich nicht überraschend, aber er ist ein Hinweis auf mögliche Liquiditätsprobleme.


    Erst der Bitcoin-Crash, jetzt deutliche Rücksetzer in den inflationssensiblen Bereichen, vor allem bei einigen Rohstoffen. Das sind alles Hinweise darauf, dass sich der Wind zu drehen beginnt. Da bleibt nur noch eine Reaktion an der Wall Street, um die Ernüchterungen zu komplettieren.






    So...die Zeiten des Kryptoabenteuers sind vorbei, alle SL wurden ausgelöst.


    Zum Teil wurden auch Minenpositionen ausgestoppt.


    Die Gewinne der Kryptominers flossen zum grossen Teil in Silberminen wie auch in die
    Longposition des Silbers.


    Mit den Käufen beim Coronatief, wie auch beim Doppelboden habe ich einen sehr schönen EK beim Silber [smilie_blume]
    Zudem habe ich immer wieder aufgestockt rund um 25 bis 26$.
    Dieser Silber-Call bildet die Kernposition meines Depots, freue mich auf die dreistelligen Silberpreise 8o


    Die Kupferminen habe ich gekürzt, zugunsten von Silber...


    Kupfer 15% Depotwert. Uran auch etwa 15%. Bisschen Gold... der Rest wie es sich für mich gehört...Silber [smilie_love]


    Bei Silber braucht man einfach noch bisschen Geduld, bis die 30$ geknackt sind...aber dann... [smilie_blume]


    Ansonsten sind folgende Werte in meinem Depot:


    Abraplata Resources
    Golden Minerals
    Chalice Mining
    Canada Silver Cobalt Works
    De Grey Mining
    Defiance Silver
    Discovery Metals
    Dolly Varden Silver
    Gatos Silver
    GR Silver
    Golden Tag Res
    Impact Silver
    Metallic Minerals
    New Gold
    Orezone Gold
    Reyna Silver
    Silvercrest Metals
    Santacruz Silver
    Strikepoint Gold
    Southern Exploration
    Energy Fuels
    Nexgen Energy
    Bannermann Res
    Freeport McMoran
    Copper Mountain Mining
    Oroco Res
    Surge Copper
    Reconnaissance Energy
    Great Bear Royalties



    Allen viel Erfolg [smilie_blume]

    Klingt ja atemberaubend 8o
    Habe es dir gestern gleichgetan und auch gekauft.
    War schon mal dabei, wurde aber ausgestoppt... Glück auf :thumbup:

    Bin hier nur in Gatos Silver investiert...

    Ich mache mir keine Sorgen, dass die Silberlinge nicht noch zulegen.


    Die Grossen legen vor, die Kleinen laufen hinterher.


    Zudem wurden wir jetzt oft enttäuscht, dass wir die Korrektur überstanden haben. Immer wieder wurden wir runtergeprügelt.


    Ich gehe davon aus, dass wenn Silber den Widerstand 30$ überwunden hat, geht das Feuerwerk los [smilie_blume]

    Aus meinem Börsenbrief vom 27.4.21



    Kupfer:


    Monats-MACD ist überhitzt
    Wie Sie im obigen Chart sehen, fehlen mal gerade noch 0,20 US$ bis zum Hoch aus dem Jahr 2011. Seinerzeit erreichte Kupfer 4,65 US$/lb., aktuell notiert Kupfer bei 4,44 US$/lb. Der Monats-RSI hat die überkaufte Zone erreichte, was zunächst nicht negativ zu werten ist, da er noch unterhalb der 80er-Marke notiert. Seinen Extremwert erreichte der RSI 2006, als er über die 90er-Marke kletterte. Dies zog eine heftige Korrektur nach sich.


    Es gibt dennoch einen Warnhinweis: Beim Monats-MACD klaffen beide Linien um 100%+ auseinander. Dies muss sich nicht unmittelbar in einem Preisrückgang ausdrücken, ist aber ein Hinweis darauf, dass Kupfer stark überhitzt ist.


    Terminmarkt: Rekord-Longpositionen signalisieren ebenfalls Überhitzung


    Seit April 2020 befindet sich der Kupfermarkt in einem Aufwärtsschub – somit parallel zur Wall Street. Auffällig ist, dass es seitdem lediglich im Juli und September 2020 Zwischenkorrekturen gab.


    Zieht man die Comittments of Traders (CoT) hinzu, wird schnell ersichtlich, dass der Markt auch aus Sicht der Longpositionen der Large Trader überhitzt ist. Unter Einbeziehung aller offenen Positionen befanden sich die Longpositionen im März auf Rekordniveau. Die Bestände wurden seitdem etwas abgebaut, aber von einer Abkühlung kann da noch nicht gesprochen werden.


    Sowohl bei Kupfer als auch an der Wall Street ist eine volatilere Korrekturphase absehbar


    Kupfer kann kurzfristig sein 2011er-Hoch testen und sogar darüber steigen. Aufgrund der überhitzen markttechnischen Lage (MACD) und der CoTs ist aber nicht davon auszugehen, dass sich der Preisanstieg ohne nennenswerte Korrektur fortsetzen wird. Dies wiederum korreliert mit den vorsichtigen Ausblicken auf die Wall Street. Noch sind die Aufwärtstrends alle intakt. Dies schließt aber eine spürbare Korrektur in bereits naher Zukunft nicht aus.