@Dr.Who das sind viele Aspekte, die du da berücksichtigst, aber vielleicht machst du dir auch zu viele Gedanken?
Generell sind Vorräte ein Thema, mit dem man etwa 2 Jahre überbrücken kann. Auch wenn einige Lebensmittel länger halten werden andere ausgehen und du steuerst in eine Mangelernährung. Es macht keinen großen Sinn Nudeln für 10 Jahre zu lagern, denn alleine von Nudeln wird das Überleben auch schwierig.
Ein zweiter Punkt der häufig vergessen wird, ist der Müll. Denn irgendwo musst du die leeren Verpackungen/Dosen, etc. lagern, was Schädlinge anzieht. Eine Entsorgung im Freien ist auch schwierig, denn du musst nur einmal dabei beobachtet werden und schon bekommst Besuch von den Hungrigen.
Der dritte Punkt ist Wasser! Leitungswasser und Grundwasser wird in vielen Gegenden sehr schnell unbrauchbar sein und hier ist die Lagerung schlicht unmöglich!
Das MHD ist generell nur eine Empfehlung des Herstellers und hat wenig mit der tatsächlichen Haltbarkeit zu tun.
Auf Basis dieser Überlegungen ist die Lagerung mit System eigentlich überflüssig. Nachdem auch in der Krise eine gewisse Abwechslung in der Ernährung nötig ist, wird spätestens die Entnahme ohnehin chaotisch laufen.
Wir lagern nach Gesichtspunkten der ausgewogenen Ernährung etwa für einen Zeitraum von 4-6 Monaten. was auch gut mit unserem Selbstversorgungsanteil zusammen passt. Natürlich sind da auch einige Dinge dabei, die weitaus länger haltbar sind, aber zur alleinigen Ernährung reichen diese nicht.
Das Lager ist wie ein Ring aus Regalen aufgebaut in dem sich eine Lücke befindet. rechts von der Lücke wird das Regal gefüllt und links entnommen, wodurch die Lücke übers Jahr im Kreis herum wandert. Nicht in diesem Regalsystem sind einige wenige Lebensmittel die einem Ernteintervall folgen und deren Menge zu groß wäre (z.B. Getreide, Kartoffeln, etc.). Innerhalb der Regale herrscht natürliches Chaos, was aber in der Praxis nicht problematisch ist. Ob ein Glas nun nach 2,4 oder 6 Monaten entnommen wird ist egal, und wenn es nicht verzehrt sondern nur verschoben wird erfolgt die zyklische Kontrolle.
Die Rotation im Regalsystem beträgt 6 Monate, wodurch jede Packung, Glas, etc. 2mal im Jahr angefasst und kontrolliert oder verzehrt wird.
Das Lagersystem nimmt etwa 50% des Lagers ein, 25% sind für die Lebensmittel außerhalb des Regalsystems und 25% sind für den Abfall, der in luftdichten, dickwandigen Müllsäcken gesammelt werden kann.
Eine Lagerung die über die 6 Monate hinaus geht ist nahezu unmöglich, ohne dass Versorgungslücken auftreten. Ob eine längerfristige Lagerung überhaupt sinnvoll ist, bezweifle ich auf Grund der Punkt 2 und 3 von oben. Wie wird das Land nach 6 Monaten aussehen, wenn jegliche Versorgung weggefallen ist?
Dass wir unseren Selbstversorgungsanteil in einer Krise halten können ist ebenfalls Illurisch. Das Plündern und Zerstören wird bereits nach Wochen beginnen und der Ertrag von Guerilliagardening ist auch sehr unsicher.
Die Idee sich über Jahre unbemerkt in seinen 4 Wänden verstecken zu können, ist auch nur Wunschdenken.