Ich bin mir nicht sicher, Homm13, aber irgend was ist faul am Statement von Pippa Malmgren. Du solltest nicht vergessen, dass sie zum angelsächsischen Finanzkonglomerat gehört. Warum tritt sie ausgerechnet jetzt so prominent mit dem Statement an die Öffentlichkeit, dass D zurück zur D-Mark wolle? Wem nutzt es? Die Argumente, die sie vorbringt, überzeugen mich nicht. Sie legt die innenpolitisch gedachten Aussagen von Schäuble und Merkel auf die Goldwaage und deutet sie flugs um als Aussagen, die an die Finanzmärkte gerichtet gewesen seien. Das verlangt schon ein wenig Kreativität ...
Oder um es deutlicher zu sagen: Pippa Malmgren zitiert aus dem Kontext herausgerissen und gibt den Aussagen eine Bedeutung, die sie ursprünglich gar nicht hatten. Subtil zwar, aber für mich immer noch klar gezielte Desinformation. Man sollte nicht vergessen, dass Geheimdienste ganze Abteilungen beschäftigen, deren Aufgabe es ist, psychologische Desinformationskampagnen durchzuführen. Was rund um die Eurokrise abläuft, stinkt! Und zwar gewaltig.
Fakt ist: überschuldet waren viele europäische Staaten auch vor Jahren schon - selbst D. Aber es hat damals niemanden interessiert, da alle an die Papierversprechen glaubten. Man war überzeugt davon, dass das System unendlich so weiter betrieben werden könne. Typisch Ponzi-Schema.
Dann passierte die angeblich überraschende Offenbarung Griechenlands bezüglich seiner Staatsschulden. Angeblich deshalb, weil Goldman Sachs jahrelang kreativ beim Beschummeln geholfen hat. Sie wussten bereits lange vorher von der Überschuldung, haben aber wunderbar daran verdient. Das Spiel hätten sie noch lange fortführen können.
Stattdessen haben sie die Bombe platzen lassen - meiner Meinung nach gezielt. Und in den letzten 18 Monaten wurde die Eurokrise gekonnt am Laufen gehalten, immer wieder geschürt durch neue Sensationen und überraschende Horrormeldungen. Dass die Regierungsverantwortlichen in Europa einer Lösung durch ein immer mehr an Schulden nicht näher gekommen sind (im Gegenteil), liegt auf der Hand. Nicht umsonst hat man deren Entscheidungen schon häufig mit dem Versuch verglichen, einen Brand mit Benzin statt mit Wasser löschen zu wollen.
Was könnten die eigentlichen Ursachen sein? Für mich ist klar, dass die USA vor dem wirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Abstieg stehen. Damit verbunden wird auch ein Abstieg im weltpolitischen und militärischen Bereich verbunden sein. Das kann sich über Jahre oder auch Jahrzehnte hinziehen. Aber das 21. Jahrhundert wird ein asiatisches werden.
Das bedeutet aber auch, dass der Status des Dollar als Weltreservewährung mittelfristig aufgehoben werden wird. Das hätte aber zur Folge, dass die USA sich nicht mehr auf Kosten aller anderen Staaten an den Waren, Dienstleistungen und Rohstoffen dieser Welt gratis (!) bedienen werden können! Sie werden nur noch das konsumieren können, was sie selbst erarbeiten. Die aktuelle Entwicklung beim Rückgang des Lebensstandards in Griechenland ist ein Beispiel dafür, wie es den USA ergehen wird, wenn der Status des Dollar als Weltreservewährung aufgehoben wird.
Das aber wissen die Wallstreet-Banken! Glaubt jemand, dass sie den BRIC-Staaten, allen voran China, freiwillig den Platz an der Spitze der Nahrungskette überlassen werden? Dass sie freiwillig als Finanzhandelsplatz Nr. 1 abdanken werden? Ich nicht.
Und hier kommt Pippa Malmgren ins Spiel: was sie behauptet, kann ich nicht als neutral oder als Ergebnis einer sachlichen Analyse einstufen. Sie hat eine Agenda!
Klar gibt es handfeste Probleme in der Eurozone. Aber die lösen wir nicht, indem sich Merkel und Sarkozy heute im Kanzleramt erneut mit den Symptomen einer konstruierten Krise auseinandersetzen, sondern indem man sich den wahren Ursachen stellt und hier eine Konfrontation + Lösung sucht!