Die Regeln von William D. Gann beinhalten sehr viele, gute Gedankengänge und dementsprechend sehr viel Weisheit.
Jedoch können alle Regeln der Welt nicht verhindern, daß Menschen immer wieder dieselben Fehler machen, als da wären:
- Klumpenrisiken eingehen
- zu gierig werden und dabei hedes Maß für Realität verlieren
- sich ihrer Sache viel zu sicher zu sein.
In sich geschlossene Ex-Post-Analyse der aktuellen Situation:
Die derzeitige Korrektur bei den Rohstoffen oder nennen wir es auch Kursverfall oder "Krise" hat auf den zweiten Blick überhaupt nichts mit Rohstoffen zu tun (schade nur, daß die meisten nur auf den Kurs starren und nicht wissen, wie sie sich winden sollen.....).
Ursächlich für die Kursrückgänge sind die Kursrückgänge bei den Aktien, die erst mit ein paar Tagen Nachlauf auch das Ende der kurzfristig sogar heißlaufenden Gold- und Silberhausse einläutete.
Und ursächlich für die Aktienkursverluste weltweit sind steigende Zinsen, also Verluste bei Anleihen und vor alem bei Anleihen-Derivaten
also bei "Zinsoptionsscheinen".
Verluste in den (kreditfinanzierten) Anlagen, die ein Anleger beibehalten will bedingen Abgaben anderer (meist viel besser gelaufener Anlagen) um es nicht zu einer Unterdeckung der Kredite kommen zu lassen (Folge davon wäre die Zwangsexikution / Zwangsliquidation des beliehenen Wertes durch den Kreditgeber: Also immer schön flüsig bleiben
)
Erste schmerzhafte Verluste bei den Anleihen und auch bei den US-Immobilien sind Folge des steigenden Renditeniveaus, welche wiederum Folge der seit etwa einem Jahr steigenden Dollarzinsen sind.
In Island und Neuseeland und auch auf der arabischen Halbinsel kam es schon vor einiger Zeit zu Kursverwerfungen, die mit Carry-Trade-Geschäften zu tun haben, die im größeren Stil glattgestellt wurden, weil die Motivation hierfür, Zinsdifferenzen zwischen Anlagen in Fremd- und Heimatlandwährung zunehmend dadurch geringer wurden, daß unter anderem die kurzfristigen Dollar-Zinsen und nun auch die kurzfristigen Euro-Zinsen angehoben wurden und wohl auch noch eine Zeit lang weiter angehoben werden müssen, um die Inflation (und damit indirekt auch den Goldpreis) nicht zu stark steigen zu lassen.
Die ersten Anzeichen für das Ende der Carry-Trade-Expansion wurden jedoch hartnäckig vom MArkt ignoriert. Ebenso der Zinsanstieg von 1 Prozent bis etwa 4,25 Prozent im Dollar-Raum. Langsam kehrt die Realität auch in das Bewusstsein vieler Anleger zurück. Und das tut sehr weh.
Gelder werden also auch aus Edelmetallderivaten abgezogen, um Verluste bei Aktien- und Anleihen und vor allem bei Immobilien und Aktien- und Zinsderivaten zu kompensieren.
So einfach ist das.
Das Geld geht in derartigen Situationen zuerst dort weg, wo noch der größte Profit zu holen ist um die Löcher zu stopfen, die am meisten in der Tasche brennen......
Kommt es dann zum Blutbad und zur Vertrauenskrise geht sehr viel Geld dorthin, wo die geringsten Verluste und die kleinsten Risiken vermutet werden.....
2002/2003 waren das z.B. in Deutschland Anleihen und Immobilienfonds..... denn der Geldwert galt damals als "stabil". Heute ist das etwas anders. Mal schaun, wo die Gelder hingehen, wenn die Finanzherde erst so richtig nervös wird :D:D:D