Hallo Henning,
Ich glaube zu verstehen was du meinst. Jedenfalls kam auch im 'Lebensmittelvorratsthread' deine Weltanschauung ein wenig rüber.
Was mir persönlich da immer wieder sehr weh tut ist das von jenseits aller Moral von vielen angestellt wird die über Geld, Macht und Einfluss verfügen. Und da meine ich nicht nur die Grossen damit - auch der Kleine Maxi kann mit seinem Eigentum und Vermögen verantwortungsvoll umgehen. Verantwortungsvoll in dem Sinne dass Eigentum verpflichtet, ja eigentlich auch zum moralischen Umgang damit.
Vermögen kann ja in vielerlei Hinsicht verwendet werden. Im negativen Sinne wird es ja gerne zur Selbstwerterhöhung (Überhöhung) genutzt, woraus dann mancher sich gemüssig fühlt andere, vermeintlich schlechter Gestellte abzuwerten, ihnen Rechte abzusprechen etc. . Den Drängler auf der Autobahn missachtet die Gleichwertigkeit aller genauso dazu wie korrupte öffentliche Angestellte der den schmiergeldzahlenden Grosskopferten dem Normalbürger gegenüber bevorzugt.
Im positiven Sinn ist man - mit Vermögen gesegnet - auch in der Lage einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Mauern zwischen Menschen lassen sich am leichtesten von oben einreissen, Verantwortung für andere zu übernehmen bringt doch oft eine grössere Befriedigung mit sich als als das was man sich für Geld kaufen kann.
Doch zurück zur Silber Spekulation - und dem wie ich meine - doch erheblichen Einfluss moralischer Aspekte auf den Anlageerfolg des kleinen Maxi:
Der kleine Max der aus 'niederen Motiven' spekuliert ist IMHO weit mehr vom positiven Feedback (=schneller Anlageerfolg, regelmässige 'Belohnung', positive Selbstdarstellung gegenüber dem sozialen Umfeld - daher dickes Auto, angeben etc., geringe Frustrationsoleranz gegenüber selbstwertbedrohlichen Verlusten etc.) abhängig als ein charakterfesterer Anleger.
Aber auch Institutionelle kleine Maxis (aka kleine Angestellte die beruflich 'Anlageerfolge' erwirtschaften müssen) haben meist nur ein Geschäftsjahr Geduld. Spätestens dann müssen sie sich vor Ihrem Chef oder den Anteilseignern (Fonds etc.) für ihren geringen Erfolg rechtfertigen.
Parameter wie die Frustrationstoleranz der Investoren lassen sich tatsächlich ermitteln und beim 'Design' des (hier Silber) Charts berücksichtigen. Und wie wir hier am Beispiel unseres Freundes hier sehen wirft wohl bei eine grossen Gruppe der Anleger nach einem Jahr ohne 'Belohnung' das Handtuch.
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Die Chance - und für mich eigentlich heutzutage die einzige Chance gegenüber dem kurzfristigen Computerhandel - für den standhaften Anleger heutzutage richtig erfolgreich zu wirtschaften ist daher der lange Anlagehorizont, das Ausstehen von kurz - und mittelfristigem manipulativen 'punishment' um nach Jahren doch richtig zu liegen.
Dazu brauchts Moral - hoffentlich nicht nur beim 'Verdienen', sondern auch danach, nämlich beim Umgang mit dem Erwirtschafteten.
Wer die allerdings nicht hat - und bitte seid mir nich bös' deshalb - der verdient's auch am Ende nicht erfolgreich zu sein.
viele Grüsse
Markus