Alles anzeigenWenn man fragen darf, wie und wann sieht die Korrektur bzw. deren Ende für Herrn Franz Josef Buskamp aus?
Danke im voraus
Apropos Geduld...schöner Spruch im verlinkten Artikel obendrüber:
"Geduld ist nicht die Fähigkeit zu warten, sondern die Fähigkeit beim Warten gut gelaunt zu bleiben."
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Hier die Antwort:
Alles anzeigenNeues zur aktuellen Situation von meinem Börsenbrief.
Da er bis jetzt ausnahmslos recht behielt über das Ende / Fortsetzung der Korrektur....gehe ich davon aus, dass wir noch nicht ganz über dem Berg sind....lest selbst. Kann sich ja jeder selbst eine Meinung bilden:
Zinsentwicklung rückt schlagartig ins Bewusstsein der Märkte!
Liebe Leserinnen und Leser,
Der Zinsanstieg ist sozusagen „hausgemacht“, da sich die Anleger auf Aktien und andere Marktbereiche fokussieren. Dies hat zu Mittelabzügen an den US-Anleihenmärkten ge- führt. Eine Korrektur am New Yorker Aktienmarkt würde wiederum zu Umschichtun- gen in Anleihen führen. Vor diesem Hintergrund würden die Zinsen wieder sinken. Die an einigen Stellen dargestellte „historische Zinswende“ erkenne ich derzeit nicht.
Zinsanstieg hat seit August 2020 einen bremsenden Einfluss auf Gold
Auf den Goldmarkt hat der Zinsanstieg seit letzten August hingegen einen direkten Ein- fluss, während Silber positive Impulse vom Anstieg der Industriemetalle erhält. Die In- dustriemetalle sind aktuell überkauft.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist vor allem die Nachfrage aus China (Seite 3). So wie man dies aus den Jahren nach 2010 kennt, hat Peking kein Interesse an eruptiven Preis- anstiegen. Von dieser Seite ist mit Blick auf die Industriemetalle Zurückhaltung zu er- warten.
Das Thema Reflation wird derzeit an den Märkten diskutiert, sollte sich aber vor allem im Verlauf des zweiten Halbjahrs stärker bemerkbar machen. Die damit einhergehenden Perspektiven stelle ich Ihnen in der nachfolgenden Marktanalyse vor.
Industriemetalle steigen nicht durch Inflationserwartungen, sondern aufgrund der hohen Nachfrage aus China
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass sich Silber im Zuge der Korrektur der Edelmetalle seit dem Herbst 2020 relativ stärker entwickelt als Gold. Silber müsste von der Reflationierung besonders profitieren, tut dies angesichts der relativen Stärke gegenüber Gold auch, fällt aber gegenüber den Industriemetallen zurück. Das passt nicht zusammen.
Überträgt man die Entwicklung bei Kupfer auf Silber, so hätte Silber längst mit deutlich höheren Preisen aufwar- ten müssen. Gold hingegen wird in die Reflation (noch) nicht einbezogen.
Der Auslöser für die deutlichen Preisanstiege ist die seit dem Vorjahr spürbar gestiegene Nachfrage in China.
Diese fokussiert sich auf Industriemetalle mit dem Schwerpunkt Kupfer sowie auf alle relevanten Agrar- produkte. Institutionelle haben sich in diese Entwick- lung eingeklinkt und stellen neben Inflationsaspekten ebenfalls eine Wiederbelebung der Wirtschaft in den westlichen ländern in den Vordergrund, sobald die Corona-Krise überwunden ist.
Zwar zieht die Inflation in Europa bereits wieder an (nach minus –0,3% im Dezember legte die teuerung im Januar um +0,9% zu) und liegt in den USA mit +1,4% höher, von Inflationsgefahren kann da jedoch nicht ge- sprochen werden. Der durch die Corona-Krise bedingte Konsumstau bei den Privatverbrauchern wird sich im laufe des Frühjahrs und Sommers nach und nach auf- lösen sowie in der Inflationsentwicklung im Verlauf des zweiten Halbjahres ihren Niederschlag finden.
Auf dieser Basis zeichnet sich ein Anstieg der US-Infla- tionsrate über die Marke von +2% ab, womit sie immer noch im Normalbereich läge.
Die Fed und ihr „flexibles Inflationsziel“: Eine grandiose geldpolitische Falle
Die Fed hat im Vorjahr für diesen Fall mit einem „flexi- blen Inflationsziel“ bereits vorgesorgt.
Da die Inflations- rate über einen längeren Zeitraum unterhalb des zuvor fest fixierten Inflationsziels von 2% lag, kann sie nun- mehr auch eine Zeitlang darüber notieren. Mit dieser Maßnahme will die Fed verhindern, zügig unter Hand- lungsdruck zu geraten, sobald die Inflationsrate über 2% anzieht.
Sie hat sich damit einen Spielraum verschafft, ohne zu bemerken, dass es sich dabei um eine geldpolitische Falle handelt. Denn es zeichnet sich ab, dass die Fed im Fal- le einer zunehmenden Inflationsdynamik die Kontrolle über die Entwicklung der teuerungsrate verlieren wird.
Ein Anstieg der US-Inflationsrate in Richtung 3% gegen Ende des Jahres käme aufgrund der immensen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen (Helikoptergeld) wenig überraschend. Im Rahmen der aktuellen Diskussion verweisen Experten darauf, dass es sich dabei aufgrund der Auflösung des Konsumstaus um einen Einmaleffekt handeln würde. Das wird auch die Argumentation der Fed und der EZB sein.
Es ist absehbar, dass die Inflationsdynamik von den Notenbanken heruntergespielt werden wird. Das hat vor Jahren schon mal funktioniert, woran sich vor allem der EZB-Rat klammern dürfte. Die entsprechenden State- ments kann man sich bereits jetzt gut vorstellen. Nur diesmal wird sich der Anstieg der Inflationsraten vonsei- ten der Notenbanken nicht „wegquatschen“ lassen.
Für die Finanzmärkte ist die derzeitige Doppelstimulierung Neuland
Bei der Bewertung hinsichtlich eines Einmaleffekts bin ich allein deshalb vorsichtig, weil sich die Volkswirt- schaften in einem, aus historischer Sicht nie zuvor zu beobachtenden, Experiment befinden – nämlich der Doppelstimulierung sowohl von geld- als auch fiskal- politischer Seite. Zugleich handelt es sich dabei um eine Überstimulierung, die sich an den Exzessen an einigen Märkten beziehungsweise Marktbereichen gut erkennen lässt.
Anstatt diese Warnung ernst zu nehmen, hat die Fed die Geldschleusen seit Dezember wieder weit geöffnet und provoziert somit weitere spekulative Exzesse.
In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, ob die bislang gültigen Parameter für die liquiditätsversor- gung an den Aktienmärkten neu bewertet werden müs- sen. Eine Jahreswachstumsrate der Geldmenge M1 von mehr als +12% ist für den jeweiligen Aktienmarkt bul- lish einzustufen. Die aktuelle Wachstumsrate von über +60% ist somit auf den ersten Blick superbullish. Im Herbst 2020 normalisierte sich M1 auf 3-Monats-Basis (Anfang Dezember +21,8%).
Parallel wechselte die Wall Street in eine kurzfristige Korrektur- und Konsolidie- rungsphase.
Gold und HUI befinden sich auf Kaufniveau
Die erneute liquiditätsflutung der Fed seit Anfang Dezember schob die Wall Street erneut an. Nur lässt sich inzwischen – auch aufgrund einer sich konstant verschlechternden Markttechnik – immer mehr eine Erschöpfung der Rally erkennen. Da es sich um Neu- land handelt, bin ich mit einer Behauptung vorsichtig: Ich schließe aber nicht aus, dass die geldpolitische Über- stimulierung eine zunehmend höhere Volatilität der Wall Street begünstigt.
Wie die Wall Street auf einen stärkeren Anstieg der US- Inflationsrate im Verlauf des zweiten Halbjahrs reagieren wird, bleibt vorerst offen, da mit starken Bremsmanövern vonseiten der Fed nicht zu rechnen ist. Spannend wird diese Entwicklung aber für die Edelmetalle. Das zuletzt nachlassende Anlegerinteresse werte ich nach dem zu großen optimismus im Sommer 2020 als positiv. Da in den Medien der Bitcoin immer wieder mit Gold gleich- gestellt wird (was absurd ist), dürfte sich ein bestimmtes Publikum den Kryptos zugewandt haben. Der Gold- Bugs-Index (HUI) hat Ende Februar mit dem test der 250er-Marke ein Kaufniveau erreicht. Die aktuelle lage ist auf Basis der Marktstimmung vergleichbar mit März 2020, Mai 2019 und September 2018.
Fazit:
Edelmetalle
Goldaktien bieten Ihnen in der Korrektur selektive Kaufchancen!
Die Korrektur in den Edelmetallsektoren hat sich im Beobachtungszeitraum fortgesetzt und präsentiert sich weiterhin uneinheitlich. Die Mehrheit der großen Gold- produzenten erreichte Anfang März Kaufniveaus. Davon sind spekulative Aktien aus dem Explorationssektor teil- weise noch deutlich entfernt. Silber verharrt in seinem Seitwärtstrend. Dies wiederum stabilisiert die Aktien der Silberproduzenten auf relativ hohem Niveau. Daraus resultiert das uneinheitliche Korrekturszenario.
Forciert wird dies von zwei unterschiedlichen Faktoren: Gold wird seit Beginn der Korrektur Anfang August 2020 von der Entwicklung der langfristigen US-Zinsen beeinflusst, Silber hingegen vom Aufwärtstrend bei den Industriemetallen. letztere sind überkauft und wechseln momentan in eine Korrektur, so dass weitere bullishe Impulse für Silber kurzfristig nicht zu erwarten sind. Rückt vor allem im zweiten Halbjahr die Inflationsent- wicklung stärker in den Vordergrund, wäre dies für Gold aus Zinssicht nicht nur eine Entlastung, sondern würde neue bullishe Impulse freisetzen.
Die uneinheitliche Korrekturentwicklung schafft einzelne Kaufgelegenheiten. Hier steht ne- ben Gold (kurzfristig überverkauft) die Mehrheit der großen und auch mittelgroßen Goldproduzenten im Vordergrund, während Sie im Small-Cap-Bereich kaum lukrative Kaufchancen finden. Ein einheitlicher Kapitulationspunkt, der alle Edelmetallsektoren glei- chermaßen betrifft (so wie Mitte März 2020) zeichnet sich nicht ab. Ich rate Ihnen daher analog zu meinen Hinweisen in VI Strategie 7-21 zu selektiven Käufen.