Beiträge von Katzenpirat

    Ich kann es nicht so bejubeln, wenn die besetzten Gebiete, die Donbas Republiken in die Russische Föderation eingegliedert werden.
    Die Russen sprechen schon von Wiedervereinigung..
    Es wird die Sache erst mal extrem eskalieren.

    Ich teile diese Einschätzung. Referenden unter Feuer, während des Waffengangs, mit Vertriebenen und kaum begrabenen Toten auf allen Seiten, sind für mich als Schweizer und aus Sicht unserer langen Erfahrung mit der direkten Demokratie, d. h. mit der Partizipation des Volkes, ein Hohn. So funktionert das nicht.


    Über ein Referendumgsverfahren im Donbass (Luhansk/Donezk) könnte man noch diskutieren, dort läuft der Prozess seit Jahren. Teile davon wurden von Russland ja bereits als selbständige Staaten anerkannt. Aber die Annexion von Teilen Chersons und Saporoschje unter diesen Voraussetzungen würden auch die gut 100 Länder nicht gutheissen, die sich bisher nicht an Sanktionen beteiligen. Sie eskalierte, wie oben beschrieben, und nähme den Russen Spielraum bei den kommenden Verhandlungen. Dass sich der Kreml die UKR einverleibt und dann Ruhe herrscht, glaubt ja wohl auch hier niemand mehr. Sie werden verhandeln müssen. Russland mag stark sein, aber diese Stärke hat Grenzen.


    Ich habe mir nochmals den original Wortlaut von Putins Rede gestern angeschaut. Er sagt zu den Referenden:


    "Die Parlamente der Volksrepubliken des Donbass und die Militärverwaltungen der Regionen Cherson und Saporoschje haben beschlossen, Referenden über die Zukunft dieser Gebiete abzuhalten, und uns, Russland, gebeten, diesen Schritt zu unterstützen. Ich betone, dass wir alles tun werden, um sichere Bedingungen für die Volksabstimmungen zu gewährleisten, damit die Menschen ihren Willen zum Ausdruck bringen können. Und wir werden die Entscheidung, die die Mehrheit der Bewohner der Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie der Regionen Saporoschje und Cherson über ihre Zukunft treffen wird, unterstützen."


    Putin lässt hier relativ viel Spielraum offen. Sowohl was den genauen Wortlaut der Referenden sowie die konkret daraus folgende Handlung des Kremels betrifft. Ich bin gespannt wie das endet. Ich würde dem Kreml nicht empfehlen zum jetzigen Zeitpunkt und unter diesen Bedinungen Teile von Cherson und Soporschje zu annektieren. Ich glaube nicht, dass er soweit geht, wir werden sehen.

    Der warnende Ruf der Russen hallt seit 2014 durch die Welt !!!

    Nicht 2014, sondern seit 2008! Als Bush den NATO Beitritt der Ukraine und von Georgien ankündigte, kam sofort die Warnung von Putin. Der heutige Krieg begann bei dieser Pressekonferenz:


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    Tomster schrieb:


    "Ich stimme Andrei Martjanows Einschätzung zu: Die Russen wussten, dass der Angriff kommen würde, und ließen die Ukrainer das Gebiet überschwemmen, um die ukrainischen Streitkräfte schließlich mit einem massiven Gegenangriff zu treffen."

    **********************************************************

    Das scheint mir sehr unplausibel. Von diesem Gegenangriff ist nichts zu sehen. Wann sollte er erfolgen? Es ist zudem äussert risikoreich, die Ukrainer so nahe an die Oblaste Luhansk und Donezk anrücken zu lassen.


    Wenn die Russen überhaupt die Ukrainer bewusst haben vormarschieren lassen, dann um zuhause die Mobilmachung und die Referenden zum Schutz der neuen Volksrepubliken zu legitimieren.

    Vassago schrieb:


    Leider ist Capricorn nicht in der "Liste der Minengesellschaften"
    vertreten, sonst könnte man für CMM einen eigenen Thread eröffnen.



    Du kannst einen Thread auch eröffnen, wenn die Gesellschaft nicht aufgeführt ist. Die jungen Explorer sind oft nicht aufgelistet, ich nehme dann das oberste "37 Capital".

    Wäre es denkbar, dass CN es RU ermöglicht, eine Art "Fremdenlegion" einzurichten und hierfür in CN 2.000.000 oder 5.000.000 der überzähligen Männer anzuwerben?

    Die Chinesen machen sich ihrem kollektiven paranoiden Wahn ja bereits vor Corona in die Hose und werden nicht mal mehr für einen harmlosen Europaurlaub aus dem Land gelassen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was die den Russen in der Ukraine bringen sollten.


    Zudem sind die Chinesen ähnlich gute Bazarhändler wie die Türken. Die werfen den Amis keine Landsleute entgegen, solange sie noch mit Washington Geschäfte machen können. Die tanzen wie der islamische Klerikalfaschist Erdogan auch auf allen Hochzeiten.

    von daher bleiben für die Russen nur 2 Möglichkeiten:
    a) aufgeben und zugeben verloren zu haben
    b) mehr Personal und Material einsetzen


    bei a) wäre Putin weg vom Amt, ihn bleibt nur die Option b)

    Wenn Russland diesen Krieg verliert, ist nicht nur Putin weg. Das wäre der Beginn von Russlands Ende. Wenn der ukrainische Nationalismus mithilfe der USA siegte, würde die russische Identität in der Ukraine ausgelöscht, Millionen im Donbass und der Krim vertrieben. Was wäre das für ein Signal für die russische Gemeinschaft weltweit? ? Der Zerfall an Russlands Rändern nähme seinen Lauf. Eine Niederlage Russlands ist in meinen Augen kein denkbares Szenario. Wenn es aus der Sicht des Kremls notwenig ist das zu verhindern, sind die 300'000 Mobilisierten erst der Anfang.


    Die Russen, die jetzt nach Dubai oder Armenien flüchten, sind an der Front ohnehin nicht zu gebrauchen. Die stünden den Tschetschenen und Berufsoldaten nur im Weg rum. Es wird sich zeigen, ob es in Russland auch Bürger gibt, die den ernst der Lage erkennen und sich der Bedrohung durch die USA und der NATO entgegenstellen. Und ob sich auch in den Volksrepubliken mehr als die paar Tausend finden, die bisher bereit waren zu kämpfen.


    Die USA streben die ökonomische und politische Zersetzung Russland seit Jahrzehnten an. Sie sind seit dem kalten Krieg nicht von diesem Vorhaben abgewichen. Mit dem Griff nach dem ukrainischen Territorium und dem Schwarzen Meer mithilfe ihren NATO-Vasallen haben sie die geopolitische Lage eskaliert und ein für sie wichtiges Ziel erreicht: Die Trennung der russischen Rohstoffe vom europäischen Kapital. Die Europäer haben nicht verstanden, dass sich Moskau durch die USA ernsthaft bedroht fühlt und folgen willig Washington.


    Dass Russland mit 150'000 Mann weder die Ukraine erobern, noch entlang des 2'000 km langen Frontverlaufs bestehen kann, wurde schnell klar. Überraschend ist für mich aber, wie die russische Aufklärung versagt (trotz Satelliten, Spinonge, Drohen etc.) und wie ihre Lufthoheit zunehmend bedeutungslos wurde. Die Ukrainer können offenbar nach belieben (schweres) Material im Land herumkarren.


    Eines scheint offensichtlich: Diese Geschichte ist nicht so schnell ausgestanden. Für keine Seite.

    Man könnte sagen, Putin sei die treibende Kraft hinter dem Überfall gewesen, jetzt sei er weg und die Normalisierung der Beziehungen könne vorangetrieben werden.

    Die Amis versuchen mittels ihres imperialistischen Werkzeugs NATO seit 20 Jahren die Kontrolle über das ukrainische Territorium inkl. der Krim sowie das Schwarze Meer zu erlangen. Das geht nicht. Kein Entscheidungsträger im Kreml liesse das zu, garantiert auch nicht Nawalny, der Wolf im Schafspelz. Es ist ein geopolitische Prämisse, dass die eine Atommacht der anderen nicht im Garten herumtrampeln kann. Das wissen wir spätestens seit der Cubakrise. Die Ukrainer und die Europäer haben das offenbar noch nicht begriffen (zu blöd), die Amis wüssten es, aber sie zündeln bewusst weiter, mit dem Ziel, das europäische Kapital von den russischen Rohstoffen zu trennen. Ein Ziel das sie jetzt leider erreichen.


    Putin ist eine reflektierte und verhältnismässig moderate Person im russischen Machtgefüge. Wer jetzt nach dessen Ende schreit, könnte ein böses Erwachen erleben, wenn sein/e Nachfolger am Tag X das Zepter übernimmt/übernehmen.

    Nachttrag zur Diskussion um die Rekrutierung von Kämpfern: Du zählst zu Recht die russischstämmige Bevölkerung vom Mobilisierungspotential der Ukraine ab. Deine Aufzählung oben weist 9 Mio. Bürger in russlandfreundlichen Oblasten aus aus.


    Eine Frage stellt sich: Weshalb schafften es die beiden VR Luhansk und Donezk gerade mal 30'000 Mann zu rektrutieren? (Von denen vermutlich bereits viele tot sind.) Ist den Menschen im Donbass ihre Sache und ihre Freiheit so wenig wert? Die Stadt Donezk hat fast eine Million Einwohner und die lassen sich seit Jahren von ein paar hundert Asow Nazis beschiessen? Die Wagner Söldner, die Tschetschenen und die paar Zeitsoldaten sollen das alleine richten? Kein Wunder gibt das Schwierigkeiten. Die Russen im Donbass fühlen sich offenbar von den Ukrainern noch zuwenig bedroht um selber mit anzupacken.


    Russland hat offensichtlich ein massives Personalproblem. Die Aserbeidschaner nutzen die Schwäche Moskaus bereits aus und greifen Armenien an. Der Kreml muss schon langsam schauen, dass Russland nicht geschwächt aus der Sache rauskommt.
    https://www.dw.com/de/viele-to…-aserbaidschan/a-63100071

    Zuletzt haben wir uns noch gefragt, warum Oberst Markus Reisner keine Videos mehr zum Ukraine-Konflikt erstellt.


    Hier ist seine neuste Bewertung von heute.

    Ich nehme somit meine Befürchtung, er dürfe überhaupt nicht mehr vor die Kamera, zurück. Zumindest ukrainische Erfolgsmeldungen darf er verkünden. Hier hat er das OK.

    Der stellvertretende Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, hat am Dienstag den Entwurf des Kiewer Sicherheitsabkommens kommentiert.

    Für die transatlantischen Falken und Neocons, die unbedingt Putin unter der Erde sehen wollen, gäbe es ein böses Erwachen, je nachdem wer nachrücken würde.


    Ministerpräsident Mischustin würde nachrücken, nach 3 Monaten müsste gewählt werden. Hier ein paar mögliche Nachfolger:
    https://www.rnd.de/politik/rus…5KA5B4BOHZ5ZDBAAOIJU.html

    Jede Art der Mobilisierung trägt hohe Kosten in sich, daher zaudert Putin

    Dazu kommt, dass russische Wehrpflichtige nicht im Ausland kämpfen müssen, zumal es sich offiziell nicht einmal um einen Krieg handelt. Auf den Kreml kämen bei einer (General-)Mobilmachung viele rechtliche und politische Risiken zu...

    10 % war ein Überschlagsrechnung von mir. Kurze Anmerkung zu deinen Ausführungen:


    1. Geflüchtet sind aus der Ukraine v. a. Frauen und Kinder, nicht die Männer. Zumindest hier in der Schweiz sieht man praktisch nur ukrainische Frauen, Grosseltern und Kinder. Die Männer wären also noch dort.


    2. Gemeint waren 10 % der männlichen Bevölkerung, nicht der Männer. (Unpräzies von mir). Wer auf der russischen Seite steht, zählt natürlich nicht mehr dazu.


    3. Wie erwähnt hatten wir in der Schweiz ab den 60iger Jahren ständig 800'000 Mann in der Armee. Die meisten unter Waffe, mindestens Pistole. Bei 6'000'000 Einwohner waren das 13 % der Bevölkerung. Bei 41 Mio. Ukrainer wären das 5.3 Mio. Ich sage natürlich nicht, dass die Zeiten und die Staaten vergleichbar ist, aber wenn ein Wehrwille da ist, wird sehr vieles möglich. Das mussten z. B. die Amis in Vietnam schmerzhaft erfahren.


    Natürlich kann man hier orakeln, dass die Ukraine bald platt ist, der Russe in Polen steht und die NATO ausgeblutet. Ich will niemanden daran hindern, ich kann es einfach nicht immer so ernst nehmen. Und ich denke, nur wenige hier haben in einer Armee gedient.

    Der Russe kann gar nicht anders, als die Ukraine platt zu machen.

    Ist das ein Wunsch, eine Prognose oder eine Empfehlung? Das wird der Kreml nicht. Lies noch mal die Rede von Putin vom 23. Februar. Er wird nicht ein Volk zerstören, dass er als einen Teil seines eigenen sieht. Und das müsste er, wenn er den ukrainischen Staat von der Landkarte tilgen möchte. Wenn das die Absicht gewesen wäre, wären in der Ukraine längst die Lichter ausgegangen und kein Verwaltungsgebäude würde mehr stehen. Weder in Kiew noch in Lemberg. Die Russen gehen nicht wie die Amis vor.