Beiträge von Cra$h

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    Original von mesodor39
    FALSCH: die Reichsmark, damals bereits nicht goldgedeckt, war - in völliger Fehleinschätzung der wirtschaftlichen Situation und in völliger Unberücksichtigung der Zins- und Reparationslast, die auf dem Deutschen Reich lag nur eines: Unverschämt überbewertet.


    Der Währungsschnitt hätte - eine ehrliche Politik vorausgesetzt - bereits direkt nach Kriegsende in Verbindung mit der Erklärung des Staatsbankrottes gegenüber den deutschen Bürgern erfolgen müssen.


    Also jetzt verstehe ich nicht was ich FALSCH gemacht haben soll.
    Also meines Wissens nach war die Reichsmark 1913 noch Goldgedeckt - zumindest legt der Wechselkurs zum Dollar dies nahe.


    1918 war sie freilich nicht mehr Goldgedeckt - was sich die Reparationsfrage mal aussen vor lassend auch schon aus dem Wechselkurs zum Dollar ergibt.


    Im Übrigen stimme ich vollkommen überein - was aber mit Blick auf den Thread dahingestellt bleiben darf. Es geht schließlich primär um 1923 - auch wenn hier immer wieder Elemente von 1929 hereingespukt werden.

    Zitat

    Original von freefly
    [Blockierte Grafik: http://wiwi.uni-goettingen.de/wsg/Bildelemente/WSGinBildern/13.jpg]
    Interessantes Bild


    [Blockierte Grafik: http://board.mofapower.de/images/style_4/smilies/b15.gif]
    Bezieht sich auf das weiter oben stehende Bild!!!! - Was macht denn der Typ auf dem Bild gerade? Telephonieren!?!
    Böser Fake!


    p.s. Das andere Bild habe ich nicht reinbekommen... Aber auch schon wieder interessant: Das Motiv existiert in mehreren Aufnahmen!!!
    Ist es also wirklich authentisch? Hat hier - worauf auch der Erklärungstext mit dem Crash hindeutet - jemand einfach nur die Gunst der Stunde für ein kleines Nebeneinkommen als Fotomodell genutzt?
    Ist es vielleicht doch ein "Gulliangler" - jedenfalls scheint es nicht sehr viele Börsenmakler gegeben zu haben die ihren fahbaren Unersatz für nen Hunni verkauften... Vielleicht aber auch nur Zufall...

    Zitat

    Original von LeFabrizio
    Fehlendes Warenangebot als Grundstein für die Hyperinflation???
    Ich denke doch, daß die Kriegskosten + die nicht rückzahlfähigen Staatsschulden bei seinen Bürgern (Kriegsanleihen) + die Reparationsquetsche einen Druckzwang des Papiergeldes erzeugt haben ...


    Ich habe bewußt von Grundstein einer Inflation geschrieben... war vielleicht nicht deutlich genug.


    1918 lag der Dollarkurs bei 6,00 Mark (im Vergleich zu 4,20 in Gold von 1913). Die unmittelbar kriegsbedingte Inflation kann man also mit rund 40-50% beziffern.
    Der Krieg war in der Tat ja nicht mit einer vollkommenen Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur verbunden.


    Das Problem der Nachfolgezeit für die Wirtschaft lag darin, daß sie beim Import von Investitionsgütern und Rohstoffen mit der privatren Konsumgüternachfrage konkurrierte. Die inländischen Waren verteuerten sich dadurch fast in gleichem Maße wie Importwaren - obwohl die Löhne bereits tendentiell rückläufig waren - bzw. die Arbeitslosenzahl anwuchs.
    Dies ist nur dadurch zu erklären, daß die inländische Wirtschaft nicht in der lage war sich hinreichend schnell auf das veränderte Marktumfeld einzustellen.


    Das Vermögen der Konsumenten hatte jedoch nicht nur den kriegsbedingten Abschlag von 50% erlitten - die Meisten vermögenderen Leute hatten im nationalen Überschwang von 1914 ihr gesamtes Kapital in lukrativ erscheindene Staatsanleihen investiert (nach 1870/71 war man überzeugt dieser Krieg könne quasi nur gewonnen werden).
    Dieses Vermögen war aber trotzdem verloren.
    Damit fehlte es augenscheinlich an Geld um die Konsumgüternachfrage/und Produktion wieder in Schwung zu bringen.


    Der entscheidende Fehler dieser Zeit lag in dem Irrtum dieses Geld nach der Methode "Helicopter Ben" unter die Leute bringen zu können um die Nachfrage anzuheizen.


    Natürlich taten die Reparationszahlungen ihr Übriges... wobei man hier jedoch auch im Vergleich mit dem II.WK erkennen muß daß die Kriegslasten/schäden für den Staat ansonsten nicht so groß waren.
    Ich neige in diesem Zusammehnang folglich doch dazu ein Fragezeichen hinter die Reparationszahlungen als "DIE" entscheidende Ursache für die Hochinflation zu setzen. Die Popularität dieser Erklärung ist wohl darin zu sehen daß die Verantwortlichen für den Pfusch sich so leicht aus ihrer Verantwortung entlassen konnten - und auch den späteren Machthabern war eher daran gelegen den "Erbfeind" als Hauptschuldigen für die Misere bennen zu können.


    Aber gab es eine Alternative? Geholfen hätte nur eine rigorose Abschottung des Konsumgütermarktes gegen Importe. Diese war international wohl kaum denkbar - wäre aber auch am eklatanten inländischen Mangel gescheitert.
    Das eientliche Problem war somit die Unterschätzung des Krieges - der binnen dreier Jahrzehnte ein vollkommen anderer war als der "drole de guerre" von 70/71.

    Erstmal zum Bild! Sehr schönes historisches Dokument (wohl aber für 1929)


    100 (Gold)Dollar für den Gebrauchten - 5 Unzen - also 3.000 Euro wenn man so will. Würde ich unter Berücksichtigung der damaligen Neupreise für Autos (weis Jemand was das für eine Karre ist? - und hat den Neupreis zur hand?) sogar für einen ganz guten Gebrauchtpries betrachten. Naja wir wissen natürlich nicht wie neu der Wagen vielleicht ist - und auch nicht ob der Verkäufer den Preis jemals bekommen hat.
    Jedenfalls steht fest: Kein Traumpreis für Gold!



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    Original von Titus
    Hier hat uns das Beispiel 1923 aber das Gegenteil bewiesen.
    Die Leute wurden dann 1923 erst wöchentlich, dann täglich bezahlt, am Ende brauchte ein Arbeiter 2 Rucksäcke für das Geld eines Tages. Das hat er dann gleich in Lebensmittel umgetauscht. Und hier liegt auch der Grund warum dieser Wahnsinn noch funktionierte: Leute in den Städten waren gezwungen arbeiten zu gehen weil sie was essen mußten. Ein Bauer hat einfach seinen Weizen nicht verkauft weil der sich einige Jahre lagern läßt. Aber der Arbeiter muß immer seine Arbeitskraft verkaufen, er muß essen.
    Für den Kapitalisten war die Situation nicht viel besser (es sei denn er verkauft ins Ausland) Er mußte irgendwie die nächsten Löhne und Kosten begleichen, also entweder Fabrik schließen oder den Irrsinn mitmachen.


    Müssen&Müssen - Ich würde von einem Sachzwang sprechen so lange keiner mit dem Gewehr neben mir steht. .


    Wer sich vor der Krise auf diese eingstellt hat - wurde davon auch weniger hart rangenommen und war von vielen Sachzwängen befreit.
    In diesem Thread interessiert uns jedoch vor allem die Rolle von Gold als "Rettungsanker". Hierzu das Bild. Gold (oder der Dollar der damals noch mit Gold gleichgesetzt werden konnte) hat seine Kaufkraft behalten - diese jedoch nicht ins unermeßliche gesteigert (obwohl ich mir jetzt vorstellen könnte daß man in diesem Augenblick sehr günstig an einen schönen Gebrauchten gekommen wäre...)


    Ich denke dies beschreibt sehr schön die Problematik einer Krise. Sie ist eine in sich geschlossene Abwärtsspirale die sich schlimmstenfalls sogar noch selbst aufschaukelt.
    Die Lösung ist im Prinzip ganz einfach und humoristisch in dem Film "Dreizehn Koffer" (sehr sehenswert!!!) aus dieser Zeit beschrieben: Wenn alle einfach nicht mehr an die Krise glauben - gibt es sie einfach nicht - oder zumindest nicht in dieser ausgeprägten Form.
    Diesen Aspekt sollte man auch mit Blick auf die Gegenwart im Auge behalten. So lange die Leute an Fiat glauben - funktioniert Fiat einfach.


    Dieser Glaube ist erst dann erschüttert, wenn die Geschäfte (aus welchem Grund auch immer) leer bleiben oder die Preise förmlich explodieren (100% Pressteigerung - das lehrt der (überwiegend gefühlte - aber das würde ja in diesem Zusammenhang vollauf genügen!) Teuro - reichen noch nicht einmal (Der helle Wahnsinn wenn man sich das mal auf dem Taschenrechner zergehen läßt!!!)




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    Sinkende Löhne in D können nicht die Lösung aus der Geldkrise sein, denn wenn die Kaufkraft abnimmt (wie jetzt vor allem in Ostdeutschland) dann verlieren automatisch die Immobilien mit. Bis zum Punkt wo du für 3oz wieder ein Haus bekommst. Nur daß dann der Lebensstandart auch wieder auf Mittelalterniveau sein wird.


    Es gibt exakt zwei Möglichkeiten: Entweder geht die Produktivität (qualitatiiv oder quantitativ) entsprechend hoch - oder die Löhne müssen entsprechend runter.
    Wie weit das ggf. gehen muß kann nur der Markt beantworten.
    In der Goldzeit wurden halt tatsächlich die Löhne entsprechend gesenkt. Heute auch - und das ist mit Blick auf das Geld sogar ein positives Zeichen. Schlimmer wäre es die Löhne "optisch" beizubehalten und kurzerhand das Geld zu entwerten. Dann hat nämlich der Arbeiter trotzdem mit der verminderten Kaufkraft zu kämpfen - aber gleichzeitig hat man auch all Jene behindert, die mit ihrer Kaufkraft den Karren wieder aus dem Dreck ziehen könnten. Das war sicher eine mit entscheidene Ursache für die Schwere der Krise der frühen 20iger Jahre. (1929ff ist ja eine andere Baustelle).


    Was ein Haus dann kostet richtet sich sicher auch nach den Löhnen - einmal weil ein Haus ja auch mit Arbeit erzeugt wird (niedrigere Löhne machen es ja auch billiger) - einmal weil unbezahlbare Häuser auch nicht entsprechend nachgefragt werden können.



    Zitat

    Mit der Gefahr der Enteignung in instabilen Zeiten oder Gegenden hast Du vollkommen Recht. Jedoch tritt dies meist auf wo /wenn die ImmoPreise sehr niedrig sind, seltener bei Immoblasen.


    Huhn oder Ei? Ich würde sagen die Preise werden dadurch niedrig daß das Eigentumsrecht nicht gesichert ist. Wenn ich wüßte daß der Staat ohne Probleme mal einfach kommen kann und mich aus meinem Häuschenr rausschmeissen könnte - dann würde ich doch kein Haus kaufen? Ein Haus das ich nicht nur kaufen muss - sondern ständig Geld und Arbeit reinstecken darf...
    So komme ich auch auf reale Mini-Immo-Preise in der DDR. Wenn ich eine moderne 3-Raum-Wohnung für 50 Mark (ich habe die Preise nicht im Kopf - ggf. bitte korrigieren!) mieten kann - Warum in aller welt sollte ich dann "so blöd sein" und überhaupt noch Geld dafür bezahlen daß ich in einem "assligen Altbau" wohnen darf und mich obendrein um die Organisation von jedem Furz Baumaterial selber kümmern darf? (Perspektive DDR-Bürger vor 1989).


    mesodor39
    Den Goldgeldbesitzer und der Papiergeldbsitzer haben eine Gemeinsamkeit: Ihr Geld kann sich auf den Marktwert des Materials reduzieren.
    Also Marktpreis für Gold - oder Marktpreis=Heizwert für Papier.


    Aber beide Marktpreise sagen nichts über den Marktpreis zum Zeiptunkt des Erwerbs des Geldes aus.

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    Original von Titus
    Zu dem Hauskauf für 3 Oz. das kommt auf die wirtschaftliche Situation des Landes an, und wie hoch die Löhne umgerechnet in Gold sind. Auch heute kannst Du in Südamerika oder Asien für 3Oz ein Haus kaufen, und für 1Oz eine Dienstmagt für ein ganzes Jahr haben.
    Vor 20 Jahren sogar in (Ost)Deutschland.


    Bei der Lohnfrage stimme ich 100% zu - das ist der Punkt an dem in Deutschland bekanntlich ein gewisser "Abrüstungsbedarf" deutlich wird.


    Letztendlich hat natürlich die Lohnseite auch Auswirkungen auf den Immobilienpreis. "Mittelstandsimmobilien" können langfristig natürlich nicht auf einem Preisniveau liegen welches niemand bezahlen kann. Hier muß sich die Anbieterseite auch dem Druck der Nachfrageseite beugen - ob sie will oder nicht.


    Nur hat dies (bei freiem) Handel letztendlich keine Auswirkung auf den Goldpreis bzw. dessen Überhang im Wert.
    Wenn sich in der Praxis (siehe Deine Beispiele! - die ich keineswegs in Frage stellen möchte!) hier erhebliche Disparitäten ergeben - so hat dies einerseits mit dem Fehlen freien Handels zu tun - und andererseits mit der Tatsache daß Immobilien allgemein ein Allokationsproblem haben.
    Mein Gold kann ich von vielleicht von Land A nach B bewegen - die Immobilie eher nicht. Ein weiterer Punkt ist der Rechtsstatus von Besitz.


    Wenn ich jetzt mal das Beispiel DDR herauspicke - so komme ich zu dem Ergebnis daß Immobilien strukturell nicht jene Sicherheit boten wie man sie in anderen Wirtschaftssystemen "gewohnt" ist. Das Damoklesschwert des Übergangs zur kommunistischen Gesellschaft schwebte mit der damit verbundenen Aufhebung jeden Privateigentums zumindest als ideologische Vision über dem Land. Enteignungen waren leichter möglich - Entschädigungen richteten sich nach dem Verkehrswert DDR - wenn sie überhaupt gezahlt wurden.
    Die Immobilien konnten zudem keinen Investoren aus dem Ausland angeboten werden - die ja vielleicht bereit gewesen wären zum entsprechenden Preis das Rchtsrisiko in Kauf zu nehmen.


    Will sagen - hier vergleicht man Äpfel mit Birnen - obwohl auf den ersten Blick von stinknormelan Häusern und stinknormalem Gold die Rede ist.


    Eine Farm in Botswana sollte derzeit sicher auch relativ günstig zu haben sein :)

    Also die Sache mit dem Spekulationsgewinn lassen wir hier doch mal besser raus... das ist ja eine vollkommen andere Baustelle!
    Ebenso wie die Frage der Besteuerung.


    Hier ging es einfach mal darum das Zwitterdasein von Gold als Geld aufzuzeigen - und daß Gold natürlich Zinsen erwirtschaften kann.
    Es geht ja im weitesten Sinne um das "arbeiten lassen" - das man natürlich auch bleiben lassen kann. :)

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    Original von mesodor39
    Gold wirft keine Erträge ab. Es dient lediglich dazu, Ersparnisse, über die man lange Zeit nicht verfügen braucht vor Insolvenzen, Inflation und Geldbetrug zu schützen. Die Tatsache, daß man auch damit handeln kann, ist in diesem Kontext ehr nebensächlich.


    Aber Hallo - natürlich kann Gold Erträge abwerfen! - Stell Dir doch mal vor der Cra$h will von seiner Bank einen Kredit haben. Der Bänker schüttelt den Kopf und sagt: Nicht ohne Sicherheit.
    Dann gehe ich zu mesodor39 der Gold hat - erläutere ihm mein Geschäftkonzept und Biete ihm eine Beteiligung oder Prozente dafür daß er für mich bei der Bank bürgt. Mesodor39 überlegt sich das gut - denkt vielleicht: "Wow der Cra$h hat da eine echte Goldgrube entdeckt - da kann ja garnichts schiefgehen" und bürgt gerne.
    Dann hat Mesodor39 seine Goldbarren in seinem Keller - und er bekommt von Cra$h darauf sogar noch eine Rendite.


    Cra$h könnte sich freilich auch das Gold von mesordor39 ausleihen und der Bank als Sicherheit auf den Tisch legen. Auch dann würde mesodor39 natürlich Zinsen auf sein Gold bekommen - hätte es dann aber nicht in seinem Keller.


    Das ist nämlich ein schönes Beispiel dafür daß Gold durchaus Geldfunktionen übernehmen kann - und dann wie Geld Rendite abwirft. Anders als eine Immobilie (die mesodor39 natürlich auch beleihen könnte um Cra$h einen Kredit zu geben) ist Gold dabei eine vertretbare Sache Würde mir mesordor39 sein Gold leihen - würde er wohl kaum erwarten daß ich ihm exakt die Münzen und Barren zurückbezahle die er mir geborgt hat. Wir hätten uns wohl auf ein bestimmtes Feingewicht in einer bestimmten Stückelung und Reinheit geeinigt - fertig. Das Gold könnte damit wie Geld zirkulieren - wäre damit plötzlich Geld geworden!



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    Null Risiko gibt es nirgendwo. Und wenn man schon Risiken bis maximal 100 Prozent eingehen muss oder will, dann bleibe einem nur übrig möglichst viel und umfassend zu diversifizieren, wobei wir wieder beim Gold angekommen sind.


    Absolut richtig! Wenn man auch nur ein bißchen jenseits von Immobilien auf Sicherheit setzt - kommt man um Gold nicht herum.
    Nur muß man halt wie bei den Aktien auch auf ein passendes Marktumfeld für den Einstieg warten können - wenn man nicht alleine auf einen gelungenen Ausstieg spekulieren will.
    Je mehr Spekulation in egal was drin ist - desto größer das Risiko.


    Und gerade in der Krise schlägt das Risiko auf breiter Front durch die Verknappung des Warenangebots erbarmungslos zu!

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    Original von mesodor39
    Nun erkläre man mir bitte folgendes: Geld ist über den Zins produktiv. Also kann Gold keine Konkurrenz zu Geld sein.


    Wieso? Gold kann sogar sehr wohl Geld sein! Dann hat es aber auch alle Vor- und Nachteile in sich die mit dem Geldsein verbunden sind.
    Ich glaube ich habe das in meinen Auführungen berteits etwas problematisiert...


    Zins ist in erster Linie als "Miete" zu begreifen. Die Miet die ich bekomme, wenn ich einem Anderen meine Liquidität zur Verfüung stelle.
    Zu welchen Konditionen ich bereit bin dies zu tun hängt einerseits davon ab was ich ansonsten mit dem Geld anstellen wollen könnte - und andererseits was der Schuldner mit dem Geld anstellen wollen könnte.


    In einer Phase ansteigender Nachfrage und steigender Preise (Konjunktur) wollen viele Menschen investieren (gerne auch in Konsumgüter) - folglich ist weniger Geld zu Vermieten - und wollen mehr Leute Geld mieten. Der Zins steigt!
    In dem Maße wie der Zins steigt - wird es aber auch interessanter Geld nicht auszugeben sondern zu vermieten. Hier ist also ein Regelkreis!



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    Warum aber versuchen Notenbanken dann den Goldpreis zu beeinflussen?.


    Ich weis nicht ob sie es mit einer bestimmten Absicht tun. Sie tun es natürlich - so wie es jeder tut , der Gold produziert oder mit Gold handelt.
    Wenn ich Gold kaufe oder verkaufe beeinflusse ich ja auch den Goldpreis. Bei den Mengen welche die Zentralbanken haben - ist natürlich mit jeder Aktion auch eine sichtbare Folge auf der Kurstafel zu sehen.
    Ich denke aber daß man diese Thematik ausklammern kann.
    Wenn die Zentralbanken "wie die Irren" verkaufen - und es in Folge dessen zu einem erheblichen Überangebot kommt - dann freue ich mich Gold günstig kaufen zu können. Der Goldpreis liegt dann ja nahe oder sogar unter den Produktionskosten.
    Wenn die Zentralbanken "wie die Irren" Gold aufkaufen sollten - dann kann ich mir ja überlegen ob ich Ihnen nicht auch meine Vorräte anbiete.
    In diesem Zusammenhang ist natürlich auch zu bedenken daß das schwammige Istgleichzeichen zwischen Gold und Geld in dem Maße an Bedeutung verliert wie sich die Zentralbanken von ihren Goldbeständen trennen. Bei Bestand 0 wäre Gold dem Status Rohstoff jedenfalls noch näher als dem Status Geld.


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    Gold ist weit jenseits von seiner Eigenschaft als "Ware" die einzige, weltweit anerkannte, liquide Alternative zu ungedecktem, schuldnerbehafteten Geld. Nur so werden die seltsam anmutenden Aktionen der Goldpreisdrückung plausiebel.


    Also ich mache mir nicht groß Gedanken weshalb ein Marktteilnehmer was macht. Mich interessiert nur was er macht - und vor allem welche Auswirkungen dies auf den Preis hat.
    Die Eigenschaft des Goldes als Ware auch Geldeigenschaften zu besitzen hakt genau an dem Wort "anerkannt". Es geht also um einen gewissen Konsens der auch aus der reinen Praxis entspringen mag.
    Als Kinder haben wir mit Murmeln "bezahlt" - das war unser Konsens.
    Heute bezahlen Kinder nicht mehr mit Murmeln - zumindest so weit ich weis. Dies könnte bei Gold auch der Fall sein.
    Wenn alle Zentralbanken Gold primär als "wertvolle Altlast" betrachten - ginge es nur noch um eine möglichst gewinnbringende Liquidierung dieser Bestände.
    Das Ende vom Lied wäre Gold das quasi ausschließlich "Ware" bzw. Rohstoff ist.
    Als Anleger ist man damit in jedem Fall gut beraten die nüchternen Produktionskosten von Gold im Auge zu behalten. Wirklich nichts falschmachen kann ich nur dann, wenn ich für Gold weniger bezahle als die Herstellungskosten. Bei allen übrigen Erwägungen bin ich dem Verhalten der großen Goldbesitzer schutzlos ausgeliefert.


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    Gold ist damit der natürliche und gefährlichste Feind aller wechsel- und schuldenreitenden Regierungen und deren Steigbügelhalter (Notenbanken).[quote]


    Aber unter der Prämisse daß die Menschheit (oder nennenswerte Teile davon) über den Konsens Gold als Zahlungsmittel (und wohlgemerkt nicht als teueren Rohstoff!!) einig sind - und die Staatliche Gewalt diesem Konsens nicht entgegensetzen will oder kann.


    [quote]Gold ist schuldnerfrei, unzerstörbar durch Umwelteinflüsse, beliebig teilbar und sein Wert ist seit 5.000 Jahren weltweit anerkannt. Gold ist somit ein ideales Mittel angespartes Vermögen / Kapital vor staatlichem Geldbetrug zu schützen.


    Da kann ich im Grundsatz auch nur zustimmen - Allerdings kommt mir in dieser Dogmatik der Aspekt des relativen Wertes zu kurz.
    Ich stelle an "mein Geld" ja nicht nur die Anforderung "als Tauschmittel generell geeignet zu sein" - diese Funktion liefert mir auch Fiat.
    Ich stelle an "mein Geld" auch die Anforderung der "Konservierung" von Kaufkraft. Ich möchte ja eben nicht jetzt konsumieren - sondern später.
    Entscheidend ist somit die Frage: "was bekomme ich für meine "Konserve" wenn ich sie ausgebe?"
    Zufrieden bin ich schon wenn ich später genau das kaufen kann, was ich jetzt hätte kaufen könnnen - aber nicht benötigt habe.
    Evtl. freue ich mich auch darüber wenn ich später mehr bekomme als heute. Unglücklich bin ich nur dann, wenn ich später nichts oder deutlich weniger für mein Geld bekomme als ich heute bekommen hätte.


    Die Risken von Fiat liegen auf der Hand. Aber das macht Gold noch lange nicht zu einer "eierlegenden Wollmilchsau" wenn die Gefahr besteht daß ich es heute "viel zu teuer" eingekauft habe - und morgen nur noch "billig" verkaufen kann.


    Dieses grundsätzlich vorhandenne Risikos sollte man sich stets bewußt bleiben. Wirklich "sicher" ist bei einem Gut das einem Verbrauch unterliegt nur der Herstellungspreis (zumindest langfristig). Mit Blick auf den aktuellen Goldkurs bedeutet dies daß in Gold ein grundsätzliches Verlustpotenzial von ca. 50% liegt.
    Gegenüber einem grundsätzlichen Verlustpotenzial von Fiat bei 100% hört sich dies ja schon einmal ganz gut an.
    Mit Blick auf die letzten 10 Jahre kann man aber auch schon sagen, daß das Verlustpotenzial bei Gold auch schon einmal um den Nullpunkt schwankte. Damals stand dem Nullrisiko Gold das 100% Risiko Fiat gegenüber.

    Ich greif nochmal das Thema mit dem Kaufkraft-Gold-Chart auf...


    Letztendlich entscheidet ja eine "Güterabwägung" - also die Möglichkeit Kaufrakft in form von Gold "zu speichern bzw. zu sparen" und als Alternative etwas zu kaufen.


    Wenn es nichts (oder wenig) zu kaufen gibt (z.B. weil vieles noch gar nicht erfunden worden ist) dann ist Geld zwangsläufig relativ wenig wert - also auch Gold wenn ich mal vorsichtig ein Istgleichzeichen zwischen Gold und Geld setze.


    Mit dem Wunsch Geld/Gold zu besitzen ist es ja auch nicht getan - ich muß ja auch etwas produzieren was ich verkaufen kann. Sind die Möglichkeiten hierzu allgemein geringer (weil z.B. Energie ein knappes Gut ist ) sind wir schon wieder bei einem relativ geringen Warenangebot.


    Letztendlich bildet aber die Geld/Gold menge das Warenangebot ab - wobei der Faktor der Umlaufgeschwindigkeit in Folge niedrigerer Produktionskapazitäten auch deutlich kleiner ist.


    Heute bildet das Gold - weil nicht nominalgleich Geld - nicht den Warenstrom ab. Vielmehr ist es selbst "nur" eine Ware unter Vielen.


    Da Gold "unproduktiv" ist konkurriert es als "Ware" nur mit "Waren" die selbst auch "unproduktiv" sind. Dies wäre vor allem Bargeld das nicht benötigt wird. Ob un inwieweit Bargeld nicht benötigt ist hängt seinerseits wieder von den benötigten Waren ab.
    Ein Mensch der "alles hat" (was er als vernünftig oder notwendig erachtet) und darüber hinaus über Bargeld verfügt wird nun zwischen dem Gut Gold und Bargeld (oder anderen Anlageformen) abwägen.


    Er macht das was ihm den besten Erhalt bzw. eine Steigerung an Kufkraft bietet. Diese Steigerung ist in sich natürlich irrational - da der Sparer ja gar keinen ungedeckten Güterbedarf hat.


    Die Folge ist eine aus dem Rentenkapitalismus folgende Preisüberhöhung. Die Werte der gewählten Anlageprodukte (so lange sie als gut und sicher gelten - also nicht zwingend objektiv sind!) wachsen also praktisch beliebig an.
    Dadurch ist es möglich daß heute sowohl Aktien wie auch Bilder, alte Autos, Gold - sprich alles was "etwas gilt" "überteuert" ist.


    Die Wertbestimmjung zwischen diesen begehrten Anlagegütern ist beinahe willkürlich und Stimmunsschwankungen unterworfen.


    D.h. Eine Wirtschaftskrise welche in Folge das Warenangebot reduzieren würde - würde diese Preisüberhöhung auflösen - die Buchgewinne vernichten.
    Die besondere Chance für Gold besteht hierbei darin daß Gold das Potenzial hätte als Geld verwendet zu werden. Damit wäre es anderen Anlagen überlegen - müßte sich jedoch dann immer noch als Abbildung des vorhandenen (nun kleineren Warenangebots) gelten. Es hätte als gemessen an Waren eher eine gerningere Kaufkraft als in einer Zeit des Überangebots an Waren. Womit der historische Zirkel geschlossen wäre.

    Zitat

    Original von mesodor39
    ist doch ganz einfach: ich war noch nie woanders :D:D:D


    Oiso mir hamma jetzad amoi a so a Weltreise gmacht -
    aber i sag's eana glei wia's is :
    Da fahr ma nimma hin!


    :)

    Na - da stehen im schlimmsten Fall noch die Produktionskosten vor - die sollten irgendwo zwischen 260 und 360 greifen.
    Mal abgesehen davon wird´s wohl kaum unter die 480 gehen - schon weil sogar ich zu dem Preis meine Schwiegermutter in die Sklaverei verkaufen würde um Gold zu kaufen. :)


    Die eigentliche Frage ist m.E. wie tief wir in die 500derterzone eintauchen. Also ich lass mich da jetzt einfach überraschen und kaufe wieder wenn die Trendwende da ist.
    Als Physiker hat man schließlich Zeit und muss sich nicht verkrampfen. Bei 550 hätte mir der zwischenzeitliche Verkauf schon einen Neuwagen für lau ins Kontor gespült - Sowas nimmt man doch mit! :)

    Zitat

    Hier bringen sich täglich so viele Leute um, weil sie ihren familiären Verpflichtungen nicht nachlommen können...
    die Männer kannste vergessen...


    Die Frauen müssen da ja gewaltig anspruchsvoll sein... Glückwunsch zu diesem Rückgrat ;)



    Jo ist sicher das vernünftigste was man machen kann - und wäre im Großen sicherlich sinnvoller als das Geld per Entwicklungshilfe zu verschieben. Märkte sind sowas von genial! Nur die Leute sind zu böld das zu kapieren.
    Meckern und prostestieren ist halt einfacher als selbst was anpacken.
    Ein junger deutscher Arbeitsloser käme ja nicht im Traum auf die Idee im Ausland zu arbeiten - wenn überhaupt dann nur im europäischen Ausland... Die Chancen die sich gerade in den Ländern mit 100%-Schlendirian erböten - sehen die Blindfische natürlich nicht.


    Machen wir einen Deal - wir schicken Dir den ganzen Hirnschlamm von hier - und Du schickst uns dafür die Vulkane und die Welle? ;)
    OK - ist´n schlechter Deal für Dich - war den Versuch aber wert :)

    Zitat

    Original von Albus
    Wie hat sich denn die Kaufkraft je Unze im Lauf der Geschichte (ge)ändert? Z.B. wo und wann hatte eine Unze am meisten
    und am wenigsten Kaufkraft in den letzten 100-300 Jahren? Gibts da einen Chart, o. ä.?


    Kann man nur exemplarisch und nicht allgemein gültig rechnen.
    Im Normalfall kommt dabei raus daß Dinge "über Gold gerechnet" früher wesentlich teuer waren als heute - oder im Umkehrschluß Gold heute enorm teuer wäre.


    Aber was sagt das aus? Genau genommen gar nichts!


    Ebensogut könnte man versuchen anhand der Feststellung "Sie befinden sich genau über dem Mittelpunkt der Erde" eine Ortsbestimmung vorzunehmen. :)

    Zitat

    Original von mesodor39
    Blos nicht mal eine Situation selber analysieren, sondern dies anderen überlassen und sich nach dem richten, was andere tun.


    Also den Schuh muß ich mir ja wohl nicht anziehen lassen :)


    Eigenständiges Denken zeichnet sich doch gerade dadurch aus daß man keiner "Ideologie" verpflichtet ist und sich anhand der Zahlen und Daten sein eigenes Bild macht und danach handelt.


    Wenn Gold *Geld* und *nicht Selbstzweck* ist - dann muß man auch in der Lage sein sich davon zu trennen - aller grundsätzlich bestehenden langfristigen Überlegungen zum Trotz.
    Ich habe verkauft weil ich Gold interessant finde - Ich hätte gerne übermorgen mehr als ich gestern hatte. Und das möglichst günstig. Gratis wäre geradezu ideal.

    Also ich trage meinen 4-Wochen-Nahtungs-Vorrat direkt am Körper :)
    Hat den Vorteil daß man ordentlich schlemmen kann - und nicht ständig hinter dem ablaufenden Dosenfraß herfressen muß.


    Übrigens noch ein kleiner Tipp aus der praktischen Krisen-Erfahrung: Wirklich fehlen tun so Sächelchen wie Rasierklingen, ordentliche Seife und Reinigungsmittel.
    Wenn´s am Fressen fehlt - und Du immer noch nicht die Beine in die Hände genommen hast - dann ist Dir sowiso nicht mehr zu helfen. Dann fliegt Dir nämlich gerade das Fehlen der öffentlichen Ordnung um die Ohren.

    Gold in der Anlage ist m.E. ein "Popup" welches ab einer bestimmten Größe eines Vermögens plötzlich in Erscheinung tritt und dann aber einen größeren Geldbetrag ausmacht.


    Die vorliegenden Fragen bzw. Befragungstechniken fahren schon daran absolut vorbei. Etwas Unterhaltungswert - aber das war´s auch schon.

    Auch wenn ich mit Herrn Eichelburg oft nicht einer Meinung bin - hier hat er eindeutig Recht!


    Schulden kann man allenfalls dann zum "spekulieren" heranziehen - wenn man stets über die Liquidität verfügt sie zu begleichen. Nur das ist dann eben auch eine gewaltige "Zockerei" und nicht das, was der normale Kreditnehmer bei der Unterzeichnung seines Kreditvertrages im Sinn hatte.


    Der entscheidente Punkt in einer Krise ist erstmal der Wegfall der Produktion und damit der (bezahlten) Arbeitsplätze.
    Zudem springt die eigentliche Wirtschaft bereits an bevor das Gros der Arbeitnehmer wieder in Lohn und Brot steht. Und das bei nun relativ gesehen niedrigeren Löhnen unter einem eher deflationären Umfeld.


    Und das eben nicht mit der vermeintlich sicheren zeitlichen Komponente in der Tasche (Laufzeit des Kreditvertrages) - da diesr ja seitens der Bank in der Inflation ausserordentlich gekündigt und zu Tagesbedingungen fortgeschrieben wurde.
    Na und was macht eine Bank wenn jemand die Raten nicht bezahlt??? Schwupp - ist das Häuschen unter´m Hammer.


    Unter diesem Gesichtspunkt kann man wirklich nur dringend dazu raten mit der Aufnahme von Krediten sehr vorsichtig zu sein. Beim Haus kommt man wohl kaum umhin - aber selbst da sollte man lieber zusehen daß man auf Teufel-komm-raus von den Schulden schnellstmöglich runter kommt - und nicht auf bequeme Spielzeugraten bei jahrzehntelangen Laufzeiten setzen.
    Dann lieber mal ein paar Jahre deutlich unter dem eigenen gesellschaftlichen Anspruch leben...


    Im Klartext: Wenn Du in der Sekunde den Kredit bedienen kannst in dem die Bank ihn haben möchte - dann hast Du wahrscheinlich sogar einen (kleinen) Inflationsgewinn realisiert - vorausgesetzt Du hast Dein Geld in etwas angelegt das von der Infaltion nicht tangiert wird (z.B. Gold).

    Jungs - streicht was ich vorhin über die normalisierte Volatilität :) Voilà! ;) geschrieben habe... Irren ist menschlich nicht nur in der Rechtschreibung!
    Aber wenigstens sieht´s ganz gut aus was günstigere Kaufpreise anbelangt.

    sidha


    Danke für die Aufklärung - leuchtet ein! Angesichts der erwähnten Rahmenbidingen paßt auch das "Nachschubproblem" bei Gold voll ins Bild.


    Das mit Cra$h als Name ist kein Programm - ich wollte nur einen Namen haben der mich dort ansiedelt wo ich mich selbst wähne - zwischen den Extremen - Cash und Crash - und das $-Zeichen als Indiz für Ersteres. Das R in Klammern fraß das Programm nicht :)


    Wie wirkt sich eigentlich das Erdbeben (bzw. wirkte sich der Tsunami) auf die lokale Wirtschaft aus? Ich bin da neugierig, weil ich mir oft den Kopf zerbreche wie sich die klimawandelbedingten Schäden hierzuland´ mal auf die Wirtschaft auswirken werden.
    Beim BSP läuft sowas ja als Plus - obwohl ja eigentlich nur Resourcen für etwas aufgewendet werden das eigentlich niemand haben wollte (Schäden und deren Instandsetzung).