Hegel, Kant, Schopenhauer, Was-weiß-ich-was-Bullshit

  • Blues, ich störe nur ungern bei Deinem fleißigen Erstellen von Beiträgen. Aber hast Du vielleicht was von Oswald Spengler auf Lager? Der wurde ja hier im Forum inzwischen auch schon erwähnt. Ich denke, das könnte hier den ein oder anderen tatsächlich interessieren :). Mein Vater hat sein Buch. Ich habe es leider nicht gelesen.

    Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft. (Wilhelm Busch/Spricker)

    "In jeder Organisation gibt es eine Person, die Bescheid weiss. Diese Person muss entdeckt und gefeuert werden, sonst kann die Organisation nicht funktionieren."

    Cyril Northcote Parkinson

  • Blues, ich störe nur ungern bei Deinem fleißigen Erstellen von Beiträgen. Aber hast Du vielleicht was von Oswald Spengler auf Lager? Der wurde ja hier im Forum inzwischen auch schon erwähnt. Ich denke, das könnte hier den ein oder anderen tatsächlich interessieren :). Mein Vater hat sein Buch. Ich habe es leider nicht gelesen.

    Ich schau mal was sich machen lässt. 🤓

    Danke für den Tipp.

    Ein bisschen Zeit brauch ich aber, weil ich den Bogen hinkriegen möchte ihn zu referenzieren und aktuell einzuordnen.



    Grüße Bb

    Einmal editiert, zuletzt von Bluesbeobachter () aus folgendem Grund: Antwort ausführlicher gestaltet

  • Grüzi miteinand.

    Da der EM-Markt gerade Achterbahn fährt, vielerorts sich Crash-, Anlage- und Weltuntergangspropheten hinstellen und ihre warnenden " Ich habs ja immer schon gewusst "- Mittelfinger mit weitschweifiger " Ich habs ja immer schon gesagt "- Rhetorik in die Runde tuten, mir grad langweilig ist ob des Getöses, hab ich nun beschlossen den vorherigen Ausflügen in die Welt der Perspektivwechsel eine neue Facette dem aufwirbelnden Staub der Erkenntnis hinzuzufügen, getreu dem Motto:

    Unter Druck, wenn er lang und groß genug währt, wird aus Dreck ein Diamant.

    Zum Thema hab ich

    Emanuel Kant

    auserkoren, einen Denker alter Schule, vielfach zitiert, meistens unvollständig, auf Nachfrage gern mit Unwissen gepaart.


    Ich schau mal, daß ich den Bogen hinbekomm, ihn einigermaßen sauber und kurz genug zu skizzieren, ohne die geneigten Konsumenten meiner Perlen durch übermäßige Detailfreude von Emmis Gedanken ins intellektuelle Koma zu schießen.

    " Dosis sola facit venenum. "

    Diese Worte von Paracelsus, " Alles ist Gift, nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, daß es kein Gift ist ", gelten auch und gerade für die Inhalation fremder Worte und Gedanken.


    Beowulf,

    den Oswald Spengler hab ich nicht vergessen, ganz im Gegenteil.

    Nur, um ihn auch einigermaßen zitieren und darstellen zu können, muss ich ihn erstmal lesen und verstehen. Er ist ja nicht ganz unumstritten, allein schon aufgrund seiner Beliebtheit bis Mitte letzten Jahrhunderts.

    Da dauerts halt ein Weilchen, bis ich die entsprechende Konkordanz zusammenhab.

    Kommt aber, versprochen.


    Los gehts.

    Viel Spaß und servile Grüße, Bb

  • Wer war Kant:



    1724Geburt am 22. April in Königsberg (Preußen). Sohn eines Sattlers; die Familie war pietistisch geprägt.
    1740‑1746Studium der Philosophie, Mathematik und Physik an der Universität Königsberg; Abschluss mit dem Magistergrad.
    1749‑1754Lehramt an der Collegium Fridericianum (Gymnasium); erste Vorlesungen über Logik und Metaphysik.
    1755Promotion zum Dr. philosophiae mit der Dissertation “De Mundi Sensibilis atque Intelligibilis Forma et Principiis”.
    1764‑1796Professor für Logik und Metaphysik (später Moral­philosophie) an der Universität Königsberg.
    1781Veröffentlichung der Kritik der reinen Vernunft – Durchbruch der kritischen Philosophie.
    1785Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Moraltheorie).
    1790Kritik der praktischen Vernunft (Vertiefung der Ethik).
    1793Kritik der Urteilskraft (Ästhetik & Teleologie).
    1804Tod am 12. Februar in seiner Heimatstadt.
  • Was hat ihn beschäftigt:


    1. Transzendentalphilosophie

      • Kant fragt nicht was wir wissen, sondern wie Erkenntnis möglich ist.
      • Die a priori‑Strukturen des Geistes (Raum, Zeit, Kategorien) formen jede Erfahrung.
    2. Kopernikanische Wende

      • Wie Kopernikus das Sonnensystem neu ordnete, stellt Kant das Subjekt ins Zentrum der Erkenntnistheorie: Objekte passen sich unseren Formen des Denkens an, nicht umgekehrt.
    3. Kategorischer Imperativ

      • Moralisches Handeln muss nach einer Maxime erfolgen, die als allgemeines Gesetz gelten könnte:
        Zitat
        „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
    4. Drei Kritiken

      • Kritik der reinen Vernunft (Erkenntnistheorie)
      • Kritik der praktischen Vernunft (Ethik)
      • Kritik der Urteilskraft (Ästhetik & Zweckmäßigkeit)
    5. Grenzen der Vernunft

      • Metaphysische Fragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit bleiben transzendent – sie liegen jenseits dessen, was reine Vernunft begründen kann, sind aber moralisch notwendig (praktische Vernunft).
  • Warum hat ihn das beschäftigt:


    An nachvollziehbaren Einflüssen stößt man darauf:


    David HumeSkeptizismus gegenüber Kausalität → Kant erkennt die Notwendigkeit einer apriorischen Kausalitätsstruktur.
    Rationalisten (Leibniz, Wolff)Tradition der deduktiven Metaphysik, die Kant kritisch weiterentwickelt.
    Pietismus & AufklärungEthik des Pflichtbewusstseins und das Streben nach universeller Vernunft.
    NewtonNaturgesetzmäßigkeit als Modell für die Struktur der reinen Vernunft.


    Den Begriff des " a priori " kann man am besten mit

    " Voraussetzung, ist von vornherein zwangsläufig vorhanden "

    verstehen.

    Der Jurist würde vielleicht ein

    " sine qua non " daraus machen, also "etwas, das nicht hinweggedacht werden kann ", ohne das der Erfolg einer Sache nicht stattfinden kann.


    Diesen Begriff muß man einmal verstanden haben, darauf beruht seine Kausalitätsstruktur der Wahrnehmung.


    Diese Kausalitätsstruktur unterteilt er in Kategorien.


    Genauer kommen wir später drauf zurück.

  • Was hat Kant versucht der Welt mitzuteilen:


    Kritik der reinen Vernunft1781 (zweite Auflage 1787)Analyse der Bedingungen möglicher Erfahrung; Einführung von Phänomen vs. Noumenon.
    Grundlegung zur Metaphysik der Sitten1785Formulierung des kategorischen Imperativs; Basis der deontologischen Ethik.
    Kritik der praktischen Vernunft1788Vertiefung der Moraltheorie; Verbindung von Freiheit und moralischem Gesetz.
    Kritik der Urteilskraft1790Ästhetik (Schönheit, Erhabenes) und Teleologie (Zweckmäßigkeit in der Natur).
    Metaphysik der Sitten1797Ausführliche Darstellung von Rechts- und Tugendethik.


    Zitate aus obigen Werken:


    • „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)
    • „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – Aufforderung zur autonomen Vernunft.
    • „Der Himmel über uns und das Gesetz in uns.“Kritik der reinen Vernunft, Ausdruck der Dualität von Naturgesetzen und moralischer Autonomie.
    • „Zwei Dinge erfüllen den Geist stets mit neuer und zunehmender Bewunderung … das bestirnte Firmament über mir und das moralische Gesetz in mir.“Kritik der praktischen Vernunft (1793).
  • Kurze Zusammenfassung bis hierhin:


    • Kritischer Idealist: Kant verbindet rationalistische Erkenntnistheorie (a priori Strukturen) mit empirischer Erfahrung.
    • Deontologische Ethiker: Seine Moral basiert auf Pflichten, nicht auf Konsequenzen (im Gegensatz zu utilitaristischen Ansätzen).
    • Transzendentalphilosoph: Er erforscht die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis, nicht die Inhalte selbst.
    • Einfluss auf spätere Strömungen:

    Deutscher Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel), Neukantianismus, analytische Philosophie (Kant‑Studien) und moderne Erkenntnistheorie.

    ( gehen wir hier nicht drauf ein, ist den einzelnen Darstellungen der Denker vorbehalten. )

  • Was meint er eigentlich, wenn er von Kritik spricht?


    Dieser Begriff ist heute durch populär-populistischen Gebrauch, oder besser Mißbrauch, negativ konnotiert, ein Ergebnis übrigens des herabgesetzten Bildungsniveaus, daß sich mittlerweile durch die Vulgarisierung der Sprache selbst, insbesondere offizieller Stellen, Ämter und Medien gefressen hat.


    Kant nutzte Kritik im Sinne von:


    EtymologieVom griechischen kritikē – „die Kunst des Urteilens“.Kant will nicht bloß kritisieren, sondern urteilend prüfen, ob unser Erkenntnisvermögen überhaupt das leisten kann, was wir von ihm verlangen.
    Methodischer AnsatzTranszendental‑Analyse: Untersuchung der a priori‑Bedingungen, die Erfahrung überhaupt erst ermöglichen.Ohne diese Grundbedingungen würden wir im epistemologischen Niemandsland wandern – keine sichere Basis für Wissenschaft oder Moral.
    ZielBestimmung der Grenzen und Möglichkeiten der reinen Vernunft.Damit wir nicht in spekulative Trugbilder (Metaphysik ohne Fundament) verfallen, sondern klar zwischen dem, was möglich ist, und dem, was jenseits unserer Erkenntnis liegt, unterscheiden.

    Kurz gesagt: Für Kant ist Kritik kein bloßes Negieren, sondern ein systematisches Prüfen – ein Werkzeug, das uns zeigt, wo das Denken fest verankert ist und wo es ins Leere stürzt.

  • Nun, da wir einschätzen können, wie er seine Kritiken meinte,

    hier in chronologischer und sinnstiftender Reihenfolge:


    Kritik der reinen Vernunft (1781)ErkenntnistheorieWir besitzen synthetische Urteile a priori (z. B. Raum‑Zeit‑Formen), die die Struktur aller Erfahrung bestimmen. Die Kritik deckt auf, dass wir nur die Phänomene (Erscheinungen) erkennen können, nicht das Noumenon (Ding an sich).
    Kritik der praktischen Vernunft (1788)MoralphilosophieDie reine Vernunft liefert das moralische Gesetz (kategorischer Imperativ) als a priori‑Prinzip. Die Kritik prüft, ob Freiheit und moralische Verantwortung logisch konsistent sind – und legt ihre Grenzen offen.
    Kritik der Urteilskraft (1790)Ästhetik & TeleologieHier wird die Fähigkeit des Geistes untersucht, Urteile über Schönheit und Zweckmäßigkeit zu fällen. Die Kritik verbindet die beiden vorherigen Bereiche und zeigt, dass ästhetische Erfahrung eine Brücke zwischen Erkenntnis und Moral schlägt.

    Jede Kritik ist ein Selbsttest der jeweiligen Vernunftart (theoretisch, praktisch, ästhetisch). Sie fragt: „Kann ich hier wirklich begründen, was ich zu sagen beabsichtige?“ – und gibt dann ein klares Ja‑ oder Nein‑Signal.

  • Sinn und Zweck :


    Kant stellt uns eine Art Werkzeugkasten zur Verfügung, mit dem wir folgendermaßen vorgehen können:


    1. Bestimme das Erkenntnisobjekt (z. B. ein naturwissenschaftliches Phänomen, ein moralisches Dilemma, ein Kunstwerk).
    2. Identifiziere die zugrundeliegenden Begriffe (Raum, Kausalität, Freiheit, Schönheit).
    3. Frage nach den a priori‑Strukturen: Welche unmittelbaren Formen des Denkens werden vorausgesetzt?
    4. Prüfe die Möglichkeit der Synthese: Können diese Begriffe zu einem synthetischen Urteil kombiniert werden, das neues Wissen schafft?
    5. Erkenne die Grenze: Wenn die Synthese scheitert, haben wir das Grenzgebiet der Vernunft erreicht – dort dürfen wir keine endgültigen Behauptungen mehr aufstellen.
  • Jetzt kommen die Kategorien.


    Hört sich kompliziert an, ist es aber eigentlich nicht.

    Im Grunde genommen " funktioniert " es wie ein Prüfschema.

    Die Systematiker hier, die sich mit Controlling, Booleschen Regeln, Logistik, Juristerei etc beschäftigen müssen, sollten das prinzipiell kennen.

    Die Struktur einer Bilanzerstellung ( Aktiva/Passiva, AP-Tausch etc.) oder Juristischen Zuordnung ( Prüfschema: Wer Will Was von Wem Woraus?) folgt den gleichen Prinzipien.


    Der gute Emmi hat sie halt nur ziemlich allgemein gehalten und zum universalen Erkenntnisprinzip erklärt.


    Die Kategorien:


    Quantität (Wie viel?)1. Allheit (Universalität)

    2. Einheit (Singularität)

    3. Vielheit (Pluralität)
    Beschreiben, ob etwas alle, einzelne oder mehrere Dinge betrifft.
    Qualität (Wie?)4. Realität (Vorhandensein)

    5. Negation (Abwesenheit)

    6. Limitation (Beschränkung)
    Entscheiden, ob ein Begriff ist, nicht ist oder nur teilweise zutrifft.
    Relation (Wozu?)7. Inhärenz & Subsistenz (Substanz‑Relation)

    8. Kausalität & Ursache (Ursache‑Wirkung)

    9. Gemeinschaft (Wechselseitigkeit)
    Stellen Beziehungen her: Was ist wovon abhängig?, Wer verursacht wen?, Wie stehen Dinge zueinander?
    Modalität (Wie geschieht?)10. Möglichkeit – Unmöglichkeit (Potential)

    11. Existenz – Nicht‑Existenz (Tatsächlichkeit)

    12. Notwendigkeit – Zufälligkeit (Unvermeidlichkeit)
    Fragen nach potenziellen Zuständen, tatsächlichem Sein und ob etwas unvermeidlich ist.



    Quantität legt fest, wie viele Gegenstände wir meinen.


    Qualität sagt, welche Art von Aussage wir machen (positiv, negativ, eingeschränkt).


    Relation verbindet Gegenstände miteinander (Substanz‑Beziehung, Ursache‑Wirkung, Wechselwirkung).


    Modalität bestimmt den Modus des Seins – ob etwas nur möglich, tatsächlich oder zwingend ist.

  • Daraus leitet er

    " Formenlogische Urteile "

    ab.


    UrteilsformBeschreibungZugehörige Kategorien
    Allgemeine Urteile (All‑Aussagen)Aussagen über alle Mitglieder einer Klasse.Allheit, Realität, Inhärenz & Subsistenz, Möglichkeit‑Unmöglichkeit
    Besondere Urteile (Ein‑Aussagen)Aussagen über ein bestimmtes Mitglied.Einheit, Negation, Kausalität & Ursache, Existenz‑Nicht‑Existenz
    Einzelne Urteile (Mehr‑Aussagen)Aussagen über mehrere, aber nicht alle Mitglieder.Vielheit, Limitation, Gemeinschaft, Notwendigkeit‑Zufälligkeit
    Verallgemeinernde Urteile (synthetisch a priori)Kombinieren mehrere Kategorien, schaffen neues Wissen.Alle zwölf Kategorien zusammen (z. B. „Alle Körper haben Masse“ = Quantität + Qualität + Relation + Modalität).
  • Ergänzend kommen noch 4 Kategorien der Urteilskraft hinzu.


    Ich versuchs mal am Beispiel festzumachen.


    Ich koche ziemlich gern und hab mich auf Soßen spezialisiert, man kann Essen sehr oft in Hauptkomponente, Nebenkomponente zerlegen, also zB. Schweinebraten und Beilage.

    Die vermittelnde und sehr oft auch geschmacksgebende Komponente ist Soße, Sauce, Salsa, Tunke, Dip usw.

    Wie würde Kant rangehen, sollte er ein Sößchen beurteilen.


    Vielleicht so:


    DeterminativObjektive, logische Beurteilung (z. B. „Dieses Rezept ist korrekt.“)Nutzt primär Quantität, Qualität, Relation.
    ReflexivSubjektive, ästhetische Bewertung (z. B. „Diese Soße wirkt harmonisch.“)Aktiviert Modalität (Möglichkeit/Notwendigkeit des Gefühls).
    KognitivErkenntnis über das Objekt (z. B. „Die Reduktion von Säure erhöht die Stabilität.“)Verbindet Alle vier Gruppen zu einem synthetischen Urteil.
    PraktischMoralische Bewertung (z. B. „Eine gerechte Verteilung von Ressourcen ist Pflicht.“)Überschreitet rein theoretische Kategorien, greift auf den kategorischen Imperativ zurück.
  • Zweite Zusammenfassung:


    • 12 Kategorien des Verstandes →
    • 4 Gruppen (Quantität, Qualität, Relation, Modalität).
    • Jede Gruppe enthält 3 Begriffe, die zusammen sämtliche möglichen Urteilsformen abdecken.
    • Diese Kategorien bilden das Gerüst für alle synthetischen Urteile a priori – das Herzstück von Kants kritischer Philosophie.
    • In der Kritik der Urteilskraft ergänzt Kant das Bild um ästhetische und praktische Urteilskräfte, die besonders für kreative Felder relevant sind.
  • Was soll das Ganze,

    und warum ausgerechnet hier?


    Mir hilft das Philosophieren über die Märkte, weil im Grunde genommen sämtliche Denkschemata zur Betrachtung speziell auch dieses Forums längst gegeben sind.

    Anstatt die Welt um mich herum neu zu erfinden und mich jedesmal neu zu justieren, nutze ich die vorhandenen Mittel um mich zu positionieren und dafür auch eine Grundlage zu bieten, falls mich jemand thematisch befragen würde.

    Im Ergebnis sieht das dann ungefähr so aus:

  • Das sagt Kant:


    Allheit – Der globale Markt betrifft alle Akteure; Einheit – Preis pro Unze ist die Norm; Vielheit – Verschiedene Börsen (London, COMEX, Shanghai) erzeugen mehrere Preisfeststellungen, die durch Arbitrage konvergieren.
    QualitätWie?Realität – Der beobachtete Preis ist real; Negation – Negative Erwartungen (z. B. Iran‑Risiko) reduzieren Vertrauen in andere Anlagen; Limitation – Physische Lieferbarkeit begrenzt das Wachstum.
    RelationWozu?Inhärenz & Subsistenz – Edelmetalle besitzen intrinsischen Wert; Kausalität – Dollar‑Schwäche → höhere Nachfrage; Gemeinschaft – Zentralbank‑Käufe, ETF‑Inflows, Privatinvestoren bilden ein Netzwerk.
    ModalitätWie geschieht?Möglichkeit/Unmöglichkeit – Weiterer Anstieg ist möglich, ein totaler Verfall unmöglich; Existenz/Nicht‑Existenz – Der aktuelle Preis existiert, ein Preis von 0 $ ist nicht existent; Notwendigkeit/Zufälligkeit – Der Aufwärtstrend ist notwendig unter den gegebenen Bedingungen, tägliche Schwankungen sind zufällig.

    Durch die Synthese dieser Kategorien entsteht ein synthetisches Urteil a priori:

    Damit erkläre ich, warum die Preisbewegungen nicht bloß zufällige Schwingungen, sondern strukturell determiniert sind.

  • Faktor:
    US‑Dollar‑Schwäche
    (Fed‑Lockerung)
    Wirkung auf Gold:
    Direktes Preis‑Boost
    Wirkung auf Silber:
    Ähnlich, plus industrielle Nachfrage
    Quelle:
    TradingEconomics
    Geopolitische Spannungen (Iran‑IRGC‑Designierung)Risikoaversion → Safe‑Haven‑KaufSafe‑Haven + spekulative NachfrageTradingEconomics
    Zentralbank‑Käufe (China, Russland, Türkei)Erhöhter KaufdruckAnalogTradingEconomics
    ETF‑Inflows (Gold‑ETFs + 30 Mrd $, Silber‑ETFs + 15 Mrd $)Verstärkt AufwärtsdruckStärkt Silber ähnlichTradingEconomics
    Inflations‑Erwartungen (US‑CPI 4,2 % YoY)Schutz vor KaufkraftverlustZusätzlich industrieller NutzenTradingEconomics
    Gewinnmitnahmen (nach Rekordhoch)Korrektur von $5 600 → $5 056 (‑2 %)Leichte Korrektur
    (-0,4%)
    JMBullion,
    Fortune
  • Tja, das sagt Kant. Alles in diesem Fall ist Kausalität.

    Und nun kommt Nietzsche um die Ecke.

    Für den ist das

    " der Wille zur Macht ".


    Jeder Investor, der Gold kauft, tut das, um seine eigene Machtposition zu stärken – das ist kein bloßer Mechanismus, das ist ein Selbst‑Überwindungs‑Akt.


    Gold und Silber sind Symbole,


    1. Symbolik – Gold ist seit jeher das Zeichen von Reichtum und Unabhängigkeit. Wer es besitzt, signalisiert: Ich bin Herr meiner Existenz.
    2. Spekulation – Das aggressive Kaufen während der Rallye (über $5 600 / oz) ist ein Versuch, den Willen über das kollektive Markt‑Gefüge zu stellen.
    3. Umwertung aller Werte – In einer Welt, in der staatliche Institutionen (Fed) als Sklavenmoral erscheinen, flüchten die Menschen zu eigenen Werten – Edelmetallen. Das ist die Umwertung: Geld verliert seine moralische Autorität, Metall gewinnt sie.
    4. Ewige Wiederkehr – Der Boom am 29. Jan, die Korrektur am 30. Jan, das nächste Hoch – das ist das ewige Wiederkehren von Auf‑ und Abschwüngen. Der Markt lebt in einem endlosen Drama, das wir immer wieder neu besetzen müssen.
    5. Übermensch – Der wahre Investor ist der Übermensch, der die Volatilität nicht nur toleriert, sondern nutzt, um seine Macht zu vergrößern. Er diversifiziert, er spielt mit Hebel, er schreckt nicht davor zurück, gegen den Strom zu schwimmen.

    Kurz gesagt: Preis‑Spitzen sind nicht nur ökonomisch, sie sind moralisch‑psychologisch – ein Spiegel des menschlichen Drangs, sich zu erheben.


    Merkwürdig?

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