Beiträge von inspirare

    Ein paar Stunden ist der Rummel vorbei, genug Zeit auf allen Seiten zum Sortieren gewesen. Schaue ich mir die Reaktionen hier in Europa an habe ich nicht den Eindruck, dass die Europäer gelernt haben. Im Interesse dieses Kontinents wäre es zwar wünschenswert, aber offensichtlich (noch) nicht absehbar.


    Daher bleibt bei mir alles wie gehabt. Investitionen Europa 0%, Rest USA.

    Ich habe lange überlegt wie ich dir antworte Bargold .

    Eines vorab, sollte sich das von mir beschriebene 1929 ff - Szenario wegen der Zölle nach knapp 100 Jahren wiederholen, dann helfen - wie damals - nur Goldminenaktien. Erschreckende Erkenntnis in einem Goldseitenforum. [smilie_happy]


    Du hast recht, dass ein wesentlicher Unterschied zu damals die fehlende Golddeckung ist. Es gibt noch einen. Die (bisher) fehlenden Gegenzölle. Offensichtlich schätzt die Welt die USA heute so stark ein, dass sich dies keiner traut. China hätte die Mittel sogar noch weiter zu gehen, Stichwort seltene Metalle. Sie machen es nicht in letzter Konsequenz.


    Es gibt dafür eigentlich nur eine Erklärung. Jeder auf diesem Planeten hat das gleiche Problem. Die enorme Verschuldung sowohl des Staates, aber auch der Unternehmen und Privathaushalte, die jedes Land bei größeren Verwerfungen sofort in den Abgrund führen würde. Die logische Konsequenz des Geldsystems. Ob dies letztlich der Grund ist nicht alles zu riskieren?


    Für meine Begriffe haben die USA ihre beschissene Lage nicht erst seit gestern erkannt, Das aktuelle Trumpvorgehen ist m.E. nur das Finale. Die Fakten:

    (1) das lustige neue Gesetz kostet rund 4 Bio die nächsten 10 Jahre. Es entlastet die Leistungsträger und belastet die, die es nicht sind. (Ehrlich, ich würde so etwas in Deutschland auch gern sehen!)

    (2) die Zölle brachten im Juli 29,7 Mrd. mit den alten niedrigen Sätzen. Ich kalkuliere mit rund 40 Mrd. tendenziell. Das wären 4,8 Bio $ die nächsten 10 Jahre.


    Auf gut deutsch, die lassen sich ihre Modernisierung vom Ausland bezahlen. Und das Argument, dass der amerikanische Verbraucher die Zölle komplett zahlt halte ich für falsch. Der kann schlicht nicht die höheren Preise verkraften, er hat schon bei den jetzigen Probleme. Ergo, Umsatzrückgang und damit haben die Produzenten im Ausland das eigentliche Problem.

    Ich sehe weder in China und schon gar nicht in Europa gleiche Zukunftsvisionen. Zu Ende gedacht steht der Sieger damit fest.


    Als Gegenargument kommt immer die Abkehr vom Dollar. Schauen wir mal. Aber auch da bahnt sich in den USA etwas klamm heimlich an. Nein, nicht CBDC, das macht jedes Land. Es ist privates Geld, Stichwort Stablecoins, die zwingend in US- Staatsanleihen investieren müssen und keine Zinsen daraus an die Halter weitergeben dürfen. Genial, wenn man darüber nachdenkt...

    Ich meinte die Zollparallelen Bargold . :)


    Also Smoot- Hawley Tariff Act. Im Mai 1929 die erste Regierungskammer passiert, im Juni 1930 in Kraft gesetzt. Dazwischen war so ein lustiges Datum im Oktober 1929. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Wann wollen wir die Trump- Zölle zeitlich bzgl. Mai 1929 einordnen? Dann rechnen wir maximal 5 Monate drauf, eher weniger, heute ist alles etwas schneller. Und reimt sich das so, dann kommt alles, aber keine Inflation.

    Das Putin/Trump- Ding könnte dies kurzfristig überdecken. Mehr wollte ich nicht sagen. Aber wir spekulieren, wir kennen noch keine Details.

    Ich bin gespannt Caldera , was aus deinen und euren Chartlinien wird, wenn sich das Treffen Trump/Putin, und damit das quasi Einknicken des BRICS- Blockes, bestätigt.

    Natürlich kennen wir aktuell noch nicht die Details, aber ein Sieg des globalen Südens dürfte das vordergründig nicht sein. Und damit würden sich auch diese abartig steigenden Aktienmärkte trotz 1920/30-er Zollparallelen erklären.

    Ganz langsam, silberkunta schiebe ich diese Dinge auf die immer weiter zunehmende Relevanz der KI beim Handel. Momentumstrategien sind bereits seit geraumer Zeit das Maß aller Dinge. An sich nimmt man sie nur bei steigenden Kursen vor allem im Techbereich zur Kenntnis. Bei BAT, aber auch bei den anderen Tabakwerten, hat diese Strategie offensichtlich auch Einzug gehalten. BAT ärgert mich besonders, es ist hier ja kein Geheimnis, dass er Laden bei Kursen von rund 28€ knapp 40% Depotanteil bei mir hatte. Ich Hirn habe halt nur nicht damit gerechnet, dass die soooooo abgehen. [smilie_happy]


    Aber warum sollte diese Momentumstrategie nicht auch bei fallenden Kursen funktionieren, hat sich die KI wohl gefragt und entsprechend gehandelt. Das Resultat hast du angeschnitten. Mich freut es. Besonders im Fall Kraft war die letzten Tage viel machbar. Bei meinen Depots ging es von über 35% Depotgewichtung auf 13% in der Spitze runter. Natürlich das Hoch nicht exakt getroffen (Verkäufe zwischen 24,60 und 25,10€). Sonst hätte ich schon Feierabend für dieses Jahr machen können. Nach dem letzten Kauf heute zu 23,05€ liegen sie aktuell wieder bei rund 20% Anteil. Meinetwegen kann die KI gerne noch weiter verkaufen...


    Und damit wir bei den Metallen bleiben, eine Agnico sieht momentumtechnisch auch nicht ganz schlecht aus. Die habe ich allerdings dummerweise nicht.

    Powell:

    „Man könnte argumentieren, dass die Fed derzeit die Auswirkungen der Zölle abwartet, indem sie die Zinsen nicht erhöht“



    Das ist Geopolitik vom Feinsten, Wirtschaftskrieg in Perfektion. Und in ein paar Tagen kommt die Entscheidung bzgl. der Sekundärzölle. Und die wollen uns erzählen, dass die beiden Herren sich nicht ausstehen können... [smilie_happy]


    Ach Mist, sorry für das artfremde Thema.

    Moin Caldera , ich zitiere mich mal selbst vom 17.6....

    Nochmal kurz zu Novo, es war eine Weile Thema hier. Der Laden hat die ursprünglich von meinem System berechneten knapp 70 € am Freitag sogar leicht übertroffen. Heldenhaft wie ich manchmal so bin habe ich diese zusätzlichen Gewinne glorreich ausgelassen, da ich mal wieder schlauer als mein eigenes System sein wollte. [smilie_happy]


    Aber das nur am Rande. Falls noch jemand dort investiert sein sollte wäre ein Blick ins Forum von finanzen.net bei diesem Wert eventuell hilfreich. Dort ist ein Link gepostet, der angeblich darauf hinweist, dass Novo seine Lizenz in Kanada 2026 verliert. Wegen knapp 500 $ nicht gezahlter Gebühren. Und am Wochenende stehen Studienergebnisse an. Da kann es am Montag bequem 20, 30% in die eine oder andere Richtung gehen. Ich verfolge den Wert nur noch am Rande, daher kann ich nichts inhaltliches mehr beitragen. Aber ich wollte es gesagt haben.

    Spätestens seit dem Tag dieser Kanada- Katastrophe war der Laden ein no go für ein Investment. Heute haben wir die ersten Auswirkungen gesehen. Die kann man beurteilen. Aber ich nicht mehr hier.

    Das ist das Goldseitenforum, da wird nicht nach rechts oder links geschaut. Nur geradeaus auf die Metalle, wie ich lernen musste.

    Das von dir aufgeführte Szenario, Knallsilber , ist ein durchaus mögliches. In diesem Fall würde der Teil, den ich in Anleihen halte, böse verlieren. Andere Teile, die ich auch halte, würden hingegen gewinnen. Wir haben aber beide keine Glaskugel, daher wissen wir es erst hinterher. Für mich der Grund prinzipiell zu splitten und eben nicht alles auf eine Karte zu setzen. Es gibt nämlich auch (mindestens) ein Szenario, in dem die Goldseite fürchterlich verlieren würde. Kommt dieses wäre man froh nicht alles in dieser Klasse investiert zu haben.


    ...

    Indem man Staatsanleihen kauft, unterstützt man doch wirklich die Ausgebenden/Politiker....die kaufen dann mit dem geliehenen (deinem) Geld Waffen, Diäten, Asylanten usw...

    Ich nehme mal an, dass du durch angestellte oder selbständige Tätigkeit Steuern zahlst oder zumindest gezahlt hast.

    Und diese Steuern finanzieren nicht Waffen, Diäten und Asylanten?

    Sorry, das ist mir ein Stück zu viel Doppelmoral.


    Letztlich woernie , ich habe überhaupt kein Problem mit kritischen Einwänden. Wie erbärmlich und inhaltslos wäre eine Diskussion, in der es keine konträren Meinungen gäbe. Nur in Beleidigungen oder tolerieren dieser sollte sie nicht abgleiten. Aber es ist schon richtig, was du geschrieben hast. Dies ist das Goldseitenforum, das akzeptiere ich. Ist mir aber in der komplexen Welt zu einseitig. Daher, das ist keine Rücktrittsdrohung. Es ist der Rücktritt vom aktiven Dienst. :)

    Alter Schwede Bargold , deinen Text musste ich erst 3 Mal lesen.


    Der Markt für handelbare US- Staatsanleihen ist rund 30 Billionen $ schwer, der Markt weltweit um ein Vielfaches größer. Du bezeichnest also diejenigen, die hinter diesen Geldern stehen, als dumm?

    Nehme ich zur Kenntnis.


    Im Fall des gestrigen Kaufes habe ich Gelder von einem 1,5%- Euro-Tagesgeld in eine 5% - Dollar - Anleihe umgeschichtet. Ich habe meine laufenden Casheinnahmen also verdreifacht. Wann hattest du die letzte Gehaltserhöhung in dieser Preisklasse? Und hast du dich dabei auch als vor den Eselskarren gespannt gefühlt?


    Ich habe dieses Forum und vor allem diesen Faden als wohltuend neutral empfunden, als Ort des kritischen Gedankenaustausches zum Nutzen aller Beteiligten. Bisher.

    Moin vatapitta , das sind aber viele Fragen auf einmal. Ein Gläschen Wein habe ich hinter mir, kann also losgehen...


    Bezüglich Anlagehorizont: am liebsten maximal 24h und mindestens 25% Gewinn nach Steuern. Klappt aber seltener, gebe ich zu.

    Die US- Anleihen erfüllen bei mir mittlerweile 3 Aufgaben. Sie sind ein Standbein von mehreren. Sie sind meine Shortpositionen bezüglich der Aktienmärkte. Und sie dienen nach dem Auslaufen meiner "guten" Tagesgelder als (halbwegs ähnlicher) Ersatz. Im Gegensatz zu Dr. Beck stellen sie aber keine Liquidität dar, sondern es sind für mich normale Risikoanlagen. Schon allein wegen des Fremdwährungsproblems.


    Dieses ist als Euroinsasse schon beim Dollar enorm, wie wir in den letzten Monaten erfahren konnten. Die brasilianische Währung in diesem sozialistisch angehauchten Land ist ein paar Etagen heftiger, daher für mich keine Option. Ebenso wenig wie Anleihen aus Japan, England oder sonst woher. Sie alle werden nach meiner Überzeugung im Fall der Fälle vor dem Dollar sterben. Und Euroanleihen machen da keine Ausnahme. Alles für mich nicht darstellbar.


    Die Gegenargumente, besonders in diesem Forum beliebt, kenne ich. Die USA sind praktisch tot, kurz vor dem Zahlungsausfall, Dedollarisierung auf der ganzen Welt, alles nur eine Frage von wenigen Wochen oder Monaten. Um nur einige zu nennen. Wirklich?

    Hat sich jemand mal die Defizite im Zuge der Neuausrichtung unter Trump im Detail angesehen? Hat jemand mal sauber gerechnet, welchen Ausgaben welche Einnahmen gegenüber stehen? Wer nimmt denn den Grenznutzen zur Kenntnis, dass in den USA Steuern gesenkt werden, währenddessen in der EU Steuern erhöht werden? Wie ist die Tendenz der Staatsquote hier und wie drüben? Welche Auswirkungen wird das alles wohl zukünftig haben?

    Die Fakten (!) sprechen an sich eine ganz klare Sprache. Aber der Dollar wurde in der jüngeren Vergangenheit trotzdem verkauft. Verständlich, viele Akteure müssen raus, er ist eine Waffe. Dass der Euro ein intelligenter Ausweichort ist mußte ich lernen, verstehen muss ich es aber nach wie vor nicht. Aber irgendwann sind alle raus, die raus müssen. Und dann stellen selbst die noch fest, dass sie für ihre eigenen Dollarschulden doch Dollar brauchen. Greenspan läßt grüßen...

    Kauf US- Anleihe, 20 Jahre, Rendite etwas über 5%, €/$ 1,161


    Ich hätte gern auf eine Rendite von 5,25% gewartet, aber der Dollar steigt mir zu sehr. Wer weiß wo der steht, wenn dieses Renditeniveau erreicht wird. Depotanteil dieser Position 8,3%, Gesamtanteil der US- Anleihen damit etwas über 35%.

    Die nächsten Zollankündigungen sind da. EU und Mexiko jeweils 30% ab 01.08.2025. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Indien, fast das interessanteste Land in Hinsicht Geopolitik.


    Also, im Vergleich zu Anfang April nur geringfügigste Änderungen. Heißt, die USA haben noch nicht das, was sie wollen. Und ich gehe (fast) jede Wette ein, dass ihre Forderung an die Verbündeten ein sehr weitgehender Verzicht auf den Handel mit China ist. Im Falle der nichtwestlichen Staaten wird der Fokus wohl auf dem "Loseisen" von China liegen. Kommt da nichts von der Gegenseite werden die Märkte wohl irgendwann nervös werden, je näher der August kommt und die Sätze weiter Gültigkeit haben. Und dann ist es wie beim Pokern: Ich will sehen...Ende unvorhersagbar.


    Noch was zu einer meiner Standardinvestitionen, Kraft. Depotanteil knapp 36%. Ich fühle mich pudelwohl damit und der rund 6% Dividendenrendite. Bis Freitag Abend, da kamen (ernsthafte) Gerüchte bezüglich einer Aufspaltung auf. Meine Erfahrungen damit sind sehr lange her. Hat jemand solche Spin Offs bei großen Firmen in der näheren Vergangenheit live mitgemacht und kann die Erfahrungen beschreiben? Normal wird den Einzelteilen in der Summe mehr Wert zugestanden. Das wäre gut. Aber, damit würde sich eine Dividendenkürzung natürlich hervorragend verstecken lassen. Das wäre weniger gut...

    Heute war es dann soweit. Bis auf eine Erstposition Oneok sind meine Depots seit heute frei von Tradingpositionen. Nur noch die Standardinvestments, die regelmäßig durch ihre nackte Anwesenheit Cash erwirtschaften, sind noch da. Das letzte Mal als ich so aufgestellt war hat es noch rund zwei (nervtötende) Wochen gedauert bis es gescheppert hat. Ich bin gespannt, wie lange die Folter diesmal anhält. Bestimmt bin ich noch früher als üblich, wie ich mich so kenne. [smilie_happy]


    Ausschlaggebender Punkt für die restlichen Verkäufe heute war Brasilien. Für mich der nächste Beweis, dass es nur um Geopolitik geht, völlig unabhängig vom jeweils "regierenden" Personal übrigens.

    Und nun schauen wir mal, wie dieser Finanz- und Wirtschaftskrimi in der nächsten Runde aussehen wird. Gold bleibt übrigens trotz der Tatsache, dass es kein Cash generiert, weiter unverkäuflich.

    In knapp 2 Stunden sind auch die Börsen in Europa zu. Dann könnte es eigentlich losgehen mit der Bekanntmachung der Zollsätze. Kein direkter Schaden in den Charts, viel Zeit bis Montag Morgen für Verhandlungen. Und alle Marktteilnehmer können in Ruhe nachdenken. [smilie_happy]


    Mit dem Vietnam- Deal kennen wir die Unterseite. 20% Basis und 40% Transitzoll. Letzteres bestimmt ganz liebevoll für China gebaut. Ob das für die wichtigen Handelspartner (EU, Japan, Korea, Indien, Kanada, Mexiko) besser wird? Wir reden also über eine (mindestens) Verdopplung der aktuell geltenden Zölle von derzeit 10%. Und ganz nüchtern, wären für die USA günstige Deals greifbar, bei denen die USA nur 10% akzeptieren würden, hätte Meister Trump dies garantiert schon euphorisch verkündet.


    Und in der Situation stehen die Aktienmärkte auf Rekordniveaus? Was preisen die eigentlich ein, die danach möglicherweise gegebene Planungssicherheit? Es gibt Momente, da verstehe ich wenig bis gar nichts. [smilie_happy]

    Wobei es in dem Zusammenhang einen fast noch schöneren Spruch gibt...


    Jeder hat zwei Leben. Und das Zweite beginnt in dem Moment, in dem man wirklich versteht, dass man nur ein Leben hat.


    In dem Sinne, genießen wir es. :)

    ...

    inspirare, hast Du etwas durcheinander gebracht?


    Wo vergleicht er die USA mit Deutschland bzw. Europa?

    ...

    Ich weiß nicht ob ich etwas durcheinander gebracht habe. Sowohl du als auch Lukas 21 haben sich auf die Dollarabwertung bezogen. Der Kollege in dem Video auch. Explizit geht es dort um die Abwertung des Dollar (USA) gegenüber der DM (Deutschland). Heute ist Deutschland nur ein Teil Europas. Ich wage zu bezweifeln, dass der Euro heute die gleiche Stärke hat wie die DM damals hatte.