Sorry, aber das überzeugt mich (noch) nicht, ich lerne jedoch gerne hinzu. Klingt ein wenig nach weder Fisch noch Fleisch. Was soll das genau bedeuten:
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Quote ghost_god
Durch das clearing wird der forward effektiv zum future
Durch eine Clearingstelle abgerechnete Gold- Forward-Kontrakte sind und werden dadurch keine Futures und können – jedenfalls normalerweise - mit solchen auch nicht an einer Börse verrechnet werden. Möglicherweise lässt sich durch eine andererseits bestehende Comex-Future-Goldposition eine Margin-Änderung erzielen.
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Quote
Hab persoenlich keine Erfahrung damit nur fiel mir Dein falsches statement auf, dass es an der LME keine Gold futures gaebe. Direkt dort handeln kann man sie aber vermutlich nicht.
Aber wo kann man sie denn handeln wenn nicht an Ort und Stelle ? Entweder gibt es an einer Börse Gold-Futures oder eben nicht. Die LME sagt: Bei uns nicht. Im Gegensatz zu einer Future-Position ist ein Forward nicht handelbar bzw. wenn ja, seit wann denn ? Das Clearing eines Gold-Forward-Kontraktes stellt doch nur die Solvenz der Vetragsparteien sicher, und dass irgendwo ein Goldbestand, wahrscheinlich unallocated, vorliegt. Ein Forward-Kontrakt unterliegt auch keiner sich während der Laufzeit ändernden Preisstruktur.
Richtig und für den gesamten Zusammenhang sehr, sehr wichtig, aber keinesfalls neu ist die Tatsache, dass beim Clearing eines Gold-Forwards durch eine Institution wie LCH.Clearnet keine hundertprozentige Liefergarantie entsteht, sondern „in cases of severe market disruption that the delivery of gold does not occur“ gibt es nur Cash plus eine Entschädigung zum Aufbau einer Ersatzposition. Es stellt sich hier die alles entscheidende Frage, wann eine „schwerwiegende Marktstörung“, die die physische Auslieferung verhindert, vorliegt und wer darüber befindet.
Aber kam das bisher schon einmal vor ? Das wäre der richtige Stoff für all diese professionellen Edelmetallschreiber, während an der Comex derzeit immer noch – anders als in Shanghai – bei nicht mehr als 2% aller Future-Kontrakte die physische Auslieferung beantragt wird.
Viele Goldbugs glauben ja, dass genau dieses Szenario in Zukunft eintreten wird: Gold würde es dann demzufolge keines mehr geben bei den bisherigen Vertragsstellen, stattdessen einen Scheck und fromme Wünsche für die Zukunft.
Ich glaube aber weiterhin, dass das Forumsmitglied bullionbulls/Jeff durch diese doch vehementen, spekulativ bleibenden Unklarheiten über das LME-Lagehaussystem in seiner jüngsten, im Internet nun schon weitverbreiteten Einlassung hier für mehr Verwirrung als nötig gesorgt hat. Und zwar, indem er einfach ohne weitere Recherche unterstellt, die seit Jahren schwelenden Konflikte bei der Auslieferung von Basismetallen über die LME-Vertragspartner seien einfach umstandslos auf den Bereich der Edelmetalle übertragbar, obwohl das getrennte Metallwelten sind. Dass die Situation als solche hochinteressant und wichtig ist, will ich gar nicht bestreiten, ganz im Gegenteil. Eben deshalb müsste man eine genaue, faktenbasierte Untersuchung für den Bereich der Edelmetalle unternehmen.
Nur: Die weltweit seit Jahren überlangen Lieferzeiten für Basismetalle aus den LME-Vertragslagerhäusern (mitunter 200 Tage und mehr) existieren ja trotz voller Lagerhäuser bzw. eben weil diese Lagerhäuser (von denen sich Goldman Sachs zuletzt einige gekauft hat) die Ware - hauptsächlich Kupfer und Aluminium - nur schleichend herausrücken, während sie gleichzeitig ihren Kunden saftige Lagergebühren verrechnen, während diese auf die Auslieferung ihrer vertraglich zugesicherten Ware warten.
Die LME hat mit vielen dieser Lagerhäuser rund um die Welt nur Verträge über deren tägliche Mindestauslieferungsmengen abgeschlossen. Allzu oft bleibt diese zugesicherte Mindestauslieferung auch schon die Maximalauslieferungsmenge. Jeder weitere – unfreiwillig bezahlte - Tag im Lager von Goldman Sachs bringt denen Geld. Das ging zuletzt sogar so weit, dass ein Lagerhaus (ich weiß nicht mehr welches, vielleicht eines von Goldman oder JPM) frech behauptet hat, sie kämen mit der Auslieferung nicht nach, weil die Auslieferungsarchitektur, also z.B. Tore und Rampen, nicht mehr Lieferungen zuließen. Umgekehrt scheint es aber an der gierig Material aufnehmenden Einlieferungsseite kein logistisches Problem zu geben.
Siehe dazu z.B. zuletzt:
http://uk.finance.yahoo.com/ne…come-first-133217149.html
Grüße
auratico mit einer Tasse arabica