Destiliertes oder Regenwasser kann man durchaus trinken, es gibt aber Regeln dafür.
Um zu verstehen was da passiert, kurz eine Erklärung ( gilt übrigens auch für Meerwasser 
Wasser ist im Körper zu ca. 70 % ( grob ) Hauptanteil der Körpermasse.
Die übrige Masse besteht aus organischen und nichtorganischen Dingelchen.
Die nichtorganischen sind im Wesentlichen die Salze, und davon überwiegend Natrium und Kalium.
Wo ist das Wasser, ist die entscheidende Frage.
Vereinfacht unterscheidet man drei Räume.
Intrazellulär, also in den Zellen.
Intravasal, also im Gefäßsystem.
Interstitiell, also zwischen den Zellen.
Nu hat diese wunderbare Maschine, die unser Körper ist, diverse Regulationsmechanismen.
Bei Wassermangel haben wir Durst,
bei Energiemangel Hunger.
Und dann kommt eine gewisse Reihenfolge der Zufuhr und Ausfuhr ins Spiel.
Wir stecken uns vermeintlich nahrhafte Sachen in den Mund, wo sie erstmal vorsortiert werden, also Konsistenz wird getestet, gegebenenfalls angepasst durch kauen, Geschmack geprüft ( das ist ein hochsensibles Labor was da in der Nase und in der Zunge arbeitet ), wenns für gut befunden wird, wirds geschluckt😋, ansonsten ausgespuckt🤮.
Das hört sich jetzt völlig banal und vielleicht auch doof an, aber im Notfall haben wir nichts anderes zur Verfügung, als unser Sensorium.
Der Gag ist, wenn wir dieses Warnsystem nicht beachten übernehmen andere Systeme diese Funktion, die wir nicht steuern können.
Wenn wir also etwas trinken, wirds, wenn wir es nicht ausspucken sofort weitertransportiert. In den Magen.
Am Rande: Das Durstsystem registriert Veränderungen der Osmolarität/Osmolalität des intravasalen Volumens ( Blut ) und zeigt Bedarf an bei Verlusten von 300-400 ml Wasser/Volumen, also eine Sensitivität von grob 0,5% Körpermasse oder ca 0,8% Wassermasse.
Wasser verbleibt erstmal im Magen, und zwar solange, bis es isotonisch ist, d.h. es wird an eine Osmolarität von ca. 280-300 mosm( Milliosmol ) angepasst, entspricht ungefähr 0,9 g Kochsalz pro Liter Wasser.
Heißt, es wird Kochsalz hinzugefügt oder Wasser, je nachdem was man grad trinkt.
Tatsächlich liegt die Wasseraufnahmegrenze bei ca. 300 ml, also das was fehlt.
Trinken wir zuviel nichtisotonische Flüssigkeit, wird uns speiübel, wir göbeln das Zeug in einem ziemlich heftigen Strahl von uns, das ist ein Reflex, der ist nicht unterdrückbar. Vielleicht hat der eine oder andere schonmal Meerwasser ( hohe Osmolarität, > 300 mosm ) aus Versehen geschluckt und diese Erfahrung gemacht.
Bei Hunden kann man das auch sehr gut sehen, wenn die begeistert an der See Meerwasser saufen und dann leicht benommen irgendwann übeln.
Die Grenze von ca 300 Millilitern ist so eine Art Toleranzwert, wo der Anpassungsprozess an das körpereigene Milieu stattfindet.
Und jetzt muss man systemisch denken.
Steh ich also im Dschungel, arbeite, schwitze und piesel so vor mich hin, kein Wasserhahn in der Nähe, keine Kneipe, trinke ich möglicherweise Regenwasser, aus Blatttrichtern, usw., am Polarkreis wirds wahrscheinlich Schnee/Eis sein, also gefrorener Regen, kein gefrorenes Meerwasser. In Kombination mit fester Nahrung klappt das tatsächlich sehr gut.
Mutter Natur liefert gelegentlich auch ihre Snacks in Form von Früchten etc..
Ein Apfel, eine Birne und diverse andere Leckereien sind ziemlich ausgeklügelte Nahrungsmittel mit günstigen Zusammensetzungen, die kein Lebensmittelchemiker oder -betrieb auch nur annähernd nachahmen könnte. Früchte enthalten Wasser in einem optimal verwertbaren gefilterten Zustand, den bekommt ein technischer Filter ohne großen Aufwand nicht hin.
Trinke ich jedoch zuviel Regenwasser, wirds toxisch, weil der systemische Salzanteil des Körpers runtergeht, Verdünnungseffekt.
Das Zeug geht erstmal nicht mehr in die Zellen, die sind irgendwann voll, im Gefäßsystem ist auch nur begrenzt Platz, es landet also im interstitiellen Raum, der Bürger, die Bürgerin schwillt an, wir bekommen Ödeme. Die folgen der Schwerkraft. Steht der geschwollene Bürger also senkrecht, hat er erstmal Wasser im Fuß, Unterschenkel, und so weiter.
Und dann kommen die anderen regulierenden Einheiten ins Spiel, Nieren, Herz usw.
Bier ist tatsächlich etwas umstritten, hat tatsächlich auch seine Vorzüge, hängt aber von der Zusammensetzung ab.
Ebenso Limonaden und andere Zuckerhaltige Getränke.
Der Fehler, der häufig bei diesen Getränken gemacht wird, ist, sie als Durstlöscher ( s.o.) zu nutzen, und DAS SIND SIE NICHT.
Die Erklärung dafür liegt im Zucker. 🤔
Kurz: Man kann tatsächlich mit Zucker eine isotonische Lösung herstellen, das ist im klinischen Jargon eine G5%, also Glucose 5% Lösung, sind ca. 50g Zucker pro Liter, entspricht ungefähr 280-320 mosm.
Zuckerhaltige Getränke ohne nennenswerten Elektrolytanteil werden verstoffwechselt, also aus der Glucose wird am Ende des Prozesses CO² und H²O.
Das CO² atme ich ab und das H²O bleibt zusammen mit dem sowieso verfügbaren Wasser übrig. Und das ist biochemisch gesehen genauso wie Regen oder destilliertes Wasser. Wir erhalten also irgendwann einen Verdünnungseffekt mit Volumenzunahme. Geht der Bürger dann zwischendurch pieseln, verliert er Elektrolyte, schwitzt er, dann ebenfalls.
Was passiert? Wir bekommen Salzhunger.
Worauf ham wa Bock?
Pommes, Burger, alles was salzig ist.
Trick der Fast-Food-Industrie, siehe Menüs bestehend aus….
Fazit:
Die Mischung machts, und die Dosis.
Im Durchschnitt sind kleine Häppchen zwischendurch sinnvoller als große Mengen.
Bei Durst und Hitze sind Apfel, Melone und Co. sinnvoller als Bier, Limo u.ä.
Bei Durst kleine Mengen Wasser trinken, der entstehende Salzbedarf kann durch Keks oder so leckere Dingelchen wie Landjäger ( Energieträger!) etc. gedeckt werden.
Oder halt einfach mal nen Apfel essen.
Wir sind einfach so angelegt.
Grüße Bb