Mein Kommentar war eigentlich bezogen auf die Iamgold Minen. Naja, trifft aber genauso auf alle Unternehmen derzeit zu.
Wir haben ja auch schon gesehen, daß SBM und GSS z.B. sehr gute Performer waren.
Beim vorhersehen von Börsentrends war ich noch nie gut. Ich denke, daß erstmal eine kleine oder größere Erholung beim Goldpreis einsetzt und damit eben auch vor allem die ausgebombten Werte gut performen werden. 2-4 Monate.
Aber was dann? Gute Fundamentaldaten sind immer das Netz, daß einen uch längere Durststrecken durchstehen läßt.
Ich denke es ist ganz klar, daß die $1400 einfach nicht reichen. Wird nicht zu einer Erholung der Minen führen, sondern nur zu einem Verlagern der Pleitewelle, die ich auf uns zurollen sehe.
Auch scheinen die AISC nicht so ganz einfach zu berechnen sein. Bei Newmont habe ich schon Werte mit einer Spanne von fast 300$ gesehen.
1999/2000 war der Goldpreis im Tief bei $255. Geholfen haben hedging und high-grading. Dieser Goldpreis entspricht nach der Kosteniunflation der letzten 14 Jahre heute $1250. Wir haben also längst inflationsbereinigt aus Sicht der Minen neue all time lows im Goldpreis. Hier steht der komplette Sektor vor dem Aus.
Die Kapitalmärkte für Minen sind zu, es gibt nichts mehr. Ein weiterer Grund für Pleiten. Beispiele sind ja z.B. die Colossus Pleite, die gestrichene credit facility für Richmont, die wohl kommenden Probleme für die Finanzierung von Avocet. Die Probleme der junirs in Mittelamerika etc.
Auch hedges sind keine Rettung: an sich teilweise sinnvoll wenn man vor dem Goldpreiseinbruch verkauft. Auch dürfte nicht der nominale Goldpreis gehegt sein, sondern vor allem relativ zur Kosteninflation.
Auch haben wir das Damoklesschwert der vollkommen überbewerteten Aktienmärkte. Und die 1.6% Rendite jap. 30-jähriger bei erwarteten 3% Inflation. 10 Billionen US$ Anleihemarkt, fast so groß wie der der USA mit 60% zu refinanzieren in den nächsten Jahren. Das kann gewaltige Umschichtungen aus Japan in internationale Aktienmärkte bedeuten. Kurz: auch hier gewaltige Unsicherheiten.
Ich denke so langsam wir sollten einfach die Investitionsquote hoch lassen und dann mal sehen, ob der jetzige sich anbahnende Preisanstieg beim Gold in 2-4 Monaten ins Stocken gerät.
Statt sich zu viele Juniors anzusehen, wären evtl. die Majors interessanter: In der Vergangenheit haben die Juniors die Projekte entwickelt, die Majors dann gebaut und produziert. Jetzt haben wir bei einigen Minen der Majors riesige Verluste und das Ausgliedern von hochpreisigen Minen wie z.B. Boddington könnte den Markt von oben umkrempeln, da eben wieder vieles auf den Markt käme.
EDIT: Auch nachdenklich machend die Zahlen von Newmont (2012)
4,78 mio ozs production
$1662/oz received
net cash from operations $2388 mio
capex $3210 mio (2010 $1402 mio)
income before tax $3114 mio
= $1011 costs/oz (earnings before tax)
= $1455 costs/oz (cashflow - 2010 capex)
= $1833 costs/oz (cashflow - 2012 capex)
Spannende Frage, wofür capex bei Newmont verwendet wird, sustaining oder neue Projekte (2010er capex könnte ein Proxy für die sustaining costs sein). Die Kosten auf cashflow Basis sind wohl noch um die Steuerzahlungen zu reduzieren, ca. $170/oz weniger... Ich habe die Bemerkungen im annual report nicht gelesen, wird wohl interessant sein.
Gruß
S.