ZitatOriginal von tomson
Ich schlag mal diese Antwort vor: weil der Verschuldungsstand mittlerweile so hoch ist, daß nur fortgesetztes Wachstum die Räder am Rollen hält. Es ist kein Speckgürtel mehr da, der Puffer für den kleinsten Abschwung sein könnte.
Hat jemand die nette Grafik zur Hand - Verschuldung als Prozentsatz des BIP über die letzten 100 Jahre? Wir haben die Lage von 1929 weit überschritten.
Das US-GDP beträgt ca. 13 (angelsächsische) Trillionen p.a. lt. http://en.wikipedia.org/wiki/United_States#Economy
Die Summe der Verschuldung des öffentlichen, industriellen und privaten Sektors beträgt ca. 53 (angelsächsische) Trillionen lt. http://mwhodges.home.att.net/debt-summary-table.htm
Also: Gesamtverschuldung USA mittlerweile ca. 400 % der Wirtschaftsleistung.
Edit: Chart Schulden:Wirtschaftsleistung (GDP) kann ich jetzt nachreichen. Sie unten.
Nebenbei: Hat jemand mal die Zahlen für Europa zusammengetragen?
Über die Interpretation im Detail mag man streiten. Aber solche Werte gab es in diesem Jarhhundert eben nur - Ende der 20er Jahre. Da dürfte eine Rezession unweigerlich zur Depression werden.
ZitatEs gibt ja auch Leute welche behaupten Wirtschaftszyklen wie Boom und Rezession entstehen eben gerade durch das Zentralbanksystem (resp. FIAT Geld).
Das sind die Hardcore Goldstandard Anhänger welche sagen mit einem Goldstandard (oder sonstigem Standard) würde es diese extremen Zyklen nicht geben. Und die Wirtschaftsentwicklung würde "schön" gleichmässig verlaufen.
Kann das nicht wirklich einschätzen, vom Gefühl her dünkt mich das aber auch ein wenig weit hergeholt...?
Ich glaube ganz so extrem - "nur schön gleichmäßig" - würden das die Wenigsten ausdrücken. Ein Kreditzyklus wird in der Österreichischen Schule klar beschrieben.
Auch, daß gegen Ende des kreditinduzierten Booms Fehlallokationen von Kapital ("Fehlinvestitionen auf Pump") auftreten. Denk mal an 100 Mrd € (???) für die UMTS-Lizenzen. Das ist bis heute jedenfalls nicht lohnend ausgegangen.
Der entscheidende Unterschied zwischen Goldstandard und Fiat ist der, daß nach den Fehlern, die im Überoptimismus kollektiv gemacht wurden, die Zinsen beim Fiatsystem gesenkt werden, und damit geht das Spiel weiter.
Im Kreditzyklus eines freien Marktes/Goldgeld würde nach solchen Fehlinvestionen jeder Gläubiger wesentlich höhere Risikoprämien für sein Geld verlangen - die Zinsen würden steigen. Und dann würde alles an Kredit, was nicht hochprofitabel investiert wurde, sondern auf Sand gebaut ist, untergehen.... und die zahlungsunfähigen Schuldner auch... und / oder die Gläubiger, die Ihr Geld nicht zurückbekommen, auch.
Wenn die Selbstreinigung "künstlich" verhindert wird, so die Theorie, wird der folgende Absturz um so heftiger. Also würde ich eher sagen: das Fiat-/Zentralbank-/Fractional Reserve-/Schuldgeldsystem (und nicht vergessen: die Kollusion von Banksystem / Wirtschaft / Regierung in der Demokratie eines Wohlfahrtsstaates) verhindert die frühzeitgie Selbstreinigung.
Gruß, GL
Edit: Hier kommt Ludwig von mises "persönlich":
Hier der Link - eine "vorzügliche Adresse": http://www.mises.de/texte/mise…/gegner_goldwaehrung.html
ZitatII. GOLDWAEHRUNG UND ZINSFUSSPOLITIK
Selbst in einem isolierten Staate, der keinerlei wirtschaftliche Beziehungen mit dem Auslande hat, stünde es nicht im Belieben der Notenbank, den Diskontsatz ohne Rücksicht auf die Gestaltung des Zinssatzes auf dem unbehinderten Geldmarkte festzusetzen. Vorübergehend ist es zwar möglich, durch zusätzlichen Kredit – das heißt durch Erweiterung des Umlaufes unbedeckter Noten und Giroguthaben – den Zinsfuß des Marktes zu unterbieten und dadurch eine allgemeine Zinsfußermäßigung herbeizuführen. Durch ein solches Vorgehen, das ja in der Tat immer wieder versucht wurde, gelingt es unzweifelhaft, zunächst gute Konjunktur auszulösen. Doch früher oder später muss die Krediterweiterung zum Stillstand kommen; sie kann nicht endlos fortgesetzt werden. Die fortschreitende Vergrößerung der Umlaufmittelmenge führt zu fortschreitenden Preissteigerungen.
Inflation aber kann nur solange fortgehen, als die Meinung besteht, daß sie doch in absehbarer Zeit aufhören wird. Hat sich einmal die Überzeugung festgesetzt, daß die Inflation nicht mehr zum Stillstand kommen wird, dann bricht eine Panik aus.
Das Publikum eskomptiert in der Bewertung des Geldes und der Waren die erwarteten Preissteigerungen, so daß die Preise sprunghaft über alles Mass hinaufschnellen; es wendet sich von dem Gebrauche des durch die Umlaufmittelvermehrung kompromittierten Geldes ab, flüchtet zum ausländischen Geld, zum Barrenmetall, zu den Sachwerten, zum Tauschhandel, kurz, die Währung bricht zusammen.