Was nach diesem "aber" kommt, wundert mich. Ich hätte erwartet, daß nun eine Selbstreflexion folgt, zB Konsequenzen aus Deiner Einsicht, Dinge jetzt anders sehen oder machen zu wollen etc.; ein Dazulernen, ein Umdenken, ein sich-Fragen wie es für einen selbst dazu kommen konnte, ein sich-ärgern oder sich-schämen etc. etc. Irgendetwas, was ein bewußtes Selbstverhältnis ausmacht.
Stattdessen folgt nach dem "aber": "Soll ich mich jetzt jeden Tag bis zum Ende meines Lebens darüber Gedanken machen ?... Aus Geschichte für die Zukunft lernen, aber nicht in der Vergangenheit leben."
Jaaaa, aber...
Genau diese Antwort höre ich auch von nicht wenigen Bekannten, und ich verstehe sie einfach nicht: hier werden rhetorische Strohpuppen errichtet (sich kritisch zu sich und äußeren Entwicklungen zu verhalten bedeutet doch nicht zwingend, sich bis zum Ende seines Lebens nur noch darüber Gedanken zu machen!). Ich habe eher den Eindruck, daß dem Thema (erneut) ausgewichen wird, daß man es im Gegenteil vermeidet, ernsthaft eine Nachbetrachtung anzustellen. Wieso? Die letzten 3 Jahre waren dermaßen ungeheuerlich, daß man sie doch nicht verdrängen darf... oder gerade deshalb muß? 
Abgesehen davon ist die Geschichte doch noch lange nicht Geschichte! "Verbrechen und Bestrafung" (Dostojewski, danke wagr ), WHO-Pandemievertrag etc. 