Koreas Börse zittert vor dem Propheten
von Finn Mayer-Kuckuk
Exportlastige Wirtschaften wie Korea trifft der weltweite Konjunktureinbruch besonders hart. Entsprechend hoch sind die Verluste an der Börse in Seoul. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt ein anonymer Blogger im Internet mit besonderer Prognosekraft. Behält er Recht, hat der Kospi-Index noch viel Luft nach unten.Quelle: Handelsblatt
Ein Prophet im Internet verbreitet zusätzlich schlechte Stimmung in Korea: Der mysteriöser Blogger mit Decknamen "Minerva" hat es zu landesweiter Berühmtheit gebracht. Minerva kommentiert auf der Sozialnetzwerkseite Agora das Geschehen an den Finanzmärkten. Er hat korrekt die Insolvenz der US-Investmentbank LehmanBrothers vorhergesagt und auch die dramatische Abwertung der koreanischen Währung Won weitgehend richtig prognostiziert. Nun bringt er die Börse zum Zittern: Am Montag schrieb "Minerva" in einem Zeitschriftenbeitrag, dass der Kospi demnächst bis auf 500 Punkten fallen könnte. Plötzlich sprechen alle über Minerva, zumal er auch in den Hauptnachrichten des beliebten TV-Senders MBC Thema geworden ist. "Minerva macht die Leute etwas nervös", sagt Wirtschaftsexperte Yun. Mit seinem Tagesverlust von 6,7 Prozent auf 948 Punkte scheint der Kospi auf dem Weg zu sein, die Prognose des anonymen Autors zu erfüllen. Im Oktober stand der südkoreanische Börsenindex schon einmal so tief, hatte sich zwischenzeitlich jedoch um 25 Prozent erholt.
Spica dazu: Ist bei uns trotz exakterer und langfristig besserer Ergebnisse unvorstellbar, dass derartige Prognosen in einem TV-Sender ausgestrahlt würden. Hier gibt es nur die astrologische Eingeweidenschau als Astro-TV. Der Crash vom 17.03.2008, ausgelöst durch den Bankrott von Lehmann wurde tagegenau bestimmt, und bereits am 09.03.2008 unter Crash oder Nicht-crash veröffentlicht. Der Gewinn betrug 100% in 14 Tagen. War ne coole Sache. Leider kann ich kein koreanisch lesen, sonst könnte man recherchieren seit wann dieser Minerva Prophet seine Prognosen abgibt und welche "Glaskugeltechnik" oder "Hühnereier" er dazu nutzt.
Hier im Forum konnte man lange vor dem August 2007 über .... Der Beginn der US-Depression ... lesen - Astrologischer Startpunkt war nach spica am: 23.08.2007! Das Problem dabei ist offensichtlich, das meine Zeitprognosen derartig früh erscheinen, das man diese nicht ganz für ernst nimmt. Sind sie dann eingetreten erinnert man sich aufgrund der aktuellen Ereignisse die das Bewusstsein überfluten nur noch vage. Ach ja, da war mal was. Dann überfluten die Experten und Gurus die Medien, also dann, wenn es auch schon der letzte Depp kapiert haben muss. Die NZZ.online berichtet nun, also 1,5 Jahre nach dem Ereignis folgendes:
Zitat
Es fällt ein Kurs nach nirgendwo
Die Dynamik des Abschwungs der Leitindizes erinnert an die grosse Depression
Die Teilnehmer an den internationalen Aktienmärkten haben einmal mehr eine rabenschwarze Woche hinter sich. Der Swiss-Market-Index (SMI) und der Swiss-Performance-Index (SPI) fielen im Gefolge des Dow Jones Industrial, des Weltleitbarometers, um 11,8% und 11,2%. Der «Dow» selbst büsste im Wochenvergleich über 5% ein. Inzwischen hat sich der Dow Jones Industrial so weit von seinem gleitenden Ein-Jahres-Durchschnitt entfernt, wie es seit der Lancierung des Indexes anno 1896 nur in den Jahren 1931 und 1932 vorgekommen ist. Damit hat die Dynamik des Abschwungs aus markttechnischer Sicht das Niveau der grossen Depression erreicht. Auch andere Zahlen geben Anlass für pures Grauen. So beträgt der Jahresverlust des «Dow» derzeit rund 45% (beim SMI sind es rund 39%). Werte über 50% gab es in den vergangenen gut 100 Jahren lediglich im Horror-Jahr 1929.
Der Artikel der NZZ macht deutlich, das es sich bei diesem Abschwung, der hier zweifelsohne mit Hilfe der Astrologie zeitgenau lokalisiert worden ist, um keine Reszession sondern um eine Depression handelt. Einer Depression, deren Beginn mit dem Eintreffen der Finanzkrise im August 2007 ihren Anfang nahm. Der August 2007 wird im Buch von Münchau - VORBEBEN - als Beginn der Misere definiert. Das Buch erschien allerdings lange nach dem August 2007 im Frühjahr 2008 und erklärt die Zusammenhänge der Verbriefung am Kreditmarkt.
Die Kunst der Astrologie besteht eben darin, die Entwicklungen sowie deren Erscheinungen aufgrund von kommenden Konstellationen im voraus zu bestimmen, Richtungen auszumachen, Näherungen zu finden, Zeitpunkte zu ermitteln, Konstellationen zu beschreiben, die in der Zeit auf ihre Erfüllung durch den Menschen warten. Natürlich brauchen wir nicht darüber reden was die Astrologie, in dieser auf die Wissenschaft und ihre Neurosen fixierten Welt ,für einen Stellenwert besitzt. Er tendiert gegen NULL. Anbei der Chart des BIX - des Bankenindex, der wiederum in diesem Forum abgehandelt wurde, und wie ich meine, den Lesern rechtzeitig empfohlen wurde diesen zu shorten. Wie man nachträglich am Chart des BIX sieht, kam der Rat zu einem idealen Zeitpunkt. Das er hier kostenlos abrufbar war, ändert nichts an der Tatsache seines Wertes. Bis zum August 2007 befand sich der Index nahe seines Hochpunktes bei 400 Punkte. Inzwischen ist er bei 113 Punkten angelangt. 113! Wiewiel Prozent sind das? 72% Prozent.
Kein Index von Weltrang konnte mit dieser Performence mithalten, kein Kospi, kein Dow, kein Nikkei, kein DAX außer vielleicht der Shenzen B. Für den aber kam dieselbe Empfehlung. Zusätzlicher Beitrag: Schatten über China vom 22.07.2008
Fazit: Mit dem 23.08.2007 hat das begonnen was die Nachwelt eine Depression nennen wird und dieser Zeitpunkt wurde astrologisch einwandfrei wie vorher definiert. Die Frage also ob sich die europäische Astrologie vor der Wissenschaft und ihren Mitläufern in den Medien zu beweisen habe erübrigt sich. Das Handelsblatt täte gut daran auch in Europa nach derartigen epochalen Leistungen zu recherchieren. Statt dessen bemüht sie einen Asiaten.
Gruss Spica
