da die Burschen früher mal ne Banklehre gemacht haben, gehe ich davon aus, dass sie
mit Shorts abgesichert sind und nicht fahrlässig sind. Sie geben das Preisrisiko jetzt
an den Markt weiter.
Alle Teilnehmer in diesem Markt machen das, nur nicht die am Ende dieser Kette stehen,
die Endverbraucher bzw. Sammler.
Hmmm - ich würde da allerdings gerne differenzieren:
Eigenkapitalstarke Marktteilnehmer können es sich eine geringe bis keine Absicherung Ihrer Positionen leisten. Jedenfalls haben sie die Wahl auf unnötige Versicherungsprämien zu ungunsten Ihrer Gewinnmargen zu verzichten. Sie können auch weit besser von steigenden Marktpreisen profitieren indem sie Ihr Inventar der Marktsituation anpassen (höhere Bestände in steigenden, Reduzierung der Bestände bei fallenden Märkten). Zweiteres Imho ein Grund für die derzeitig geringen Bestände der EM - Händler.
Eigenkapitalschwache Marktteilnehmer die im Gegensatz zu ersteren mit hohem Fremdkapital, grossem Hebel und Verlustrisiko agieren mögen um eine Absicherung nicht herumkommen. Sie können allerdings wegen Ihrer niedrigen Exponiertheit auch nur im geringen Maß von Marktschwankungen profitieren.
Des weiteren möchte ich auf die gern übersehehenen Rückopplungseffekte auf den Märkten hinweisen:
Jede Absicherung (=Put oder Terminverkauf) erhöht auch das Risiko fallender Preise bzw. bewirkt sogar einen Leerverkauf der zugrundeliegenden Ware. Jedenfalls wenn man einen Markt kollektiv betrachtet vermindern derartige Absicherungen den Wert der eigenen Bestände.
Verallgemeinert kann man sagen dass die Märkte sich in beide Richtungen reflexiv verhalten:
Die Aktion der Marktteilnehmer wirkt also selbstverstärkend, umso mehr sobald ein Trend entsteht.
Und zu Sinclair:
Ich lese http://www.jsmineset.com regelmässig. Wie jede Meinung kann Jim Sinclairs natürlich auch völlig an der Realität vorbeigehen.
Es scheint mir allerdings schon schlüssig dass es im Interesse der Agierenden (FED, Comex etc.) liegt Marktpreise in Ihrem Sinn zu beeinflussen.
Jede Preisbeeinflussung durch (Leer) Verkäufe hat natürlich Grenzen, insbesondere dann wenn die zugrundeliegende Ware nicht lieferbar sein sollte - egal von welchem (Leer)verkäufer.
Der Rückgang physischer Lagerbestände der Comex ist dafür natürlich nur eines der Indizien.
Jedenfalls ist es ein allgemein bekanntes Phänomen dass eine nicht marktkonforme Preisfestsetzung auf dem Primärmarkt zu leeren Schaufenstern und einem Sekundärmarkt mit unabhängiger Preisfindung auf höherem Niveau führt. Erste Indizien dafür sind zu entdecken so man denn möchte.
Es bleibt also abzuwarten ob die Märkte sich weiter auseinanderentwickeln.