Auch das mit den ukrainischen Flughäfen und Bombern würde ich nicht überbewerten, im Sinne einer VT.
Die deutsche Luftwaffe hat noch bis Frühjahr 1945 Jäger in die Luft gebracht.
Wenn, dann scheiterte es meistens am Treibstoffmangel.
Luftwaffenpioniere gibt es in jeder Armee und eine provisorisch reparierte oder ganz neu angelegte Startbahn kriegen die ruck zuck hin.
Tatsächlich kämpfte die Luftwaffe bis zum letzten Tag. Am 8.Mai durften keine Westallierten mehr angegriffen werden, aber mit den letzten Resten kämpfte man noch gegen die Russen und es gab tatsächlich noch 3 Abschüsse.
Letzter Luftsieg am 8. Mai 1945
Woanders wird zu diesem Zeitpunkt noch gekämpft und Menschen sterben. Am 8. Mai 1945 flog Oberleutnant Gerhard Thyben von der 7./JG54 aus dem Kurland-Kessel noch mit seiner Focke-Wulf Fw 190 über der Ostsee. Er war früh am Morgen gestartet und sah kurz vor acht Uhr eine russische Petljakow Pe-2. Er nahm an, dass sie nach Schiffen suchte, die Flüchtlinge aus dem Kurland-Kessel nach Schleswig-Holstein bringen wollten. Er griff die Pe-2 an und schoss sie ab. Das Flugzeug versank in der Ostsee, mit ihm die dreiköpfige Besatzung, bestehend aus den Helden der Sowjetunion, Alexeji Gratschew, Gregori Davidenko und Michail Muraschko. Thyben flog dann nach Westen und landete in britisch besetztem Gebiet.
Unteroffizier Bernhard Ellwanger, Schlachtflieger bei der III/SG77, flog am 8. Mai noch einen Einsatz. Er war in Pardubice stationiert. Er berichtete nach dem Krieg: „Am 8. Mai waren alle Flugzeuge bis auf vier enttankt worden. Warum meine 190 zu den vier Flugzeugen gehörte, die noch über Treibstoff verfügten, kann ich heute nicht sagen. Geführt von Hauptmann Günther Ludigkeit, dem Staffelkapitän der 7. Staffel, sind wir in Pardubice gestartet und haben direkt Kurs auf Prag genommen. Unser Einsatzbefehl lautete, einen Sender der tschechischen Partisanen zu zerstören. Als wir über der Stadt ankamen, so ungefähr in 4000 Metern Höhe, habe ich aus Westen kommend Hunderte von amerikanischen Jagdflugzeugen gesehen, die wie zu einer Luftparade aufgereiht flogen. Sie blinkten in der Sonne. Wir waren von diesem Schauspiel so fasziniert, dass wir beinahe unseren Auftrag vergaßen. Unser Schwarm kippte nach links ab und startete seinen Angriff. Als das Ziel in meinem Revi auftauchte, warf ich die Bombe, so ungefähr aus 1500 Meter Höhe. Sie war ein Volltreffer. Dann sind wir in Richtung Osten zu unserem Platz zurückgeflogen und gelandet. Dies war mein letzter Flug und auch meine letzte Chance, mich in den Westen zu den Amerikanern abzusetzen.“
Auch Major Erich Hartmann, der erfolgreichste Jagdflieger aller Zeiten, war am letzten Tag des Kriegs in Europa noch in einen Luftkampf verwickelt. An diesem Tag flog er eine Bf 109 K-4. In einem Interview nach dem Krieg erzählte er: „Am 8. Mai 1945 bin ich gegen acht Uhr vom Flugplatz Brod in Ostböhmen in Richtung Brünn gestartet. Mein Kaczmarek und ich haben kurz nach dem Start acht Jaks gesehen. Sie flogen völlig unbedacht Kunstflug unter uns, über der brennenden Stadt. Wir haben angegriffen, und ich habe eine abgeschossen, die gerade einen Looping drehte. Dies war mein letzter Luftsieg. Ich habe mich entschlossen, die anderen Jaks nicht zu attackieren, denn über uns tauchten zwölf Mustangs auf. Mit meinem Flügelmann sind wir sofort abgetaucht. Im Tiefflug konnten wir in den Rauchwolken der Bodenkämpfe entkommen. Zurück am Platz sind wir gelandet, und man hat uns gesagt, der Krieg sei zu Ende. Während des gesamten Krieges habe ich nie einen Befehl verweigert, aber als General Seidemann mir und Hermann Graf befohlen hat, nach Dortmund in den britischen Sektor zu fliegen, damit wir uns dort ergeben und nicht in die Hände der Russen fallen, habe ich mir gesagt, ich kann doch nicht meine Einheit im Stich lassen und allein in sowjetische Gefangenschaft gehen lassen.
Also haben wir die restliche Munition und die verbliebenen Flugzeuge vernichtet, alles. Das muss man sich einmal vorstellen: Wir haben 25 Jagdflugzeuge, die in einem relativ guten Zustand waren, einfach angezündet. Es wäre schön, wenn man sie heute in einem Museum sehen könnte. Ich bin dann mit meiner Einheit nach Westen marschiert, wo wir uns den Amerikanern der 90. Infanterie-Division ergeben haben.“
Manfred Böhme schreibt in der Chronik des Jagdgeschwaders 7, das mit Me 262 ausgerüstet in Prag stationiert war, über das Ende des Krieges: „Die am 6. Mai einsetzende Beschießung des Flugplatzes Rusin durch Artillerie und Granatwerfer hatte die ohnehin schon geschrumpfte Zahl flugfähiger Düsenjäger noch weiter dezimiert. Als um die Mittagsstunden des 7. Mai die Gefahr des Überrollens durch die Wlassow-Armee drohte, wurden diese Maschinen gesprengt und die noch flugklaren Turbos nach Saaz beordert. Dort waren am Morgen des 8. Mai 1945 die Reste der eingesetzten Düsenflugzeuge, etwa 15 bis 20 Me 262, zusammengezogen. Mangels anderslautender Befehle wurde den Flugzeugführern in den Stunden unmittelbar vor Inkrafttreten der Gesamtkapitulation freigestellt, mit ihren Maschinen Zielorte ihrer Wahl anzufliegen. So kam es im Laufe des Tages zur völligen Auflösung des Geschwaders. Manche Piloten entschieden sich für ihre Heimatorte im anglo-amerikanisch besetzten Gebiet.“
Böhme führt aber auch aus, dass ein Pilot, der Staffelkapitän Oberleutnant Fritz Stehle, noch am späten Nachmittag mit seiner Me 262 und einem Rottenflieger zu einem Einsatz startet, auf dem er den wohl letzten Abschuss eines Jagdflugzeugs der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg erzielt. Gegen 15.20 Uhr treffen Stehle und sein Rottenflieger über Freiberg im Erzgebirge auf eine Jak-9, die keine Chance gegen die schnellen Me 262 hat. Sie schießen sie ab und setzen ihren Flug fort in Richtung britisch besetzter Zone. Sein Rottenflieger und er trennen sich, Stehle landet unbehelligt in Fassberg und übergibt sein Jagdflugzeug den Briten.