«Eidgenossen»-Rendite fällt auf Allzeittief
Der generische Zins für eine zehnjährige Bundesanleihe ist auf 1,654 Prozent gesunken.
Im Zuge der Schuldenkrise in Europa sind die Staatsanleihen der Eidgenossenschaft gesucht. Diese Flucht in Sicherheit könnte andauern, Experten rechnen bereits mit einer Rendite von 1,4 Prozent.
Auch am Dienstag haben die Schuldenprobleme von Euroländer die Obligationenbörse in Atem gehalten und für steigende Kurse bei den Eidgenossen und anderen als sicher geltenden Anleihen gesorgt.
[Blockierte Grafik: http://img.cash.ch/images/daily/links/Eidgenossen_10Jahre.jpg]So ist der generische Zinssatz für eine zehnjährige Bundesanleihe am Dienstag gemäss Bloomberg auf 1,654 Prozent gefallen. Damit hat der Zehnjahres-Eidgenoss das bisherige Allzeittief aus dem September 2005 bei 1,753 Prozent unterschritten (siehe Grafik).
Weiter sinkende Rendite prognostiziert
Dieser Trend dürfte auch noch andauern. «Die mittelfristigen Momentum-Indikatoren zeigen noch keine überverkaufte Situation an, weshalb wir auf Sicht der nächsten Monate mit einer weiter sinkenden Rendite bis 1,4 Prozent rechnen», schreibt die Zürcher Kantonalbank am Donnerstag.
Dass die Flucht in Eidgenossen keine Aufwertung des Frankens zur Folge hat, ist gemäss Händlern eine Folge davon, dass die Schweizerische Nationalbank laufend Euro aufkauft, um eine ruppige Erstarkung der Schweizer Währung zu verhindern.
Wenig «Material» im Umlauf
Nach Angaben von Händlern ist der Markt extrem nervös geworden. «Die Leute fürchten sich vor einer Zahlungsfähigkeit anderer EU-Staaten», sagte ein Händler. Die Risikozuschläge für griechische und Anleihen anderer ebenfalls verschuldeter Staaten zogen deshalb deutlich an.
Die Nervosität wirkt als Blockade. Während für die sicheren Bonds immer höhere Kurse verlangt würden, blieben andere Kategorien, vor allem Finanzanleihen, tendenziell liegen, sagten Händler. Auf der anderen Seite wollten sich Anleger aber angesichts der Verunsicherung auch nicht von sicheren Papieren trennen und so komme kaum ein Handel zustande.
(Reuters)