interessant. Mich würde interessieren, was FOMO auslöst, abgesehen vom gestiegenden Kurs.
Das alleine wird es nicht sein, denn dann wäre FOMO nichts anderes als 100% reine Gier.
Wie wäre es damit:
- man weiß, dass man nicht vollständig informiert ist (Furcht vor dem Ungewissen)
- man weiß, dass man in Fernseh-Nachrichten und Print-erzeugnissen teils belogen, teils durch ein gemisch aus Lügen, Halbwahrheiten und Wahrheiten manipuliert wird.
- Man weiß, dass an Finanzmärkten manipuliert wird. Mabn weiß, dass es Puscher gibt, man weiß, dass es Beschwichtiger gibt, die Leute vom Geldverdienen abhalten sollen.
Gibt es FOMO-relevante soziale Aspekte, beispielsweise Kontalte zu anderen Anlegern?
Wann ist es FOMO?
Wann war es keine FOMO, sondern eine logisch-rariobnale Entscheidung?
Wie und ab wann kann man es feststellen? Wie voneinander abgrenzen?
Alles anzeigen
Ja das halte ich für sehr gute Fragen.
Ich denke auch, bzw. besonders fallende Kurse können auch FOMO auslösen.
Und Gier, halte ich für eine gute Erklärung, ich würde mich da aber eher an die Basisemotionen nach Ekman ausrichten und Gier als eine Variante oder Abwicklung von Angst sehen, dann kann die Angst um die Zukunft oder das Bedürfnis nach Sicherheit evlt. durch ein gieriges Verhalten etwas/temporär gestillt werden, mehr Ressourcen bringen mehr Sicherheit, einfach und eindimensional gesprochen. Die Krux ist nur, wir wissen ja gar nicht ob das präferierte Ergebnis im Endeffekt eintritt, es kann ja auch völlig in die Hose gehen, z.B. Komplettverlust, was dann wieder eine Rückkopplungsschleife zur Angst anregen könnte, bzw., bei einer Veränderung der Situation zu NOGO führen könnte.
In einem competetiven Kontext könnte auch das Bedürfnis nach Anerkennung eine tragende Rolle spielen. Ist also wohl auch Kontextabhängig.
Ich stelle auch ein generelle Frage inwiefern wir logisch-rational, besonders als Kleinanleger, Rick Rule schickt da mal seinen Porphyrspezialisten nach BC, entscheiden können, und der wird dann nur Daten hinzufügen im Rahmen der Möglichkeiten. Besonders wenn es um Geld (Ressourcen) geht, sind ja Lügen und bullshit Tür und Tor geöffnet, also wird es nur (individuell) hinreichend sein, aber die eigenen Manipulations- bzw. Copingsstrategien wären meiner Meinung nach hier interessant zu hinterfragen. Ich mag es Rick Rule zuzuhören, denn er hat auch oft einen psychologischen Ansatz und benennt es oft offen, wir spekulieren. Spekulation ist meiner Meinung nach nichts anderes als Hoffnung, je nachdem individuell man seine eigenen Werte und Regeln überhaupt ausgebaut hat oder überhaupt hat und damit im Einklang ist, bzw. ab wann man über gesetzte Regeln hinausgeht oder sie anpasst. In einer komplexen ultramultifaktoriellen Welt müssen wir uns am Ende entscheiden. Dadurch ist ein Bewusstsein für die Limitierung des Wissens an Daten wichtig und in welchem Rahmen wir uns sagen, jetzt reicht es mir, ich treffe eine Entscheidung.
(Ich halte Rick Rule übrigens für einen hervorragenden Psychologen [und Manipulator] und glaube ihm nur mindestens die Hälfte wenn er über seine Investmentaktivitäten spricht)
Ich denke auch das FOMO durch und durch eine soziale Komponente hat, natürlich gäbe es evtl. Einzelfälle, z.B. ich lebe eremitisch in der Wüste und ein Fluss führt in einem Jahr nur für einen Tag bis eine Woche Wasser, zu dem ich exklusiv Zugang habe, dann wäre ich bestrebt sofort so viel wie möglich Wasser für das Jahr (bzw. Reserven für die nächsten Jahre, anzustreben, gerade in einem Klimawandelszenario könnte das nächste Jahr evtl. ja ausfallen bzw. Regelmäßigkeiten sind ja sowieso nicht für Ewig). Interessant wäre es, wenn ich jetzt zusätzlich noch mit Anderen um die Ressource konkurrieren müsste.
FOMO ist meiner jetzigen Meinung nach nichts anderes als eine multifaktoriell beeinflusste Entscheidungspsychologie. Das interessante dabei ist, welche Faktoren heizen es an und welche dämpfen es. Da spielen dann auch Konstrukte wie Impulskontrolle, Belohnungsaufschub usw. eine essentielle Rolle, das ist besonders verknüpft mit einer neuropsychologischen Ebene, ich habe da den Nucleus accumbens als zentrale Hirnstruktur im Blick und das Dopaminsystem. Wenn wir diesem Phänomen auf dem Grund gehen wollen müssen wir uns zwangsläufig auch mit unseren "technischen" Voraussetzungen auseinandersetzen.