Nein, ich glaube nicht, daß Gold damals eine größere Kaufkraft hatte. Gold ist NICHT inflationssicher. Jedes Jahr neue Minenproduktion.. Gold fällt im Wert kontinuierlich. Es ist aber kaufkraftstabil, da die Preise ja ebenfalls real immer fallen aufgrund der steigenden Produktivität.
Hätten wir ein stabiles Geld, absolut stabil und stabiler als Gold, so wären die Preise in den letzten Jahrzehnten um 80% gefallen (!!). Das Volk wurde de facto um die Deflation betrogen. 80% geringere Preise bei gleichem Lohn wohlgemerkt..
Hätte wäre wenn und viele abers, wer über extrem lange Zeiträume überhaupt eine reale Rendite erzielt hat auch immer Glück gehabt. Kein Mensch kann so etwas vorhersagen. Aktien - in den USA als Amerikaner ja. Als Deutscher? Enteignet. Russische, argentinische oder deutsche Aktien? Mehrmals wertlos geworden. Grundstücke werden langfristig auch immer wertlos für einen Investor, da früher oder später immer enteignet wird. Gold ist auch nicht das Allheilmittel. Z.B. für einen deutschen Juden wäre es egal gewesen wenn er nicht rechtzeitig abgehauen ist, wo dann Gold wieder nützlicher war als andere Vermögenswerte. Wirkliche Langfristprognosen traue ich mir nicht zu. So sehe ich z.B. einige kleine aber feine Unterschiede bei der demographischen Debatte, Vergleich Japan Europa:
Japan hat keine Ausländer.
Japan kann keine Einwanderer in großem Stil ins Land lassen.
Japans Bewohner können aufgrund der Sprache nicht ohne weiteres auswandern.
Europa hat ein Ausländerproblem, da in den Städten bereits jetzt bei den bis 40-jährigen und in wenigen Jahrzehnten im Landesschnitt der Ausländeranteil bei 40% liegt.
Europa kann beliebig Einwanderer ins Land lassen. Mittlerer Osten + Afrika.
Europas Eliten können in die USA oder nach Kanada auswandern.
Zudem gibt es ja noch einige Umweltprobleme. Natürlich wird China niemals den gleichen Ölverbrauch pro Kopf haben wie die USA. Zum Glück. Es fehlt nicht nur das Öl sondern vor allem die Atmosphäre die diese Abgase verkraftet. Alternativ könnten Verlagerungen stattfinden, d.h. unser Lebensstandard sinkt sehr stark während China das Öl kaufen kann und an unserer Stelle alleine entwickelte Welt wird. Tendenziell wird das Land mit der stabilsten Währung Gewinner. Es könnten sich auch alternative Energien durchsetzen mit sehr negativen Folgen für ölexportierende Länder. Oder aufgrund von Rohstoff- und Nahrungsmittelmangel Bürgerkriege und Zerfall von Staaten. Jared Diamond, "Kollaps" sollte man mal lesen.
Um auf das Grundstück zurückzukommen. Ca. 165000 Euro kurz nach der Inflation (!!) zu haben.. solche Leute sind nicht gerade arm gewesen. Das Interessante am Kapitalismus ist ja gerade das vererben. Natürlich ist es ungerecht gegenüber denen, die gar nichts erben. Aber natürlich ist es auch am wahrscheinlichsten, daß die Erben von intelligenten Menschen ebenfalls am besten mit Geld umgehen können. Im Zweifel für den Angeklagten. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, daß dumme und verschwenderische Erben auch die riesigsten Vermögen in einer oder zwei Generationen wieder durchbringen. Zufälliges Glück wird durch zufälliges Unglück wieder ausgeglichen, zumindest über Generationen. Man sieht ja, daß alfy sich so seine Gedanken macht und mit dem Vermögen sehr gut umgehen kann. Bei diversen Lottogewinnern, Milliardärswitwen oder Rennfahrererben kann man genau das Gegenteil beobachten.
Ich persönlich bin ja sehr skeptisch geworden bezüglich der Minen und weiß immer noch nicht, ob ich da jemals wieder größere Mengen Geld reinstecken werden. Zu groß sind die Unwägbarkeiten, z.B. wird m.E. ganz Westafrika in Bürgerkriege verstrickt werden, ob da Ghana eine Ausnahem bilden wird? Ich denke Marc Faber hat recht und inzwischen sollte man Gold gegenüber den Minen vorziehen abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen. Gefährlich finde ich hier im Forum die Preisparolen. $700 bis Jahresende. $800 in 12 Monaten. $450 Korrekturziel. Geschehen kann das alles. Gold ist immer noch im Dreieck und das Dreieck entstand gleichzeitig mit einem rising wedge bei den Aktienmärkten. Wenn es bei den Aktien kracht, dann wohl auch beim Gold. Kupfer kann sich imemr noch nicht zwischen Inflation und Deflation entscheiden. Ich denke aber , daß die jüngsten Daten meiner Einschätzung vom Mai recht gegeben haben und daß wir eher auf eine Deflation hinsteuern. Und daß Gold wegen Deflation und Pleitewellen steigen wird. Dazwischen erfolgt eine Preiskorrektur, weil der Markt erstmal die neue Situation erkennen muß. Vielleicht hatten wir die Korrektur, vielleicht geht sie noch weiter. Wenn Gold über 615 oder 620 steigen sollte, wären wir wohl aus dem Dreieck draußen. Egal wie das endet, ich denke selbst mit Kursziel 450 oder 400 sollte man jetzt versuchen, Gold zu akkumulieren. Die nächsten 12 Monate einfach jeden Monat 5-10% in Gold investieren. Ich kann mir kaum vorstellen, daß der Goldpreis Ende 2007 niedriger steht als Anfang 2007 oder Mitte 2008 niedriger als Mitte 2007.
Gruß
S.