Beiträge von Saccard

    Schon interessant wie die Zombie-Märkte von einem Hoch zum nächsten wanken..


    Die Small-Specs sind derzeit short im Yen, 10-jährigen Bond und Öl. Long sind sie beim S&P 500 und beim Euro. So langsam sollten die Idioten eins auf die Nase kriegen.


    10-jährige Anleihen im übrigen am interessantesten. Comemrcials und small specs short, large specs long.


    Gruß
    S.

    Nein gogh, du rechnest falsch.


    Was hindert denn Unternehmen A daran, Schulden aufzunehmen und Aktien zurückzukaufen?


    Natürlich erhälst du mit Unternehmen C mehr Rendite, weil nämliche andere Kapitalgeber mit 7% zurfrieden sind.


    Aber nun stell dir mal vor, die Konjunktur bricht ein, Umsatz geht um 20% zurück und der Gewinn um 40%.


    A verdient jetzt 600 mio, KGV 16.7
    C verdient jetzt operativ 600 mio. Muß aber 670 mio an Zinsen zahlen. KGV nicht mehr vorhanden, wenn die Verhältnisse so bleiben ist das Unternehmen wertlos. Du erkaufst also einfach mehr Rendite mit mehr Risiko.
    Du könntest ja auch Unternehmen A auf Kredit kaufen, dann hättest du den gleichen Effekt.


    Langfristig wird A gegenüber C immer Vorteile haben, da es schlechte Zeiten besser überstehen kann und C im Preis unterbieten kann.


    Das ganze spielt m.E. eine wichtige Rolle bei der Bewertung von deutschen Firmen. Die Amerikaner haben kaum Schulden. In Deutschland dagegen herrschen die Schulden vor, siehe Continental ohne Schulden 13 Mrd. mit 20 Mrd.


    Deswegen werden im kommenden Bärenmarkt trotz jetzt gleichen KGVs die deutschen Firmen auch viel stärker fallen als die aus dem S&P 500.


    Rein formal liegst du natürlich mit KGV richtig. K heißt eben Kurs und nicht Unternehmenswert.


    Gruß
    S.

    Oh doch, nehmen wir mal an es gäbe keine Steuern.


    Firma A hat 10 Mrd. market cap. 1 Mrd. Gewinn. Rechnerisch KGV 10.


    Firma B hat 10 Mrd. market cap. 1 Mrd. Gewinn. Aus dem Verkauf eines Teilbereiches hat Unternehmen B 5 Mrd. netto in cash übrig (früher mit dem Teilbereich war der Gewinn bei 1.5 Mrd.).


    Firma C hat 1 Mrd. market cap und 9 Mrd. Schulden. Es werden 1 Mrd. operativ erwirtschaftet und 7% auf die 9 Mrd. an Zinsen gezahlt, es verbleiben 370 mio Gewinn.


    Obwohl alle 3 Firmen operativ gleich gut sind, sind die KGVs bei 10, 10 und 2,7. Jeder würde natürlich Firma B mit den zusätzlichen 5 Mrd. in cash haben wollen. In konjunkturellen guten Zeiten wäre Firma C sinnvoller als A und in schlechten Zeiten A besser als C wegen des leverage Effekts. Langfristig aber ist A imemr besser, da schlechte Zeiten mit Sicherheit irgendwann kommen und Firma C dann pleite ist.


    Nach meiner Berechnung:
    A: KGV 10
    B: 1 Mrd. Gewinn / (10 Mrd. market cap - 5 Mrd. cash) = KGV 5
    C: 1 Mrd. operativer Gewinn / (1 Mrd. market cap + 9 Mrd. Schulden) = KGV 10


    C wären übrigens Daimler, GM oder Ford.


    Gruß
    S.

    Die Lager sind so voll wie seit 1999 nicht mehr (damals $10 Ölpreis).


    Trotzdem gibt es noch mindestesn einen Rebound. Vorher gign man von 100 Wirbelstürmen und mehr aus, jetzt anscheinend von Sahara-Temperaturen im Winter.
    Fakt ist doch, daß jeder Ölkäufe zurückgestellt hat. Heizöl usw., der Absatz kommt so langsam in Fahrt.


    Keine Ahnung was in den Lagern ist, 360 mio barrel Rohöl + 400 Destillate schwirrt mir so im Kopf rum. 89 mio werden pro Tag verbraucht.
    Fakt ist ja auch, daß bei Rohstoffen hohe Preise immer mit niedrigen Lagerständen (siehe Kupfer zur Zeit) und niedrige Preise mit hohen Lagerbeständen einhergehen. Zur Zeit haben wir hohe Lagerbestände.


    Und die OPEC könnte Förderkürzungen gut gebrauchen. Wieviel Meerwasser Saudi-Arabien sparen könnte. Aramco & co wissen doch genau wie es um die Reserven steht. Zu Schleuderpreisen werden die nicht verkaufen. Wenn es ganz arg kommt wird OPEC die Förderquoten so lassen, dann rosten eben wieder ein paar Pipelines durch.


    Gruß
    S.

    Ich denke ab heute wird Schluß sein mit den Aktienkursanstiegen. Der S&P 500 darf nicht über 1326 schließen! Sonst haben wir eine neues Hoch. Aber selbst das wäre nicht gravierend. Dann käme der Dow ins Spiel mit drohendem neuen ATH, auch nicht mehr weit weg.


    Öl ist überreif für einen rebound, auf cash Basis heute Tief 57.60 nach nichtmal zwei Monaten. Ein Minus von ca. 26%.


    Ebenfalls Gold und Minen. Wenn Kurse fallen heißt das immer auch daß verkauft wird. Und dadurch wird Geld frei, das in andere Märkte fließt. Langsam bröckelnde Aktienkurse sind also eher positiv für Gold und Minen.


    Und der US$ ist auch wieder etwas schwächer geworden. Hab gestern 20% meienr Anleihen geschmissen zu sehr guten Renditen allerdings weniger guten US$/Euro Kursen. Man kann nicht alles gleichzeitig haben.


    Vor allem die Anleihen sehen so aus als ob sie renditemäßig die 5 wiedersehen wollten. Das passiert nur bei sinkenden Aktienkursen und Inflationserwartungen. Mal sehen was passieren wird. Irgendwas wo Öl auch eine Rolle spielt. Vielleicht Opec. Vielleicht Ansturm der Verbraucher.


    Man darf nicht vergessen, daß beim Ölmarkt nicht einfach jedermann auf noch niedrigere Preise zuwarten kann. Viele hatten leere Tanks und werden nun Heizöl kaufen etc.


    Gruß
    S.

    Tja liebe Leute, wo der Goldpreis heute oder morgen steht kann keiner sagen. Aber wo er in 30 Jahren stehen könnte, das ist schon bedeutend leichter.


    Ich habe ja vor einigen Tagen mal meine Baby Boomer Berechnungen eingestellt und warum wir bis 2010 eher Deflation, ab 2010 Inflation bis 2030 erleben werden und einen Bärenmarkt bis 2030.


    Das faire KGV eines Aktienmarktes ist 100/(3+ Inflationsrate), 3 ist dabei das Produktivitätswachstum.


    gehen wir mal von folgendem Szenario aus.
    bis 2010: 0 Inflation
    2010-2030 ansteigen der Inflation von 5% auf 15%, Durchschnitt 10%.


    Faires KGV 2030. 100/(3+15) = 5.5


    Dow KGV: 22.5, Gewinn pro "Dow" 515.


    Reales Gewinnwachstum bis 2030: 3%.


    Dow gewinn 2030 damit ca. 1050, fairer Dow Stand in heutiger Währung 5800 (!!). 20 Jahre Inflation bei ca. 10%: Kurse multiplizieren sich mit 6.7.


    Dow 2030 = 39000.
    Gold 2030 = Dow / 2 = 20000


    Dow Rendite pro Jahr 5.2% (bei 10% Inflation wohlgemerkt).
    Gold Rendite pro Jahr 15.9% (dabei real ca. 6% pro Jahr).


    Miete 2006: Euro 8 qm (Altbau bei uns 4 Euro), 2030 Euro 55/qm.
    55*12*5.5 = Euro 3600 / qm. D.h. Immobilien verdoppeln sich im Preis. 2.9% Rendite bei 10% Inflation.


    Für unter 20 Unzen Gold ein Häuschen kaufen, 2030 wird es gehen.


    Denkt daran, egal was die kommenden Jahre noch passieren mag!


    Gruß
    S.

    Nun das erste Beispiel, Johnson & Johnson.


    Aber Achtung, ich verwende nur die Zahlen von quote.yahoo.com, Kürzel JNJ. Ein Blick in die Jahresbilanz wäre genauer.


    Nun also Punkt 1: KGV
    Der Kurs von JNJ ist $64.30, es sind 2.93 Mrd. Aktien ausstehend. Der Gewinn beträgt für das Kalenderjahr 2005 $10.411 Mrd.
    Ein Blick in die Bilanz:
    cash $16.055 Mrd.
    short term investments $0.083 Mrd.
    long term investments $0.020 Mrd.
    short/current long term debt $0.668 Mrd.
    long term debt $2.017 Mrd.
    ---
    $13.473 Mrd. netto cash
    ($64.30 Aktienkurs * 2.93 Mrd. Aktien - $13.473 netto cash) / 10.411 Mrd Gewinn = KGV 16.8


    Punkt 2: Wachstum
    Gewinn im Jahr 2000 war $1.61 pro Aktie, im Jahr 2005 $3.46 pro Aktie (dafür mußte ich dann doch in die Bilanz schauen). Macht ein Wachstum von 16.5% pro Jahr (5. Wurzel aus 3.46/1.61 ergibt 1.165 also 16.5%).
    Dazu kommen noch 2.4% Dividendenrendite. Das Wachstum beträgt also 19% (und das für so einen Riesen). Wird wohl in Zukunft hauptsächlich zu Aktienrückkäufen führen.


    Punkt 3: Qualität der Gewinne
    Invested Capital =
    $58.025 Mrd. total assets
    -$16.055 Mrd. cash
    -$0.083 Mrd. short term investments
    -$0.020 Mrd. long term investments
    -$5.99 Mrd. goodwill
    -$6.185 Mrd. intangible assets
    -$0.668 Mrd. short/current long term debt
    -$11.967 Mrd. accounts payable (das sind die NIBCs)
    ---
    $17.057 Mrd.
    Damit ist ROIC = $10.411 Mrd. Gewinn / $17.057 Mrd. IC = 61%
    Besser geht es kaum!
    Mit intangible assets und goodwill wären es $10.411 Mrd. Gewinn / $29.232 Mrd. IC = 35.6%
    ROIC sollte bei min. 25% unter Berücksichtigung der intangibles liegen, da liegt JNJ bequem drüber.


    Punkt 4: Vorhersagbarkeit
    Als breit diversifiziertes Pharma, medical devices und Konsumentenkonglomerat kann man wohl sicher davon ausgehen, daß Johnson & Johnson auch in Zukunft die Marktpositionen behalten und verbessern kann. Bei reinen auf Patente angewiesenen Unternehmen wie Merck oder Pfizer würde ich das nicht unbedingt so sehen.


    Punkt 5: Dividenden
    2.4% Dividende ist zwar nicht sehr viel aber ausreichend hoch, bei einer Aktienkurshalbierung könnte man pro Jahr immerhin knapp 5% Aktien nachkaufen ohne Berücksichtigung der Quellensteuer.


    Jetzt zur Bewertung.
    (119% - 7.5%)^5 * $10.411 Mrd. = $17.942 Mrd.
    ($17.942 Mrd. * 13,5 + $13.473 Mrd. netto cash) / 2.93 Mrd. Aktien = $87.27 je Aktie fairer Wert


    $64.30 / $87.27 = 73.7%, d.h. 26.3% discount.


    Unter margin of safety aspekten würde sich ein Investment in JNJ also nicht lohnen (obwohl sie einer der besten Werte überhaupt sind).
    Doch wie teuer ist der Gesamtmarkt?
    Der Dow hat ein KGV von 22.51 und soll ja die durchschnittliche Wirtschaft repräsentieren. D.h. er müßte nach unseren Überlegungen ein faires KGV von 13.5 haben.
    22.51 / 13.5 = 166.7% = 66.7% überteuert.


    Wir setzen einfach JNJ zum Dow ins Verhältnis!
    73.7% / 166.7% = 44.2%, d.h. JNJ hat einen discount von 55.8% zum Dow.


    Man shortet also nun den Dow und kauft Johnson & Johnson. Wenn innerhalb von 5 Jahren das faire Verhältnis erreicht wird, hat man 126% Gewinn erzielt, also pro Jahr 17.7% (5. Wurzel aus 2.26).


    Andere interessante Werte sind AVP (Avon), GGG (Graco), RAVN (Raven Industries), Hoya (JP:7741) und Sega-Sammy (JP:6460).


    Gruß
    S.

    Nun stellt sich natürlich noch die eine Frage.. Wenn man ein gutes Investment gefunden hat, wie will man es dann bewerten. Natürlich wollen wir mit margin of safety arbeiten, sprich 50% unter Wert kaufen, damit unvorhergesehenes oder Fehler in unserer Einschätzung nicht zu Verlusten führen.


    Also muß eine Bewertung her. Discounted Cash Flow würde sich anbieten. Ich bin jedoch kein Fan von DCF Modellen, da die ergbenisse eben imemr von der Discount Rate abhängen. Nur wie hoch muß die sein? 1980? 2006? 12%, 4% oder wie hoch nun?


    Nein, meines Erachtes steht der Aktienmarkt über dem Geldsystem seitdem die Goldbindung aufgehoben ist. Das langfristige durchschnittliche KGV von 13,5 ist die beste Bewertung. Sie entspricht rechenrisch 7.5% Rendite was genau der langfristigen Produktivitätssteigerung (3%) + der langfristigen bisherigen Inflation (4.5%) entspricht. Wenn man für Japan 1% Inflation annimmt, käme dort übrigens ein faires KGV von 25 heraus und für 1980 bei 12% Inflation ein KGV von 6,7. So ungefähr kommen diese Zahlen hin.


    Inflation hebt also die Unternehmensgewinne und senkt das faire KGV während die Deflation die Gewinne senkt aber dafür die Bewertung und damit das faire KGV erhöht.


    Ich sehe jedenfalls keine Veranlassung, vom langfristigen fairen KGV von 13.5 abzuweichen. Man sollte das aber für zukünftige Inflationsszenarien im Hinterkopf behalten.


    Wie sind nun Wachstumswerte zu bewerten? Nun, Vorhersagen über 5 Jahre hinaus sind nur schwer zu treffen. Wir gehen daher davon aus, daß nach 5 Jahren sich das Wachstum dem des Marktes (bzw. der Gewinne aller Unternehmen) anpasst. Sprich 3% real.
    Für die nächsten 5 Jahre können wir nun die Wachstumsrate, die wir ermittelt haben, ansetzen. Um nicht schon wieder in Teufels Küche zu mit Discount-Rechnereien zu geraten, müssen wir die Wachstumsrate relativ zur Wirtschaft verwenden. Also müssen von der Wachstumsrate 3% reales Wachstum und 4.5% Inflation abgezogen werden. Die so erhaltene Wachstumsrate potenziert mit 5 für 5 Jahre und multipliziert mit dem aktuellen Gewinn ergibt den für uns maßgeblichen Gewinn. Der Wert ist dann das 13,5-fache davon wert.


    Demnächst das erste Beispiel.


    Gruß
    S.

    Hier schon einmal eine Liste, welche Punkte wichtig sind, um gute Investments zu finden.


    1. Bewertung: KGV
    2. Wachstum
    3. Qualität der Gewinne
    4. Vorhersagbarkeit
    5. Dividenden


    Zunächst einmal zu Punkt 1 dem KGV.
    Im Gegensatz zur herkömmlichen Definition verwende ich hier nicht Kurs und Gewinn, sondern enterprise value und Gewinn.
    Enterprise value besteht aus dem Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der Aktien (am besten inklusive Aktienoptionen) zuzüglich netto Verschuldung. Zum ermitteln der Verschuldung genügt ein Blick in die Bilanz: Cash + kurzfristige Investments + langfristige Investments - kurzfristige Schulden - langfristige Schulden.
    Gewinn ist nach wie vor der Nettogewinn. Dazu sollte man noch die gezahlten Zinsen auf die Schulden hinzurechnen, hätte die Firma keine Schulden wäre dieses geld ja als Gewinn angefallen. Davon müssen dann natürlich auch die ca. 30% Steuern abgezogen werden. Bei Firmen mit geringen Schulden kann man sich das aber schenken, da die Ergebnisse nicht maßgeblich beeinflußt werden. Natürlich gibt es auch viele Gesellschaften, die netto Cash über haben. Dsa ist dann von der Marktkapitalisierung abzuziehen.


    Punkt 2: Wachstum:
    Hier geht es schlicht und einfach um die Gewinnsteigerungen. Man sollte sich für die betreffende Gesellschaft sowohl 5 als auch 15 Jahreszeiträume ansehen, um Vorhersagen über das Gewinnwachstum treffen zu können. Daneben sind vor allem auch die langfristigen Dividendenerhöhungen interessant. Zu der so ermittelten Wachstumsrate muß man noch die Dividendenrendite addieren. Der Grund ist einfach. Firma A hat ein KGV von 10 und zahlt 10% Dividende aus. Das Wachstum ist 0. Firma B hat ein KGV von 10 und zahlt keine Dividende aus. Durch internes Reinvestieren der Gewinne wächst Firma B um 10% pro Jahr. Würde man die Dividende bei Firma A reinvestieren, hätte man ebenfalls ein Wachstum von 10%.


    Punkt 3: Qualität der Gewinne
    Die Qualität der Gewinne kann man schwer fassen, es gibt nur eine Möglichkeit sie annähernd genau in eine Zahl zu fassen: Return on Invested Capital. D.h. wieviel Gewinn wird tatsächlich je investiertem $ gemacht. ROIC berechnet man relativ simpel. return = Gewinn ist wieder der Nettogewinn. Invested Capital ist total assets - cash - short/long term investments - goodwill - intabgible assets - NIBC. NIBC sind non interest bearing current liabilities, d.h. z.B. accounts payable oder tax liabilities.
    Zusätzlich wäre es noch gut, wenn die Firma einen economic moat also einen Graben um das Geschäftsmodell hätte. Economic moat kann z.B. eine starke Marke (Coca Cola), economics of scale (Intel vs. AMD) oder der network effect (Microsoft Windows, man muß zu anderen Anwendern kompatibel sein) sein. Hohe Kosten eines Anbieterwechsels können das ebenfalls sein (Banken z.B.).


    Punkt 4: Vorhersagbarkeit
    Wachstum kann man nur in der Vergangenheit messen. Wie wahrscheinlich ist es nun, daß dieses Wachstum in Zukunft weiter bestehen wird? Hoher ROIC und economic moat sind dafür schon ein gutes Indiz. Aber auch das Geschäftsfeld selbst ist wichtig. Das bessere ist Feind des guten und somit sind Tech-Aktien klassische Beispiele für nicht vorhersagbare Gesellschaften. Davon sollte man die Finger lassen, was nicht vorhersagbar ist kann man auch nicht bewerten.


    Punkt 5: Dividenden
    In Punkt 2 habe ich schon einmal Dividenden angesprochen. Man kann Dividenden reinvestieren und hat somit mehr Wachstum, da man mehr Aktien besitzt. Doch das ist bereits in der Wachstumsrate beinhaltet. Für hohe Dividenden spricht nur ein einziger Grund. Nachteil ist natürlich, daß Dividenden höher besteuert werden als Aktienrückkäufe. Vorteil ist natürlich, daß das Management die Gewinen als sicherer einstuft. Der wirkliche Grund ist aber, daß Aktienmärkte volatil sind. Mit eienr hohen Dividendenrendite kann man in Zeiten niedriger Börsenkurse einfach mehr Aktien nachkaufen. Das ist der Hauptgrund warum langfristig werte mit hoher Dividendenrendite solche ohne Dividende outperformen (vorausgesetzt man reinvestiert auch tatsächlich).


    Neben diesen 5 Punkten ist auch das Buch Common Stocks - Uncommon Profits von Phil Fisher sehr interessant..


    Mehr zu Einzelwerten demnächst.


    Gruß
    S.

    Da ich in letzter Zeit viel mit der Analyse "normaler" Aktien verbracht habe, will ich meine Erkenntnisse hier in einem Thread zusammenfassen.


    Zunächst einmal eine allgemeine Betrachtung zu KGVs.


    Da das KGV im Dow z.Z. 22 beträgt und es historisch im Schnitt bei 9 lag (bei peak earnings), sind Aktien derzeit furchtbar teuer.


    Wie lange muß man denn nun warten bis die gegenwärtigen Kurse durch den inneren Wert der Aktien gedeckt werden?


    Langfristig wächst die Produktivität um 3% und das sind auch die Raten, um die BIP und Aktien inflationsbereinigt steigen können.


    Wenn nun also ein KGV von 9 fair wäre, der Dow aber eines von 22 hat, so wird es ca. 30 Jahre (!!!) dauern bis die jetzigen Kurse gerechtfertigt sind.


    D.h. wer langfristig in Aktien investiert, wird bis zum Jahr 2030/2040 inflationsbereinigt keine Gewinne machen. Im Extremfall könnten dann Aktien sogar unterbewertet sein, so daß es nochmal länger dauern wird bis man +/-0 herauskommt (was im Vergleich mit Rentenversicherung & co. gar nicht mal schlecht ist!).


    Wie kann man nun trotzdem Gewinne machen? Welche Werte soll man also kaufen.. dazu später mehr.


    Gruß
    S.

    Beim Gold ist derzeit alles möglich. Was wir im Rohstoffsektor jetzt sehen sind keine Verkäufe mehr sondern Liquidierungen. Öl sieht so aus als ob es gleich auf $55 fallen wollte. Es ist jetzt so überverkauft wie seit 2002 nicht mehr.


    Dagegen sind die Aktienmärkte verdächtig stark. Der Dax heute mal wieder im Plus, im Gegensatz zum Nikkei.


    Anscheinend werden Gelder aus dem Rohstoff Bereich in Aktien vor allem im Tech-Sektor umverschoben.


    Das wahrscheinlichste ist m.E. bis Oktober leicht erodierender Aktienmarkt mit gleichzeitig steigenden Rohstoff- und Goldkursen. Der Ölpreis könnte sich von der überverkauften Situation erholen und noch einmal die $70 in Angriff nehmen was dann Ende Oktober zu einem Crash der Aktienmärkte führen könnte.


    Zur Zeit ist jedenfalls alles unlogisch. Schlechte Werte steigen mehr als gute, Zykliker mehr als defensive. Öl fällt ununterbrochen durch (soviel zum Sentiment als Kontraindikator, was bei Aktien funktionieren soll funktioniert beim Öl natürlich nicht), Gold ebenfalls.


    Was würde eigentlich passieren, wenn heute doch wider Erwarten die Zinsen erhöht würden? Sozusagen als Todesstoß für die Rohstoffe? DIe Löhne steigen ja inzwischen stärker als die Inflation. Ob Bernanke in die Geschichtsbücher als Schuldiger an der Baisse eingehen will weiß ich allerdings nicht.


    Gruß
    S.

    Frei nach Graham
    kurzfristig ist der Markt eine voting machine
    langfristig eine weighting machine


    Glaubt ja nicht, daß man kurzfristig irgendetwas mit solchen fundamentalen Bewertungen anfangen könnte. Das einzige positive Beispiel ist Minefinders z.Z.


    Phil Fisher meinte immer er bräuchte min. 3 Jahre, erst dann könnte man sagen ob seine Werte gut sind oder nicht. Scheint mir ein guter Maßstab zu sein. Also könnte man jetzt sagen in 3 Jahren wird Wert x zum Wert y in der und der Relation stehen (wenn keine ständige Aktienausgabe wie bei DRDGold erfolgt).


    Wenn man den Warren Buffett Ansatz nehmen wollte wäre ja discounted cash flow anzuwenden, was m.E. aber hinter meinem Verfahren landet. Wer mit discounts von zukünftigen cash flows aber konstantem Goldpreis arbeitet, hat automatisch die Idee in seinen Berechnungen, daß der Goldpreis langfristig inflationsbereinigt fällt. Deswegen haben DCF-Modelle im Minenbereich m.E. nichts zu suchen.


    Eines allerdings schon: bei gleicher Bewertung sind immer Werte mit niedrigeren Abbaukosten zu bevorzugen. Wettbewerbsvorteil in schlechten Zeiten. Goldcorp könnte bei schwachem Goldpreis andere Werte sehr günstig übernehmen.


    Gruß
    S.

    Vor Ruff muß ich warnen. Mark Hulbert hat ja diverse Börsenbriefe (eigentlich alle) archiviert. Von wegen 1980 ausgestiegen und seitdem nix mehr empfohlen, bis unter $500 ging es mit Ruffs Empfehlungen.


    Naja, hab mir sogar sein Buch gekauft vor 1 oder 2 Jahren. Würde ich auch nicht mehr machen.


    Gruß
    S.

    Mal ehrlich, der Windows Kram geht mir langsam auf die Nerven.


    Eigentlich sollte man nur von Linux Rechnern aus auf sein Depot zugreifen.


    Windows Rechner könnten ja trotz aller Firewalls keylogger draufhaben. hab das vor jahren mal mit jemandem ausprobiert, harmloses Scherzprogramm zum installieren per e-mail geschickt.. ihr glaubt gar nicht was man da so alles herausbekommt.


    Die Frage ist also schon längst gar nicht mehr ob Windows besser ist. Die Frage ist ob man es sich leisten kann. Windows wird von Spinnern entwickelt, das sollte jeder wissen. Wenn Microsoft ein Auto bauen würde, dann wäre das ein automatisch fahrender Bus, wo 10 Personen mitfahren könnten. Zündschlüssel und Türen würde es nicht geben, höchstens eine offene Plattform mit Haltestange zum Aufspringen von Passanten wie bei Londons Bussen üblich.
    Linux als OS, für Dateisicherheit Linux/FreeBSD Server mit Raid-System und Samba. Office sowieso nur OpenOffice, da kann ich gleich meine Dokumente als PDF exportieren. Microsoft lebt nur davon, daß bestimmte Software eben nur unter Windows läuft. Streng genommen darf daher auch jederman Windows frei kopieren, da nur so Microsofts Monopolstellung zu umgehen ist. Wenn Microsoft die Monopolstellung nicht ausnutzen würde, könnte ich andere gekaufte Software ja auch auf meinem kostenlosen Linux laufen lassen. Und eigentlich ist ja selbst das zuviel. Eigentlich müßte man Microsoft noch die Kosten für Administration, Antivirenprogramme, Firewalls und nerviger Belästungsprogramme wie der WGA in Rechnung stellen können.


    Ach ja, wer als Programmierer auf MFC gesetzt hat - steht jetzt ohne Support da. WTL ist wohl so langsam der Standard. Die x-te Veränderung des Standards.
    Also ich sehe es echt nicht mehr ein. Am besten man kauft sich zum Spielen Konsolen und verwendet den Rechner nur noch zur Arbeit, dann ist Linux sowieso besser.


    Überhaupt, seit 2000 hat sich Windows nur verschlechtert in Punkto usability. Statt schlichter Grautöne bei der Oberfläche (die Programme bzw. Programminhalte sollen die Aufmerksamkeit des Benutzers haben) buntes Gebimmel wie an Spielautomaten in Las Vegas.


    Gruß
    S.

    Was haltet ihr eigentlich von den Währungen. USD sieht so aus als ob er gegen den Euro mittelfristig (1 bis 2 Jahre) per SKS stärker würde. Kursziel so irgendwo zwischen 1.10 und 1.00


    Der Yen dagegen könnte sogar stärker werden, 102 wäre da so das Ziel, vielleicht könnte der sogar unter 100 gehen, ist aber außerhalb unseres Zeithorizonts.


    Kursziel für Yen gegen Euro wäre damit bei ca. 105-110, das wäre immerhin ein Plus von ca. 35%.


    Gold in Euro ist genauso interessant, unter 450 sollte es nicht gehen. Wenn ja, dann sind aber sogar die 350 vorstellbar. Unter 350 dagagen wird es wohl nie mehr gehen, das war eine Ewigkeit ein Widerstand. Genauso müßte es sehr bald aus dem Dreieck ausbrechen wenn es nicht unter 450 geht.
    Im Extremfall sind dann je nach Wechselkurs sogar $370-450 vorstellbar. Für meinen Geschmack zuviel, aber wer hätte Mitte 2005 $700 Goldpreis geglaubt? Das ganze wäre m.E. nur möglich, wenn wir wirklich in eine Deflation eintreten und Gold tatsächlich die 3 Jahre fallen sollte. Das einzige was vor solch einem Szenario schützen könnte wären Aktienshorts.


    Der S&P 500 bietet sich an:
    http://www.financialsense.com/fsu/editorials/2006/0918.html
    Über 1326 sollte er nicht gehen (Mai Hoch).


    Und 1929 nicht vergessen:
    http://www.cyclesman.com/calling_the_turn.htm


    Wie würde ein Replay 1929 aussehen? Damals Sommereinbruch 15%, dann neue Hochs nicht erreicht, dann langsamer Einbruch bis unter die Sommertiefs. Dann im Oktober eine leichte Erholung und dann der Crash mit Tief 50% unter den Jahreshochs. Ab November dann kräftige Erholung bis 50% höher im nächsten April, ab Mai 1930 dann langsames Abgleiten von 300 bis 40 in 1932.


    Damals natürlich viel Margin, in der Regel 90%. Daher werden zukünftige Einbrüche schwächer sein und auch der Anlagebedarf der babyboomer würde abfedernd wirken.


    Auf keinen Fall darf man sich vom Sentiment täuschen lassen. Damals ja auch "Crash" als Schlagzeile in den Zeitungen. Trotzdem ging es bergab.


    Wo Öl in einem solchen Szenario stehen würde? Ich denke lieber nicht daran.


    Am Goldmarkt müssen wir jetzt wirklich aufpassen. Würde der HUI auf ca. 270 stürzen, wären das ganz einfach Kaufkurse. Wovor man sich hüten muß ist ein langsames tiefer und tiefer gehen der Goldkurse. Deswegen macht mich die jüngste Erholung auch eher besorgt.


    Jedenfalls zeigt der Bradley 2006 im Mai und November turning points an. Solange es nicht über die alten Hochs vom Mai geht sind wir immer noch im Bärenmarkt und so dürfte der November turning point eine Aufwärtsbewegung anzeigen. Ob Gold dann bis Mai über die alten Hochs steigt wird dann die Frage sein.


    Gruß
    S.

    Wenn es wirklich einen Crash gibt, wird Liquidität benötigt. Dann wird ALLES fallen. Wirklich alles. Auch Gold, Goldminen. Auch Anleihen.


    Sentiment bei den 10-jährigen ist verdammt positiv geworden und die commercials sind verdammt short. Falls es aber zu einem Crash kommt, dürfte der US$ kurzfristig sehr stark werden. Das ist der einzige grund warum ich meine Anleihen nicht verkauft habe.


    Die Gegenmaßnahme ist simpel: Aktienmärkte shorten. ABN-Scheinchen sind besser als nichts. Wer die Möglichkeit hat kann auch direkt shorten, http://www.interactivebrokers.de (ich bin nicht bei denen weil sie ein US-Broker mit Sitz in UK sind, was die so alles wissen wollen.. in die USA werde ich nie auswandern).


    Ich habe gestern nochmal kräftig einige Dax und viele S&P500 shorts als ABN-Scheine reingenommen.


    Gruß
    S.

    Die 0,7 sind nicht willkürlich damit sind 30% Steuersatz gemeint. In der Praxis teilweise mehr, aber im großen und ganzen kommt es im Schnitt hin.


    LuckyFriday
    Ich hoffe du verstehst, daß man ein Aktien-KGV eben nicht einfach in eine Rendite umrechnen kann was eben mit der Zeitdauer des cash flows zusammen hängt. Leider reagiere ich in solchen Fällen immer etwas über, bitte verstehe das nicht als persönlichen Angriff.
    Patrone Lupo hat Recht wenn er schreibt, daß Newmont auch in vielen Jahren noch ein langes Reserveleben haben wird. Nur muß dafür auch etwas getan werden, exploriert werden. Das kostet Geld. Nur ausgehend von cash costs, Goldpreis und Steuern müßten die Minen ein viel niedrigeres KGV haben als sie es in der Realität haben.. es geht eben viel drauf für diverse kapitalintensive Erweiterungen (Gold Fields Kloof und Driefontein) oder Exploration.


    Ich glaube es gibt in Wirklichkeit zwei grundverschiedene Typen von Minen, zumindest zwei Ansätze wie man sie auffassen kann.


    1. So wie ich es in meinen Berechnungen immer auffasse als Gesellschaften mit endlichen Reserven
    2. Exploration und Minenbetrieb als normales business mit cash flow der praktisch ewig fließt


    Zur Nr. 2 gehören wohl Barrick und vor allem die alte Normandy. Dazu gehört, daß man wirklich erstklassige Exploration betreibt. Daß man auch Aufkäufe tätigt, daß man proprietäre Prozesse entwickelt wie z.B. Gold Fields mit BIOX. Die majors schweben alle wohl zwischen 1 und 2, viele kleinere Gesellschaften gehören zur Klasse 1. Troy z.B. könnte man fast als reinrassigen Klasse 2 Wert sehen. Wenn die beweisen können, daß sie alle 2 bis 3 Jahre 200 bis 300000 ozs Gold entdecken können, das dann noch billig genug abgebaut werden kann.


    Ich werde mich jedenfalls weiterhin an die elementarsten Rechnungen auf Grundschul-Niveau halten. Alles was komplexer ist dient nur der Verschleierung der Realität. Fisch oder Fleisch, die interessanten Kandidaten sollte man sich dann sehr genau ansehen und so beurteilen wie Phil Fisher z.B., das läßt sich dann ohnehin nicht in Zahlen fassen.

    "Anleihen und Aktien (neben anderem) stehen aber in Konkurrenz um anlagesuchendes Kapital und klassischerweise werden tagtäglich Aktienrenditen und Anleihenrenditen miteinander verglichen."


    Ja dann aber richtig.


    Newmont als Beispiel. KGV 25 (als Beispiel). Lebensdauer der reserven 12 Jahre.
    Jetzt rechnest du also 1/25 = 4% Rendite.
    In Wirklichkeit mußt du aber anders rechnen. Du setzt 100 ein und erhälst 12*4 zurück. Das Kapital erhälst du nach den 12 Jahren eben nicht zurück.
    Damit hast du eine Rendite von -6% und nicht 4%. Selbst die japanischen Staatsanleihen sind da besser..


    Gruß
    S.

    Man sollte doch alle Minenkonzerne verkaufen. Am besten verbieten den ganzen Hokuspokus mit BIOX und Bakterien, heap leaching und das giftige 1% Zyanid, das viele viele Tage braucht bevor es von der Sonne zersetzt wird. Der Kontakt mit wenigen Litern kann schon tödlich sein.


    Die Zukunft gehört kleinen, lokalen Ich-AGs, die ihre Heimat bewahren wollen und nur mit umweltfreundlichen Substanzen wie Quecksilber arbeiten.

    Eldorado, bei Prechter gab es im Club EWI mal einen Artikel über Börse und gesellschaftliche Spannungen. Erst kommt der Börsenabschwung, dann der Krieg. Nicht umgekehrt. Beispiele Afghanistan (genau zum Tief nach dem 9.1. Börsencrash genehmigte der Kongress den Einmarsch) und Irak (genau zum Tief 2003).


    Ich gehe jetzt von einem Bärenmarkt in den Aktienmärkten bis 2009/2010 aus, dann wird der Krieg folgen.


    Gruß
    S.