Beiträge von Saccard

    Wenn wir schon bei Abwertungen sind, der Disput hier geht ja nur darum ob nun Dollar oder Euro erstmal kräftig runtergehen, gibt es neues von der Abenomics Front zu berichten, auf Tagesschau24 gab es einen netten Report, ein Wirtschaftsprogramm nach dem anderen, Experten sprechen schon vom 2. Wirtschaftswunder, Optimismus etc.
    Dann wurde das Abzählen von 1000 Yen scheinen gezeigt. Dann Bilder von der Front: Man zeigte Leute wie sie in einem 100 Yen Shop (= alles unter 75 Eurocent) einkauften. Das ist so als ob bei uns in Deutschland das Wirtschaftswunder ausgerufen wird, die Konsumenten würden mehr einkaufen und man zeigt Bilder von McGeiz.


    Gruß
    S.

    Und wie steht es mit den Handelsbilanzen? Längerfristig ist es m.E. völlig unhaltbar, ja obszön, dass eine Region, die USA, die halbe Welt quasi kolonialistisch ausbeutet, d.h. Waren und Dienstleistungen erhält, und diese nicht "in kind" (mit Gleichwertigem) bezahlt.


    Und was wird dann passieren? Das gute schuldenfinanzierte Leben der USA ist dann vorbei. Aber auch die Exportmaschinen China, Japan und Deutschland. Wir in Deutschland haben das Problem, daß wir zuwenig Binnenkonsum haben. Nicht weil niemand konsumieren möchte, sondern weil niemand kann da die Löhne zu niedrig sind.


    Daß die US Konsumblase irgendwann platzt steht so fest wie das Amen in der Kirche. Hoffentlich haben Japan und Deutschland bis dahin ihren Binnenkonsum angekurbelt und hoffentlich gibt es bis dahin einen ostasiatischen Mittelstand, der groß genug ist um die Lücke wenigstens teilweise zu füllen.


    Gruß
    S.


    Hallo Edel Man,
    genau das itst nicht der Fall, da die EU-Zahlen immer Netto-Zahlen sind. Unterschied: in D. ist das Rentensystem z.B. ein reines Umlageverfahren. Das öffentliche US Rentensystem dagegen ist z.T. Kapitalgedeckt, die Einnahmen werden z.T. direkt in Staatsanleihen gesteckt. Bei uns wird alles sofort verpulvert. D.h. in den gut 16 Billionen Staatsverschuldung sind große Teile, die auf Guthabenseite des Rentensystems wieder auftauchen. Um die Zahlen vergleichen zu können, muß man diese Beträge bereinigen. Die Netto-Verschuldung (net debt oder public debt) der USA ist bei knapp 12 Billionen, macht also 74% des BIP.


    Interessanter halte ich die vielen ausgelagerten Schulden Europas in bad banks z.B. und die versteckten Schulden wie Beamtenpensionen. In Ländern wie Japan gibt es z.B. gar keine Beamten wie bei uns. Auch Italien steht unter Berücksichtigung versteckter Schulden plötzlich viel besser da als manches andere europäische Land.


    74%, 90% und 109% stellen für mich keinen qualitativen Unterschied dar. Allein daraus ableiten zu wollen welche Währung sich wie entwickelt traue ich mir nicht zu. Du hast schon Recht, daß da die Mentalität eine gewaltige Rolle spielen wird.


    Gruß
    S.

    Ganz vorweg: Im Prinzip könnte mir es egal sein, wie weit der Dollar steigt oder der Euro fällt, weil ich meinen Anlegen gegen das Desaster, das so oder so in der Fiatlandschaft generell noch ansteht, glaube gut gerüstet zu sein, und das sind Edelmetalle + Minen. Habe also kein persönliches Motiv zum Niedergang des $.

    Genauso sehe ich es auch, wir können uns ein Urteil aus neutralem Blickwinkel erlauben.

    Das Wirtschaftswachstum der USA ist wie nahezu alle Zahlen gefaket, effektiv ist jedoch eine lang währende gigantische Neuverschuldung, die beispiellos ist. Das spricht nicht für echte, aber vorgespielte, Stärke der US Wirtschaft, die vzw. mit fresh printed money aktiviert wird, und bei der jeder 3.Steuer$ für Schuldendienst bestritten wird bei fast 0% Zins !!

    Eben nicht, es ist genau das richtige. Der Staat macht Schulden, 1 Billion sind gerade mal 6-7% vom BIP, der Privatsektor entschuldet sich. Der Privatsektor hat seine Schulden seit 2008 stetig abgebaut. Richtig natürlich nur, wenn man vom gleichen Szenario ausgeht wie Japan ab 1990.

    Und da komme ich zum einzigen Punkt, der mich wirklich beeindruckt: Ganz Europa hat in den letzten Jahren für die Eurorettung rundherum insgesamt 1 Bio ? hinterlegt, nicht verbraten im Gegensatz zu US Wonderland, die dies seit Jahren lässig in 3/4 Jahren schafft, bei nur einigen zig % größerem BSP.

    Ja, 1 Billion ZUSÄTZLICH zu den Haushaltsdefiziten. Spanien z.B. im Bereich 10% und mehr, ebenso viele weitere Länder. Man darf auch nicht vergessen, daß die USA bei gleich hohen Steuersätzen wie in Europa gewaltige Haushaltsüberschüsse hätten. Ebenso ist eine QE Billion aus den USA nach Europa geflossen, ebenso die Carry Trades aus Japan. Unter dem Strich hat Europa damit ähnlich hohe Defizite wie die USA, dafür aber insgesamt 2.5-3 Billionen QE und Hilfsgelder mitverwendet.

    hat sich der seit Jahren tot gesagte ? "nur" in einem Band zwischen 1,2 und 1,4 bewegt.

    Und genau das ist die Blase. In Japan wird bei starkem Yen innerhalb einer Woche ein Betrag von mehreren hundert Mrd. aufgebracht. Die EZB ist die einzige Zentralbank die Beifall klatscht je absurdere Höhen der Euro erklimmt.


    Letzten Endes kann ich mir keine wirkliche Meinung bilden, bei vielen Argumenten gegen den Dollar spielt stumpfer Antiamerikanismus eine Hauptrolle. Andererseits ist es ja wirklich ein Wettlauf nach unten. Ich habe nur die Befürchtung, daß wir in 20 Jahren hier stehen und die Amerikaner und Japaner 1:3 bis 1:4 abgewertet haben, wir aber durch die vielen Versuche, den Euro möglichst stabil zu halten, 1:10 oder 1:50 abwerten mußten. Japan hat netto 140-150% vom BIP Staatsverschuldung. Hätte Japan nach 1990 gar keine Neuverschuldung mehr gemacht und wären die Nettoschulden bei 60% des BIP 1990 geblieben, so wäre heute das BIP gedrittelt und damit die Staatsverschuldungn bei über 180%.


    D.h. die Sparmaßnahmen in Europa führen zu einer exorbitanten versteckten Neuverschuldung durch rasch wegcrashende BIP Zahlen, z.B. in Spanien, Griechenland, Italien oder Irland.


    Gruß
    S.

    Hallo Edel Man,


    was spricht denn gegen die Parität? M.E. steht die USA in fast jedem Punkt besser da:
    - bessere Demographie
    - weniger Staatsverschuldung (netto-Quote wohl 20% vom BIP geringer als im Euro Durchschnitt)
    - Strukturreformen gar nicht notwendig, da kein ausuferndes Sozialsystem wie bei uns


    Ich persönlich denke, daß wir noch deutlich unter Parität gehen könnten.


    Schwierig ist die Einschätzung schon, denn langfristig spielen die Dinge eine Rolle, die in keiner Statistik erfasst werden.
    - Beamtenpsensionen / öffentlicher Dienst
    - Carry trades (über 1 Billion der QE Gelder sind an non-US Banken geflossen und damit wohl längst in Euro konvertiert)
    - Hang der USA zu moderaten Abwertungen im Gegensatz zu Europa wo immer heile Welt gespielt wird bis die nächste 1:10 Abwertung kommt, daher war der US$ langfristig stärker als italienische Lire die stärker als die deutsche Mark waren (1870-1999)
    - Defizite der US-Haushalte sind höher
    - Euro-Banken sind 3 mal so stark gehebelt wie US Banken


    Für die nächsten Jahre spielt m.E. Frankreich die wichtigste Rolle, die französischen Banken sind im Verhältnis zur Landesgröße gigantisch und spielen fleißig im Carry Trade Markt mit. Da könnte ein überraschender Knall herkommen.


    Der Euro kann ohnehin so nicht gerettet werden, er wird zerbrechen oder durch das Einführen von Eurobonds stabilisiert. Ohne Eurobonds haben wir die perverse Situation, daß man ohne Währungsrisiko in Bonds anderer Länder mit anderem Inflationsprofil und anderer Bonität investieren kann.


    Also was sind denn nun die Argumente für einen Dollar Verfall? Kaufkraftparität Euro/$ liegt immer noch bei knapp über Parität.


    Die Schweinerei beim Euro ist ja, daß wir deutsche Arbeitnehmer die Nachteile von Europa (zurecht) tragen sollen, aber für die gleiche Arbeit nur 1/3 des Lohns z.B. aus Dänemark erhalten, weltweit die höchsten Einkommensteuern bezahlt (inkl. Sozialabgaben, nur Belgien liegt noch höher), die niedrigsten Renbten haben woanders geht man statt mit geplanten 43% bei uns mit tw. über 100% in Rente). Pausen werden in Deutschland auch nicht als Arbeitszeit gerechnet wie z.B. vielfach in Frankreich üblich. Etc. etc. Oder die Italiener, die einmal ihre Agrarerzeugnisse gegen EU-Subventionen angeblich vernichten und dann die gleichen Erzeugnisse doch noch im Markt verkaufen.


    Die USA sind ein Schatten ihrer selbst aber verglichen mit Europa ist es wirtschaftlich das Paradies. Nur Deutschland und teilweise Österreich und Finnland ziehen Europa derzeit aus dem Dreck. Über kurz oder lang werden auch die Blasen in den Niederlanden und Dänemark platzen und dann bin ich mal gespannt wie man das ganze noch retten will, zumindest ohne daß der Euro deutlich unter Parität fällt.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo,


    einfach die Inflationsdifferenz bilden, m.E. bei uns von 2007 bis 2013 2% im Jahr und in Japan -1% pro Jahr. Japan berechnet die Inflation nach den Standards, die bei uns in den 80ern verwendet wurden (und wonach ja unsere Inflation bei über 5% liegen soll was ich persönlich nicht glaube). Ich bin von 3.5% Inflationsdifferenz ausgegangen.
    1.035 ^ 6 = 1.229
    aktueller Wechselkurs 133 * 1.229 = 163.45, also inflationsbereinigt ähnlicher Stand wie 2007.


    Langfristige Entwicklungen in Charts basieren meist auf fundamentalen Entwicklungen, haben also die Tendenz in Zukunft fortgesetzt zu werden, unbegrenzt. Kurzfristige Entwicklungen dagegen basieren meist auf Spekulation und werden durch eine Gegenbewegung bereinigt.


    Da in Japan die Inflation inzwischen über 30 oder 40 Jahre niedriger als bei uns lag macht es doch auch nur Sinn, daß der Yen langfristig teurer gegen den Euro wird.


    Inflationsbereinigt ist der Yen gegen Euro auf einem 10 oder 15 Jahrestief.


    Die Big Mac Preise würde ich nicht überbewerten. M.E. kann man nur ähnliche Länder vergleichen. Z.B. Deutschland und Großbritannien, wo m.E. der Big Mac in GB ca. 20% teurer sein sollte aufgrund der Insellage.
    In Japan sollte der Preis 50-80% höher liegen als bei uns, da die Binnenwirtschaft dort so ineffizient ist, ebenso Insellage, teure einheimische Nahrungsmittelproduktion, Schutzzölle auf Nahrungsmittelimporte. Aber die Preise dort sind ja sogar niedriger als bei uns.


    Auch in Südafrika hängt der Big Mac Preis von der Binnenwirtschaft ab. Führt man sich mal vor Augen, daß ein Minenarbeiter (=Export) 10000-12000 Rand zzgl. evtl. kostenloser Unterkunft hat, der ungelernte Arbeiter im Agrarsektor aber nur 1500 - 2000 Rand, könnte das den billigen Big Mac Preis erklären. Fakt ist jedenfalls, daß 25% Arbeitslosigkeit herrscht und ein Mercedes in Deutschland billiger gebaut werden kann als im Werk in Durban.


    Zum Abschluß noch ein nettes Bildchen zu den Rekord Shortpositionen im Gold, inzwischen Stand von 1999 überschritten. Wer sich noch erinnern kann, weiß wie nett der Hüpfer im Herbst 1999 von 270 auf 330 (nach meinem Gedächtnis) war. Cambior + Ashanti gingen damals pleite.


    [Blockierte Grafik: http://3.bp.blogspot.com/--5pcD3lYD1Y/UaCgTWqO5EI/AAAAAAAAQpQ/aTy_PXtV2pw/s1600/Gold+Shorts.png]


    Gruß
    S.

    Hallo Zwyss,


    schau doch mal in meinen Depot-Thread, da habe ich ein Grafik angehängt bzgl. inflationsbereinigtem Dow / Nikkei. Inflationsbereinigt sieht die Welt etwas anders aus:
    - Hochs von 2007 im S&P eben nicht überschritten, ebensowenig das Hoch von 2000, Abwärtstrend voll intakt
    - Nikkei Hoch von 2007 nicht übertroffen, Abwärtstrend seit 1990 weiterhin intakt
    -inflationsbereinigt ist der Yen nahe dem Tief aus 2007, auch da ist gewaltiges Potential drin


    M.E. sehen wir 5000-7000 sowohl im Dow als auch im Nikkei, unter 3000 im Dax, unter 60 in EUR/Yen. Der komplette Kollaps. Alles inflationsbereinigt.


    Und ja, Japan-Aktien waren 2012 billig wie nie. ABER: sie waren billig wegen niedrigem Kurs/Buchwert. Japan hat die solidesten Bilanzen mit dem wenigsten Goodwill, den meisten hard assets, den höchsten Cash Positionen. Das führt zu einer Verringerung der Amplitude, d.h. wenn vom Nikkei 5000 durch überschüssige Cashpositionen abgedeckt sind, führt ein Anstieg von 10000 auf 15000 zu einer Verdoppelung der Bewertung. Genauso wird ein Crash von 15000 auf meinetwegen 7500 zu einer Viertelung der Bewertung führen.


    Der Japan Schatz kann eben nur durch Wirtschaftsaufschwung mittels struktureller Reformen und auf Unternehmensseite durch Kreditaufnahme und Auszahlung überschüssiger Cashpositionen sowie durch Aktienrückkäufe gehoben werden. Da nichts von alledem eingetroffen ist wird die Baisse einfach weitergehen.


    Gruß
    S.

    Angesichts der Schwäche der Minen ist es m.E. fraglich ob der Boden im Goldpreis hält.


    Welche Minen werden sich fundamental gut schlagen? Diejenigen, die Kosten senken können. Lichtblick sind m.E. die Südafrikaner. Sibanye cash costs von 306000 R/kg und angepeilt für das 2. Quartal 180000 R/kg, was nach jetzigem Randkurs $910/oz entspricht.


    Da man ja nun auch bei Mercedes in Durban 20% Gehaltssteigerung verlangt, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis der Rand noch schwächer wird. Anglogold hat leider sehr viele Nicht-Südafrika Minen zweifelhafter Qualität.


    In einem Deflationsszenario wird er US$ erstarken, so daß sämtliche Jurisdiktionen dollarbasierter Art schlecht sind. Dazu zählen neben den USA auch Staaten mit Witzwährungen, wo natürlich dann eben auch in US$ abgerechnet wird.


    Die Frage ist nun welche weiteren Jurisdiktionen - erstmal rein hypothetisch - überhaupt das Potential haben, die Kosten wieder massiv zu senken. Mir fällt da nur Australien ein. Der A$ stand ja historisch immer bei einem halben US$. Andererseits kann man an open-pit Minen wenig ändern.


    High grading mit der Gfeahr Reserven langfristig zu sterilisieren wäre eine zweite Option.


    Über Anregungen und Ideen freue ich mich natürlich sehr.


    Derzeit bleibt beim Depot alles beim alten. Negativ natürlich die klare Underperformance von Sibanye, andererseits fundamental alles wie geplant sogar mit leichter Übererfüllung der Erwartungen. Die Streiks sind das große Fragezeichen in Südafrika. Man sollte nicht vergessen, daß selbst bei 500000 R/kg 40% der Produktion in Südafrika unrentabel sind (alles außer Anglogold, South Deep und Sibanye. D.h. da fallen noch jede Menge Jobs weg.
    Ehrlich gesagt sehe ich aber nicht ein meine Yen derzeit zu Opfern. Inflationsbereinigt entspricht der heutige Kurs von 133 Yen/Euro rückübertragen auf das Jahr 2007 schon wieder 163 Yen/Euro, d.h. die gesamte Aufwärtsbewegung seit 2008 wurde in gerade mal einem halben Jahr komplett ausgelöscht, der Yen hat sich an realen kaufkraftbereinigten Wechselkursen gemessen auf ein 12 Jahrestief zubewegt.


    Ein Aktienmarktcrash dürfte nach wie vor entweder vom Nikkei oder von höheren JGB Renditen ausgehen.


    Edit:
    [Blockierte Grafik: http://www.advisorperspectives.com/dshort/charts/markets/mega-bear-2000-real.gif]


    D.h. inflationsbereinigt sind sowohl S&P500 als auch Nikkei wenige Prozent von den Hochs in 2007 entfernt, was für eine baldige Trendumkehr spricht mit evtl. neuen Tiefs.


    Gruß
    S.

    Bei meinem Rückblick auf die Situation der südafrikanischen Goldminen in 2001 ist mir die ungeheure Verwässerung aufgefallen, die seitdem stattgefunden hat. Zudem ist die Produktion extrem eingebrochen.


    Interessant ist das natürlich auch für andere Werte wie Barrick oder Newmont, denn wir sollten nicht vergessen, daß die Südafrikaner sehr wenig expandiert haben und die Produktion bei den internationalen Minen nur deswegen gleichgeblieben ist oder gar gesteigert wurde, da einfach immer neue Projekte zugekauft und entwickelt wurden, was den Nachteil hat, daß erhebliche Kapitalkosten hinzukommen, die in den cash costs nicht enthalten sind.


    Als Beispiel kann Gold Fields gelten: 2001 waren 430 mio Aktien ausstehend, wobei produktionsbereinigt 398 mio auf die südafrikanischen assets der heutigen Sibanye entfielen und 32 mio Aktien auf die heutigen Gold Fields assets. Dieses 32 mio Aktien haben natürlich eine scheinbar sehr gute Rendite erzielt, das aber nur, weil sämtliche Kapitalerhöhungen und Gewinne komplett in die internationale Sparte flossen. Wäre Gold Fields südafrikanisch geblieben, wären wohl immer noch nur 430 mio Aktien ausstehend.


    Nun zum Vergleich von Gold Fields / Sibanye und Harmony:


    Wert; Aktienzahl 2001; Produktion 2001, Aktienzahl 2013, Produktion 2013
    Harmony; 145.6 mio; 2.5 mio ozs; 432 mio; 1.275 mio ozs
    Sibanye; 398 mio; 3.2 mio ozs; 732 mio, 1.4 mio ozs


    Faktor der Verteuerung pro produzierter Unze bei gleichem Aktienkurs:
    Harmony: 5.8
    Sibanye: 4.2


    Was heißt das nun? Ganz einfach: da sich der Goldpreis etwas mehr als verfünffacht hat sollten die Minen je nach Bewertungsniveau in 2001 und etwas Marginausweitung ungefähr bei gleichem Aktienkurs bis hin zum doppelten Kurs notieren. Der Goldpreisanstieg wurde schlicht durch fundamentale Verschlechterung (die m.E. im Fall von Harmony und Sibanye vor allem durch asset stripping und harvest mode zum Zweck der Internationalisierung zustande kamen; man denke an Hill 50, WMC etc, Zukäufe die alle erhebliche Qualitätsprobleme hatten und durch die Gewinne in Südafrika subventioniert wurden) aufgefressen.


    Nun aber zum spannenden Teil der Analyse:
    Käufe 2001 haben sich für die Anleger sehr gelohnt, da ja Anfang 2002 die Randabwertung kam und sich die Südafrikaner vermehrfachten. Ein Kauf bei gleichem Aktienkurs wie 2001 sollte daher langfristig ähnlich rentabel sein.
    Harmony stand September 2001 bei $4.50, ist also mit aktuell $3.76 pro Aktie ein potentieller multi-bagger, wenn das Umfeld stimmt (Randabwertung oder Erholung des Goldpreises).
    Sibanye/Gold Fields stand September 2001 bei $3.50, der aktuelle Kurs von $0.73 ist also um Größenordnungen billiger als 2001, so daß selbst ohne einen Katalysator multi-bagger Potential da ist.


    Aufgrund der Verwässerung durch immer neue Aktienausgaben halte ich das Ratio GOLD:XAU bzw Gold:HUI nicht mehr für aussagekräftig.


    Gruß
    S.

    Heute Nachkauf Sibanye, nur in kleinen Stückzahlen. Bei einem Marktcrash den ich aufgrund einer möglichen Topbildung bei Aktien jederzeit erwarte, sind noch geringere Kurse drin, im Gegenzug höhere Yenkurse worin ich ja cash halte.


    Ansonsten ein fundamentaler Vergleich von Sibanye mit Gold Fields von 2001.


    Gold Fields (nur Kloof, Driefontein, Beatrix) 2001 vs Sibanye heute (die gleichen Minen), Gold Fields Anzahl der Aktien gemäß Produktionsanteil pro rata bereinigt. Produktion ist von 3.2 mio auf 3.4 mio bereinigt, da Kloof 2001 ein außergewöhnlich schlechtes Jahr hatte
    Aktien ausstehend: 398 mio vs 732 mio
    Goldproduktion: 3.4 mio vs 1.4 mio
    Goldreserven: 73.7 mio vs 13.5 mio
    Goldressourcen: 124.7 mio vs. 64.7
    Goldpreis: $270 vs $1400
    Market Cap: $1512 mio vs $571 mio
    $/reserve oz: $20 vs $42
    $/resource oz: $12 vs $8.8
    $/prod. oz: $444 vs $407
    Cash costs $195 vs $1024


    Fazit: Sibanye ist teilweise billiger als Gold Fields 2001, obwohl sich der Goldpreis verfünffacht hat.
    Auffällig sind auch Diskrepanzen in Reserven und Ressourcen: Sibanye hat in den letzten 12 Jahren ca. 30 mio oz gefördert, d.h. bei den Reserven fehlen 30 mio ozs, bei den Ressourcen ebenso. Wirt sprechen hier von indicated und nicht inferred resources. Die Differenz dürfte auf das Ausschließen von below infrastructure resources zurückzuführen sein, so daß die tatsächliche Ressourcen Position noch einmal deutlich höher sein sollte.


    Warum ist die Produktion so stark eingebrochen und so teuer geworden? Lohnerhöhungen und natürlich der Fakt, daß es imemr tiefer geht. D.h. die Arbeiter legen einen immer weiteren und längeren Weg zurück und arbeiten imemr weniger, gleichzeitig steigen Kosten durch erhöhten Kühlbedarf.


    Sibanye hat im ersten Schritt - bei Eindämmung des Kostenproblems - Potential für 20-25 mio ozs Produktion. In einem zweiten Schritt, bei Automatisierung des Abbaus wie es Anglogold z.T. in Tau Tona vormacht, Einführung von ica plants zum Kühlen etc., besteht Potential von den 60-90 mio ozs resources vielleicht 40 mio zu fördern. Alleine die Schächte zu vertiefern wird dann schon einen Mrd. Betrag kosten.


    Gruß
    S.

    Zwyss,


    genauso sehe ich es auch. Expertengremien bilden immer eine Masse, die irrsinnig dumme Entscheidungen trifft (á la LeBon). Vereinzelte Akteure mit möglichst wenig Austausch ergeben dagegen die "Klugheit der Vielen". Setze 5 Experten auf ein Podium, um die Zahl der Nägel in einem Glas zu schätzen und es wird nicht stimmen, lasse das komplette Publikum schätzen und du wirst ein sehr genaues Ergebnis erhalten.


    Auch deswegen wird der Markt immer ineffizienter, statt vieler einzelner privater Investoren ist der Markt heute von Fonds, Händlern der Banken, Hedgefonds und einer durch Medien gleichgeschalteten Anlegerschaft gekennzeichnet, ein gutes Rezept um schlechte Kurse (=nicht die Zukunft bestmöglich antizipierend) zu erhalten.


    Ich fürchte auch, daß es gar keine Trendwende geben wird. M.E. ist durchaus ein Crash von 30 oder 50% an einem Tag möglich. Bei heutiger politischer Lage und dem Verhindern eines solchen Crashs hieße das u.U. wochenlange oder monatelange Börsenschließungen.


    Gruß
    S.

    Das KGV mag zwar langfristig eine Rolle spielen, aber für die nächsten 4 Wochen ist dies unerheblich. Ebenso die Dividendenrendite. Im übrigen ist es meistens so, dass tiefe KGV's ihre Berechtigung haben. Deren Gewinnerwartung ist dann meist viel zu hoch. Das Argument, dass bei halbem Gewinn das KGV mit z.B 4 (Du sagst ja, Sibanye hat KGV 2) immer noch zu niedrig ist und die Aktie steigen muss deswegen, zieht auch nicht so richtig. Das bedeutet nämlich, dass ein schlechter Newsflow vor der Tür steht, was nicht förderlich ist. Und wenn jemand bei KGV 2 nicht kauft, warum soll er bei KGV 4 kaufen?



    Genau deswegen ist es Unsinn, auf den Markt zu setzen. "Der Markt hat immer recht" ist m.E. Unsinn, an einem Markt kauft Person A von Person B Ware X für Preis Y, das ist alles. Das KGV kann bei 1 oder bei 100 liegen, extreme Unterschiede hatten wir immer. Siehe New Economy, wir wären mit unseren Goldaktien alle dutzendfache Millionäre. Oder Japan mit Aktien unter netto cash, wir wären mit unseren Goldaktien dann alle sehr arm. Auch wenn wir davon nicht mehr weit entfernt sind, manchmal.


    Ich hasse den Markt, ich habe im Markt immer nur Geld verloren. Ich mag es, wenn man auch ein Standbein in der realen Wirtschaft hat und das sind Gewinnentwicklung und Dividenden. Die dividendenlose Aktie, die dem Aktionär keine direkte Verbindung in die Realwirtschaft bietet, zwingt den Aktionär auf höhere Kurse zu hoffen. Die Dividendenwerte bieten beides: Option bei höheren Kursen zu verkaufen, ansonsten Dividendenzahlungen. Dividendenaktien, die nie steigen sind sogar am interessantesten, siehe Philip Morris langfristig, da sie immer billig waren, wurden Dividenden immer zu günstigen Kursen reinvestiert. Gegenbeispiel Japan: Als Aktionär bist du das letzte, Dividenden kärglicher und kärglicher, d.h. langfristig keine Chance zu profitieren. Zur Krönung kauft dich dann ein 75% Mehrheitsaktinär zwangsweise für 30% des fairen Wertes heraus. Für mich ist der Markt nur insofern wichtig als daß ich seine Grundfunktion, die Möglichkeit Anteile eines unternehmens zu erwerben, nutze.


    Ich hatte meinen Beitrag nicht auf Sibanye bezogen, mehr auf Iamgold, Gold Fields, Barrick und Newmont. Vor dem Goldpreiscrash waren das nämlich Werte mit KGV<10, 4% Dividende. Nun nicht mehr. Zum Thema Sibanye möchte ich anmerken, daß sie im ersten Quartal 110m Gewinn gemacht haben (net debt Reduzierung), Gold Fields selber gerade mal 66 mio. Cash Flow war bei Gold Fields negativ, bei Sibanye die vollen 110mio. Das zeigt, daß sie eben keine super geheblte Eintagsfliege wie z.B. Golden Star sind. Alle Tricks und Kniffe über Kurssteigerungen etwas erreichen zu wollen gehen früher oder später nach hinten los.
    Ich weiß nur daß Sibanye selbst bei jetzigem Goldpreis ein KGV im zweier Bereich hat, 1/4 des Gewinns als Dividende auszahlt und Sonderdividenden überschüssigen Kapitals sowie Aktienrückkäufe im Auge hat. Wann nicht jetzt wann dann?


    Außerdem bin ich sicher, daß du Sibanye ganz gut kennst, denn Sibanye = Gold Fields. Sibanye hat die Assets, die um 2000 herum 87% der Produktion Gold Fields ausgemacht haben (3.4 mio von 3.9 mio ozs). Und Südafrika wird nie Prämien gegenüber anderen Ländern haben. Der große Vorteil ist, daß die Unternehmen gut geleitet werden und nicht irrsinnig Kapital angespart wird. Kapital muß per Dividende raus an die Aktionäre. Wenn ein unvorhergesehenes Ereignis kommt, ist es egal ob man mit 5% Eigenkapitalquote oder 50% Eigenkapitalquote pleite geht. Siehe Takefuji, der Konsumentenkreditverleiher in Japan, der super konservativ gemanaged war, 35% Eigenkapitalquote (Finanzunternehmen! CoBa = 8%). Dann kam ein Urteil wonach Zinsen von über 10 Jahren an die ehemaligen Kunden zurückgezahlt werden mußten... die Pleite war sicher. Hätten sie vernünftig gehebelt gearbeitet, wäre für die Aktionäre mehr herausgesprungen.


    Also ein Unternehmen kann auch ruhig mal pleite gehen, das gehört im Kapitalismus dazu.


    Ich jedenfalls kann nur mit den mir vorliegenden Informationen die zu mir passende Strategie fahren. Passende Strategie = nicht die Nerven verlieren in Extremsituationen. Ich kaufe Hauptpositionen nur in Unternehmen, wo ich mir sicher bin, daß ich sie halte, komme da was wolle. Bei einer Barrick würde ich mir das nicht zutrauen. Daher wäre es auch ein Fehler wenn sich jedermann nun einfach "Hurra, KGV 2" Sibanye kauft. Fremdempfehlungen führen sehr häufig, fast immer, dazu, daß man Extremphasen nicht übersteht und zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft. Da muß also jeder seinen eigenen Weg finden, bzw. eine Empfehlung zu seinem eigenen Investment machen.


    Gruß
    S.

    Qualitätstitel wie FNV, SAND, AR.TO, TMM.TO, AGI.TO. Sowie z.B. KGI.TO


    Qualitätstitel werden bald neu definiert:
    Alles was keine Dividende zahlt ist nichts wert, ganz einfach.


    Gold:Minen Ratio hin oder her, Fakt ist, daß die meisten Minen heute keinen Gewinn mehr machen oder bei Wucher-KGVs vor sich hinsiechen (Newmont, GFI). Einige Ausnahmen gibt es noch, so wie Barrick, die wohl ein 8er bis 10er KGV haben dürften.


    Wenn die Kurse wie bei den Minen nun sehr lange gefallen sind, dann möchte ich min. 4% Dividendenrendite und ein KGV unter 10 haben.


    Gruß
    S.

    Yanacocha wäre eine Normandy Mine geworden, hättet ihr's gewußt?


    35% Newmont, 65% Normandy


    http://www.theage.com.au/news/…/12/13/1102787015639.html


    BRGM hielt ca. 25% an Yanacocha und wollte den Anteil auf ein BRGM/Normandy JV überschreiben. 51% BRGM, 49% Normandy. Buenaventura und Newmont hatten ein Vorkausfrechts, die Frage war ob der Verkauf nun das Vorkaufsrecht auslösen würde oder nicht. Da 51% des JV BRGM gehörten, also ein voll-konsolidierbare >Tochter, war der Übertrag wohl rechtmäßig. Newmont hat politische Spielchen genutzt, um das Gericht zur gewünschten Entscheidung zu bringen.


    Nach dem Übertrag der 25% hätte Normandy die restlichen Buenaventura Anteile erwerben können und wäre auf ca. 65% gekommen.


    Es hat nicht sollen sein...


    Ich halte Jorge Lopehandia für einen gewieften Opportunisten, was an seinen Argumenten dran ist kann ich nicht beurteilen, ich halte es aber für sehr gut möglich, daß er letzten Endes an die Titel kommen könnte, denn warum nicht? Was hätte Chile zu verlieren, bzw. was gewinnen sie durch Barrick? Außerdem kommt dazu das Politikum mit der zwischenstaatlichen Pascua-Lama Zone, dann die Gletscher.


    Unterschätzen würde ich das nicht. Pascua-Lama ist eine Menge wert, die Chilenen kassieren anscheinend gerne in kleinen Beträgen scheibchenweise ab. Auf jeden Fall besteht ein Gewirr bei den Claims, das ohne Detailinformationen nicht durchschaubar ist.


    Gruß
    S.

    überrascht, dass der Gewinn bei Anglo gleich um das 6-fach hochprescht. Können die Ausfälle durch die Streiks so hoch gewesen sein? Dann müsste man ja ähnliches auch bei anderen ZA Minen annehmen?


    Ja der 6-fache Gewinn, aber eben nur zu einem außergewöhnlich schlechten Quartal. Das will nicht viel heißen. Sibanye müßte im 4. Quartal sogar Verlust gemacht haben. Anglogolds Gewinn in Südafrika dürfte sich sogar mehr als versechsfacht haben. Im großen Ganzen sind die Zahlen m.E. unwichtig, da eben nur Momentaufnahme.


    Gruß
    S.

    ist wohl der, daß die Arbeiter in den West Wits Goldminen mehr verdienen und in Häusern leben.


    In Marikana stehen Hütten und Elendsviertel. Die Löhne sind etwas geringer, auch wenn man dort von "packages" statt Löhnen spricht (Wir erinnern uns, daß die Minen auch Krankenhäuser unterhalten, für HIV Medikamente aufkommen etc.).


    Marikana hat wesentlich höhere Kosten als die Goldminen. Nun geht es dort schon wieder los.


    Als Antwort auf die vielen Toten im letzten Jahr hat die ANC Regierung eine Untersuchung gestartet. Resultat: schon 4 Zeugen sind tot. Ob nun aus ACMU oder NUM Kreisen die Mörder stammen wird man wohl nie klären können, jedenfalls ganz schön mafiöse Verstrickungen. Resultat der jüngsten Morde ein derzeit illegaler Streik.


    Positiv ist, daß die "militante" ACMu zumindest Korruption anprangert. Auch herrscht nun Wettbewerb. Die Minen werden zum Jahresende die Bezahlung des NUM Vorsitzenden einstellen.


    Wenn in in Marikana zu einem bürgerkriegsähnlichen Zustand durch Kämpfe zwischen den Gewerkschaften kommt, könnte am Ende der Entwicklung das Verbot der Gewerkschaften stehen.


    Gruß
    S.

    Hallo Rhein-Main-Gebiet,


    die Zahlen sind leider falsch, die wurden vor dem Marikana Streik von der Gewerkschaft herumgereicht und einfach zig-fach wiederholt, werden dadurch auch nicht wahrer. Wenn ich mich recht entsinne entspricht das wirklich den Zahlen um die Jahrtausendwende.


    Andererseits: Vom Nettoeinkommen gehen noch Gewerkschaftsabgaben ab.


    Jedenfalls gehören die Minenarbeiter in Südafrika schon zum reichsten fünftel der Bevölkerung. Südafrika muß langfristig natürlich einen besseren Lebensstandard erreichen. Durch einseitige Lohnerhöhungen eines kleinen Teils der Arbeiter wird das aber nichts, das ist einfach nur dreist.


    Mandela hat die Grundlagen gelegt, er hat eben nicht nur für die Schwarzen gekämpft. Sonst wäre das Land jetzt schon vom Bürgerkrieg zerrüttet. Warten wir es ab: die geringeren Lohnerhöhungen machen ja auch Sinn, da die Inflation gefallen ist. Den Minenarbeitern geht es relativ gut, der Rest des Landes hat gewaltigen Aufholbedarf. Logisch daß bei einem Rand-Crash saftige Gehaltserhöhungen winken, vor allem aber für das verarbeitende Gewerbe.


    Fest steht wohl nur daß in nächster Zeit große Umwälzungen kommen. ACMU ist ja ganz positiv zu sehen, etwas Wettbewerb schadet nicht. Militarismus hin oder her. Ich denke Streiks wird es in diesem Jahr geben, da spielen die fundamentals erstmal keine Rolle.


    Detailwissen wird mir in dem Szenario wohl nicht helfen.


    Gruß
    S.

    Ich sehe es eben realistisch. KGV 2 bedeutet ja auch, daß man nicht mehr lange durchhalten muß, um trotzdem für die Aktionäre etwas herausspringen zu lassen.


    R10500 im Monat + kostenfreie Wohnung ist etwas mehr als $400.


    $1300 beim Randkurs von 8 im letzten Jahr. Inzwischen ist man schon bei über 11000 Rand.


    $400, sind das Zahlen von 1999?


    Von $1300 im Monat kann man sehr gut leben, 25% sind ganz arbeitslos, in Südafrika arbeitet ein wesentlich kleinerer Teil der Gesamtbevölkerung als in den Industriestaaten, zumindest offiziell.
    Der südafrikanische Minenarbeiter verdient das 2.5x eines Arbeiters in der Mongolei. Jeder der kein rock driller ist verdient noch mehr.


    EDIT: Anglogold R11320 im Monat Brutto, = Netto R10196 = Netto $1228 September 2012


    Gruß
    S.

    Wo hat GFI die den weggeschmissen?


    Kostenlos an die Aktionäre ausgekehrt, das ist etwas anderes. Etwas ganz anderes.


    Der Grund ist simpel: Man hat gehofft GFI würde ein rerating erfahren. Nicht passiert.


    SIbanye ist wirklich gut, ich fühle mich damit pudelwohl, vor allem kenne ich die Minen ganz gut, schließlich vor 12 Jahren GFI das erste Mal gekauft genau wegen dieser Minen. Ganz klar ist aber auch, daß in wenigen Jahren Schluß sein wird, wenn
    -der Rand nicht crasht
    -die Lohnsteigerungen weitergehen


    Neal Froneman, menschlich sehr positiv, operativ sehr gut, siehe als Chef von Beatrix oder Kloof oder bei der Umsetzung des Harmony Way, MUSS jetzt die Löhne begrenzen. D.h. nahezu sicher Streik, von der Dauer her noch länger als im letzten Jahr. Er kann jetzt auch ganz anders agieren. Nick Holland konnte nie sagen: Es gibt keine Lohnerhöhungen, sonst sind wir pleite. Jetzt geht genau das. Ich bin zuversichtlich, daß er erfolgreich sein wird, nur so kann Sibanye langfristig gerettet werden:
    1. Streik aussitzen, Lohnerhöhungen ade.
    2. Kostenoptimierung durch Wegfall der GFI Wasserköpfe
    3. Kostenoptimierung durch Investition in Minen, z.B. Ice Plants statt Refridgeration Plants, Minimierung Stromverbrauch
    4. Tailingsprojekt + Uran
    5. Reservenausweitung
    6. Evtl. Exploration und zukäufe neuer Projekte in Südafrika. Dort wurde lange Zeit nicht mehr exploriert.


    Und auch nur so kann es klappen. Süd Afrika ist insofern toxisch, als daß die Reserven jeder open pit Mine im Ausland durch die gigantischen Südafrika Reserven relativ gesehen verpuffen, also sowieso niemals zu einem Rerating führen können.


    M.E. ist GFI mittelfristig das Sorgenkind.
    Tarkwa ist gut, Damang durch sehr gute Explorationsergebnisse auch (ich hatte früher ja bereits Ranger Minerals, Vorbesitzer von Damang). Das ist das einzig positive.
    - Schwierigkeiten in Südamerika
    - Hohe Eplorationskosten in der Vergangenheit, >100 mio pro Jahr
    - Australminen (ex WMC) von sehr zweifelhafter Qualität
    - Arctic Platinum geht auch nach 12 Jahren nirgendwo hin
    - Far South East ein möglicher game changer, aber wahrscheinlich sehr hohe Kapitalkosten im Bereich mehrerer Mrd. und derzeit Lizenzprobleme, also wieder alles auf Eis.
    - South Deep gut, aber 2/3 der Reserven -> Südafrika Fluch bleibt erhalten


    man muß sich mal vor Augen führen, daß GFI im 1. Quartal 27 mio Nettogewinn gemacht hat. Sibanye hatte min. $66 mio fcf wobei noch die Frage der Schuldenrückzahlung ist. Ist das imfcf drin oder nicht? Also FCF entweder 66 mio oder 119 mio. Der Nettogewinn von Sibanye dürfte also ca. 4x so hoch ausgefallen sein wie der von GFI und das bei 6.5 Mrd enterprise value GFI vs 1 Mrd. Sibanye.


    Wenn alles so bliebe wie im ersten Quartal nur eben mit geringerem Goldpreis, würde Sibanye mehrere hundert Mio verdienen während GFI einen vielleicht sogar dreistelligen Verlust macht. Anglogold wird einen Teufel tun und Südafrika ausgliedern. Die Vaal River Minen sind nicht gerade so toll, leifern aber immer noch sehr guten Cash Flow. Mponeng ist ein wahres Juwel, ohne die Südafrika Minen würde Anglogold zu Staub zerfallen, denn was haben sie sonst? Kongo und Kolumbien?? Die ganzen fragwürdigen Westafrika Minen? Geita ist sehr gut, hat aber wohl derzeit auch ein Kostenproblem. Obuasi ist natürlich eine sehr gute Untertagemine, nur leider auch sehr komplex. Das ist geologisch und sozial die komplexeste Mine der Welt, x verschiedene Arten an Erz, was immer wieder anders behandelt werden muß. Ehrlich gesagt, wenn ich Anglogold leiten würde, ich würde versuchen Sibanye zu übernehmen.


    Gruß
    S.