Vor allem der Nebensatz (wird sich halbieren...) löst bei mir unangenehme Reflexe aus.
Hm, ja vielleicht habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Der Goldpreis müßte sich halbieren gegen etwas, das fair bewertet ist. Meinetwegen gegen Wurst und Käse. Ich fasse die bisherige Diskussion noch einmal zusammen
1)
Langfristig steigendes Dow:Gold Ratio statt Konstante, Robert Rethfeld hat es eindrucksvoll im Chart abgebildet. Das halte ich - grundsätzlich - für richtig. Demnach ist Gold fundamental zu teuer (und 1999 war es fundamental sehr sehr billig). Die Voraussetzungen, die stillschweigend in den Chart eingeflossen sind sind natürlich: langfristige Steigerung der Produktivität durch die industrielle Revolution, marktwirtschaftliche Steuerung der Wirtschaft auf dezentraler Basis.
Ich denke, woernie, wenn es die FED nicht gegeben hätte und wir davon ausgehen, daß das Produktivitätswachstum weitergeht, könntest du hier zustimmen?
2) Das Trompetenmuster von Sharelynx. Auffällig ist, daß wir sowohl bei den Aktienmarkt-KGVs als auch beim Goldpreis seit 1913, seit Gründung der FED also, immer stärkere Ausschläge gesehen haben. Das deutet darauf hin, daß seit 1913 etwas mit der Lenkung der Wirtschaft nicht mehr richtig funktioniert. Sprich: Nicht-lineares Ereignis. Das Trompetenmuster sagt fallendes Dow:Gold Ratio vorher. Im übrigen existiert auch im Dow seit 2000 das Trompetenmuster in kleinerer Form. Immer höhere Hochs: 2000, 2007, 2013, immer tiefere Tiefs, 2002, 2009, 201? ???
In der Summe heißt das doch, daß Gold EIGENTLICH zu teuer ist. Wenn wir fundamental analysieren, wenn wir von einem fairen Markt ausgehen, dann kann man feststellen, daß Gold unter diesen Bedingungen zu teuer ist. Daß Gold aber trotzdem gegenüber dem Dow steigen wird, da wir das Trompetenmuster haben, daß ja eben keine charttechnische Formation ist, sondern aufgrund vieler Fehlentwicklungen in den letzten Jahrzehnten vermutlich ein nicht-lineares Ereignis ankündigt.
Wenn ich mir den Goldpreis naiv charttechnisch ansehe, dann hat der Aufwärtstrend logarithmisch grob gesagt gehalten. Contrarian Analyse spricht ebenfalls kurzfristig und mittelfristig für steigende Preise. Für Aktien kann man die gegenteilige Aussage machen.
Was bleibt für uns? Warten bis der Markt weitere Karten austeilt und wir unsere Thesen weiter überprüfen können.
Mich persönlich würde es gar nicht wundern, wenn das nicht-lineare Ereignis nicht Inflation ist, sondern der Beginn von einem Zinsereignis gemacht wird. Irgendwelche Junkbonds, Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen können unabhängig von Deflation oder Inflation gewaltige Zinssprünge machen.
Gibt es einen Zinssprung, dann spielen plötzlich fixe und variable Zinssätze eine ganz große Rolle. Wenn z.B. interessiert dann noch der Yen-Wechselkurs, wenn bei einem Zinssprung in Japan die variablen Kredite der carry trader hochgehen und nicht mehr durch die fixen Raten der westlichen Staatsanleihen gedeckt werden können? Wen interessieren dann noch Immobilienpreise, wenn in Deutschland zum großen Teil dank der fixen Kreditzinsen Ruhe herrscht, im europäischen Ausland aber dank fast 100% variabler Finanzierung die Implosion erfolgt?
@ Edelweiss
Der Vorteil des Dow ist ja gerade, daß keine Dividenden eingerechnet werden. Ein Unternehmen muß den Unternehmer versorgen, es wird nur das notwendigste bzw. mögliche investiert, der Rest verbraucht. Der Dow bildet den Wert aller volkswirtschftlichen Produktivgüter viel besser ab als der S&P, da ja Dividenden in der Regel auch verbraucht werden und eben nicht reinvestiert werden. Außerdem sind die Dividendenreinvestitionen in der realen Welt steuerfrei gar nicht möglich. Du hast schon Recht, daß der Dow viele Fehler hat, aber im großen und ganzen funktioniert er. gerade langfristig spielen ein paar Prozent Differenz keine Rolle. Keep it simple also bevorzuge ich den Dow und keinen Dax oder S&P 500 für Betrachtungen über lange Zeiträume.
Gruß
S.