Beiträge von Saccard

    Hallo,


    net debt sind nur noch $188 mio, bleibt der Goldpreis so, dann dürfte Sibanye gegen Ende des Jahres schuldenfrei sein (ohne Streiks).


    Das zweite HJ würde normalerweise nochmal deutlich besser ausfallen: 8% mehr Produktion, niedrigere Kosten. Aber wie wir wissen, werden uns Streiks einen Strich durch die Rechnung machen.


    Der Report hat meine Erwartungen etwas übertroffen. Mich hatte nur die Ankündigung von R1.20 headline earnings (R1.56 sind es ja geworden) geschockt: selbst die R1.56 sind nur 97 mio. Aber was zählt ist harter cash flow und da hat man mit ca. 200 mio richtig gut verdient. Trotz miesem ersten Quartal, trotz Oryx Feuer usw.


    Interessant ist die Präsentation, wo man zum ersten Mal etwas von dem herausläßt was noch geplant ist:
    - Produktion 1.7 mio ozs Produktion in 2017
    - Produktion bis 2033
    - ca. 7% Kosteneinsparung durch die neuen Optimierungsprogramme, 20% geplant
    - bei labour kann vor allem im weißen mid-level management gespart werden, vor allem im service Bereich (Gold Fields war also anscheinend total ineffizient...)


    Schade das das alles an der Börse kein bischen honoriert wird, die Performance zuletzt deutlich schlechter als bei Harmony trotz des guten Ergebnis. Harmony hatte ja einen Verlust vermeldet...


    Gruß
    S.

    Glaube ich nicht, wenn ich eine 150% Forderung stelle, wird der Abschluß niedriger sein als bei einer realistischen 15% Forderung.


    Hauptproblem in Südafrika ist ja schon jetzt, daß die Löhne durch die Bank zu hoch sind (Export), daher auch Arbeitslosigkeit 25%.


    Zu niedrig sind sie in der Landwirtschaft, dort nicht mal 1/4 von dem was die Minen zahlen. Die Arbeit in den Minen ist schwer und gefährlich, aber die Arbeiter können teilweise nicht einmal Lesen und in der Landwirtschaft ist die Arbeit auch nicht gerade leicht.


    Das moralisch sinnvolle wären 150 oder 200% Plus bei den Löhnen der vielen kleinen unorganisierten Arbeitnehmer, eine entsprechende Abwertung des Rands und Nullrunden bei den Minenarbeitern.


    Aber die zynische "SPD"-Logik möchte ja den Leuten, die jetzt schon 2 Familien und im Schnitt 10 Personen ernähren können, noch mehr geben während der kleine Arbeitnehmer die Zeche zahlen soll.


    Welcher deutsche Arbeitnehmer, der nicht Lesen oder Schreiben kann, schafft es sich ein Haus, ein Auto und die Ausbildung der Kinder neben der Ernährung der zehnköpfigen Familie zu leisten?


    Gruß
    S.

    Am 13. wird Sibanye HJ zahlen veröffentlichen, R1.20 Gewinn vor Oryx Abschreibung. Da tut sich zu dem auf Basis der Zahlen vom letzten Jahr zu erwartenden Ergebnis eine deutliche Diskrepanz auf. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail, ich bin also schonmal auf die genauen Zahlen, insbesondere zum Free Cash Flow gespannt.


    Die Kursbewegung zuletzt hat sich deutlich von der anderer Minen abgekoppelt. Abwarten ob das positiv oder negativ ist.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo,


    ich habe ihn nur kurz durchgespult, kannte einige der Redner vorher schon. Unter deinem Gesichtspunkt ist es natürlich schon interessant. Ich sage ja nicht daß das was da behauptet falsch ist. Leider ist es nun mal so, daß es so etwas wie eine einheitliche, mehrheitsfähige Version/Darstellung nicht geben kann bei komplexen Verhältnissen. Die welt giert aber nach so einer vereinheitlichten Darstellung und so muß man eben etwas konstruieren. Würde man das ganze versuchen in Teilen gerade zurücken, würde man den Anfang einer eigenen Version konstruierter Realität machen.


    Aber daß irgend etwas zentral gesteuert ist, das denke ich nicht. Das funktioniert nicht. Man muß sich doch nur mal im eigenen Umfeld mit den kleinen Tricksereien umschauen, warum soll es auf der Weltbühne anders sein? Nichts zentral gesteuert, hier mal eine Kungelei, dort mal etwas vorauseilender Gehorsam. Nadelstiche wenn es nicht in eine tendenziell gewünschte Richtung geht.


    Ändern kann man daran nichts, also besser nicht darüber nachdenken und alles mit einem gesunden Mißtrauen aufnehmen.


    Gruß
    S.

    [Blockierte Grafik: http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user3303/imageroot/2013/07/20130729_heart1.jpg]


    Welches Land sticht heraus? $15000-$25000 scheinen die Kosten in einem westeuropäischen Staat zu sein. Argentinien mit Inflationskatastrophe liegt bei ca. der Hälfte bis einem Drittel. Wie kann es da sein, daß Südafrika mehr als doppelt so hohe Kosten hat wie ein europäischer Staat. Vielleicht hat der Rand noch viel mehr Potential nach unten als ich vermutete.


    Über die Abzockerkosten in den USA verliere ich kein Wort. Außer vielleicht daß Obamacare - neben allen Nachteilen die es bringen wird - diese Kosten endlich mal eindämmen wird, da der Staat ganz anders verhandeln kann. Mediziner sind bei uns die Halbgötter in Weiß, in den USA sind es Götter der 7. Stufe. Zeit 5 oder 6 Stufen abzusteigen.


    Gruß
    S.

    Ach Neo, das ist wieder so ein geschichtsrevisionistischer Unsinn, wo alles mögliche vermischt wird. Außerhalb Deutschlands ist man ja sehr vorsichtig, was die Kriegsschuld am 1. Weltkrieg betrifft. Und auch daß es nach 1940 wohl so oder so zu einer Konfrontation mit der Sowjetunion gekommen wäre. Auch wird ja immer wieder unterschlagen, daß der "Überfall" auf die Sowjetunion auf ein Gebiet erfolgte, das wenige Jahre vorher noch polnisch war.


    Damals herrschte eben eine andere Zeit, viele Staaten waren nicht gerade demokratische Musterländer.


    Aber in keinster Weise kann man hinnehmen, daß auch nur auf das geringste das was nach 1933 folgte relativiert wird. Durch und durch waren das verschrobene Verrückte, die teilweise esoterischen Spinnereien anhingen. Siehe Hess mit seinen Elektrobehandlungen und -kuren.


    Schlimm finde ich es wenn die Dinge bewußt so verzerrt dargestellt werden, daß durch einzelne faktisch korrekte Aussagen im Resultat Lügen konstruiert werden. Beispiel die Opferzahlen von Auschwitz, wo die Sowjets bekanntermaßen mehrere Millionen fiktive Opfer erfunden haben, um den jüdischen Anteil nach unten zu korrigieren. In den offiziellen Statistiken ist das alles korrigiert worden. Auch werden immer wieder Zweifel an 6 mio Opfern geäußert. Nun ja, in den offiziellen Zahlen von 6 mio. sind z.B. zwischen 100 und 200000 Holocaustopfer aus dem Deutschen Reich. Kann man ernsthaft behaupten, auf Boden des Deutschen Reiches habe es unter 20000 Opfer des Holocaust gegeben?


    Solche Vorträge schaden unserem Land ganz klar.


    Zudem ist für mich ein Weltherrscher jemand oder eine Familie, die den Großteil des wirtschaftlichen Vermögens auf sich vereint. Weit und breit nicht zu sehen. Pareto Verteilung der Vermögen hatten wir immer und werden wir immer haben, gab es auch bei den DDR-Sparguthaben. Welser, Fugger, Rothschilds etc. sind gekommen und gegangen. Getty, Gates und Buffett würde ich sogar als Gegenbeispiele anführen, denn wenn man noch große Vermögen machen kann, ist die langfristige Konzentrationswirkung des Kapitals wohl nicht so ausgeprägt.


    Gruß
    S.

    Klar jetzt kommt natürlich das Gegenargument , dass der DOW im Gegensatz zu Gold Dividende 'gezahlt' hat. Stimmt ! Allerdings müssen wir dann für eine korrekte Betrachtung auch das Insolvenzrisiko einkalkulieren (wieviele DOW Unternehmen sind seit 1920 vom Kurszettel verschwunden


    Noch etwas sehr wahres.


    Wir wissen ja, daß Gold in den letzten 200 Jahren am schlechtesten abgeschnitten hat, inflationsbereinigt eben 0, Anleihen real 1-2% und Aktien (der USA) real 6-7%.


    Wenn man nun ganz langfristig rechnet, dann dürfte der bereinigte Gewinn nach Inflation bei allen drei Anlageklassen bei 0 liegen. Das kann alleine schon dadurch bewiesen werden, daß es heute keinen Weltherrscher gibt, was ja bei 6-7% real über z.B. 500 Jahre möglich wäre, dann könnte eine Familie quasi den Großteil des weltweiten Wohlstands erwerben. D.h. in nicht vorhersehbaren unregelmäßigen Abständen "kommt immer wieder etwas dazwischen".


    Und da möchte ich auf die Duration verweisen, das Konzept bei der Investition in Anleihen, das die durchschnittliche Kapitalbindedauer angibt. Bei Gold 0, man hat es ja. Bei einer 10-jährigen Anleihe ca. 8. Nach 10 Jahren gibt es das Kapital zurück, davor gibt es Zinscoupons. Je nach Rendite also ca. 8. Bei Aktien kann man das Konzept der Duration auch anwenden. Wichtig ist, daß Aktien NIE das Kapital zurückzahlen. Man kann zwar verkaufen, aber nur an einen anderen Investor. Das ist eine Krücke, geht nur im Einzelfall. Alle Anleger können ihr Geld nicht durch Verkauf untereinander zurückerhalten. Und die Unternehmen können das Kapital auch nicht zurückzahlen, ist ja alles in Maschinen investiert. Rechnet man mit normalen KGV von 13-15 und normaler Dividendenrendite, haben Aktien eine Duration von 24 Jahren.


    Hm. Gold Duration 0 Jahre, 0% Rendite. Anleihen 8 Jahre Duration, 2% Rendite. Aktien 24 Jahre Duration, 6% Rendite. M.E. kein Zufall.


    Die Duration, quasi die Mindesthaltedauer für die Anlegerschaft in der Summe, ist nichts anderes als ein Risikozeitfenster, in dem große Katastrophen zuschlagen können und werden. Oktoberrevolution, WK2, Enteignungen wegen Feindzugehörigkeit etc. 6% Rendite gibt es also nicht, weil Aktien so toll sind, sondern weil der Investor einfach die 6% Realrendite benötigt, um die immer mal wieder zuschlagenden Katastrophen, die Aktien ja aufgrund der langen Duration am häufigsten treffen, ausgleichen zu können.


    Risikobereinigt gibt es m.E. keinen Unterschied in der langfristigen realen Rendite zwischen Gold, Anleihen und Aktien. Die oben nicht berücksichtigte Steuersituation führt eher dazu, daß das Pendel für Aktien negativ ausschlägt.


    Gruß
    S.

    Hallo woernie,


    jetzt wird uns erstmal das Warten auf das Aufdecken der nächsten Karten im großen Pokerspiel nerven. Ich schätze im Herbst ist es soweit...


    Wenn du das Trompetenmuster vor 10 Jahren schon erkannt hast, dann Hut ab! Mein voller Ernst. Eine simple, brilliante Erkenntnis, auf die man trotzdem nicht so schnell kommt. Und vor allem wird m.E. genau diese Idee den Verlauf der nächsten Jahre bestimmen. Es wird bestimmt ein nettes Konzert, wenn die Woernie'schen Trompeten im Gleichklang den Dow unter 6000 und das Ratio in den Bereich von 1 bringen.


    Gruß
    S.

    Vor allem der Nebensatz (wird sich halbieren...) löst bei mir unangenehme Reflexe aus.


    Hm, ja vielleicht habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Der Goldpreis müßte sich halbieren gegen etwas, das fair bewertet ist. Meinetwegen gegen Wurst und Käse. Ich fasse die bisherige Diskussion noch einmal zusammen


    1)
    Langfristig steigendes Dow:Gold Ratio statt Konstante, Robert Rethfeld hat es eindrucksvoll im Chart abgebildet. Das halte ich - grundsätzlich - für richtig. Demnach ist Gold fundamental zu teuer (und 1999 war es fundamental sehr sehr billig). Die Voraussetzungen, die stillschweigend in den Chart eingeflossen sind sind natürlich: langfristige Steigerung der Produktivität durch die industrielle Revolution, marktwirtschaftliche Steuerung der Wirtschaft auf dezentraler Basis.
    Ich denke, woernie, wenn es die FED nicht gegeben hätte und wir davon ausgehen, daß das Produktivitätswachstum weitergeht, könntest du hier zustimmen?


    2) Das Trompetenmuster von Sharelynx. Auffällig ist, daß wir sowohl bei den Aktienmarkt-KGVs als auch beim Goldpreis seit 1913, seit Gründung der FED also, immer stärkere Ausschläge gesehen haben. Das deutet darauf hin, daß seit 1913 etwas mit der Lenkung der Wirtschaft nicht mehr richtig funktioniert. Sprich: Nicht-lineares Ereignis. Das Trompetenmuster sagt fallendes Dow:Gold Ratio vorher. Im übrigen existiert auch im Dow seit 2000 das Trompetenmuster in kleinerer Form. Immer höhere Hochs: 2000, 2007, 2013, immer tiefere Tiefs, 2002, 2009, 201? ???


    In der Summe heißt das doch, daß Gold EIGENTLICH zu teuer ist. Wenn wir fundamental analysieren, wenn wir von einem fairen Markt ausgehen, dann kann man feststellen, daß Gold unter diesen Bedingungen zu teuer ist. Daß Gold aber trotzdem gegenüber dem Dow steigen wird, da wir das Trompetenmuster haben, daß ja eben keine charttechnische Formation ist, sondern aufgrund vieler Fehlentwicklungen in den letzten Jahrzehnten vermutlich ein nicht-lineares Ereignis ankündigt.


    Wenn ich mir den Goldpreis naiv charttechnisch ansehe, dann hat der Aufwärtstrend logarithmisch grob gesagt gehalten. Contrarian Analyse spricht ebenfalls kurzfristig und mittelfristig für steigende Preise. Für Aktien kann man die gegenteilige Aussage machen.


    Was bleibt für uns? Warten bis der Markt weitere Karten austeilt und wir unsere Thesen weiter überprüfen können.


    Mich persönlich würde es gar nicht wundern, wenn das nicht-lineare Ereignis nicht Inflation ist, sondern der Beginn von einem Zinsereignis gemacht wird. Irgendwelche Junkbonds, Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen können unabhängig von Deflation oder Inflation gewaltige Zinssprünge machen.


    Gibt es einen Zinssprung, dann spielen plötzlich fixe und variable Zinssätze eine ganz große Rolle. Wenn z.B. interessiert dann noch der Yen-Wechselkurs, wenn bei einem Zinssprung in Japan die variablen Kredite der carry trader hochgehen und nicht mehr durch die fixen Raten der westlichen Staatsanleihen gedeckt werden können? Wen interessieren dann noch Immobilienpreise, wenn in Deutschland zum großen Teil dank der fixen Kreditzinsen Ruhe herrscht, im europäischen Ausland aber dank fast 100% variabler Finanzierung die Implosion erfolgt?


    @ Edelweiss
    Der Vorteil des Dow ist ja gerade, daß keine Dividenden eingerechnet werden. Ein Unternehmen muß den Unternehmer versorgen, es wird nur das notwendigste bzw. mögliche investiert, der Rest verbraucht. Der Dow bildet den Wert aller volkswirtschftlichen Produktivgüter viel besser ab als der S&P, da ja Dividenden in der Regel auch verbraucht werden und eben nicht reinvestiert werden. Außerdem sind die Dividendenreinvestitionen in der realen Welt steuerfrei gar nicht möglich. Du hast schon Recht, daß der Dow viele Fehler hat, aber im großen und ganzen funktioniert er. gerade langfristig spielen ein paar Prozent Differenz keine Rolle. Keep it simple also bevorzuge ich den Dow und keinen Dax oder S&P 500 für Betrachtungen über lange Zeiträume.


    Gruß
    S.

    Hallo woernie,


    ich sehe nicht so ganz wo wir uns widersprechen. Produktivitätswachstum 1-2% pro Jahr seit 200 Jahren, nichts anderes zeigt der Chart von Rethfeld. Du behauptest die Wirtschaft würde nicht ins unendliche steigen, ich habe geschrieben, daß ich meine Zweifel für das Fortsetzen des produktivitätswachstums für die nächsten Jahrzehnte habe.


    Ich habe geschrieben, daß der Goldpreis gegen eine gedachte 100% stabile Währung permanent verliert, genau wie ein Warenkorb. Gold bleibt gegen Warenkorb gemessen also konstant. Rethfelds Chart finde ich bewundernswert, weil der alte Humbug mit dem Dow:Gold ratio von 1, was ja zwingend kommen soll, entzaubert wird. Du schreibst wir haben seit 1913/1971 keinen Goldstandard mehr. Macht nichts, es geht ja nicht um Geld sondern um Aktien könnte man da schreiben, aber anscheinend hat unser modernes fiat System den Hang zu extremen Ungleichgewichten. Daher finde ich das seit 1913 bestehende Trompetenmuster als realistisches Bedrohungsszenario (wenn man es so sehen will).


    Ich denke wir können uns darauf einigen, daß das zwangsläufig eintretende 1:1 Dow:Gold ratio Quatsch ist. Es geht vielmehr um die Hintergründe, die für die Entstehung der Charts verantwortlich sind, also Wirtschaftswachstum, Produktivität, Inflation, Resourcen, Fehllenkung der Wirtschaft etc. Aus fundamentalen Gründen werden wir kein Dow:Gold 1:1 sehen, nie. Aber aus anderen Gründen ist es sehr wohl möglich. Wenn etwas im Fluß ist so wie 1923, dann haben fundamentale Faktoren erstmal ausgedient.


    Warten wir es ab. M.E. wird in den nächsten 10-20 Jahren etwas passieren, vielleicht die Einführung eines neuen Goldstandard oder etwas ähnliches. Danach ist Gold mit Sicherheit eine schlechte Anlage und Aktien wären wohl wieder zu bevorzugen.


    Die nächsten 10-20 Jahre werden wohl so einzigartig sein, daß nur wenige Episoden aus der Vergangenheit der Wirtschaftsgeschichte relevant sind. Wir brauchen auch keine Prophezeiungen, sondern Karten, mit denen wir uns dem jeweils aktuell gültigen Umfeld entsprechend verhalten können. Denn die Zentralbanken sind wahrhaft allmächtig sofern es nur um das nominelle geht.


    Gruß
    S.


    P.S.: Den Dow kannst du mit allem Gold der Welt mehrfach kaufen, nur die Zentralbanken haben zuwenig. Einer der Vergleiche der wirklich Unsinn ist, weil man daraus nichts lernen kann. Ich würde mir eher die Frage stellen, ob der Dow wirklich soviel wert ist oder ob viele Geschäftsmodelle nicht nur auf Sand aufgebaut sind.

    Hallo zusammen,


    ja natürlich, langfristig verliert Gold immer mehr, das zeigen auch die langfristigen Charts:


    [Blockierte Grafik: http://www.wellenreiter-invest.de/ChartderWoche/20100522.dow.gold.lang.png]


    Wo ist das eine Konstante??


    Aber keine Angst, es spielt für die nächsten 10-20 Jahre keine Rolle. Über einen Zeitraum von 50 Jahren laufen Aktien immer besser, jedenfalls der Dow in der Vergangenheit. Es ist ein alter Hut, daß ganz langfristig immer wieder Katastrophen, WK2, Oktoberrevolutionen etc. Aktien mal eben auf 0 setzen. Die USA war eben in der Vergangenheit der Gewinner. Das ist aber ein anderes Thema, hier geht es erstmal um das Dow:Gold Ratio.


    Da sowohl Goldmenge als auch mögliche Warenproduktion durch den Produktivitätsfortschritt stetig steigen, bleibt der Wert von Gold gemessen in Waren (bekannte Toga- und Herrenanzug Beispiele) langfristig konstant. Man darf ja auch nicht vergessen, daß die Bevölkerung langfristig steigt.


    Gehen wir mal von 170000t Goldbestand und 2700t Jahresproduktion aus, entspricht das einer jährlichen Zunahme von 1.58% was m.E. ein sehr guter Messwert für steigende Produktivität ist. Denn wie verläuft die Goldproduktion: Alle bekannten wirtschaftlichen Vorkommen sind sehr sehr schnell abgebaut, dann kommt wieder ein neuer technologischer Fortschritt und neue Lagerstellen werden wirtschaftlich. Beispiele Zyanidverfahren, heap leaching, Sprengstoffe, moderne Bergbaugeräte etc.


    Wie gesagt, ich gehe von einem Bruch in obiger Grafik aus. 10-20 Jahre bleibt Gold ein gutes Investment, danach nur noch gutes Werterhaltungsmittel aber kein Investment mehr. Dann werden Aktien wieder besser laufen. Die Frage ist nur die Aktien welcher Nation. Ich habe so meine Zweifel daß es die USA oder Europe in der jetzigen Form sein werden.


    Gruß
    S.

    Dieses Dow-Gold Verhältnis erschliesst sich mir nicht. Warum überhaupt mit dem Zeitraum 1900-1910 beginnen? Da würde ja 1913 eher Sinn machen (FED Gründung). Und selbst da liegt der Durchschnitt von 1913-heute eher bei 5-10 (wobei die Ausschläge bekanntlich immer extremer werden).
    Bei 20-25 waren Aktien meist schon sehr überteuert (1929, 1960, 2000)!
    Ich halte Maloneys Einteilung für besser: "The Dow is undervalued in terms of gold when it costs less than 4 ounces of gold, valued fairly at about 7 ounces of gold, and overvalued when it costs more than 10 ounces of gold."


    Du machst dabei einen Gedankenfehler: Du gehst von einer Konstante aus. Das ist das Dow:Gold Ratio aber nicht. Im Verhältnis zu Aktien wird Gold immer weniger wert wie ich in meinem letzten Beitrag erörtert habe. Ist doch auch logisch: Gold ist Geld und wenn man Geld herumliegen läßt verdient man eben nichts. Aktien sind Unternehmen und man verdient etwas. Wobei der Gewinn letzten Endes NUR die Dividenden sind. Alles was einbehalten wird, investieren die Unternehmen in noch mehr Produktivgüter. Die Zahl der möglichen Produktivgüter ist aber begrenzt durch Absatzmärkte etc. Stell dir statt des Dows einfach ein Unternehmen mit den jeweils technologisch aktuellsten Maschinen vor. Die Outperformance von Aktien gegenüber Gold selbst ohne Dividenden komtm ja nicht von ungefähr, die neuen Maschinen sind von den einbehaltenen Gewinnen angeschafft worden, die alten Maschinen einfach irgendwann verschrottet worden.


    Das Dow:Gold ratio ist also keine Konstante sondern ein stetig mit dem Produktivitätswachstum steigender Wert.


    Ich halte den Zeitraum kurz nach 1900 für sehr gut, weil es keine größere Aktienmarktblase gab, es noch den Goldstandard gab und wir ja einen Zeitraum benötigen, um einen Durchschnitt bilden zu können, da ja Aktienbewertungen auch vor der FED extrem schwankten.


    Gruß
    S.

    Habe ich verpasst bzw. ist mir nicht bekannt. Wie kann man das messen ?


    Das kann man theoretisch sehr gut messen. Nämlich am Dow und gemessen an einer virtuell gedachten stabilen Währung.


    Nehmen wir an es gäbe eine 100% stabile Währung. Wie würde sich Gold entwickeln? Es würde immer weiter fallen, da Gold nicht wertstabil ist. Durch langfristig wirkende permanente Produktivitätssteigerung von 1 bis 2% fällt der Goldpreis um diesen Anteil. Genau wie der Preis aller Waren, wo ja auch die Produktivitätsfortschritte wirken. Das bezieht sich natürlich auf Zeiträume von 30, 50, 100 oder 200 Jahren.


    Wie wird sich nun der Dow entwickeln? Aktien bilden ein Produktivmittel ab, das womit die Güter die dem Produktivitätsfortschritt unterworfen sind hergestellt werden. Überschüssige Gewinne werden ausgezahlt, der Rest wird einbehalten, um die Produktivitätmittel der Unternehmen gegen die Obsoleszenz auf dem neuesten Stand zu halten. Aktien fallen also in der 100% stabilen Währung nicht.


    Langfristig bedeutet das: Gold fällt 1-2% pro Jahr gegen Aktien. Zusätzlich hat man Dividenden.


    Nun nehme man einfach den Zeitraum 1900-1910, nehme das damalige Dow:Gold Verhältnis und multipliziere das mit 1.018^100 = 6. Bei einem Dow:Gold ratio von 3-4 vor 100 Jahren währen heute also 18-24 angemessen.


    Selbst ein Dow von 16000 rechtfertigt damit einen Goldpreis von $800. Da der Dow auch eher zu teuer sein dürfte, ist auch Gold weniger wert, m.E. $600-$800. Das konnte man übrigens auch alles 1999 berechnen und man kam zum Ergebnis, daß Gold fundamental viel zu billig ist. Heute ist es fundamental zu teuer.


    Das Problem ist, daß wir eben kein stabiles Währungssystem mehr haben. Durch die vielen staatlichen Eingriffe hat die Wirtschaft doch die Lenkung in immer produktivere Bahnen verloren. Ich denke man kann evtl. für 15-30 Jahre jegliches echtes Produktivitätswachstum vergessen. Wir hatten noch niemals so hohe Finanzschuldenstände, noch nie eine so globalisierte Wirtschaft, no nie so große soziale Ungleichgewichte durch einen Sozialstaat, der die Produktiven überlastet und immer weitere Anreize gegen Leistung setzt. Das wird zwangsläufig nicht-lineare monetäre Phänomene zur Folge haben.


    So wie ich es sehe ist die Titanic ausgelaufen und wir können ein Ruderboot zum doppelten Marktpreis kaufen, bevor wir es später auf der Reise als Rettungsboot gebrauchen werden.


    Später kann sehr schnell kommen. An den Finanzmärkten sind die "Profis" inzwischen unter sich. D.h. Vergleich mit 1929 ist nicht drin (moderater Crash halbjähriger Gegenbewegung, dann langsamer 80% Fall über 2 Jahre), eher mit 1937: damals 40% Absturz in 3-4 Monaten.


    Gruß
    S.

    Vor kurzem lief erst wieder eine Doku über Opale, wo gezeigt wurde wie chinesiche Arbeiter für wenige hundert Euro im Jahr irggendwelche Müll-Schnippsel, die in Australien weggeworfen würden, zu Opal Mosaiken zusammengesetzt haben. Insofern halte ich da eine Aufwertung für möglich, denn das Problem der niedrigen chinesischen Löhne ist wohl hauptsächlich der Wechselkurs.


    Geldschöpfung per se ist nicht inflationär, wenn sie normal über die Geschäftsbanken läuft. Siehe Japan in den 80ern, auch nur moderate Inflation trotz irrsinniger Kreditvergabe. Und genau diese Kreditvergabe mit Bubble in einigen asset Bereichen, führt ja zum Crash und zur Deflation.


    Und wären die Immobilienbesitzer pleite? In Deutschland: nein, hohe Zinsen werden dank fixen Kreditzinsen überstanden. Europa: ja, denn fast alles läuft 100% variabel.
    Und China: dort ist sehr viel auf Cash Basis gekauft. Wenn nicht, dann auch sehr viel Schattenbanksystem. So bizarr wie die Geisterstädte sind: sie zeigen daß die Besitzer zumindest nicht auf laufenden cash flow durch Mieteinnahmen angewiesen sind. Also wohl kaum kreditfinanziert.


    Gruß
    S.

    Was ist eigentlicbh von folgendem Szenario zu halten? Kombiniert Deflation, Inflation und Globalisierungsungleichgewichte. Ich erinnere auch an Japan, wo wir bis 95 auch Deflation und starke asset price collapse + stark steigenden Yen hatten.


    1. Goldpreis ist historisch gesehen bekanntermaßen zu hoch, wird sich halbieren
    2. Immobilien historisch wesentlich zu teuer, Halbierung bis Drittelung, deflationärer Crash
    3. ABER: das ganze in China. Gleichzeitig Vervierfachung bis Verzehnfachung des Yuan
    4. Damit in der westlichen Welt Inflationsraten von 5-20% Minimum bei den Importpreisen. Alternativen zu vielen Dingen gibt es ja nicht mehr außerhalb Chinas.
    5. Damit hohe Zinsen, fehlende Finanzierung der Staatsanleihenkäufe seitens Chinas und somit notwendige Fortsetzung der diversen QE Programme in der westlichen Welt.


    Damit wären die chinesischen Immobilienpreise bereinigt, die ja intern gesehen extrem hoch sind, aus US$ Sicht aber immer noch günstig sind. Die lachhaft niedrigen Löhne der Chinesen - aus US$ Sicht - wären ebenso behoben. Der Goldpreis wäre wieder auf einem historisch normalen Niveau, durch Preisverfall in stabilen Währungen und Inflation in westlicher Welt. Kurz gesagt, es wären so viele wirtschaftliche Ungleichgewichte gelöst, soviele moralische Fehlentwicklungen ausgeglichen, daß dieses Szenario sehr viel Sinn macht.


    Neben den nicht-linearitäten bei der Inflations-/Deflationsentwicklung die wir schon aus den 30ern kennen (Anleihecrash damals) haben wir heute mit der Globalisierung eine ganz andere Situation, die gleichzeitiges Auftreten von hohen Inflationsraten und leichten bis moderaten Deflationsraten in verschiedenen Ländern gleichzeitig bei extremen Währungsverwerfungen sehr wahrscheinlich macht.


    Gruß
    S.

    Also mal ehrlich: die laufenden Kosten sind so hoch, da bräuchte Sibanye mehrere Mrd. um wirklich sicher zu sein.


    M.E. kann im Fall der Fälle die Lösung nur sein: Produktion runter, Leute raus, Minimalbetrieb und selektives High-Grading sowie eine Verständigung mit den Banken. Ich würde das nicht unterschätzen, überall ist ein Goldproduzent nur ein kleienr Kreditnehmer. In Südafrika sieht die Verhandlungsposition gegenüber den Banken aber schon deutlich besser aus, denn wenn es einem schlecht geht, dann geht es allen schlecht und Gold ist immer noch einer der Hauptexportartikel Südafrikas.


    Barrick hat 15 Mrd., Sibanye 300 mio Verschuldung. Wenn Pascua-Lama wegfällt, sieht es bitter für Barrick aus. Als Faustformel gilt, daß bei riesigen Cashbeständen kleinste Änderungen im Aktienkurs zu gigantischen Bewertungsschwankungen führen, während hohe Verschuldung dazu führt, daß große Aktienkursbewegungen an der Bewertung fast nichts ändern, die equity ja immer "on top" zum Fremdkapital kommt.


    Gruß
    S.

    Genau das hoffe ich nicht. Die Verschuldung im Rahmen von einem Jahresgewinn ist vollkommen unkritisch, eher noch zu wenig um von einer gesunden Kapitalstruktur sprechen zu können.


    Wenn ein Unternehmen nicht mehr überlebensfähig ist, geht es so oder so bankrott. Ob nun mit oder ohne Rücklagen, es wird nur hinausgezögert. Eine Hinauszögerung, die den Aktionären nichts nutzt, da keine Dividenden anfallen.


    Börsen sind nur Spielcasinos mit dem netten Nebeneffekt, daß man Anteile an Unternehmen erwerben kann.


    Verdienen können wir Aktionäre - abseits vom erratischen Spielcasino Börse, dessen Gewinne stets unsicher sind - NUR per Dividenden.


    Ansonsten drohen japanische Verhältnisse: 5 oder 10 Jahresgewinne werden gehortet zum Schaden der Aktionäre. Beispiel Nintendo: Nintendo wird eher bankrott gehen anstatt den riesigen Cashberg für Aktienkäufe oder Sonderdividenden zu nutzen.


    Oder Beispiel Takefuji: Nach der ganz an den Gesetzen vorbeigehenden Entscheidung, Schuldnern der letzten Jahrzehnte ihre Zinsen zurückzuzahlen, war der Untergang vorprogrammiert. Jeder cent Dividende blieb den Aktionären, die solide Bilanz (leverage 1:3 im Vergleich zu europäischen Banken mit 1:10 - 1:30) konnte den Bankrott nicht verhindern.


    Gruß
    S.

    Der heutige Kursverlust bei Sibanye vernichtet fast den kompletten Gewinn von gestern. D.h. relativ zu anderen Minen hat Sibanye über 5% verloren und das bei der Meldung, daß neben einer Halbjahresdividende auch bis zu 35% des Gewinns ausgezahlt werden können. Das ist schon die zweite sehr positive Nachricht bei Sibanye, die durch starken und breiten Anstieg der Minen nicht nur ignoriert sondern sogar bestraft wird.


    Gegenwärtig müßte der Nettogewinn bei ca. $1.50 je ADR liegen, d.h. bei 35% Auszahlquote läge die Dividendenrendite bei 16.4%. Wir sollten natürlich nicht vergessen, daß hier wahrscheinlich Streiks die Zwischendividende kaputtmachen werden. Trotzdem gehörte ja gestern z.B. Gold Fields zu den größeren Gewinnern, die genauso von Streiks betroffen wären.


    Gruß
    S.