Erstmal zum Bild! Sehr schönes historisches Dokument (wohl aber für 1929)
100 (Gold)Dollar für den Gebrauchten - 5 Unzen - also 3.000 Euro wenn man so will. Würde ich unter Berücksichtigung der damaligen Neupreise für Autos (weis Jemand was das für eine Karre ist? - und hat den Neupreis zur hand?) sogar für einen ganz guten Gebrauchtpries betrachten. Naja wir wissen natürlich nicht wie neu der Wagen vielleicht ist - und auch nicht ob der Verkäufer den Preis jemals bekommen hat.
Jedenfalls steht fest: Kein Traumpreis für Gold!
Zitat
Original von Titus
Hier hat uns das Beispiel 1923 aber das Gegenteil bewiesen.
Die Leute wurden dann 1923 erst wöchentlich, dann täglich bezahlt, am Ende brauchte ein Arbeiter 2 Rucksäcke für das Geld eines Tages. Das hat er dann gleich in Lebensmittel umgetauscht. Und hier liegt auch der Grund warum dieser Wahnsinn noch funktionierte: Leute in den Städten waren gezwungen arbeiten zu gehen weil sie was essen mußten. Ein Bauer hat einfach seinen Weizen nicht verkauft weil der sich einige Jahre lagern läßt. Aber der Arbeiter muß immer seine Arbeitskraft verkaufen, er muß essen.
Für den Kapitalisten war die Situation nicht viel besser (es sei denn er verkauft ins Ausland) Er mußte irgendwie die nächsten Löhne und Kosten begleichen, also entweder Fabrik schließen oder den Irrsinn mitmachen.
Müssen&Müssen - Ich würde von einem Sachzwang sprechen so lange keiner mit dem Gewehr neben mir steht. .
Wer sich vor der Krise auf diese eingstellt hat - wurde davon auch weniger hart rangenommen und war von vielen Sachzwängen befreit.
In diesem Thread interessiert uns jedoch vor allem die Rolle von Gold als "Rettungsanker". Hierzu das Bild. Gold (oder der Dollar der damals noch mit Gold gleichgesetzt werden konnte) hat seine Kaufkraft behalten - diese jedoch nicht ins unermeßliche gesteigert (obwohl ich mir jetzt vorstellen könnte daß man in diesem Augenblick sehr günstig an einen schönen Gebrauchten gekommen wäre...)
Ich denke dies beschreibt sehr schön die Problematik einer Krise. Sie ist eine in sich geschlossene Abwärtsspirale die sich schlimmstenfalls sogar noch selbst aufschaukelt.
Die Lösung ist im Prinzip ganz einfach und humoristisch in dem Film "Dreizehn Koffer" (sehr sehenswert!!!) aus dieser Zeit beschrieben: Wenn alle einfach nicht mehr an die Krise glauben - gibt es sie einfach nicht - oder zumindest nicht in dieser ausgeprägten Form.
Diesen Aspekt sollte man auch mit Blick auf die Gegenwart im Auge behalten. So lange die Leute an Fiat glauben - funktioniert Fiat einfach.
Dieser Glaube ist erst dann erschüttert, wenn die Geschäfte (aus welchem Grund auch immer) leer bleiben oder die Preise förmlich explodieren (100% Pressteigerung - das lehrt der (überwiegend gefühlte - aber das würde ja in diesem Zusammenhang vollauf genügen!) Teuro - reichen noch nicht einmal (Der helle Wahnsinn wenn man sich das mal auf dem Taschenrechner zergehen läßt!!!)
Zitat
Sinkende Löhne in D können nicht die Lösung aus der Geldkrise sein, denn wenn die Kaufkraft abnimmt (wie jetzt vor allem in Ostdeutschland) dann verlieren automatisch die Immobilien mit. Bis zum Punkt wo du für 3oz wieder ein Haus bekommst. Nur daß dann der Lebensstandart auch wieder auf Mittelalterniveau sein wird.
Es gibt exakt zwei Möglichkeiten: Entweder geht die Produktivität (qualitatiiv oder quantitativ) entsprechend hoch - oder die Löhne müssen entsprechend runter.
Wie weit das ggf. gehen muß kann nur der Markt beantworten.
In der Goldzeit wurden halt tatsächlich die Löhne entsprechend gesenkt. Heute auch - und das ist mit Blick auf das Geld sogar ein positives Zeichen. Schlimmer wäre es die Löhne "optisch" beizubehalten und kurzerhand das Geld zu entwerten. Dann hat nämlich der Arbeiter trotzdem mit der verminderten Kaufkraft zu kämpfen - aber gleichzeitig hat man auch all Jene behindert, die mit ihrer Kaufkraft den Karren wieder aus dem Dreck ziehen könnten. Das war sicher eine mit entscheidene Ursache für die Schwere der Krise der frühen 20iger Jahre. (1929ff ist ja eine andere Baustelle).
Was ein Haus dann kostet richtet sich sicher auch nach den Löhnen - einmal weil ein Haus ja auch mit Arbeit erzeugt wird (niedrigere Löhne machen es ja auch billiger) - einmal weil unbezahlbare Häuser auch nicht entsprechend nachgefragt werden können.
Zitat
Mit der Gefahr der Enteignung in instabilen Zeiten oder Gegenden hast Du vollkommen Recht. Jedoch tritt dies meist auf wo /wenn die ImmoPreise sehr niedrig sind, seltener bei Immoblasen.
Huhn oder Ei? Ich würde sagen die Preise werden dadurch niedrig daß das Eigentumsrecht nicht gesichert ist. Wenn ich wüßte daß der Staat ohne Probleme mal einfach kommen kann und mich aus meinem Häuschenr rausschmeissen könnte - dann würde ich doch kein Haus kaufen? Ein Haus das ich nicht nur kaufen muss - sondern ständig Geld und Arbeit reinstecken darf...
So komme ich auch auf reale Mini-Immo-Preise in der DDR. Wenn ich eine moderne 3-Raum-Wohnung für 50 Mark (ich habe die Preise nicht im Kopf - ggf. bitte korrigieren!) mieten kann - Warum in aller welt sollte ich dann "so blöd sein" und überhaupt noch Geld dafür bezahlen daß ich in einem "assligen Altbau" wohnen darf und mich obendrein um die Organisation von jedem Furz Baumaterial selber kümmern darf? (Perspektive DDR-Bürger vor 1989).
mesodor39
Den Goldgeldbesitzer und der Papiergeldbsitzer haben eine Gemeinsamkeit: Ihr Geld kann sich auf den Marktwert des Materials reduzieren.
Also Marktpreis für Gold - oder Marktpreis=Heizwert für Papier.
Aber beide Marktpreise sagen nichts über den Marktpreis zum Zeiptunkt des Erwerbs des Geldes aus.