Ich habe mir einige Stunden Zeit genommen und die beiden threads von 9-2010 bis jetzt durchgelesen, dabei die prognostizierten Entwicklungen mit den tatsächlichen verglichen. Das wird jetzt ein längerer post!
Auslöser war die Lektüre eines tollen Buches, ich plane da mal einen BücherEmpfehlungsthread aufzumachen.
Peter Bevelin: "Seeking wisdom - from Darwin to Munger", habe ich mir mit viel Umstand direkt aus USA schicken lassen, ging über Amazon nicht. Munger ist/war deshalb die rechte Hand warren Buffets, weil er wohl sensationell gut klar denken/analysieren kann. Dazu nutzt er "Filter" / Regeln/ Prinzipien, um die Fehlerhäufigkeit bei Entscheidungen zu verringern. Ein Teil des Buches geht auf 27 häufige psychologisch bedingte Denkfehler ein, von denen ich einige begehe (Bsp: die letztgehörte Zahl bleibt kleben, oder: Begründungen werden tedentiell geglaubt einfach weil es Begründungen sind und damit besser als nix. Oder: social proof, man macht was die anderen machen usw usf.)
JEdenfalls habe ich mich im letzten Jahr viel im Forum rumgetriebe UND viel Geld gewonnen, war aber auch psychisch dadurch etwas zu materiell fokussiert. Und falls mein "Erfolg" zufällig war - dies meine Ausgangsthese - dann sollte ich davon die Finger lassen da ich sonst wohl meine Gewinne verplempere UND mich seelisch ermüde.
Ausgangsthese (von wef) der threads ist ja ungefähr so: der COT kann beim Enstieg in Derivate helfen, da er zwar mit 3 Tagen Verspätung aber dennoch ganz gut die Erwartung der Profis (commercials) zeigt und damit bei bestimmten Konstellationen signalisiert, dass demnächst (10-12 Wochen) der Trend eher raufgeht (kann zwischendurch aber auch noch mal runtergehen).
NAch stundenlangem LEsen nun MEINE Zusammenfassung, wenn Ihr das anders in Erinnerung habt., müsst Ihr selbst lesen:
Die bullischen Signale des COT bestätigten sich (fast) immer innerhalb von 10 - 12 Wochen, ABER
leider nicht Ende April für Silber und auch nicht am 20. 9. 2011. Beide Male kam es stattdessen zu äusserst scharfen Korrekturen.
Beim Gold gab der COT im November/Dezember Fehlsignale.
AUSSERDEM stieg der POS/POG teils genauso schön, wenn der COT gar nicht so bullisch war (9-2010 bis 4-2011 beim Silber (weil d
POS ständig anstieg, fiel das nicht auf) und Sommer 2011 beim Gold).
Die Interpretation von wef im Mai 2011 war sinngemäss, dass die commercials wohl auch überrascht wurden/keinen Plan haben und dass sich seitdem ein ParadigmenWechsel vollzogen hat. Der sich unter anderem darin äussert, dass beim Silber vielleicht jetzt weniger manipuliert wird als beim Gold.
Ich weiss diese Zusammenfassung ist nicht "nett", aber vielleicht ganz wichtig.
Ich habe mich auch gefragt, hätte es eine Alternative gegeben. Z.B. einfach 9-2010 long zu gehen und gut?
Physisch hätte das etwas gebracht, mit langlaufenden Derivaten schon viel weniger (Zeitwertverluste).
Jetzt bin ich zwar schlauer als vorher (ja, man braucht viel Glück bei EM Derivaten) aber mindestens so ratlos wie vorher:
Wieweit kann man dem COT trauen? Meine bisherigen Schlüsse aus dem erneuten Lesen der threads: 1) niemals all in (wegen der Fehlsignale) 2. wenn die Vola nicht zuviel kostet OS mit Lauzeit 12 Wochen 3. Basis niedriger als die Gier das möchte 4. bei starken Anstiegen (Silber im April 2011) Gewinne sichern (straddle oder physisches per put etc)
Um die Diskussion zu eröffnen (Taugt der COT und wie nutze ich ihn optimal) und zu unterfüttern hier einige Zitate von WEf aus den letzten 3 Monaten, aus den o.g. threads
Ziel ist, dass wir nochmal Argumente finden, dass die COT ANalyse erfolgreich ist, weil sie was taugt und nicht für uns erfolgreich war, weil wir auch einfach mehr Glück als Pech hatten bei den vielleicht erratischen Verhältnissen COT/POG/POS
Also wef sagte:
Wef 27.11.11
Es hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass auch die Commercials keinen Plan haben, wo die Reise mittelfristig hingeht. Da auch die Charttechnik im momentanen Chaos versagen muss, werde ich meine Strategie umstellen müssen. Die schönen gleichmässigen Trends sind halt momentan vorbei….Zur Strategie:
Es bleibt wohl nur Liquidität aufbauen/halten und nur bei sehr günstigen Momenten langfristig Positionen aufzubauen. KO Scheine sind da nicht geeignet.
29.11.11
D.h. heisst für mich, die "wahren" Commercials halten höhere Preise für gerechtfertig. Können sich aber nicht gegen die Spekulanten durchsetzen. Diese setzen eher auf die globalen, simplen Indikatoren: Rohstoffnachfrage, Goldpreis, USD....
06.12.2011
Aktuell haben wir ständig "wichtige Ereignisse". Deshalb liefern Chart und COT die prinzipiell ähnlich sind, schlechte Ergebnisse.
20.12.
Man muss jetzt ganz klar einsehen, dass es beim Silber momentan keine Gewinnchance gibt, sondern ein hohes Verlustrisiko. Wir sind in einem klaren Abwärtstrend und es gibt kein Anzeichen einer Trendwende. Allerdings müsste es einen Rebound bzw. eine Erholung geben? Was kurz vor dem Jahresende passiert, ist aber doppelt unvorhersehbar
25.12.2011
Ich hab es mir bisher gespart den COT vom 13.12. zu kommentieren, da am 14.12. ein grosser Kurseinbruch stattgefunden hat. Nun kurz:
am 13. war Silber kaum verändert in einer weiterhin sehr bullischen Situation. Gold hatte sich zum 13. aus einer leicht bärischen Sitaution stark verbessert.
Der Einbruch am 14. war aus dieser Lage sehr sehr überraschend für mich….Das Verhältnis von Comm Long zu Comm Short liegt jetzt nur mehr bei 1,37! In 2006 wurden regelmässig Werte über 4 erreicht. Selbst im April 2011 waren es aber nur mehr 2,7. Das zeigt, dass sich die Verhältnisse grundlegend geändert haben und man die aktuellen extrem bullischen Werte vorsichtig bewerten muss!
Ende der Zitate
Gerade das letzte steht ja im Widerspruch zu Deinen vor kurzem geposteten optimistischen Aussagen, dass Du Dir sicher bist, mit Derivateg Geld verdienen zu können dank Erfahrung,Verstand (und Glück)
So, ich hoffe Ihr seid nicht eingeschlafen
Gruss Goofy