Russlands Ex-Premier erklärt „wahre Bedrohung für Putin“ durch Ukraine
Moskau – Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist weiter nicht in Sicht. Russland rückt vorerst nicht von seinen Maximal-Forderungen ab – trotz massiver Sanktionen aus dem Westen. Wladimir Putin bleibt seinem harten Kurs treu. Russlands ehemaliger Ministerpräsident Michail Kassjanow kennt Putin gut und gibt brisante Einblicke.
„Der Putin von heute und der Putin von vor 25 Jahren sind zwei absolut unterschiedliche Personen“, sagte Kassnajow nun gegenüber der Berliner Morgenpost. Früher habe Putin noch „behauptet“ für die Demokratie zu sein. Doch außer der Wahl von 2000, bei der Putin knapp gewann, seien alle weiteren Abstimmungen gefälscht gewesen.
„Heute sehen wir den wahren Putin, einen KGB-Agenten mit einer verzerrten Weltsicht“, so Russlands Ex-Ministerpräsident weiter. Er erkennt alte KGB-Muster bei Russlands Präsident: „Er wendet drei Prinzipien an, die ihm auf der KGB-Schule beigebracht wurden: Bestechung, Erpressung und Provokation“.
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg ergreift Kassnajow alarmierende Worte. Man müsse die Ukraine „jetzt retten, um die Sicherheit aller europäischen Länder zu gewährleisten“. Falls Putin den Krieg gewinne, würde er sich dadurch nur ermutigt fühlen „das ganze europäische Sicherheitssystem zu zerstören“, so Kassnajow gegenüber dem Funke-Portal.
Dann hält Kassnajow einen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten, Polen oder Finnland – allesamt Nato-Mitglieder für möglich. „Putin tut immer das, was ihm der Westen erlaubt zu tun“, erklärt der Politiker. Aktuell würde dies in Georgien geschehen und natürlich in der Ukraine.
Russlands Ex-Premier erklärt „wahre Bedrohung für Putin“ durch Ukraine
In der Ukraine geht es Putin der Ansicht Kassnajows vor allem darum, die demokratische Regierung zu destabilisieren. Er wolle verhindern, dass das Land europäischen Werten folge und EU- oder Nato-Mitglied werde. Das wäre eine „wahre Bedrohung für Putin“ so Kassnajow, denn: „Er will nicht, dass sie zu einem positiven Beispiel für die Russen wird“.