Ich habe mich nur mal gefragt wie solch ein plötzlicher "Absturz" bzw aquivalent dazu auch ein plötzlicher "Anstieg", wie es auch immer mal wieder vorkommt, des Goldpreises zu erklären ist!
Welcome MadDog,
betrachte den POG mal von einer anderen Seite: Als "Anti-Währung", als Indikator dafür, wie es um die Währungen bestellt ist. Währungen steigen und fallen gegenüber Gold, nicht umgekehrt. Wenn der Goldpreis in einer bestimmten Währung steigt, dann vor allem weil die jeweilige Währung unter Druck gerät. Aber nicht gegenüber Gold, sondern zunächst mal gegenüber Dollar, weil der POG in Dollar gebildet wird (ausser man handelt in Dollar, dann natürlich direktes Verhältnis zu Gold).
In akuten Krisensituationen steigt zumeist die Nachfrage nach Dollar, da der Grossteil der weltweiten Verschuldung in Dollar besteht. Daher fällt dann oft der Goldpreis in Dollar erdrutschartig.
Bei der Frage, was den Goldpreis treibt oder drückt spielen daher zunächst mal die Wechselkurse eine grosse Rolle.
Der zweite grosse Punkt ist die Preisbildung an der Comex, die offensichtlich im wesentlichen auf Futures/Termingeschäften basiert. Dort können Teilnehmer gigantische Mengen an Gold verkaufen, das sie gar nicht haben oder eben kaufen mit Geld, das sie real gar nicht haben. Aber gerade diese Positionen haben erheblichen Einfluss auf den Goldpreis, obwohl dahinter eigentlich nur "heisse Luft" steckt.
Das Problem ist: Währungsmärkte/Wechselkurse und Comex-Handel sind beide ziemlich intransparent. Von der Seite aus sind grosse Preisanstiege und Preisrutsche schwer zu erkennen. Für kleinere Bewegungen gibts technische Signale.
Einen grossen Preisrutsch findet man wie gesagt vor allem dort, wo mal wieder eine Liquiditätskrise ausbricht. Dort wird dann alles liquidiert, was sich irgendwie zu Geld machen lässt, natürlich auch Gold (Schuldendruck). Allerdings ist das Vertrauen in die Papierwährungen weltweit im Keller, deshalb findet das verkaufte Gold schnell neue Besitzer und der Preis erholt sich meist sogar binnen weniger Tage (Dubai) oder Monate (Lehman). Dieses Muster war bisher recht zuverlässig.
Grössere Preisanstiege finden meistens ebenso plötzlich statt, aber eher in einem Umfeld "allgemeiner Unsicherheit", zB bei Kriegsgefahr, Terrorattacken, Inflationsangst. Sollte diese Dinge aber gemeinsam mit einer Liquiditätskrise auftauchen, wird die Sache schon wieder unberechenbarer..
Ohne Glaskugel is halt nix mit ruhig schlafen ![]()