Nicht uninteressant und in vielen Details gut beobachtet.
Was er im ersten Teil sagt, im Zusammenhang mit den Bootsdrohnen, gilt ganz allgemein: es gibt keinerlei Vertrauensbasis mehr, weil der Wertewesten hartnäckig und immer wieder Vereinbarung gebrochen hat und sich an keinerlei Regeln hält, auch nicht an die, die er selbst aufstellt.
Aber genau dieser Umstand verhindert bis auf weiteres jegliche Verhandlungen und damit leider auch ein schnelles Ende der Kämpfe. Selbst wenn sich m Westen diese im zweiten Teil beschriebene Einsicht des eigenen Scheiterns durchsetzt, was würde es nützen? Die Ukraine kann noch nicht mal wirksam kapitulieren, das hat man ja im März 22 gesehen. Sie ist nur Austragungsort aber nicht der Gegner.
Was die USA/UK vorab für Kotaus machen müßten, damit die Russen ein Verhandlungsangebot (wenn es das denn eines Tages gäbe) für voll nehmen, dafür fehlt mir die Phantasie. Die Europäer haben sich nicht zuletzt durch die Sanktionen derart unmöglich gemacht, daß sie schlicht keine Rolle spielen werden und das wird längere Zeit so bleiben. Ausnahmen, wie Ungarn, bestätigen die Regel.
Es gilt das russische Ziel: Entnazifizierung/Entmilitarisierung. Das bezog sich m.E. nicht primär auf die UA, sondern auf den ganzen ehem. Warschauer Pakt. RU will ein für alle Mal Ruhe im Vorgarten, das wurde mehrfach unmißverständlich geäußert. Was implizit heißt, es werden dort keine US-Statthalterregierungen mehr akzeptiert. Bevor das nicht erreicht wird, macht der ganze Akt in der UA auch überhaupt keinen Sinn.
Auch hier fehlt mir die Phantasie, auf welchem Weg die Russen das erreichen wollen. Militärisch eher nicht, vermutlich wirtschaftlich, durch Bündnisverschiebungen, wie auch immer. Baud greift da m.E. viel zu kurz im zweiten Teil, wenn er das nur auf die Ukraine bezieht. Das ist kein Krieg, wo es um Landgewinn geht, davon hat RU mehr als genug. Es geht darum, die Quelle der jahrhundertelangen Angriffe trockenzulegen. Das kann man doch inzwischen fast in jeder Äußerung zwischen den Zeilen lesen.
Vermutlich geht das noch geraume Zeit weiter. Nach der UA ist Polen und das Baltikum dran, möglicherweise auch D und F als Träger der EU. Bei Letzterem hat die Demontage ja in Afrika schon angefangen. Und wiederum wird es nicht um die Territoriem gehen, sondern um die feindseelige Verstrickung in die Nato. Das ist doch der gordische Knoten unserer Zeit.