TriStar Gold

  • Zum Thread-Beginn nochmals die Eckwerte von Castelo dos Sonhos von Tristar Gold in Brasilien:


    - PFS (update 2025) mit 1.4moz Au Reserves und


    - (Total inkl. Reserves) 2.5moz Au Resources.


    - Kein Sulfid-Erz. Open Pit. Zusätzliches Potenzial für UG.


    - NPV bei 5% und Goldpreis 4'000$/oz über 2 Mrd. USD.


    - Aktuelle Marketcap. 57.4 Mio. USD. Domiziliert im Parà State, Brasilien.



    Website:

    TriStar Gold Inc. | Home
    Developing Gold, Delivering Value.
    tristargold.com


    ppt Präsentation:

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    Developing Gold, Delivering Value.
    tristargold.com


    Video des CEO vom Oktober 2025 – vor allem zum Rechts-Case:

    CEO Discusses TriStar Gold’s Latest Update!
    TriStar Gold CEO Nick Appleyard provides an update on Castelo De Sonhos.Stay connected with Adelaide Capital:📬 Sign up for updates: https://www.adcap.ca/sub...
    youtu.be

  • Jetzt zur Analyse der Rechtslage:


    Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF zog im Sommer 2025 vor Gericht, um die vorläufige Lizenz für den Goldabbau aufzuheben, da die indigene Bevölkerungsgruppe der Kayapó in Pará bedroht sei.


    Die MPF weist darauf hin, dass die Lizenz des Bergbauunternehmens ohne vorherige Konsultation der indigenen Bevölkerung erteilt wurde und das Risiko eines Dammbruchs und einer Flussverschmutzung ignoriert.

    https://www.mpf.mp.br/pa/sala-de-imprensa/noticias-pa/mpf-va…



    Im Kern geht es um zwei Aspekte:


    1.

    UN-ILO 169-Prozess zusammen mit der indigenen Bevölkerung wurde nicht durchgeführt. Schaut hier die Karte an:

    https://images.newsfilecorp.com/files/4509/276659_14f7b37f94337af8_002full.jpg


    Gemäss brasilianischen Recht (interministerielle Verordnung) müssen die Indigenen nur dann mit ILO-169 einbezogen werden, wenn (bspw. der Bergbaubetrieb) maximal 10 km von der Grenze entfernt ist.



    2.

    Es geht um Studien, welche das Risiko eines Dammbruchs mindern, resp. entsprechende Notfallpläne.


    Gemäss brasilianischem Bergbaurecht müssen diese Studie NACH der Erteilung der (vorläufigen) Umweltgenehmigung und VOR der Erteilung der Baubewilligung erarbeitet - und durch die zuständige Behörde abgesegnet - werden. Die MPF Para möchte, dass hier das Bergbaurecht geändert wird. Dazu braucht sie einen Entscheid (wahrscheinlich des höchsten brasilianischen Bundesgerichts) damit die Bestimmungen geändert wird. MPF instrumentalisiert also Castelo de Sonhos um "politische" Entscheide zu erzwingen.


    Mit Google Earth pro lässt sich die Lage der geplanten Mine genau ermitteln:

    8°12’07’’ s

    54°59’20’’ w


    Die weitläufigen Stammesgebiete der "Menkragnoti" und "Bau" sind deutlich erkennbar: Die Grenze zum Urwald ist östlich der geplanten Mine.


    Es geht ja nicht darum, dass die MPF den Bau der Mine (komplett) verhindern möchte. Sondern die MPF will, dass das Konsultationsverfahren gemäss ILO 169 durchgezogen wird. Extrem aufwendig. Denn zuerst müssen die Indigenen dazu befähigt werden, sich überhaupt qualifiziert einbringen zu können - dauert wahrscheinlich viele Monate mit vielen gutmeinenden NGO's. Nur schon bis man alle Betroffenen (regelmässig) beisammen hat - und das (auch) nachweisen kann.

  • Es ist klar und muss nicht weiter diskutiert werden: UN-ILO 169 ist absolut berechtigt, wenn eine Mine im Stammesgebiet gebaut werden sollte. Das ist hier nicht der Fall. Entfernung zum Stammesgebiet > 20km. Zu Siedlungen wahrscheinlich noch mehr. Auch gibt es keine Gewässer, die von der Mine Richtung Stammesgrenze (nach Osten) fliessen.


    Von besonderem Interesse ist, ob die indigenen Gemeinschaften östlich der geplanten Mine "Castelo dos Sonhos" beeinträchtigt werden können. Die umfangreichen Umweltverträglichkeitsstudie von SEMAS (Bewilligungs- und Aufsichtsbehörde) gibt dazu einen Überblick. Die Studie umfasst >1’600 Seiten.


    Dabei geht es vor allem um das Wassersystem. Grundsätzlich führen die Gewässer von Süden nach Norden. Details findet man unter Ziffer "6.10 Hidrogeologia" auf den Dok-Seiten 409 bis 434.

    https://www.semas.pa.gov.br/wp-content/uploads/2015/10/EIA-ESTUDO-DE-IMPACTO-VOLUME_II.pdf


    Hier der 1. Teil (Volume I):

    https://www.semas.pa.gov.br/wp-content/uploads/2015/10/EIA-ESTUDO-DE-IMPACTO-VOLUME_I.pdf


    Karte Doc-Seite 100 zeigt das (geplante) Minengelände.

    Karte Doc-Seite 102 zeigt die möglichen Absatzbecken (Tailings).



    Hier der 4. Teil (Volume IV) ist nur über Wayback Machine aufrufbar (abgespeicherte Seite)

    https://web.archive.org/web/20250801220859/https://www.semas.pa.gov.br/wp-content/uploads/2015/10/EIA-ESTUDO-DE-IMPACTO-VOLUME_IV.pdf


    Karte Doc-Seite 957 zeigt die Übersichtskarte und die Grenze zu den indigenen Gebiete. Die Distanz beträgt >20km.



    (Vorläufiges) Fazit:

    Ich sehe aus einer (zugegebenermassen) sehr groben Beurteilung und Perspektive auch keine Ansätze dafür (vor allem nicht Wasser), wie die Indigenengebiete betroffen sein könnten. Das Gelände fällt vom Minen-Plateau gegen Osten ab - Flusstal - und steigt dann Richtung Grenze indigene Gebiete wieder an. Also nach menschlichem (resp. meinem persönlichen) Ermessen braucht es keine ILO-169 Konsultation. Und die Frage der Dämme und Evakuationspläne müssen vor der Erteilung der Konstruktionsbewilligung geklärt resp. erstellt werden.

  • Ich verlinke hier (für die Historie) die Klageschrift der Bundesanwaltschaft (43 Seiten). Ich habe sie mit online Translation gelesen:

    https://www.mpf.mp.br/pa/sala-de-imprensa/documentos/2025/acao-mpf-mineracao-castelo-dos-sonhos-pa.pdf


    Das ist kein Alleingang der Bundesstaatsanwältin. Dahinter steckt die folgende Institution:

    História | Instituto Kabu


    Domiziliert in Novo Progresso an der Route 163 nördlich Castelo dos Sonhos.


    Ich kann die Haltung der Staatsanwältin sehr gut nachvollziehen. Es gibt Fragen bspw. bzgl. dem unwahrscheinlichen Fall (Einschätzung MPF) eines Dammbruchs welche geklärt werden müssen. Dann die Luftemissionen. Muss auch geklärt werden. Alles Fragen welche vor Erteilung der Konstruktionsbewilligung angegangen werden. Das ist nicht das Problem.


    Das Problem ist bekanntlich (wie könnte es anders sein) ILO 169. Denn da geht es um eine sog. "informierte" unabhängige Konsultation. Selbstverständlich stünde das Institut zur Verfügung, welches (auch selbstverständlich) durch TriStar Gold bezahlt werden müsste. Und damit dieser Antrag Chancen hat, wurden wirklich alles erwähnt, was es auch noch geben könnte. Auch wurde erwähnt, dass TriStar auf das umfangreiche Wissen der Indigenen zurückgreifen könnte ...

  • Ich möchte (abschliessend) besonders auf den Hauptpunkt der Begründung der MPF eingehen, wonach es eine freie und informierte Meinungsäusserung der Indigenen basierend auf ILO-169 (zwingend) braucht.


    Es ist klar: Die Indigenen wollen am Schluss Entschädigungen heraus diskutieren. So nach dem Motto: Wir sind betroffen resp. könnten betroffen sein. Damit wir dieses Risiko tragen können wollen wir im Gegenzug zu unserer Zustimmung zur Mine xx Millionen Reals.


    Die Indigenen sind gegen den Goldabbau - in ihrem Gebiet. Aber das betrifft die sog. Garimpos (Kleinbergleute). Denn diese Leute verwenden Quecksilber. Daher übersteigt der Grenzwert für Quecksilber im Rio Curuá die definierte Höchstgrenze. TriStar wird kein Quecksilber verwenden. Und das andere "Gift" (Cyanid) wird bei den Tailings (vor der Lagerung im Absetzbecken) herausgelöst und umweltgerecht entsorgt.


    Aber jetzt zur Hauptbegründung. Dazu nimmt die MPF folgendes Urteil vom 3.12.2021:

    https://observatorio.direitosocioambiental.org/wp-content/uploads/2022/11/APELACAO-CIVEL-no-0001592-34.2017.4.01.3908.pdf


    Dabei geht es um das Coringa Gold Projekt von CHAPLEAU EXPLORACAO MINERAL LTDA. Diese Explorationsfirma wurde 2017 von Serabi Gold übernommen. Der Einzelrichter wies damals die genau gleichen Forderungen der MPF ab. Diese akzeptierte das Urteil nicht und ging zum TR-1 (Tribunal Regional Federal da 1ª Região). Dieses Gericht wäre auch für den TriStar-Case zuständig - falls weitergezogen. Das Gericht (Richterin SOUZA PRUDENTE ) wies den Entscheid des Einzel-Richters zurück und bestätigte, dass ILO-169 durchgezogen werden muss.


    Um die Chancen bei Castelo dos Sonhos abwägen zu können lohnt es sich die Argumentation der Richterin genau anzusehen. Konkret geht es um die (bekannte) 10 km-Grenze:

    Der Anhang der interministeriellen Richtlinie definiert einen Mindestabstand von 10 km zwischen der Bergbautätigkeit und dem indigenen Land im Geltungsbereich des Amazonas-Gesetzes. Es ist daher nicht möglich, die genannte Verordnung hinsichtlich des sozioökologischen Wirkungsbereichs einer so umweltschädlichen Wirtschaftstätigkeit wie dem Bergbau starr und restriktiv auszulegen, um im vorliegenden Fall auf die Prüfung der indigenen Komponente aufgrund einer angeblichen Abweichung von 1 km über dem normativen Grenzwert zu verzichten.


    Ihr lest richtig:

    Damals ging es um 1 (einen zusätzlichen) km. Zum Vergleich zu Castello dos Sonhos - gemäss Rechtsschrift MPF:


    - (i) Luftlinienentfernungen auf nicht-flussgebundenen Wegen zwischen den indigenen Gebieten der Baú und Menkragnoti und dem für die Durchführung des Projekts Castelo dos Sonhos vorgesehenen Gebiet, die laut Umweltverträglichkeitsprüfung

    etwa 27 bzw. 25 km betragen (also 15 bis 17 km – nicht NUR um EINEN km).


    - Der geplante Absetzbeckendamm soll knapp 28 km vom Ostufer des Curuá-Flusses entfernt errichtet werden, (...) entlang des Einzugsgebiets wären es 92 km bis zur Grenze zum indigenen Gebiet der Baú.



    Fazit

    Mit diesen Informationen sollte jeder Interessierte in der Lage sein, die Chancen von TriStar - vor Gericht erfolgreich zu sein – abzuschätzen. Ich persönlich sehe das grösste Risiko in der Dauer der Verfahren. Vor allem kann ein Entscheid einer unteren Instanz weitergezogen werden.


    Aber die vorläufige Lizenz bleibt per dato im Kraft. TriStar kann weiterarbeiten. Der Antrag für die Konstruktionsbewilligung kann frühestens im Herbst 2026 bei der zuständigen Behörde eingegeben werden. Denn die Auswirkungen bei der Luft müssen alle 4 Jahreszeiten abdecken. Begonnen wurde im Herbst 2025.


    Was TriStar aktuell nicht machen kann, sind weitere Bohrungen, damit die Reserves und Resources weiter ausgedehnt werden können. Denn Arbeiten vor Ort könnten der MPF weitere Argumente liefern, welche wieder mühsam entkräftet werden müssten - so der CEO im Video.

  • Danke für deine Fleißarbeit und das Teilen!

    Aber ich mache mal etwas whataboutism, Altamira Gold hat… Anmelden oder registrieren

    Alles was ich hier schreibe ist keine Anlageberatung. Ich bin in der Regel in die Werte, bei denen ich mich am Austausch von News und Gesprächen beteilige, investiert! Ich empfehle ausdrücklich seine eigene Recherche zu betreiben um zu investieren.


    Oft schreibe ich Informationen zu den Werten aus dem Kopf, das heißt, wahrscheinlich mache ich öfter mal Fehler oder bin nicht auf dem neuesten Stand.

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