Es stimmt schon, iwas Du sagst:
(Hyper-)Inflation in Form von massiver Steigerung von Verbrauchergüterpreisen ist eigentlich nur durch eine intakte Lohn-Preis-Spirale, also bei schnell stark steigenden Arbeitnehmerlöhnen möglich, und dies ist nur möglich, wenn die Produktionskapazitäten in BRD ausgelastet wären. das sind sie gegenwärtig aber nicht. Das spricht für Defla, allerdings steigt die ProduktionsAuslastung in BRD gegenwärtig stark
Ausserdem haben wir weltweit einen gigantischen Angebotsüberhang (hauptsächlich durch diese Massenproduktion in China/Asien). Auch das ist stark deflationär. Das ist übrigends ein WESENTLICHER unterschied der großen Depression 1929/30, wo alle Güter und Produktionskapazitäten im Nachfeld des Krieges sehr knapp waren...

Bei den Chinesen steigen die Löhne stark, aber "importierte Inflation" durch Exportgüter kann zwar hier in BRD Verbraucherpreise erhöhen, aber NIEMALS eine sehr starke Infla oder Hyperinfla auslösen...

Ergo: Die Geldmassen sind im (Zentral-)Bankensystem gefangen, sie kommen da nicht raus. Kredite von den Banken an Unternehmen werden fast keine vergeben. Auch Dies spricht für Defla
Es könnte lediglich, und jetzt kommen wir zu der Argumentation von John williams (Hyper-/starke) Infla innerhalb einer insgesamten Deflation bei einzelnen Rohstoffen aufgrund gigantischer Nachfrage nach diesen einzelnen Rohstoffen entstehen: Er nennt Öl als Haupttreiber.
Könnte stimmen, eine starke Inflation bei z.B. Lebensmittelpreisen innerhalb eines sonst insgesamten deflationären Umfeldes ist durchaus denkbar (die Leute müssen essen, es gibt aber z.B. nur wenige lebensmittel, deshalb infaltionieren die LEbensmittelpreise, aber sonst haben die Leute Angst und horten ihr Geld, alle anderen Güterpreise zB für mercedes, BMW und so weiter fallen aufgrund des deflationären Umfeldes stark weiter... TROTZ der steigenden NACHFRAGE NACH GELD kann in einer Deflation die Nachfrage nach z.B. Lebensmittel stärker Steigen als die nach Geld. Ergebnis: Inflation bei Lebensmittel innerhalb einer Deflation!
Hmmm.... ich gehe mal davon aus, dass Du mir soweit zustimmen würdest.
Trotzdem könnte doch eine Staatsanleihenblase platzen und das Freie Geld dann zu Asset-Inflation innerhalb der Vermögensanlagen führen, also z.B. bei Gold und Silber, oder? Dann wären wir bei einer kombinierten Infla-/Defla-Strategie (Inflation bei bestimmten Assets bei gleichzeitiger Deflation bei den verbrauchergüterpreisen)
Bleibt nur die Frage - unter welchem Szenario könnten die Staatsanleihen -insbesondere in den USA- überhaupt platzen können. Der Dollar/die Staatsanleihen sind ja schliesslich der letzte hort des vertrauens...