... anders als bei Atom U-Booten die überwiegend so gekühlt werden, weil einfach genug Kühlwasser immer vorhanden ist.
Die Branche muß sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, daß eigentlich alles, was da an Siede- und Druckwasserreaktoren in die Kraftwerke eingepflanzt wurde, aufgeblasene U-Boot-Reaktoren sind. Vom Konzept her schlicht ungeeignet für die gefahrenen Leistungen. Deswegen hat man ja das Probleme mit der Nachkühlung überhaupt erst an der Backe. Und die ist im Zweifel eben Glücksache. Hinzu kommt noch dieser unsägliche PUREX-Prozeß bei der Wiederaufbereitung, wo man auch ganze Romane drüber schreiben könnte.
Wenn man ehrlich ist, muß man einfach sagen, daß alle Reaktoren, die mit langsamen Neutronen arbeiten, wegen der Anhäufung langlebiger Transurane generell für zivile Zwecke ungeeignet sind. Und es ist ja nicht so, daß es nicht von Anfang an genügend Konzepte gegeben hätte, die nicht besser geeignet wären. Da muß man gar nicht den Dual-Fluid-Reaktor bemühen, der ja auch nur zuende denkt, was es z.T. schon den 60ern an Ansätzen gab. Es mag ja auch sein, daß man zunächst das Plutonium haben wollte und den Leuten deswegen die schöne neue Kraftwerkswelt verkauft hat. Aber Plutonium war ja relativ schnell genug da und seitens der Kraftwerksbetreiber hatte man dann schlicht keinen Bock, in sichere Technologien zu investieren und hat das Risiko billigend in Kauf genommen.
Und jetzt hat man eben den Dreck, daß man mit dieser himmelschreienden Unehrlichkeit das Einfallstor für die grüne Ideologie geschaffen hat. Das wird man auch erst wieder los, wenn es einen radikalen Kurswechsel gibt und die Kinder beim Namen genannt werden. Das kann m.E. nur gelingen, wenn sowohl in der Politik als auch in der Industrie völlig neue Akteure in der Landschaft erscheinen, die a) mit schnellen Reaktoren arbeiten und b) glaubhaft machen können, daß sie vertrauenswürdig mit der Technik umgehen. Alles in allem eine äußerst verfahrene Situation.