Wie letztes Wochenende bemerkt waren diese Woche die Chancen auf der Long-Seite weit höher. Die Erholung ist auch gekommen, sogar ohne Rücksetzer weiter, als ich gedacht hätte. Mittleweile sind wir an einer wichtigen Wegkreuzung. Bevor ich darauf komme, folgendes aus der Makroperspektive. Da ja alles im Fluss ist, acuh meien Meinung, bitte kommentiert ungeniert, das hilft mir weiter.
Fundamentales:
Der Währungsabwertungswettbewerb geht ungebremst weiter, Schuldenproblematik wird nicht gelöst sondern verschärft, gemäss dem schönen englischen Satz "kicking the can down the road" wird hinausgezögert, hoffend darauf, dass in der aktuellen Amtsperiode noch nicht alles auseinanderbricht. Es gibt zwei Möglichkeiten, wohin dies führen wird.
1. Es endet folgendermassen, oder besser der Beginn des Endes wird so sein: Ein im Zeitpunkt unerwartetes Ereignis bringt plötzlich diverse Blasen zum Platzen oder was sogar auch möglich ist, dass kurzfristig gar weitere Blasen gebildet werden. Das auslösende Ereignis kann aus Europa, USA oder sonst woher kommen und die Auswirkungen können dann u.U. auch deflationär sein. Kaum ein Stein bleibt auf dem andern, die Finanzmärkte spielen verrückt, und enden wird das Ganze mit einem neuen System.
2. Kommt es nicht zum Knall, passiert schleichend Folgendes: Inflation nimmt zu, Wirtschaftswachstum nimmt weiterhin ab. Die Quartalszahlen in USA zeigen die Richtung an. Beschäftigungszahlen, die eh dem Wirtschaftsverlauf hinterherhinken, werden wieder schlechter. Notenbanken sind machtlos, ihre Politik verpufft wirkungslos. Stagflation macht sich breit, die Stimmung wird schlechter, Unzufriedenheit grösser und die Dinge nehmen langsam ihren Lauf.
Während bei 1. so ziemliich alles möglich ist und die verschidenen Assetklassen in diese oder jene Richtung, zumindest kurzfristig, entwickeln können (z.B USD kann sich stärken..) müsste es bei 2 so kommen: Währungen alle schwach im Vergleich zu Gold, Silber und Rohstoffe. Innerhalb der Währungen dürften weder Euro noch USD brillieren...
Zionsen werden langsam anziehen, Bonds werden verlieren. Aktien könnten theoretisch gut laufen, da Aktien Realwerte sind, bin aber nicht sicher, da Aktien bereits hoch bewertet sind, und je mehr Krisensymptome dazukommen, desto mehr Aktien werden verkauft. Zudem zeigen die Charts Vorsicht an.
Charts
Der Goldchart ist klar im Aufwärtstrend, der Monatschart sieht sehr gut aus. Grünes Licht hir. Am spanndendsten sind Aktiencharts. Die langes Frist: nach mehrjährigen Aufwärtstrend ist die Zeit reif für eine Bärenphase. udem befinden sich amerikanische Aktienindizes wieder (zumindest fast...) in den Regionen, die bisher mehrmals nicht überwindbare Widerstände darstellten. Grundsätzlich ist es Zeit für ein längerfristiges Top. Kürzerfristig: Es stellt sich die Frage, ob das Top bereits drin ist. In dieser Frage bin ich aktuell 50:50. Wir befinden uns aktuell in einer optimalen Region für einen Dreh nach unten. Bei neuen Tiefs müsste dann des Top bereits hinter uns liegen, dann denke ich, dass der Bärenmarkt bereits begonnen hat. Nun sieht es aber so aus, dass gerade aktuell die Aktien diese kritsche Zone dynamisch überwinden wollen. Aufgrund der geringen Volumen letzte Woche nimmt mich insbesondere sehr wunder, was Montag/Dienstag passieren wird. Sollte der Markt nicht drehen wollen hier und jetzt, sehe ich sehr gute Chancen für ein Weihnachtsrally, vielleicht gar neue Highs. Dann würde das Top wohl Januar oder Februar gesetzt, vielleicht sogar erst im Mai. Allerdings kann ich mir aktuell nicht vorstellen, dass die Newslage so günstig sein wird bis Mai.
Da kurzfristig alles unklar ist imho, bin ich neutral positioniert. Zu Goldaktien schreibe ich was heute abend