Nun das erste Beispiel, Johnson & Johnson.
Aber Achtung, ich verwende nur die Zahlen von quote.yahoo.com, Kürzel JNJ. Ein Blick in die Jahresbilanz wäre genauer.
Nun also Punkt 1: KGV
Der Kurs von JNJ ist $64.30, es sind 2.93 Mrd. Aktien ausstehend. Der Gewinn beträgt für das Kalenderjahr 2005 $10.411 Mrd.
Ein Blick in die Bilanz:
cash $16.055 Mrd.
short term investments $0.083 Mrd.
long term investments $0.020 Mrd.
short/current long term debt $0.668 Mrd.
long term debt $2.017 Mrd.
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$13.473 Mrd. netto cash
($64.30 Aktienkurs * 2.93 Mrd. Aktien - $13.473 netto cash) / 10.411 Mrd Gewinn = KGV 16.8
Punkt 2: Wachstum
Gewinn im Jahr 2000 war $1.61 pro Aktie, im Jahr 2005 $3.46 pro Aktie (dafür mußte ich dann doch in die Bilanz schauen). Macht ein Wachstum von 16.5% pro Jahr (5. Wurzel aus 3.46/1.61 ergibt 1.165 also 16.5%).
Dazu kommen noch 2.4% Dividendenrendite. Das Wachstum beträgt also 19% (und das für so einen Riesen). Wird wohl in Zukunft hauptsächlich zu Aktienrückkäufen führen.
Punkt 3: Qualität der Gewinne
Invested Capital =
$58.025 Mrd. total assets
-$16.055 Mrd. cash
-$0.083 Mrd. short term investments
-$0.020 Mrd. long term investments
-$5.99 Mrd. goodwill
-$6.185 Mrd. intangible assets
-$0.668 Mrd. short/current long term debt
-$11.967 Mrd. accounts payable (das sind die NIBCs)
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$17.057 Mrd.
Damit ist ROIC = $10.411 Mrd. Gewinn / $17.057 Mrd. IC = 61%
Besser geht es kaum!
Mit intangible assets und goodwill wären es $10.411 Mrd. Gewinn / $29.232 Mrd. IC = 35.6%
ROIC sollte bei min. 25% unter Berücksichtigung der intangibles liegen, da liegt JNJ bequem drüber.
Punkt 4: Vorhersagbarkeit
Als breit diversifiziertes Pharma, medical devices und Konsumentenkonglomerat kann man wohl sicher davon ausgehen, daß Johnson & Johnson auch in Zukunft die Marktpositionen behalten und verbessern kann. Bei reinen auf Patente angewiesenen Unternehmen wie Merck oder Pfizer würde ich das nicht unbedingt so sehen.
Punkt 5: Dividenden
2.4% Dividende ist zwar nicht sehr viel aber ausreichend hoch, bei einer Aktienkurshalbierung könnte man pro Jahr immerhin knapp 5% Aktien nachkaufen ohne Berücksichtigung der Quellensteuer.
Jetzt zur Bewertung.
(119% - 7.5%)^5 * $10.411 Mrd. = $17.942 Mrd.
($17.942 Mrd. * 13,5 + $13.473 Mrd. netto cash) / 2.93 Mrd. Aktien = $87.27 je Aktie fairer Wert
$64.30 / $87.27 = 73.7%, d.h. 26.3% discount.
Unter margin of safety aspekten würde sich ein Investment in JNJ also nicht lohnen (obwohl sie einer der besten Werte überhaupt sind).
Doch wie teuer ist der Gesamtmarkt?
Der Dow hat ein KGV von 22.51 und soll ja die durchschnittliche Wirtschaft repräsentieren. D.h. er müßte nach unseren Überlegungen ein faires KGV von 13.5 haben.
22.51 / 13.5 = 166.7% = 66.7% überteuert.
Wir setzen einfach JNJ zum Dow ins Verhältnis!
73.7% / 166.7% = 44.2%, d.h. JNJ hat einen discount von 55.8% zum Dow.
Man shortet also nun den Dow und kauft Johnson & Johnson. Wenn innerhalb von 5 Jahren das faire Verhältnis erreicht wird, hat man 126% Gewinn erzielt, also pro Jahr 17.7% (5. Wurzel aus 2.26).
Andere interessante Werte sind AVP (Avon), GGG (Graco), RAVN (Raven Industries), Hoya (JP:7741) und Sega-Sammy (JP:6460).
Gruß
S.