So ähnlich waren unsere Überlegungen damals auch, als wir vom Stadtrand aufs Land gezogen sind. Aber es war letztlich ein Kompromiss, zwischen dem was wir wollten und dem, was bereits vor Jahren durch den Aufstieg gewisser Strömungen in der Gesellschaft und Politik notwendig erschien.
Ohne Kompromisse geht es nicht, denn einige Anforderungen sind zu gegensätzlich, aber aus heutiger Sicht haben wir es richtig gemacht.
Wir wohnen in einem Ort mit rund 3000 Einwohnern und haben alles was für die Versorgung notwendig ist in maximal 500m Entfernung (Supermärkte, Bäcker, Mezger, Gärtner, Ärzte, Rathaus,...), alles ohne Steigungen erreichbar. Wohn- und Nebengebäude, Scheune und ein kleiner Gemüse- und Kräutergarten bieten uns ausreichend Platz. Das Wasser fließt normalerweise etwa 50m vom Haus entfernt, wobei wir für den Garten, etc. noch einen Brunnen im Haus haben.
Direkt an einer Bundesstraße und 6km von der Autobahn / 14km von der Stadt entfernt, wobei uns hier der Fluss dazwischen liegt. Verkehrstechnisch liegt der Ort etwas abseits vom Strom, aber dennoch sehr günstig.
Ein wichtiger Punkt und vielleicht die beste Entscheidung überhaupt, war dass wir nur die Hälfte unseres Verkaufserlöses hier investiert haben und der Rest dem weitgehenden herunterfahren der Jobs diente. Meine heutige Single-Selbständigkeit, 8-10 Wochenstunden, diente bis 2019 vorrangig der Kontaktpflege in die Gesellschaft, in letzter Zeit aber immer mehr anderen Vorzügen.
Als die Entscheidung die Stadt zu verlassen gefällt war, haben wir sehr weiträumig nachgedacht. - Auch über ein Verlassen Deutschlands. Dies haben wir jedoch schnell ein Stück zur Seite gelegt, denn als Ausländer in einem fremden Land, ohne Verbindungen, regionale Kenntnisse, etc. zu leben ist nicht einfach. Als Ausländer der keinen Job zum Leben braucht, weckt dies evtl. auch schnell Begehrlichkeiten. Und warum sollten wir gehen, so schlecht ist das Leben in Deutschland ja auch nicht.
Wir haben uns deshalb für Grenznähe entschieden, also nahe genug um in einer Stunde weg zu sein und geographisch weit genug entfernt wenn der "Nachbar" kommen sollte.
Eine Immobilie, egal ob Gebäude oder Grund, als Investitions- oder Miet-/Pachtobjekt würden wir jedoch niemals kaufen, und dafür verschulden schon gar nicht. Nicht in Deutschland und auch nicht anderswo. Auch wenn wir, im Gegensatz zu unseren Großeltern noch nicht fliehen mussten, liegt die Ablehnung von immobilem Besitz wohl in unseren Genen.
Wer weiß, was die nahe Zukunft bringt? - Vielleicht ist dies mal ganz nützlich.
Ergänzend muss ich noch sagen, dass das Wohnhaus vor 2 Jahren mit einem kleine Darlehen belastet wurde. Nicht aus Geldnot, sondern weil die Zinsen geringer waren, als die Rendite aus der Darlehensanlage. Zinsbindung 0,44% geht noch paar Jahre und 100% Tilgung ist vertraglich und praktisch jederzeit möglich.