Wenn die Strathcona Aussagen wirklich so unbegründet sind.
Irgendwie hat es Pretium ja geschafft, unsere Überlegungen alle in eine Richtung zu lenken. Farquharson selbst hat ja auch einmal als junger Mensch eine Mine finanziert wo jeder behauptete, das könne nichts werden. Also ich halte ihn für sehr herlich und sehr kompetent. Allerdings ist er nicht mehr der jüngste.
Quartermain strahlt immer so eine Selbstsicherheit aus, fast schon Arroganz. Pretium kommt das bei Finanzierungen sehr zugute. Auch bei den newsreleases der letzten Wochen hat man sehr gemerkt, wie professionell man vorgegangen ist.
Noch einmal: das Snowden Modell ist quasi eine Art black box, wo nur rein statistisch vorgegangen wird. Es ist sehr gut gemacht, aber auch sehr ambitioniert. Hat uns die Erfahrung nicht gelehrt, daß man Statistiken eher mit vorsicht genießen muß. Bzw. daß Statistik sehr oft falsch hangewendet wird, nämlich z.B. voneiner Gauss Verteilung ausgeganten wird, wo keine ist? Steve Henley von Datamine geht ja sogar so weit zu sagen, daß die modernen Computermodelle die Minenindustrie schädigen.
Bei den Aussagen von Strathcona geht es eben nicht um das abgebaute Material des bulk sample, es geht um die cross-cuts selbst. Mit einem Mal hat man nämlich ein Fenster in den Erzkörper, kann an den Wänden der cross-cuts klar ablesen wie die geologischen Strukturen verlaufen und daß eben diese Strukturen nicht kontinuierlich verlaufen. Als Gegenbeispiel hat ja das Erz von Serra Pelada ebenfalls eine hohe Variabilität. Variabilität, aber es hat keine Diskontinuitäten wie bei Brucejack. Roscoe hat z.B. in der Studie kein MIK angewendet, obwohl es eher anwendbar gewesen wäre als bei Brucejack. Und durch das fehlen von GPS Daten wurden alle alten Bohrergebnisse nicht einbezogen, es bleibt bei den infill drillings von Colossus, die das grid spacing im wesentlichen auf 25mx25m gebaracht haben, selbst also ohne die alten Bohrergebnisse 50mx50m spacing haben dürften. Auf diesen Bohrungen konnte Roscoe nicht einmal inferred resources berechnen. Und Snowden macht bei 20mx40m daraus indicated resources? Kein top-cut? Roscoe hat 150 g/t verwendet. Also ich wage zu behaupten, daß bei 150 g/t top-cut und Anwendung von normalem Kriging die Brucejack Resourcen nur bei unter 2 mio ozs inferred liegen würden, damit also auch keine Reserven möglich wären. Aber darüber streiten sich eben die Gelehrten.
Auch die 4000 vs 5800 ozs spielen keine so große Rolle. 4000 ozs war das estimate des bulk sample, das Strathcona aus dem sample tower berechnet hat. Es war zu erwarten, daß das bulk sample deutlich darüber liegen würde, da der sample tower eben nicht alles Gold findet. Aber diese 4000 ozs Erwartung haben sich nie aus dem block model ergeben.
Für uns bleibt maßgeblich, daß weiterhin eine high-grade Mine nur durch tatsächliche Produktion ihre Reserven bestätigen kann. Daß auf den Modellen also eine gewisse Unsicherheit liegt, die evtl. bei einem Betrag von $700 mio problematisch sein kann. Trotzdem sehe ich darin kein Problem, im Gegensatz zu Colossus sind bei Pretium nicht nur keine Clowns am Ruder, sondern sogar Profis, die gerade dieses Problem gut lösen können sollten. Auch der höhere Goldpreis sollte helfen, wenn die FInanzierung in 1-2 Jahren kommt.
Eine Klage gegen Strathcona wird aussichtslos sein, da Strathcona wohl vertragsgemäß zurückgetreten ist - nicht auf eine elegante Weise zugegeben - und da Pretium selbst die Ausschnitte aus Strathconas Brief veröffentlicht hat. Danach kamen noch einige unglückliche Kommentare von Thalenhorst und Farquharson, aber für eine Klage reicht es nicht.
Die jetzigen Klagen werden mit Sicherheit vor eine US Jury gehen und dort wird Farquharson noch einmal aussagen. Da beide Parteien über wesentlich mehr Informationen verfügen als wir hier, wäre ich sehr vorsichtig wie es ausgeht. Ein Warnsignal ist z.B., daß Pretium anscheinend eine Ansammlung von 1000t 400-500 g/t Erz findet, nicht in einem 0.5m Vein sondern mit 2-4m Breite, und darüber keine news release herausgibt.
Wie gesagt, die Eigenfinanzierung wird wohl nichts, da das was uns als durchschnittlicher Cleopatra Vein verkauftwurde (400-500 g/t) so nicht existiert. Die 60000 ozs Cleopatra Vein Erz abzubauen wird vielleicht das 20-50 fache dessen kosten was man für die 15000 ozs super-high grade ausgeben mußte. Aber das ist auch nicht schlimm, schlimmer wäre es gewesen Cleopatra mit 400 g/t zu haben aber kein Brucejack.
Warten wir es ab, Pretium steht nicht unter Zeitdruck und hat kompetentes Management, kurzfristige Risiken bestehen also nicht - bis auf die Klagen, die wohl keiner einschätzen kann. Ich denke aber nicht, daß die Kläger Erfolg haben werden. Es wird höchstens noch einmal eine Phase geben, wo dreckige Wäsche gewaschen wird und die man für Nachkäufe evtl. nutzen kann.
Gruß
S.