Nachdem die Sibanye Dividende zu reinvestieren war, hat sich mir die Frage gestellt wo denn nun zugekauft werden soll.
Sibanye ist immer noch günstig. FCF / Aktienkurs sollte derzeit bei ca. 3.5 liegen. Allerdings habe ich schon genügen Sibanye Aktien.
Zunächst habe ich mir "normale" Dividendenwerte angesehen. BP oder Kraft hätte ich gekauft. In Japan ist Fuji immer noch billig, allerdings bei höherem KGV, nach einem Aktiensplit 1:00 ca. 1200 Yen Aktienkurs und 1500 Yen net cash pro Aktie. Aber wer weiß wie sich der Yen entwickelt. Außerdem ist man nur Minderheitenaktionär. Sankyo, Sega Sammy sind stark gestiegen, haben operativ aber erheblich eingebüßt. Die Stückzahlen fehlen jetzt im Pachinko Sektor. Nur Sanyo und Kyoraku sind als Privatfirmen klare Marktführer. In Japan wäre noch Accordia Golf interessant. Quasi so wie Fuji nur mit erheblichen Schulden und dem Hautpwert durch Land, exzellten Positionen teilweise direkt am Pazifik etc., gebildet. Philip Morris CR gibt es auch noch oder Bijou Brigitte. Oder die Analogchip-Werte Analog Devices, Texas Instruments oder Linear. Bei KGVs von 17-20 einfach alles zu teuer. Die günstigen BP haben mit KGV 8 und 5% Dividende als einziger Wert eine vernünftige Bewertung. M.E. könnte aber ein Aktiencrash auf uns warten. Goldaktien haben den Vorteil, daß sie nicht nur günstig (KGV) zu haben sind, sondern auch noch ganz klar unabhängig von den normalen Aktien gelaufen sind.
Angesehen habe ich mir
Seabridge: Typisches pipe dream Projekt, wird m.E. nach nichts.
Harmony: Im Vergleich immer noch zu teuer. Wer investiert 4.8 Mrd in Papua Neuguinea?
Durch mein Raster gerutscht waren Goro und Sandstone. Insbesondere Sandstone könnte man kaufen, ich habe bei diesen beiden Werten aber keinen Research betrieben, wäre etwas für das nächste Mal.
Meine Wahl mußte also zwischen Pretium, Colossus und Wits Gold fallen.
Pretium wird noch sehr lange nicht produzieren. Ich weiß auch nicht, ob bei dem jetzigen Chaos überhaupt noch jemals produziert wird, da Strathcona klipp und klar sagt, daß Brucejack keine Resourcen hat. Die haben sich so weit aus dem Fenster gelehnt, daß entweder Pretium zusammenbricht oder Strathcona erhebliche Reputationseinbußen erlebt. Zu undurchsichtig für mich. Ich gebe aber zu, daß die bulk sample Resultate jetzt besser werden sollten und der Kurs ja schön runtergekommen ist. PVG bietet sich also evtl. als kurzfristige Spekulation an.
Dann Wits Gold:
8.5 mio ozs Reserven, >20 mio ozs Resourcen für 30 mio market cap. Management gefällt mir. Wits Gold ist quasi pleite: Sie haben noch 2.5 mio US$ cash und das auch nur, da Chairman Fleming 4 mio an Wits Gold geliehen hat. Allerdings haben sie für 7.5 mio US$ die Burnstone Mine (ex Great Basin) erworben. Great Basin hat dort 800 mio verbaut. Für $100 mio könnte man das Ding auf 130000 ozs pro Jahr bringen. Mit sehr wenig Geld kann man ca. 1t Gold aus den pillars extrahieren und step by step den Aufbau wagen. Aber Wits hat ja nichtmal die 7.5 mio für den Kauf. Wo soll das Geld herkommen? Verwässerung falls noch jemand kauft, chinesische Investoren oder Kredit auf Burnstone. Von den Werten her ist Wits Gold mittelfristig ein 30-bagger mit sehr sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit. Ich denke trotz der geringen Chance, daß es klappt, ist der payoff zu hoch, daß sich ein Einstieg lohnen würde. Da aber der Burnstone Kauf noch nicht unter Dach und Fach ist, schlägt das Pendel gegen Wits Gold aus.
Ich habe mir auch die Frage gestellt: Was wenn es klappt? Dann sind die Erzgrade immer noch sehr niedrig (für SA), ein Fall des Goldpreis auf $1000 wäre dann wieder das Aus.
Fündig geworden bin ich dann bei Colossus, Serra Pelada:
-Hohe Erzgrade, man munkelt von 20g/t plus 10g/t Platin/Pd
-Historische Produktion
-Auch mal 170g/t auf mehrere Meter statt wie bei PVG immer nur 0.5m hotspots
-Steigt im nächsten halben Jahr zum Produzenten auf
-Ohne Reserven, man hat die Mine einfach auf gut Glück errichtet
-175 mio Aktien zu $0.57, 25 mio Warrants bei $0.90, 15 mio Optionen/Warrants bei deutlich höheren Kursen
Wahrscheinlich muß Colossus noch ein letztes Mal finanzieren, wird man sehen müssen. Es deuten sich 2 mio ozs Reserven zu $500/oz an. Die Produktion könnte so um 200000 ozs liegen. Das sind Werte, die noch viel besser liegen als bei Sibanye. Noch produziert Serra Pelada nicht, daher gebe ich diesem positiven Szenario nur eine 15% Chance. 85% Wahrscheinlichkeit würde ich würde ich 500000 oz Reserven bei ebenfalls $500 zurechnen. Verwässerung lasse ich außen vor, dafür auch die Satelliten Erzkörper. 25% gehören nicht Colossus, 35% der Platinmetalle (1/3 des Vorkommens) und 1.5% des Goldes gehören Sandstorm per Royalty. Dann gibt es noch 86 mio Schulden.
Schlechtes Szenario:
500000 ozs bei $800 Marge = $400 mio, davon 75% = $300 mio auf Colossus entfallend. 40 mio gehen an Sandstone per Royalties, 86 mio sind die Schulden, verbleiben $184 mio = $1.05 je Aktie
Die Warrants spielen im schlechten Szenario wegen des Ausübungspreises keine Rolle.
Optimistisches Szenario:
2 mio ozs bei $800 Marge = $1600 mio, $1200 davon auf Colossus entfallend. $170 mio gehen per Royalties an Sandstone, 86 mio für die Schulden, unterm Strich bleiben $944 mio. In diesem Szenario kommen die Warrants ins Spiel, ich rechne also mit 200 mio Aktien. $4.72 je Aktie
Bei 85:15 Wahrscheinlichkeit ergibt sich ein gewichteter Wert von $1.60 je Aktie. Natürlich mit ganz viel Rätselraten.
Das Positive an Colossus ist, daß die Produktionskosten sehr sehr niedrig sein dürften, also auch ein fallender Goldpreis kein Problem ist. Die Spekulation erstreckt sich also nur auf das Projekt selbst, nicht gleichzeitig auf steigende Goldpreise. Da so etwas im derzeitigen Umfeld selten ist, ist Colossus für mich ein klarer Kauf.
Damit jetzt im Depot Sibanye + Colossus Minerals.
Gruß
S.