Vanescent: nun ist es aber so, daß Limited vielleicht kein strategischer, sondern vielmehr ein taktischer "Investor" ist. Genau so einer, von denen 90 Prozent im Boom kaufen und nahe dem Tiefstpunkt der Baisse verkaufen. Ein "Geldzähler" halt.
Der Stratege kauft etwas und legt es, weil strategisch eventuell wertvoll /bedeutsam / nützlich, zurück. Und dort bleibt es. Bis die Strategie aufgegangen ist, oder es liegt ewig da.
Wenn ich eine Reisko-Lebensversicherung abschließe, so hoffe ich doch nicht darauf zu sterben, sondern mache das, damit Hinterbliebene im Risikofall (Todesfall) versorgt sind. Ich zahle die Prämie und gut ist. Ich werde nicht nervös, und spute mich, schnell noch zu sterben, wenn die Versicherung 30 Jahre läuft und ich im 29. Jahr nach dem Abschluss immer noch lebe.
Wenn ich jedoch hingehe und darauf wette, daß die Queen bis Ende 2008, also bis zum 31.12.24.00 Uhr ihre Demission "einreicht", und ich meine gesamte Existenz als Wetteinsatz verpfändet habe.....
.....so werde ich, sollte die Queen dann noch leben, am Sylvesterabend 2007 gewiss ein Wechselbad der Gefühle durchleben und hoffen und hoffen..... daß bis 0.00 Uhr noch ein Wunder in der Form eines - natürlich sofort tödlichen - Treppensturzes oder Herzinfaktes passiert. Wahrscheinlich wäre die Chance meiner Demission während dieser Zitterphase viel größer als die der Queen.... ...und das, obwohl ich viel jünger bin.
Sowiel zum Unterschied zwischen einem Strategen und einem Taktiker.
Oder noch plakativer: Anfang der 90er hab eich eine große Silbermenge erworben. Bei einem Kilopreis von 5.000 EUR bekäme ich ein richtig tolles Haus dafür, wobei ich davon ausgehe, daß die Immobilien dann auch sehr billig sein könnten, weswegen ich vielleicht sogar 3 tolle Häuser dafür kaufen könnte. Wer weis das schon?.
Damals (1990) war ich noch Student. Schon bei 2.500 EUR das Kilo wäre nach heutigen Preisen ein Reihenhaus drinn, was aber keine Option für mich ist..
Kein Spekulant wartet mit dem Verkaufen, bis sich sein Basiswert verzehnfacht oder verzwanzigfacht hat. So abgebrüht ist keiner. Nur der Stratege, der etwas vermutet und daraufhin seine Strategie aufbaut und warten kann, der ist so maßlos abgeklärt. Der ist so überzeugt und so "verrückt", daß er seine Brocken noch nicht mal verkauft, wenn er 80 Prozent Verlust hat und das über Jahrzehnte. Denn er ist so fanatisch, daß er fest glaubt, seine Zeit, die kommt. Auch wenn der Kurs / die Charttechnikl immer wieder etwas anderes sagt. Vielleicht auch, weil er keine andere Chance sieht, sein konkretes Ziel zu erreichen. Der Taktiker hingegen hat kein konkretes, sondern ein fiktives und zu gleich abstraktes Ziel (z.B. Geld). Und Fiktionen sind variabel, was regelmäßig zu Irritierungen und Maßstabsverzerrungen bei Soll-Ist-Vergleichen führt.
Wäre Limited so einer, dann würde er andere Fragen, als die Kursfrage stellen. Limited rechnet sehr wahrscheinlich in Geld. Ist dem so, kann er machen, was er will: er verliert sehr wahrscheinlich genau wie alle Geldzähler. Langfristig ist der finanziell tod. Denn langfristig nähert sich der Wert des Papiergeldes dem Altpapierwert.
Und warum wird er sehr wahrscheinlich scheitern?. weil er sich über den Preis steuern und "auskaufen" lässt, wenn der Preis, gemessen in Geld, stimmt. Und dabei verkennt, daß Geld beliebig vermehrbar ist, Sachwerte hingegen nicht!. Und kommt es zur Hyperinflation dann sitzt er auf einem Sack Papier, statt auf einem Stapel Silberbarren. Weil er kurz zuvor von denen ausgekauft wurde, die den Braten vor ihn gerochen haben. Und so ist der Jäger kurz vor dem Ende der Jagt doch noch zur Beute geworden. "Pennied by the speciallists" 
Ich kenne das vom Münzenmarkt: Die die nur Preise vergleichen und immer auf der Jagd nach dem ultimativen Schnäppchen sind.... unter denen gibt es zigmal soviele, die mit Fälschungen hereingelegt werden, als die, die sich um die Dinge bemühen, die versuchen, Hintergrundwissen und Fakten darüber zu erfahren, die auf excellente Qualität Wert legen und ihre Erwerbungen bei Fachleuten tätigen und die Stücke zusätzlich von anderen Fachleuten (unabhängigen Sachverständigen) prüfen lassen. Gier frisst Hirn.
Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht unbedingt die Summe vieler Transaktionen, sondern in erster Linie eine Sache des Risikobewusstseins, der Strategie und des Wissens um die Beschaffenheit der Dinge.
Will sagen: wer sein Edelmetall für 5.000 das Kilo (ode rbei Gold die Unze) verkauft und dann in Bonds geht..... dem ist nicht zu helfen. Um seinen Gewinn (wenn es denn real einer ist) festzuhalten, muß er in Sachwerten revestieren oder die Substanz seines Vermögens durch Umschichtungen in andere (Sach)-Werte durch Diversifikation absichern.