Beiträge von Argus

    Die Agenda ist seit Monaten, den Inlandskonsum ans Laufen zu bringen - da der Export einbrechen wird.


    Das ist ganz sicher eine willkommene Nebenwirkung. Sehe ich auch so. Aber als Ziel erscheint mir dafür die Wahl der Mittel unverhältnismäßig.


    Je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich, dass die unbegrenzte Transferunion das eigentliche Ziel der aktuellen Panikmache ist, damit der Euro um jeden Preis erhalten bleibt. Mehr habe ich dazu im PIGS-Thread geschrieben.

    Rhönschaf: ja, du hast schon Recht, dass es bereits zuvor einen Ausgleich gegeben hat. Die Einrichtung von Eurobonds und einer dauerhaften Transferunion sind aber aus meiner Sicht noch ein anderes Kaliber.


    Ich vermute, je länger ich darüber nachdenke, mittlerweile auch gar nicht mehr die Bundesregierung hinter diesem Psychokrieg, sondern Wirtschaftskräfte, wie z. B. die führenden DAX-Konzerne, die sich erst jüngst in großformatigen Anzeigen für die Rettung des Euro stark gemacht hatten. Diese Kreise haben ein dominierendes Interesse daran, dass der Euro erhalten bleibt - egal was es andere kostet.


    Die aktuelle Rechtslage und auch die bundesdeutsche Befindlichkeit steht der unbeschränkten Transferunion aber im Weg! Also wird die Seele der Öffentlichkeit massiert und Angst vor einem drohenden Verfall der eigenen Ersparnisse geschürt. Dann kann man die Eurobonds wie das Wundermittel zum Erhalt des Euro präsentieren, und alle sind froh, dass ihre Ersparnisse noch nicht kaputt sind.


    Dass die Kaufkraft langfristig trotzdem schwindet, liest man in den Zeitungen aktuell nicht. Auch der Spiegel behauptet in seinem jüngsten Artikel, dass nur noch die Zentralbanken helfen könnten und sonst nichts mehr geht. Am Donnerstag zieht man die Transferunion wie das Kaninchen aus dem Hut und alle sagen: super habt ihr das gemacht. Kein Eurozerfall und kein Währungscrash. Toll!


    Da wird der Bundesbürge froh sein und hoffen, dass der Bundestag der Sache geschwind zustimmen möge ... wetten? ;)

    Das liegt wenn an der mangelhaften Versorgung mit Bargeld. Schon möglich, dass die Automaten leergezogen wurden, aber Papiergeld kann genügend nachgedruckt werden. Dauert halt, bis es vor Ort im Automaten ist.


    In Süddeutschland konnte ich heute jedenfalls noch problemlos eine größere Summe Bares abheben - für ein Sammlerstück, das ich morgen erwerben will. Drückt mir die Daumen, dass das klappt. :D

    Sollten beide Infos zutreffen, ist es fünf vor Zwölf im Euroraum. Bis Ende des Jahres könnte uns das ganze System um die Ohren fliegen.


    Trotzdem bin ich skeptisch, dass es so schnell zu Ende geht. Weiß auch nicht warum. Sowohl die US-Debatte über die Schuldenobergrenze als auch die aktuelle EU-Debatte über die Staatsverschuldung verschiedener Euroländer sieht mir zu sehr KONSTRUIERT aus. Das hat den Anschein, als ob eine unbekannte dritte Seite im Hintergrund gezielt für Panik sorgt, und zwar an den Märkten und bei den Privaten.


    Wem nutzt das?


    Was haltet ihr von folgender Überlegung: nachdem bei der letzten Bundestagsdebatte über ein zweites Griechenlandpaket deutlich wurde, dass es selbst in den Regierungsfraktionen Widerstand gegen eine unbegrenzte Verschuldung der Bundesrepublik zugunsten anderer Eurostaaten gibt, und nachdem die Umfrageergebnisse in der Bevölkerung signalisieren, dass eine Mehrheit eine dauerhafte Alimentierung Griechenlands ablehnt, wird gleichgeschaltet ein Feuerwerk an Angst-erzeugenden Artikeln in der Presse abgebrannt. Psychologische Kriegsführung ersten Grades, auf die sich Geheimdienste und bestimmt auch die Spin-Doktoren in der Regierung gut verstehen! Ganz wie Gustave LeBon es empfiehlt: sprich die Masse emotional bei ihren Ängsten an, dann kannst du sie für dich gewinnen.


    Ziel ist es, die Bevölkerungsmehrheit auf Linie zu bringen, damit sie und dadurch auch die Bundestagsabweichler endlich der großen Lösung zustimmen: Euro-Bonds und damit eine europäische Transferunion!


    Dieses Ziel ist vor allem ein deutsches Problem. Hat jemand Kontakte nach Frankreich, Belgien, Niederlande oder Luxemburg? Mich würde interessieren, ob dort ebenfalls eine solche Panik vor einem Eurozerfall herrscht bzw. geschürt wird wie in D?


    Österreich und Finnland dürften ähnlich bearbeitet werden wie wir Deutsche, oder?



    Ich wäre jedenfalls mit dem Nachkaufen von EM zurzeit vorsichtig - allenfalls Sammlerstücke und "einmalige" Gelegenheiten kommen mir in die Tüte. Alles sieht danach aus, als ob am Donnerstag mal wieder alles "gerettet" worden sein wird (auf Kosten und zu Lasten der oben bereits erwähnten "starken Schultern") und dass der Zusammenbruch wieder einige Zeit in die Zukunft verschoben wurde.


    Dann sehen wir im Spätsommer vielleicht doch noch saisonal bedingt normale Nachkaufkurse ... ;)

    Jetzt wo wohl bald auch der Michel in diesen Jammer-Chor einstimmen wird, denke ich, dass es noch eine ganze Weile weiter laufen wird.


    Gestörte Wahrnehmung?
    Abgebrühter als es bekömmlich ist?
    Bereits durchgedreht?


    :hae:


    Mit der Einschätzung bist du jedenfalls nicht allein. Mich macht die geballte Serie an "Retten Sie Ihr Geld"-Artikeln, die wir seit einer Woche lesen durften, misstrauisch. Sollten alle Redaktionen zur gleichen Zeit erkannt haben, dass das Fiat-Geldsystem auf Dauer nicht in der jetzigen Form betrieben werden kann?


    Das ist für mich zuviel Zufall! Entweder haben wir eine gleichgeschaltete Presse, dann mit einer Agenda im Hintergrund, oder die Presse bedient sich aus einer einzelnen Quelle und repetiert nur noch gebetsmühlenartig, was von dort kommt. Agentur?


    Ich bin sicher, es gibt eine Agenda dahinter. Das bedeutet aber, wenn alle auf Linie sind, dann geht der POG zumindest kurzfristig wieder nach unten. Bis zur nächsten Krise ...


    Merkwürdig: alle Medien trommeln in dieser Woche unisono zum Euro-Crash und geben Tipps, wie man sein Geld retten könne. Das stinkt nach Gleichschaltung und Manipulation.


    Wo kann man Zahlen finden, wie viel Geld von den privaten Sparkonten in Deutschland abgezogen wird? Veröffentlicht die Bundesbank so etwas - auch zeitnah?


    Dann wüsste man wenigstens, ob die Medien einem Publikumsinteresse folgen (= nicht manipuliert) oder ob sie das Publikumsintesse steuern (= manipuliert).

    Schon öfter hier im Thread vermutet, wird es jetzt bestätigt: die EU denkt ("als letzten Schritt") über Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland nach. Zu viele private Sparer ziehen in den letzten Wochen ihr Geld aus GR ab, und eine Panik könnte schnell zu einem Zusammenbruch griechischer Banken führen. Solange sie ihr Geld auf deutsche Banken überweisen, stützt das "unsere" Banken ... wenigstens etwas.


    Noch eine interessante Info angeblich von einem "hochrangigen EU-Diplomaten": die angedachte Aktion, dass griechische Staatsschulden mit Abschlägen am Markt zurückgekauft werden, lasse sich aus dem jetzigen ESF-"Rettungs"budget finanzieren. Sollte sie keine Wirkung zeigen, dann hülfe auch kein größeres Budget mehr (!!).


    http://www.welt.de/wirtschaft/…Euro-Krisenstrategie.html


    Sollten beide Infos zutreffen, ist es fünf vor Zwölf im Euroraum. Bis Ende des Jahres könnte uns das ganze System um die Ohren fliegen.


    Trotzdem bin ich skeptisch, dass es so schnell zu Ende geht. Weiß auch nicht warum. Sowohl die US-Debatte über die Schuldenobergrenze als auch die aktuelle EU-Debatte über die Staatsverschuldung verschiedener Euroländer sieht mir zu sehr KONSTRUIERT aus. Das hat den Anschein, als ob eine unbekannte dritte Seite im Hintergrund gezielt für Panik sorgt, und zwar an den Märkten und bei den Privaten.


    Wem nutzt das?


    Ich rechne damit, dass das Eurosystem noch mal mit viel Geld in die Verlängerung geschickt wird (die SPD signalisiert bereits, dass sie zu unpopulären Maßnahmen bereit sei, falls die Bundesregierung solche zur Eurorettung beschließen wolle). Und in den USA wird man bis Anfang August auch eine Art Minimalkompromiss finden, um keinen Default zu riskieren.


    Dann gingen der POG nach unten und vielleicht sogar der Dollar- UND Eurokurs wieder nach oben. (Bis zur nächsten Krise.)


    Wem nutzt das? Das Fed-System hat heute gefordert, man möge doch die Schuldenobergrenze gleich ganz abschaffen! Klar, dass wäre den privaten Trägerbanken der Fed recht! Dann könnten sie unbegrenzt Schuldtitel verkaufen und unbegrenzt Geld schaffen. Endlich, möchte man ergänzen! Dann wären die Kriminellen am Ziel ihrer Träume ...


    Wo liegt der Nutzen in der Eurokrise?


    Ist China schon so weit, dass es die Weltleitwährung stellen will? Dazu bräuchte es eine entsprechende Krise in den USA und in Europa, wie wir sie aktuell erleben. Aber ist das realistisch?



    Iring: Die Bundeskanzlerin kann über ein konstruktives Misstrauensvotum von der Mehrheit des Bundestages abgewählt und durch einen neuen Kandidaten ersetzt werden. Privat kannst du da nicht viel machen. Ist halt eine indirekte Demokratie. Da die SPD aber Zusammenarbeit signalisiert hat, wird es mit einer Mehrheit gegen Merkel sehr eng ... ;)


    Ja, ja, ist wie vor 100 Jahren: wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! LOL

    Zitat von "Goldhut"

    Auf Nachfrage, welche Goldmünzen sie denn im Angebot hätten, haben sämtliche!! Händler/innen gesagt, dass sie kein Gold mehr verkaufen, sondern selbige nur noch ankaufen. Eine Dame aus einem Antiquitätengeschäft sagte wortwörtlich:"In diesen Zeiten behalte ich alles selbst"


    Klingt wie vor der Währungsreform 1948 als es auch kaum noch Waren in den Geschäften gab. Nach der Reform waren dann die Auslagen plötzlich über Nacht wieder voll. :)


    Die Leute müssen ja eine Mordspanik haben, dass sie nichts mehr verkaufen wollen. Na ja, wenn es kein EM mehr geben sollte, kauft man eben andere nützliche Dinge wie Lebensmittel, Wasserfilter, Treib- und Brennstoffe etc.

    1. Teilnahme ohne großes Theater, mit E-Mail Verifizierung
    2. Keine Schreibrechte in den Hauptfäden (Gold;Silber)
    3. Bewährung durch Mitgliederbewertungen und Aktivität (mittlere Stati sollten reichen)
    4. Volle Rechte: Threaderöffnung/Gold/Silberfaden


    nur meine zarte Meinung.


    schöne grüße


    Sehe ich genauso.


    Ein Wiederanmelden gesperrter User könnte man durch IP- oder E-Mail-Sperren verhindern. Ein guter Diskurs wird hauptsächlich durch eine konsequente Moderation sichergestellt, die die Forenrichtlinien durchsetzt ... und natürlich durch engagierte User.


    Bei einer Zwangsregistrierung unter Offenlegung der Identität würde ich nicht mehr mitmachen. Anonymität ist für mich bei Geldangelegenheiten entscheidend.

    Gibt es tatsächlich noch Zeitungen in Deutschland die die Wahrheit schreiben dürfen?


    ich bin positiv überrascht, andererseits rüttelt das an meinem negativen Weltbild bezüglich der presse


    Ich muss dich enttäuschen: der Artikel basiert auf einer dpa-Meldung von Freitag, die der RGA nun für die Printausgabe aufgenommen hat. Die Aussage von Schäuble ging durch verschiedene Online-Magazine, eines davon findest du hier:


    http://www.manager-magazin.de/…aft/0,2828,774643,00.html


    :)


    das wäre ein germanischer block. deutschland würde dort die regeln festlegen. ob franzosen und briten das gut fänden? :whistling:


    Sicher nicht, aber solange F Teil der Währungsunion wäre, hätte es berechtigte Hoffnung, dass es Einfluss auf D nehmen könnte. UK könnte in seiner Finanznot ja auch beitreten und das Pfund dafür aufgeben. :)


    Die Alternative wären einzelne nationale Währungen - das wäre dann ein Ergebnis, das die ehemaligen Alliierten nach der dt. Vereinigung gar nicht haben wollten.


    Die Niederlande würde ich übrigens nicht zu einem "germanischen Block" hinzuzählen. Passender wäre dann vielleicht Neu-Habsburg ... aber ich schweife ab. ;)

    Ich würde gerne mal eure Meinung zu folgenden Gedanken hören: wenn der Euro trotz aller Beteuerungen und Versuche aus Brüssel, ihn zu stabilisieren, bis Ende des Jahres doch auseinanderfallen sollte, was wäre dann wahrscheinlicher?


    1) eine Rückkehr zu einzelnen nationalen Währungen oder
    2) eine Bildung von einzelnen Währungen in Südeuropa und die Bildung einer Währungsunion der nordeuropäischen Staaten? (Finnland, Frankreich, Deutschland, Österreich, Niederlande, Luxemburg? )


    Ich rechne mit 2), da F die Kontrolle über D nie wird aufgeben wollen und sich letztlich auch eine finanzielle Absicherung der eigenen Kredite durch D verspricht. In D könnte die "Nordunion" als die kleinere Lösung angesehen werden: besser eine kleine Währungsunion als nichts - insbesondere von denjenigen, die aktuell vor einer Rückkehr zur DM warnen.


    Welche Auswirkungen hätte das für Anlagen, die man heute in Deutschland tätigt, um sein Vermögen vor dem drohenden Eurozerfall zu sichern?


    Gold: der POG stiege bei einem drohenden Eurozerfall weiter stark an, da die Kaufkraft des Euro abnimmt. Nach Einführung des Nordeuro (NEURO), für den ich nicht zwingend eine Goldbindung oder eine Rohstoffbindung sehe, da hinter ihm die starken Volkswirtschaften der heutigen Eurozone stehen, wird der POG in NEURO vermutlich verlieren. Der Vorteil von Gold liegt aber unbestritten darin, dass das Kapital unabhängig von einem Dritten gehalten wird - also außerhalb der Banken. Die notwendigen Abschreibungen der Finanzinstitute beim Aufbrechen der Eurozone dürften nur mit massiven Zahlungen und Garantien durch Steuergelder aufzufangen sein.


    EUR: (Tagesgeld etc. bei einem dt. Institut) sofern es den Zerfall der Eurozone bei dem entsprechenden Institut übersteht (Genossenschaftsbanken? ) würde es in NEURO umgetauscht und wertet anschließend gegenüber anderen Währungen auf - voraussichtlich auch gegenüber dem Dollar. Die Risiken sind allerdings hoch, dass der Staat beim Umtauschkurs ein Verhältnis wählt, dass unterhalb von 1:1 liegt. Würde das dem Staat helfen, die zu erwartende Schuldenlast aufgrund der zu anstehenden Bankenrettungen zu stemmen oder hätte ein Umtauschkurs von z. B. 2:1 keinen Effekt?


    CHF (oder eine andere Nicht-Eurowährung angeblicher Hartwährungsländer): der Kurs steht aktuell bei 1,15 CHF/EUR. Nach Einführung des NEURO würde der CHF vermutlich abgeben, da die schweizerische Zentralbank ihrerseits hohe Abschreibungen auf ihre Euro-Devisenreserven vornehmen müsste. Könnte die Schweiz ein Auseinanderbrechen der Eurozone finanziell überhaupt stemmen? Wer kennt Zahlen zur Dimension des eidgenössischen Investments in Südeuropa? Wie hoch sind die Devisenreserven in Euro? Ich rechne daher mit Kapitalverkehrskontrollen oder einem Einfrieren ausländischer Guthaben in der Schweiz, um den Finanzsektor zu stabilisieren. Realistisch oder nicht?

    Vermögensberatung ist offensichtlich gerade in, bei den großen Blättern. Wobei die Welt heute recht drastisch durch die verschiedenen Anlageformen gegangen ist und klar gesagt hat, sollte es zu einer Umschuldung Italiens kommen, dann seien auch Tagesgeldanlagen und Altersvorsorgeformen von Ausfall bedroht.


    Gold wird übrigens als Rettungsboot bezeichnet, wobei der Spread zwischen An- und Verkauf als größtes Hindernis genannt wird. Man verlöre also Geld, falls man sein Kapital dahinein verschöbe. Von potenziellem Wertsteigerungen bzw. dem langfristigen Werterhalt ist noch nicht die Rede. Kommt vielleicht noch.


    Insgesamt jedenfalls lesenswerter Artikel, der aufgrund seiner relativ ernüchternden Alternativlosigkeit zu Gold überrascht.


    http://www.welt.de/finanzen/ge…n-aus-der-Euro-Krise.html

    Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat an die Bürger appelliert, angesichts der schwelenden Euro-Schuldenkrise Ruhe zu bewahren.


    http://www.welt.de/wirtschaft/…die-Ruhe-zu-bewahren.html


    es ist zwar nur ein minister und nicht die kanzlerin, aber.... ;)


    Jetzt wird's wohl langsam ernst?! Nochmal konnten der Finanzminister und die Kanzlerin wohl nicht vor die Kameras treten, um für Vertrauen zu werben. Das macht jetzt völlig unverdächtig der Bundeswirtschaftsminister - oder hat er in der Sache eigenmächtig geredet? Beides wäre ähnlich dramatisch zu werten: sollten die Zahlen, die seinem Ministerium über den Abfluss von Geldern vorliegen, etwa zu so einem deutlichen Statement Anlass geben? ... spannende Zeiten, in denen wir leben.


    Ich bin schon lange der Meinung, dass es nicht genügend physisches Gold gibt, um die zirkulierende Geldmenge vernünftig abbilden zu können - das Gold also bezogen auf seine Geldfunktion an sich wertlos ist. :)


    Aber solange andere bereit sind, morgen mehr dafür in Fiat-Geld zu bezahlen, als ich gestern selbst dafür bezahlt habe, soll es mir egal sein.


    Aber zurück zu deiner Frage. Ich rechne damit, dass man einen Rohstoffkorb als Bezugsgröße zusammenstellt, bei dem Gold eine Rolle spielen könnte, aber eben keine Rückkehr zu einem reinen Goldstandard. Wobei auch zu überlegen wäre, ob nicht der chinesische Renminbi an die Stelle des Dollar als Leitwährung treten wird - vielleicht übergangsweise durch Rohstoffe gedeckt, aber langfristig auch wieder eine reine Fiat-Währung sein könnte. Und warum auch nicht: solange die scheinbar unbegrenzte ungedeckte Geldschöpfung nicht ausgenutzt wird oder zumindest von einer adäquaten Güterproduktion unterstützt wird, kann ein Fiat-System ganz gut funktionieren.


    Ich rechne einfach nicht mit einem Rückgriff auf den Goldstandard, auch weil er nicht im Interesse der aktuell Reichen und Mächtigen liegt. Und warum sollte man nicht wieder ein Fiat-Geldsystem einführen? Die Bevölkerung interessiert sich doch heute auch nicht dafür, dass ihr aktuelles Geld kaputtgemacht wird, warum sollte sie sich für ein solides Geldsystem interessieren? Die MSM werden schon eine überzeugende These finden, warum nach einem Neustart alles besser wird: "Diesmal ist alles anders!"


    Die massive Aufwertung von Gold, um die heutige Geldmenge abbilden zu können, kann ich mir nicht vorstellen. Da würden wir über heute utopische Zahlen reden, die eine derartige Wohlstandsverteilung für einige wenige Goldbesitzer bedeuten würde, dass der Rest der Gesellschaft, die davon nicht profitiert, sofort für eine Abschöpfung des Wohlstands und eine Umverteilung sein würde. Bei der Einführung des Goldstandards müsste man m. E. daher immer auch über ein Verbot von privatem Goldbesitz reden, um diese Umverteilung verwirklichen zu können. Wäre das aber im Interesse der heutigen Machteliten, die eventuell selbst mit EM vorgesorgt haben? Halte ich für unwahrscheinlich.

    Was boomt ist das Handwerk (Häusersanierungen, Heizungen, Solaranlagen), da kenne ich einige Selbständige die momentan nicht mehr im Ring rum kommen. Deren eindeutige Aussage geht aber in die Richtung, dass Hausbesitzer jetzt investieren, weil die in naher Zukunft Inflation und/oder Währungscrash befürchten.


    Kann ich für Südwestdeutschland bestätigen. Ich hab mich gestern erst mit einer Hausbesitzerin unterhalten, die ihre Terasse neu fliesen lassen will und dazu noch einen Hang davor abstützen lassen muss. Sie bekommt auf Monate keinen Handwerker. Auch mit Kostenvoranschlägen ist es schwierig, da die Handwerker volle Auftragsbücher und kaum Zeit haben, um sich die Sache anzuschauen.


    Verallgemeinern sollte man es trotzdem nicht, da die Region hier direkt an der schweizerischen Grenze liegt, und viele Leute in Basel arbeiten. Sie dürften bei der Währungsentwicklung CHF/EUR über relativ viel Kaufkraft verfügen und wollen das Geld gegen die Unwägbarkeiten absichern.

    F. William Engdahl: "Gods of Money. Wall Street and the Death of the American Century"


    Spannende Schilderung über die Einflussnahme von Großbanken und einiger Ultrareicher auf die amerikanische Politik im 19. und 20. Jahrhundert sowie den Aufstieg der Federal Reserve und ihr Einwirken auf politische Entscheidungen weltweit. Außerdem z. T. erschreckende Parallelen zur Finanzkrise von 2007/2008.


    Nach Lesen des Buches glaubt man nicht mehr daran, dass weitreichende Entscheidungen auf den weltweiten Finanzmärkten oder in der Politik zufällig passieren, ohne dass einflussreiche Kreise davon profitieren.

    Interessante Randnotiz: Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, wird als möglicher Nachfolger von Timothy Geitner gehandelt, der Gerüchten zufolge bis Ende des Jahre zurücktreten will.


    Vor Hundert Jahren haben die großen Wall Street Banken noch versucht, den Schein zu wahren, dass sie keinen Einfluss auf die US-Regierungspolitik nehmen würden. Diese Scham haben wohl beide Seiten nicht mehr!


    http://www.nypost.com/p/news/b…kPvsPGfZEZM#ixzz1R9o1FzHS

    Wahrscheinlich bin ich hier falsch mit meinen Gedanken aber irgendwie kommt mir das Ganze als Verschwörung vor. Kaum wird gestern in den Medien gemeldet Italien wackelt beruft Obama eine Sitzung ein betreffend den US-Staatsschulden. Am Ende ist hier alles nur ein Schauspiel für die breite Masse gewesen. Weltweit sollen die Währungen kollabieren für einen Reset. Dann kann auch keiner explizit einen Schuldigen finden. Wenn jeder leidet tut es weniger weh so meine Meinung. Dann wird einfach jedes Land wieder mit der Währungsreform konfrontiert. Kommt mir vor wie ein schlechter Film das Ganze. Durch unsere starke Vernetzung des Handels weltweit ist es doch wahrscheinlicher das alle großen Staaten zusammen den Reset durchführen als einzelne. So, das war nur mein Denkansatz.


    Klingt plausibel. Was das Schauspiel für die Masse(n) angeht, bin ich bei dir. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Reset zeitgleich kommen wird. Wenn die ganze Sache dirigiert wird, dann wollen die Kräfte im Hintergrund auch ihren Vorteil einfahren, und das ginge nicht, wenn die Währungspleiten nicht - aus ihrer Sicht geordnet - abliefen. Also nach einem bestimmten Fahrplan. Ich gehe immer noch davon aus, dass der Euro vor dem Dollar zerfallen muss, damit sich die Fed-Banken gegen Dollar an den Sachwerten in Europa bereichern können.


    Nur wird es mit der US-Verschuldensgrenze langsam knapp: der Euro zerfällt nicht bis Anfang August. Dann ist aber Showdown. Entweder kommt es dann zum GO, oder wir erhalten noch mal günstige Kaufkurse für Gold, weil die Staatspleite in den USA doch noch mal hinausgezögert werden kann.


    Noch ein Gedanke, der gegen die These einer gleichzeitigen Staatspleite/Währungsreform spricht: die Regierungen der wichtigsten Industriestaaten müssten sich untereinander auf eine gemeinsame globale Währung einigen. Das halte ich für unwahrscheinlich. Am Beispiel EU sieht man doch täglich, wie uneins die verschiedenen Akteure untereinander sind.


    Selbst wenn man das über den IWF abwickeln wollte und nationale oder regionale Währungen an einen internationalen Währungskorb binden würde, so wie man die Währungen früher an Gold gebunden hat, rechne ich nicht damit, dass diese Übereinstimmung quasi über Nacht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit zustande käme.


    Na ja, wir werden es noch erleben. Ist nur noch eine Frage von Tagen oder ggf. von Jahren. Je nachdem, wie die Sache mit der Verschuldensgrenze ausgeht ...