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quote='peter63',
Blöde Frage: Warum "schreiben" die CDS´ und im gleichem Atemzug "kaufen" die gleichwertige CDS´?
Ich versteh den Sinn dabei nicht ...
CDS-Verträge sind sozusagen Einzelanfertigungen, bilaterale Verträge mit je unterschiedlichen Bedingungen. Die gegenüber einer kleineren Bank höhere Bonität z.B. der Deutschen Bank ermöglicht bessere Bedingungen und damit höhere Arbitragegewinne.
Einfach gesprochen muss die Deutsche Bank weniger bezahlen für den Ankauf von sie schützenden CDS als sie durch den Verkauf von entsprechender Versicherungleistung per CDS verlieren könnte, wenn wirklich alle Positionen genettet wären, was offenbar nicht der Fall ist, aber eben offiziell im zu verkraftbaren Bereich von Millionen (77 Millionen bei der DB) liegen soll. Dies ist zumindest die offizielle Lesart. Man wird bald sehen, ob das auch stimmt, denn natürlich gibt es etliche Leute (z.B. Jim Sinclair), die an diese offiziellen Nettosummen (bei Griechenland sollen es ja nur noch 3,5 Milliarden sein) nicht glauben.
Außerdem sind CDS-Verträge ja keine statischen Gebilde, sondern werden ständig den sich verändernden Bedingungen entsprechend nachgeführt z.B. in Bezug auf die Berechnung der Recovery Rate, also dem Restwert einer Anleihe. Da sind während der Laufzeit eines CDS ständig vom Käufer vierteljährliche Zahlungen zu leisten. Und hinter denen waren/sind die CDS-Aussteller her.
So kommt es, dass eine kleine Bank wie die österreichische Kommunalkredit (heute offenbar eine staatliche Bad Bank wie hier die HRE) in Europa der größte Aussteller von Griechen-CDS werden konnte und nun mit ca. 1 Milliarde Euro von den dortigen Steuerzahlern gerettet werden soll, wobei ein Bankrott der Bank anscheinend 4 Milliarden kosten würde - behaupten die dortigen Politiker zumal.
Daran kann man sehen: Überall wird gerettet, gerettet, gerettet und auf den Steuerzahler übertragen. Diese Botschaft soll der Finanzindustrie vermittelt werden. Die CDS können getriggert werden, weil auch dafür wieder der hilflose Steuerzahler aufzukommen hat.
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Aber mal ne andere Überlegung:
Jetzt haben die ein Kreditereigniss in Höhe von den spassigen 3,5 Mrd. Euro. Gehen wir mal davon aus, das geht alles reibungslos über die Bühne ... schließlich hatten die alle Monate Zeit, das alles auszubalancieren damit das Kreditevent tatsächlich ein No-Brainer wird. Die "Stabilität" des Finanzsystems ist damit absolut bewiesen!
Ist das dann nicht ein kollosaler Freibrief und ein Startschuss für eine neue, noch viel gigantischere Monopoly-Zockerei? Nach dem Motto, schaut her liebe Leut, es ist alles in Butter und die CDS sind sowas von sicher ... quasi genau der Vertrauensbeweis, den das kranke Finanzsystem dringend braucht? 
Ganz sicher ist das so, denn im Grunde ist Griechenland ja nun wirklich ein Zwerg, wenn man von einer globalen Nominalsumme aller -brutto, also ohne Ausgleich - ausstehenden CDS-Derivate in der Höhe von ca. 32 Billionen USD ausgeht.
http://www.deutsche-mittelstan…richten.de/2012/03/39484/
http://en.wikipedia.org/wiki/Credit_default_swap
http://de.wikipedia.org/wiki/Credit_Default_Swap
Grüße
auratico