Ehrlich gesagt kenne ich die "Japanische Krise" nur von Berichten, die sie als besonders schlimm darstellen. Ich habe jedoch noch keinen hungernden Japaner gesehen. Japanisches Massenelend habe ich auch noch nicht gesehen. Und japanische Touristen überchwemmten trotz "Krise" Europa.
Ich rede ja auch nicht von der Krise als solcher, sondern von der absoluten Sinnfreiheit in solchen Situationen Geld in Infrastruktur und Bauwirtschaft zu pumpen - was sich eben dort offenbart hat. Gut, Politiker sind nicht unbedingt für ihr gutes Gedächtnis bekannt, aber so lange ist das nun auch noch nicht her.
Von Divi-Titeln hat man nur was, wenn man langfristig denkt. Und wann, wenn nicht JETZT, ist der Zeitpunkt langfristig zu planen? In einer Hausse?
Die Frage ist eben ob man es sich derzeit leisten kann / möchte und zwar aufgrund der Gesamtentwicklung. Hängt halt immer von der Größenordnung, die an Mitteln zur Verfügung steht ab. Pauschal würde ich dazu raten, Möglichkeiten zum Erhalt bereits vorhandener Werte zu nutzen und wer dann noch was über hat kann sich ja mit langfristiger Planung befassen. Was hat man vom 5 fachen Kurs in 10 Jahren, wenn sie einem nächstes Jahr das Haus unter'm Arsch weg versteigern? Du kannst kurz- oder langfristig auf die Nase fliegen, es gibt immer sehr viele Verlierer und einige wenige Gewinner weshalb ich Risiken eher zurückhaltend begegne in derart turbulenten Zeiten. Sogar Buffet hat schon übel Federn lassen müssen, das sollte als Argument für eine gewisse Zurückhaltung eigentlich reichen.
Gab es 1929 derartige inflationierende Maßnahmen? Nein, ging gar nicht. Der Dollar war goldgedeckt.
Was hätte das auch bringen sollen? Geld reinpumpen obwohl keiner welches ausgeben will ist kontraproduktiv. Hätte nur dazu geführt, daß sich die Lage unnötig zuspitzt. Roosevelt hat in diesem Fall durch Programme im öffentlichen Bereich viel mehr erreicht, neben Arbeitsplätzen hat er auch eine brauchbare Infrastruktur geschaffen. Scheinbar orientieren sich die derzeitigen Volksveräppler an genau diesem Tatbestand und wollen alle sein wie Teddy - bloß ist halt in Europa die Infratsruktur schon vorhanden...irgendwie doof. Ist heute doch nicht mehr so wie damals, was wiederum auch sein gutes hat - wenigstens keiner aus Braunau der große Reden schwingt in Sicht, obwohl auch der mit Infrastrukturmaßnahmen ordentlich die Wirtschaft angekurbelt hat.
Und noch was: Glaubt ihr, wenn die Kurse jetzt nochmals, sgen wir 50% nachgeben würden, daß ihr DANN einsteigen würdet? Nie! Dann steht ja erst recht der Totalzusammenbruch vor der Tür! Ihr sitzt in einer psychologischen Falle aus der man nur rauskommt, wenn man akzeptiert, daß nichts im Leben ohne Risiko ist.
Naja, inwiefern man aus Aktienkursen auf den Gesamtzustand schließen kann lasse ich mal außen vor. Selbst ein Börsencrash muß kein Totalzusammenbruch sein. Wenn aber in Windeseile die Bilanzierungsregeln - NUR für Banken - dahingehend geändert werden, daß man zusammenfassend von Betrug sprechen kann, dann ist das ganze schon bedenklich. Ebenso läßt mich der Amoklauf der FED in dem Zusammenhang nicht kalt - obwohl das bei dem Verein ja eigentlich schon seit Greenspan fester Bestandteil des Tagesgeschäfts ist. Ob man unbedingt in einer psychologischen Falle steckt, wenn man Sicherheit höher gewichtet als Rendite muß jeder für sich selber rausfinden.