Zitat
Original von Rostu
Banken geben nicht aus ihrem Eigenkapital Kredite, sondern verborgen Kundengelder. ...Das nötige Polster verschaffen sich Banken dadurch, daß sie Überweisungen nicht sofort ausführen, sondern dir die Knete erstmal wegnehmen und 2 Tage damit rumtendern.
Sorry, aber.. das halte ich für ein Gerücht, daß die Reseren der Banken aus, sagen wir, zeitweiser Unterschlagung stammen. (nicht daß sie daraus nicht Kapital schlügen, aber als Reserven ausgewiesen dürfte das bei der BaFin nicht gut ankommen).
Wenn die Reserven zum Teil aus wertloser werdenden Papieren bestehen, droht Insolvenz. Dann treibt man entweder Kredite ein, um erstmal liquide zu werden, oder man bietet 6% Zins aufs Tagesgeld, um Kapital anzuziehen.
Aber das regt zur Erweiterung der Liste an:
wem schadet die Abschreibung (Wert löst sich in Luft auf) noch:
- dem Geldmarkt, weil sich die Banken gegenseitig nix mehr leihen wollen, weil die andere technisch insolvent sein könnte; die Zinsen im Interbankenmarkt steigen
- dem Häuslebauer mit flexiblem Zinssatz auf dem Immobilienkredit, weil er bei steigenden Zinsen höhere Raten abdrücken muß (aber hier sind unterschiedliche Kräfte am Werk, deshalb müssen wir wohl abwarten wie es weitergeht)
- Unternehmen, weil sie im Obligationenmarkt höhere Zinsen für ihre Anleihen bieten müssen, um sich zu refinanzieren
- Verbrauchern, weil sie die höheren Zinsen über die Produktpreise zahlen dürfen
- Investoren in gewöhnliche Renten/-fonds, weil die Anleihen bei steigenden Zinsen an Wert verlieren
- den Versicherungen, Banken, Sparern usw. die Geld in Anleihen haben (siehe erster Teil, dort für die Aktien beschrieben)
(das nützt
- erstmal dem Staat, da er als erstklassiger Schuldner eventuell einen Zinsvorteil hat und sich erheblich billiger als der Rest der Wirtschaft über Schulden refinanziert)
(Fortsetzung: wem schadet es - für Jim Sinclair-Jünger)
- es schrumpft insgesamt die Wirtschaftstätigkeit
- sinken die Staatseinnahmen, es steigen entweder die Defizite->Schuldenlast->Steuern, oder es sinken die Staatsausgaben, z.B. Sozialleistungen und Lehrerplanstellen
- werden weitere Klassen von verbrieften Krediten sauer, z.B. Kreditkartenschulden, Verbraucherkredite etc.
- Zahlungsausfälle durch Pleiten, sowie Zinsänderung nach oben setzen in der vorliegenden Lage Fälligkeiten bei Kreditderivaten in Gang - den Absicherungsgeschäften gegen Zahlungsausfälle und Zinsanstieg, und "exotischen" Produkten
- die Gegenparteien der Derivategeschäfte geraten unter Druck, weil sie bei einer breiten Entwicklung in eine Richtung mehr als berechnet zahlen müssen (siehe Krise der Monorails)
- damit wäre eine die Krise bei den Kreditderivaten insgesamt angelangt
- Sinclair frei übersetzt nachempfunden: gehen die einen Derivate hops, tut es auch der Rest
- Zahlungsverpflichtungen würden ausgelöst, die scheinbar am besten in der Maßeinheit "x-faches der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung" beschrieben werden
- die Amplitude der Krise erhöht sich, bis zum "Peng".
- oder die Zentralbanken schmieren die Mechank weiter, bis zum "Plop" (s. Argentinien)
Vielleicht hört es einfach auf zu funktionieren. 
Die Abschreibungen sind natürlich ein symptomatisches Phänomen, nicht der Auslöser des Ganzen im engen Sinne.
Auch Goldinvestoren stehen dann nur "relativ" gesehen gut da. 
Die Paranoiafraktion denkt über Lebensmittellager und Bewaffnung nach. 
Meine Vorschläge leiden unter assoziativer Lockerung. Wo sind meine gelben Pillen? 
Laß es Dir gut gehen. 
GL