ghost_god: grundsätzlich bin ich offen für andere Meinungen und lerne auch gerne hinzu. Und ich stehe selbstverständlich auch dazu, wenn mir Fehleinschätzungen unterlaufen sind.
Auf den Goldseiten ist ein Artikel, aus dem hervorgeht, daß es 78 mal soviel Papiergold geben soll, wie Gold überhaupt jemals gefördert wurde.
Wenn nun ein Fonds, eine Zentralbank oder eine Investorengruppe 3.000 Tonnen Gold kaufen möchte, so hat sie zwei Möglichkeiten:
1.) sie geht auf einen Markt mit einem Jahresangebot von vielleicht 3.000 bis 3.500 Tonnen und Gesamtbeständen von vielleicht 35.000 Tonnen, wobei von diesen 35.000 Tonnen kaum etwas zum Verkauf steht.
2.) sie geht auf einen virtuellen Markt mit einem nahezu unbegrenzten Volumen und virtuellen Gesamtbeständen (nicht Gesamtangebot) von etwa 117.000.000 Tonnen.
Ich kann mir vorstellen, daß man bei Möglichkeit Nr. 2 besser wegkommt. Danach braucht man eigentlich nur noch - gleich einem Alchimisten, das rein virtuelle Papiergold in physisches Gold umzuschichten (Transformation). Fiat Gold, lachtot!. Wobei einem die Preisentwicklung auf dem engeren, physischen Markt eigentlich recht egal sein kann - denn die Zeche, die zahlen vorerst andere, nämlich diejenigen, die ihr Papiergold nun zu aktuellen Preisen solange zurückkaufen dürfen, wie sie das möchten. . Daß natürlich irgendwann die Zertifikate-Emmitenten die Kontrakte kündigen und zum Einstandspreis in Geld zurückzahlen könnten und das auch tun werden ist klar, weswegen während der Akkumulationsphase des physischen Goldes zusätzlich innerhalb der Zertifikate-Fraktion umgeschichtet wird.
Auf jeden Fall kann man so in der Theorie Gold kaufen, das man zu diesen Preisen nie hätte am Markt bekommen können. Und genau dort liegt die Schwäche aller Papiersysteme. Und der Betrug, der hinter allem steckt - denn den letzten, den beissen immer die Hunde!.
Sie mögen mich meinetwegen für unwissend und inkompetent halten, aber dieses einfache Prinzip hab eich selbst mit meinen unzureichenden Wissen erkannt.
Das Prinzip ist zudem das gleiche wie bei den Rate-Tarts in GB: die leihen sich in Extremfällen auf Kreditkarte(n) ein paar tausend Pfund für 9 Monate zinslos, legen das Geld in Bonds an, schichten nach 9 Monaten auf neue Kreditkarten um.... und kassieren die Zinsen, solange das Spiel funktioniert. Die Kapitalkosten für dieses Spielchen tragen diejenigen, die den Geldmarkt (hier den Markt für Kreditkarten) mit subventionierten Angeboten zu ihren Gunsten zu verzerren versuchen.
Und so hat jedes Termin-System, je weiter es sich von seinen realen Grundlagen entfernt Schwächen, die um so größer werden, je größer die Unterschiede zwischen der Summe aller fiktiven Ansprüche / Geschäfte und der der real verfügbaren und gehandelten Basiswerte werden.
Sollten wirklich soviele Goldzertifikate existieren, daß deren Gesamtvolumen die Menge des geförderten Goldes um das 78-fache übersteigt, so halt eich persönlich ein solches - rein fiktives und ausschließlich auf Vertrauen und Desinformation vieler Zertifikatekäufer basierendes System für sehr, sehr anfällig.
Und je übertriebener und anfälliger gewisse Systeme sind, desto größer sind die MISBRAUCHSMÖGLICHKEITEN, die sich ergeben.
Und dort, wo man mit wertlosen Zahlungsversprechen nicht betrügen (betrügen im moralischen und nicht im strafrechtlichen Sinne) kann, wird "nachgeholfen"
Derzeit werden Millionen Kleinsparer (Immobilienfondsbesitzer) aus ihren Fonds getrieben, damit sich das Großkapital für NICHTS diese Werte aneignen kann. Dieses NICHTS ist Fiat-Money. Also ungedeckte, beliebig inflationierbare Geldmengen.
Das sind Auswüchse, die man nach meiner Meinung noch nicht einmal mit denen am Neuen Markt vergleichen kann, weil sie viel schlimmer sind und nahezu jede Vortsellungskraft übersteigen dürften.