Alles anzeigenWir haben zwar unbestritten eine Krise, jedoch keine Inflation oder geschweige denn Hyperinflation. Das was wir momentan haben, ist Stagflation oder besser gesagt Teuerung bei stagnierender bzw. aufgrund stagnierender Produktion bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung. Dies ist keine Wortklauberei, zwischen Teuerung und Inflation zu unterscheiden, sondern ein signifikanter Unterschied, wenn es um Anlagestrategien geht.
In Inflationszeiten steigen alle Sachwerte, genauso wie Edelmetall, einfach weil eine überproportional wachsende Geldmenge auf den Gütermarkt trifft. In Phasen der Teuerung ist eine sinkende Produktion die Ursache für steigende Preise essentieller Güter, was wiederum zu einem konsekutiv sich verstärkenden Kapitalmangel sowohl in Assetmärkten als auch in den nicht zwingend erforderlichen Gütersektoren führt. Die Ausweitung der Geldmengen ist in dieser Phase weitestgehend auf die Buchgelder beschränkt und kommt nur in sehr reduzierter Form am Gütermarkt an. Dies sieht man am besten bei den Investitionen, die ja auch Gütereinkäufe darstellen: sie gehen aufgrund hoher Preise einerseits und Kapitalmangel andererseits zurück. Die Spirale verstärkt sich, und hier ist auch das Saatkorn zur Deflation bereits gelegt.
Edelmetall profitiert in der ersten Phase der Teuerung überproportional, da im ersten Ansatz für den Großteil der Investoren Teuerung und Inflation nicht unterschieden werden können. Sobald aber ein gewisses Maß an Kapitalknappheit überschritten ist, kehrt sich der Effekt um und auch die Edelmetalle fallen gegenüber der Teuerung zurück, einfach weil vielen Investoren das Geld ausgeht, bzw. sie sich übernommen haben und wieder verkaufen müssen. Deshalb laufen die Minenwerte, speziell die Juniors, aktuell gerade katastrophal, da sie erstens schnell veräußerbar sind, und zweitens nicht die ultimative Sicherheit von physischem Metall bieten.
Der Abverkauf der Minen sollte ein Signal sein, dass es wohl doch noch etwas dicker kommen wird bzgl. der Kursentwicklung. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es gerade die Südafrikaner waren, die 1998 mit einem Vorlauf von 2 Jahren zum physischen Metall eine einmalige Hausse begannen, und die nun seit 2006 mit wahrscheinlich auch 2-jährigem Vorlauf eine temporäre oder sogar längere Korrektur andeuten. Erst eine Trendwende bei Anglogold, Goldfields etc. ist für mich ein Zeichen zum Positionsaufbau. Ich denke, dass gerade diese alten Minenhäuser eine langfristige Strategie verfolgen, weil sie um ihre nachlassenden Erzkörper wissen, und da müssen sie ergiebige Minen zukaufen, aber zu einem Preis, der günstiger ist in Relation zu den Reserven als die eigene Bewertung. Deshalb glaube ich, dass sie den Goldpreis noch massiv nach unten treiben werden, um billig an interessante Kleinminen oder auch größere, hoch verschuldete Minen zu kommen (z. B. an Freeport). Auch wenn es eigentlich in den Minen-Thread gehört: als Ergebnis sehe ich eine Konsolidierung auf max. 5 große Goldförderer weltweit.
Deshalb bin ich seit heute auch wieder short, was das Gold anbetrifft, mit Basis 900.
1. Geldmenge ist unerheblich für Inflation. Nur Kreditausweitung ist verantwortlich für Inflation. Z.B. hier:
Nochmal: Geldmenge und Inflation im Kapitalismus
2. Inflation bzw. Stagflation ist unerheblich für Anstieg POS/POG. Entscheidend ist, dass die Realverzinsung im negativen Bereich liegt. Z. B. eine Inflationsrate von 12%-15% lässt den Gold/Silberpreis einbrechen, wenn die Zinsen auf 20% steigen (so geschehen 1980).
Gute Darstellung der Zusammenhänge z.B. hier:
ZitatAlles anzeigen
Slower economic activity in the USA will spill over into other economies, resulting in lower tax revenues. Ironically this will coincide with increased government spending because of the various ‘safety nets’ have been put into place. Unfortunately, lower tax revenues combined with increased spending cause a geometric (not arithmetic) rise in budget deficits. We can therefore expect monetary inflation to continue for a long time.
(…)
According to Gibson’s Paradox: When ‘real interest rates’ fall, gold will rise, and vice versa. This is one of the most completely established empirical facts in the entire field of quantitative economics. Next we’ll look at a gold chart to see if Gibson’s Paradox is reliable.
(…)
In mid 2007 we saw the beginning of the sharpest decline in real rates in almost 20 years. This decline is ongoing, and if we use actual inflation figures, we are probably at -5%. This is incredibly bullish for gold, and provides the ammunition to keep this bull market going for quite a while. Short-term corrections, such as the one that started in March should be viewed as opportunities to add on, not looked upon in fear that the rally is over.
(...)
Featured is the 8 year gold chart. The blue arrows point to the lows that were carved out after a top in the first quarter of the year. The worst pull-back occurred in 2006, and you will recall that ‘real interest rates’ were positive at that time, pressuring the gold price. The good news for gold bulls is that the March 2008 pull-back has already matched that correction,and although it is possible that gold will drop lower, in view of the fact that ‘real interest rates’ are now decidedly negative, one would be foolish to count on prices going much lower.
Large numbers of people who are selling today, may end up buying back at a higher price.
There are a lot of ongoing trends that suggest that the bottom for gold is in place, or very close. Oil, NatGas, copper, platinum and grains, along with the HUI gold stocks chart, are all showing signs of having turned back up again, supporting the commodity bull market.
This commodity bull market has a history of swinging in 20 year cycles. Since the current one started in 2001, we need not expect a top for a number of years yet.