Zitat
Original von El Chalten
Dies trifft ja wohl auf alle Arten von Finanzanlagen zu. Ich kann mich z.B. bei Aktien auch nur auf Fremdtestate verlassen. Falls mit "Buchmacher" die emittierenden Banken gemeint sind: Sicher kann es in Extremsituationen zu Handelsaussetzungen und Bargeldabfindungen kommen. Wenn man natürlich wöchentlich mit einem globalen Crash rechnet, ist eine Vermeidungsstrategie sicher richtig. Aber wenn der Crash nicht oder eher schleichend kommt, ist diese Strategie nicht effizient. Ich halte viel von Diversifikation, nur Edelmetall statt anderer Werte ist mir schlichtweg zu gefahrlich.
Wie hoch ist den die Wahrscheinlichkeit für so ein Szenario? Dazu noch bei einem eventuellen Goldverbot, das hier immer wieder genannt wird. Sollte es kein gültiges Zahlungsmittel mehr geben, werden wir uns alle sehr schnell in der Naturaltauschwirtschaft wieder finden. Medikamente und Lebensmittel werden sicherlich wertvoller sein als Gold. Sehr schön kann man sich eine echte Krise mal bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Argentinien-Krise
ansehen. Es gab mal eine kurze Zeit, da konnte man für 20-30000 $ eine Wohnung in Buenos Aires bekommen. Ob so ein Wohnungsinvestment mit Mietern, die kein Geld haben - von ganzen Häuserblöcken ganz zu schweigen - sinnvoll ist, mag jeder selbst entscheiden.
So wie es momentan aussieht, kann ich durch Verkauf meiner Puts physische Ware bei niedrigen Preisen nachordern - oder mich anderen Investments zuwenden, denn mein physisches Metall ist ja nicht weg.
Es ist nur aktuell weniger wert. Falls ich "nur" physisches Edelmetall besitze, kann ich das nicht, da bin ich vom Tageskurs abhängig.
Ob auf Sicht der Handel mit Zertifikaten geordnet verläuft, ist schwer einschätzbar. Ursprünglich war "Hedging" nur für Unternehmen gedacht. Hier gehen die Meinungen eben stark auseinander. Die weltweiten Geldströme werden sicherlich nicht transparenter und kleiner - ob die Folgen aber negativ sein müssen, wird sich zeigen. Vielleicht müssen sich auch erst einmal - wie bei der New Economy - erst einmal die Leute die Finger verbrennen. Aber der Traum vom schnellen Reichtum ist in vielen Köpfen und die Anleger schwanken zwischen Gier und Angst. Auch ein Fokussieren auf Gold ist ja letztendlich nichts anderes als eine Wette. Wenn es die einzige ist, möglicherweise eine schlechte.
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El Chalten: ich weis nicht, ob sich die Berwertungsverhältnisse von 1923 irgendwann mal wiederholen werden, was Immobilien angeht.
Ich rate jedem, 5 bis 15 Prozent seines gesamten Vermögens in physischem Edelmetall anzulegen und Zertifikate zu meiden. 15 Prozent sind genug, um eine Situation abzudecken, die vielleicht 1 x in 100 Jahren kommt. 5 Prozent sollten es als eiserne Reserve mindestens sein. Ein Mieter mit ehr kleinem Vermögen sollte ehr auf 15 Prozent als auf 5 Prozent gehen, wohingegen jemand, der bezahlten Immobilienbesitz hat auch mit 10 oder 5 Prozent gut versorgt sein kann.
Wobei wir beim Thema Diversifikation wären.
Die Barreserve für Notfälle, drei bis fünf Netto-Monatsgehälter kann in silbernen 10-EUR-Gedenkmünzen gehalten werden. Da hat man dann steuerfrei Silber ohne das Risiko von Kursverlusten.
Sie schreiben:
Ich kann mich z.B. bei Aktien auch nur auf Fremdtestate verlassen.
Frage Nr. 1: welcher Wirtschaftsprüfe rist unabhängig und schielt nicht auf Folge- und Berateraufträge?
Frage Nr. 2: Welcher Analyst ist unabhängig und versteht sein Handwerk?.
Muss ich mich auf Fremdmeinungen verlassen, so ist das oftmals der Anfang vom Ende. Das habe ich einmal erlebt und mitgemacht. Nie wieder!. Wer sich so richtig veräppeln und abzocken lassen will, der kann anderen ungeprüft trauen. Ich würde das nicht tun. Wenn Aktien, dann nur breit aufgestellte Fonds, die lange am Markt sind.
Ich bleibe bei Edelmetall, Immobilien und (als Hobby) Sammlermünzen. Da weis ich was ich habe. Ich habe kein Insolvenzproblem, höchstens Mieterprobleme. Und die sind - trifft man geeignete Vorkehrungen - beherrschbar. Einzelaktienpositionen würde ich erst dann wieder aufbauen, wenn der DAX sehr stark gefallen ist, oder es Dax oder Dow für größenordnungsmäßig zwei bis drei Unzen GOLD gibt. Fondsanteile würd eich frühestens kaufen, wenn sich die Indices nominal halbieren/dritteln. DAX ca. 3.000 DOW ca. 4.000
Blos keine auf Geld lautenden Forderungen eingehen. Da zahlt man die nächsten Jahre mächtig drauf!.
Die Zinsen werden steigen und die Unternehmenserträge zurückgehen. Mal schaun, ob China dann weiter mit ca. 10 Prozent per Anno wächst.
Wie bitte soll man heute noch klassisch diversifizieren?.
Aktien sind viel zu teuer. Der Gewinnzycklus hat seinen Zenit erreicht. Bonds von Staaten mit AAA-Rating kaufen, die faktisch schon längst bankrott sind. Ist das vernünftig?. Da laufe ich doch sehenden Auges in ein stehendes Messer....
Diese Anlageklassen sind im Kondratieffwinter völlig ungeeignet zum Erhalt von Vermögen und Kapital.
Ich setze auf Sachwerte, also Edelmetall, Immobilien, Cash in Silbergeld und als Hobby (nicht als Geldanlage) Münzen: Ware gegen Geld. Kein Vertrauen, kein Kredit und kein Betrug!. Und wenn Geld, dann keines auf der Bank, sondern als moderne "Silbertaler". Nur gut, daß 30 davon etwas mehr als ein Pfund fein sind 
Egal, ob die Krise morgen, in einem Monat, einem Jahr oder erst nach einder Dekade oder einer noch längeren Zeitspanne kommt. Sie wird kommen. Und nahezu alle Geldanlagen vernichten oder großteils entwerten. Fiktionen, Hoffnungen, Erwartungen usw. zählen danach nicht mehr. Allein Fakten und das was gerade ist.