Zitat
Original von freefly
Eichelburg sollte man sich echt nicht antun - jedesmal wenn ich auf seine Homepage war, bin ich drauf und dran in den Wagen zu springen und zur Bank zu fahren. Gold 5000 $/Oz oder lieber 50.000 $ - wat soll`s, packen wir halt noch ein paar Nullen dran.
Im Grunde gebe ich ihm ja Recht - aber derartige Zahlenspielereien machen die Prognosen nicht gerade seriöser. Ich frag mich nur weshalb er es noch nötig hat, Vorträge zu halten etc (das frag ich mich bei Butler aber auch immer - an dessen Stelle würde ich irgenwo im indischen Ozeanam Strand liegen, mit zwei knackigen Schneckerl die mir jeden Wunsch von den Augen ablesen, einem guten Glaserl Rotwein und dem Gedanken "laß den Rest der Finanzwelt doch absaufen"
Irgendwie haben die alle ein SamariterGen - oder einen Pushergedanken)

Ich gebe ihm im Grunde genommen ebenfalls RECHT.
Irgendwo glaube ich hat Herr Eichelburg auch mal sinngemäß angemerkt, daß Goldpreise von 50.000 und mehr absolut keine Aussage mehr beinhalten, weil in einem derartigen Szenario der Geldwert ein ganz anderer ist, als heute.
Ich sehe das genau so.
Insofern sind solche Zahlen rein als Metapher dafür anzusehen, wie die relative Performance von Gold gegenüber in einer Inflation mehr und mehr entwertetem Geld aussehen kann.
Und selbst, wenn nichts schlagartig passiert: Spätestens in 30 Jahren haben wir die 5.000 Dollar gesehen und weitere 15 Jahre später -allein rein demographisch bedingt- auch die 50.000.
Keine sichere Geldwertanlage wird solche Schein-Renditen, die zum Kaufkrafterhalt erforderlich wären jemals kreeiren können. Das haben inflationäre Fiat-Money-Systeme so an sich.
Ich kann es nur immer wieder anmerken:
Im Kondratieff-Winter geht es sich primär nicht um Rendite, sondern um Vermögenserhalt.
Wer das nicht versteht und sich entsprechend ungünstig positioniert, der wird nahezu alle ungünstig investierten Mittel verlieren. Das haben Zeiten, in denen Forderungen massivst abgebaut werden immer so als "Nebenwirkung" an sich:
Vor allem in Schuldgeld- oder Fiat-Money-Systemen gilt:
Die Geldguthaben der Einen sind die Schulden der Anderen.
Denn: Geld entsteht allein dadurch, daß Kredite aufgenommen werden.
Fallen Schuldner aus und ist daher eine Rückführung der aufgenommenen Geldmengen unmöglich, entstehen Geldmengen, die nicht mehr durch Rückzahlungsversprechen gedeckt sind. Kein Schuldner will diese Geldmengen mehr erwerben, um sie zurück zu zahlen und so zu vernichten. Es wird weniger Geld nachgefragt. Der Geldwert verfällt.
Folgerungen:
Der Schuldenabbau ist bei einem Fiat-Money-System somit dem Abbau von Guthaben gleichzusetzen.
Bei einem Goldstandard hingegen werden Guthaben nicht automatisch durch Schuldenabbau vernichtet. Es betrifft nur solche Guthaben, denen keine ausreichende dingliche Deckung gegenübersteht.
In einem Goldstandard können niemals alle Geldguthaben vernichtet werden. Deswegen ist ein Goldstandard per Definition weniger schwankungs- und krisenanfällig, als ein Papiergeldstandard basierend auf Kreditaufnahme.
Eine Schuld wird -auch im Fiat-Money-System- stets bezahlt: entweder durch den Schuldner oder durch den Gläubiger.
Und wenn das mit dem "Forderungsabbau" nominal schon nicht so richtig funktioniert, weil einfach immer mehr Geld gedruckt und über die Aktien- und Immobilien- und Bondsmärkte "verteilt" wird, dann geht es zumindest real: Obgleich die Geldmengen weiter steigen, geht deren Wert gemessen in echtem Geld zurück.
Das muss man sich einmal in aller Ruhe vor Augen führen.
Kann man gut am Goldpreis und dem Geldmengenwachstum seit etwa 2002 sehen. Mit Silber und Rohöl klappt es noch besser.
Oder ganz einfach: Null ist Null, macht Null und belibt Null.