Beiträge von auratico

    So langsam haben die US-Universitäten die entsprechenden Lehren aus iher desaströsen, auf Derivatenpoker beruhenden Veranlagungsstrategie der Vergangenheit gezogen.


    Die Universität von Texas macht den bescheidenen Anfang und läßt sich zum Aufwärmen schon mal fürs Erste Gold im Wert von fast 1 Milliarde Dollar (6.643 große Barren bzw. 664,300 Unzen) physisch ausliefern. Die anderen werden es den Texanern bestimmt bald gleichtun:


    Texas University Endowment Storing About $1 Billion in Gold Bars


    The University of Texas Investment Management Co., the second-largest U.S. academic endowment, took delivery of almost $1 billion in gold bullion and is storing the bars in a New York vault, according to the fund’s board.


    http://www.bloomberg.com/news/…billion-in-gold-bars.html


    Grüße


    auratico

    Jim Sinclair nach seinem 70.Geburtstag mit einigen Rückblicken.


    Und auch Vorausblicken. Zum runden Geburtstag lehnt er sich wieder einmal weit aus dem Fenster. Er ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass es zu einer neuen weltweiten, virtuellen Reserverwährung ( zusammengesetzt aus den großen Währungsräumen) kommen wird, in der dem Gold eine wesentliche - nicht direkt konvertierbare - Rolle zukommen wird:


    The madness will not stop. The situation is over the edge.


    The damage is done. Hyperinflation is assured.


    The new reserve currency will be a virtual currency (average of all major currencies). It will be tied to gold via a worldwide M3 type liquidity. It will not be convertible.


    All situations like now resolve themselves via a commodity currency. That is the entire story.


    http://jsmineset.com/2011/03/31/in-the-news-today-825/


    Grüße
    auratico

    WikiLeaks hat inzwischen auch Meldungen zu Goldkäufen zu bieten. So soll Iran in den vergangenen Jahren ständig Gold angekauft haben. 310 Tonnen sollen es mittlerweile sein, ungefähr soviel wie England nach offiziellen Angaben noch hat:


    Andrew Bailey, head of banking at the Bank of England, told an American official that the central bank had observed “significant moves by Iran to purchase gold”, according to a US diplomatic cable obtained by WikiLeaks and seen by the Financial Times.


    Iran has the same amount of gold in storage as the (formerly) biggest colonial power in the history of the world. And this is not breaking news?


    http://www.zerohedge.com/artic…ed-kingdom-and-buying-mor


    Grüße
    auratico

    Eine gute Nachricht gerade auch für jene unter uns, deren Augen nicht mehr ganz so gut sind: die hektographierten Mitteilungen zu ökonomischen Jahrhundertfragen, zur Rolle des Goldes etc. aus der Knastzelle sind nun hoffentlich, nach 12 Jahren skandalöser Gefangenschaft ohne entsprechende Rechtsmittel, vorbei. Es sieht so aus, als sei Martin Armstrong endlich frei. Kann sein, dass es sich dabei auch nur um eine Art Freigängerstatus handelt, aber immerhin eine große Veränderung allemal.


    Sein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten zwar rapide verschlechtert, aber hoffentlich verleiht ihm die Freiheit neue Zuversicht und - ganz egoistisch gedacht - nun endlich Zugang zu zeitgemäßen Publikationstechniken. Bin schon gespannt, was er hinkünftig zu sagen haben wird.


    Und für den nun frei werdenden Platz im Knast fallen einem ohne Umschweife gleich Hunderte ein, die dort wirklich hingehören.


    http://economicedge.blogspot.c…released-from-prison.html


    Grüße
    auratico

    Heute fällt alles, Au, AG, Pd, Pt, Öl, Blei, Kupfer, Nickel, die meisten Lebensmittel einschl. Weizen, Zucker und Kakao, DAX und DOW alles über 1% bis 4% im Minus. Kleiner Deflationsschub, eventuell absichtlich gesetzt, um Flucht aus Dollar und Anleihen zu beenden


    Und nicht zu vergessen: Spaniens Schulden bekommen erneut Ratingabstufung; China gibt überraschend ein Handelsdefizit bekannt.


    Da müßte man als Shortseller/Daytrader schon ultrafaul sein, um an einem solchen Tag auf der falschen Seite der Schaukel zu sitzen.
    Und nur um die Ausschläge dieser Schaukel geht es. Sie müssen nur auf Tagesbasis heftig genug ausfallen, wobei die Richtung keine wirkliche Rolle spielt. Am besten erkennbar am Jo-Jo-Spiel von USD und Euro, das alle paar Wochen mit dieser oder jener Begründung die Richtung wechselt und an Momentum gewinnt, bis ...
    Auch beim Gold lassen sich offenbar nahezu jeden zweiten Tag 20 Dollar in die eine oder andere Richtung orchestrieren, Silber in Relation dazu bekanntlich noch deutlicher.


    Wenn die Amis nun zumindest rhetorisch (wie derzeit in etlichen Bundesstaaten) für einige Zeit den vermeintlichen Sparmeister herauskehren und die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes das Fürchten lehren bzw. in die Bedeutungslosigkeit zurückdrängen, könnte dies den Dollar sehr wohl erst einmal stärken. Sehr vieles wird davon abhängen, ob es zu Quantitative Easing 3 kommen wird bzw. wann.


    Grüße
    auratico

    Es häufen sich nun angesichts des jüngsten Preisauftriebs die langen Berichte über Silber in den Mainstream-Medien, nachdem jahrelang keine Silbe zu lesen war. In der Vergangenheit war dies zumal beim Gold zumeist kein gutes Zeichen.


    Und erstaunliche Weisheiten werden da von den neu eingearbeiteten "Analysten" zutage gefördert:


    "Analysten sehen Spielräume nach oben, warnen aber vor der Gefahr eines möglichen Rückschlags und dessen Konsequenzen."


    aus: Riskante Gelegenheit zum Silberkauf


    http://www.faz.net/s/Rub58BA8E…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Grüße
    auratico

    Bleibt der Goldbullenmarkt intakt ? Jim Sinclair meint ja, während sich anderswo (z.B. zerohedge) die Stimmen mehren, die im Falle einer etwaigen Verzögerung weiterer Monetisierungsorgien durch die US-Fed die Edelmetallpreise zusammen mit den auf Pump aufgebauschten Aktienmärkten einbrechen sehen.


    Hier führt Sinclair nochmals kurz aus, wie die Rolle des Goldes in einem "postdollarischen" monetären System aussehen könnte. Er glaubt, dass es so oder so ähnlich kommen wird:


    Inherently, this market is much stronger than most grasp.


    The combination of peak oil and the world changing orchestrated uprisings in the Middle East guarantee the gold bull market is going higher for longer than people are willing to predict today. Further, there will be no 1980 collapse as gold becomes fully priced to balance the external debt of the USA.


    Gold will find its way back into the monetary system attached to an international virtual currency that is not the US dollar. The connection will be via a broad measure of an M3 type world liquidity that is not convertible.


    Take that concept for now and I will explain the connection mechanism going forward. Ounces and production will flatten the egomaniac short sellers in the juniors.


    You can take that to your private bank, you acting as your own Federal Reserve.


    http://jsmineset.com/2011/03/08/evening-thought-for-the-day/


    Grüße


    auratico

    Für mich die Meldung des Tages und ohne Zweifel verantwortlich für die heutige Talfahrt des US-Dollar. So krass war das nicht zu erwarten, was die chinesische Zentralbank da von sich gibt - wenn es denn nicht vor allem ein weiterer Warnschuß an die USA sein sollte, sondern tatsächlich in Kraft tritt:


    China läutet das Ende der Dollar-Herrschaft ein


    Überraschend schneller Befreiungsschlag. Pekings Notenbank verkündet, dass der gesamte Außenhandel noch dieses Jahr in Yuan abgewickelt werden kann.


    Und die Maßnahmen, die nun angekündigt wurden, sind nicht weniger als eine Revolution für die weltweite Währungsordnung. Sie könnte das Ende der Vorherrschaft des Dollar einläuten, und am Ende könnte es die USA ihre Politik des billigen Geldes, die auf andere Länder so wenig Rücksicht nahm, teuer bezahlen.


    http://www.welt.de/finanzen/ar…ollar-Herrschaft-ein.html


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='KROESUS


    GoldExport-Verbot in Aegypten: http://af.reuters.com/article/topNews/idAFJOE71R01L20110228


    ... private duerfen jede Form von Gold nicht mehr ausser Landes bringen ... damit "der Reichtum der Nation gewahrt bleibt" ...


    Und in Vietnam nun nahezu umgekehrt: Man verbietet jeden Handel mit Goldbarren, vor allem den Ankauf, weil das Gold aus dem Ausland beschafft werden muss und das Handelsdefizit erhöhe:


    Vietnam central bank wants to outlaw gold trading


    HANOI -- Vietnam's central bank is proposing that the government issue regulations to ban the trade of gold bullion from the second quarter of this year, state media reported Monday, citing the State Bank of Vietnam.


    The elimination of gold bullion trading is "necessary and timely," as the government is rolling out measures to tame inflation and stabilize macroeconomic conditions, it said.


    http://www.gata.org/node/9649


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='Edel Man','
    In diesem Zusammenhang nehmen die Spekulationen über das Gold der Deutschen den gleichen Raum ein, 3400 t lagern angeblich in den USA. Nur hat dieses mE. keiner eindeutig in letzter Zeit gesehen bzw. protokolliert.


    Behauptet wird:



    Wo das deutsche Gold lagert


    Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank haben zuletzt am 11. Juni 2007 die Goldbestände begutachtet, die Deutschland bei der Federal Reserve Bank in New York (Fed NY) eingelagert hat. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Fed hätten die Bundesbanker "die Tresoranlagen betreten und besichtigt, in denen in 122 Gelassen ('Compartments') Gold gelagert ist", heißt es in einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), an den CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler. Die deutschen Bestände seien in eigenen Compartments, nicht zusammen mit den Beständen anderer Notenbanken, aufbewahrt.


    "Der Leiter der Revision der Fed NY hat den Bundesbank-Mitarbeitern eine Bestandsbestätigung ausgehändigt", heißt es in dem Schreiben an Gauweiler.


    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76121057.html


    Grüße


    auratico

    Mit diesem Link bewerbe ich mich schon mal um den Goldini 2011: Auch die gemütlichen Ösis haben inzwischen bemerkt, dass der Silberpreis gestiegen ist und haben konsequenterweise die Ausgabe von Silber-Euros für dieses Jahr eingestellt:

    Münze gibt keine Silber-Euros mehr aus


    07. Februar 2011, 13:57


    Hoher Silberpreis: Das in den Silberfünfern steckende Edelmetall kostet mittlerweile mehr als der Nominalwert der Fünfer und Zehner.


    Wien - Die Nationalbank-Tochter Münze Österreich hat für heuer die Ausgabe von "normalen" silbernen Fünf- und Zehn-Euro-Münzen gestoppt.


    http://derstandard.at/12966965…ine-Silber-Euros-mehr-aus


    Grüße
    auratico

    Der Wolfi aus Hanau weiß, wann die Inder wieder Gold kaufen werden. Erst müsse der Preis um 20 % runter, meint der Oberexperte unter den Goldexperten. Dann kann auch seine Heraeus wieder billig einkaufen:


    Schluss mit den goldenen Zeiten


    Experten wie Wolfgang Wrzesniok-Roßbach vom Hanauer Edelmetall-Händler Heraeus raten aktuell von Goldkäufen ab, egal ob Fonds, Barren oder Münzen.


    Erst wenn der Preis um insgesamt um etwa 20 Prozent gesunken sei, könne ein Gold-Investment wieder interessant werden.


    Wrzesniok-Roßbach erwartet erst dann wieder Impulse, wenn der Goldpreis noch ein weiteres Stück gefallen ist. Solange würden sich die Menschen in Indien, China und im arabischen Raum mit neuen Schmuckkäufen zurückhalten


    http://www.tagesspiegel.de/wir…denen-zeiten/3796150.html


    Grüße
    auratico

    danke für Eure Beiträge.
    Genau die persönlichen Erfahrungen interessieren mich am allermeisten.
    Ich bin da auf Euch angewiesen, ich komme ja quasi aus D kaum raus.


    Auszug aus einem höchst informativen, lebendig geschriebenen Artikel einer indischen Frau aus der gehobenen Mittelschicht (Hervorhebungen von mir):


    Es war das am besten gehütete Geheimmittel zur Erlangung von Schönheit und das beliebteste Aphrodisiakum der Maharajas: die Betelnusspäckchen, die sie nach dem Essen kauten, waren in Blattgold gewickelt, weil sie glaubten, es steigere ihre Potenz. Aus demselben Grund unterzogen sich auch ihre Frauen einer Gesichtsbehandlung mit Blattgold und Massagen.


    Eine Dame aus meinem Bekanntenkreis hat ihrer Tochter zu jedem Geburtstag einen britischen Goldsovereign gekauft. Inzwischen ist das Mädchen fünfundzwanzig, und über die Jahre ist eine erkleckliche Menge Gold zusammengekommen.Die junge Frau ist Modeverkäuferin in einer Boutique und sagt, dass sie für das Gold keine rechte Verwendung habe, Diamanten oder ein Wellnessurlaub in der Schweiz wären ihr lieber als diese sorgfältig gehorteten Goldmünzen aus der britischen Kolonialzeit. Ihre Mutter schüttelt weise den Kopf und sagt: «Eines Tages wirst du mir dankbar sein.» Ich bin völlig ihrer Meinung. Aber auch meine Kinder, besonders meine Tochter Avantikka, können meine Vorliebe für Gold nicht begreifen. Kürzlich hat Avantikka geheiratet, und als ihr Verlobter ihr erzählte, dass seine Mutter ihr Fusskettchen und einen Gürtel aus Gold schenken wolle (zwei in den Augen der heutigen Generation höchst altmodische und uncoole Accessoires), rümpfte sie die Nase. Die heutige indische Jugend investiert lieber in Goldoptionsscheine, als das Metall selbst zu besitzen.


    Für meine Generation war es wichtig, das Gold zu sehen, es zu berühren und bei sich zu tragen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, ein Wertpapier zu kaufen.


    Kurzum: Wir Inder lieben Gold. Und keiner käme auf den Gedanken, dass er genug davon habe. Ich lebe in der Nähe eines jahrhundertealten Fischerdorfs. Die Kolis, die dort leben, sind die Ureinwohner von Mumbai. Es ist faszinierend, die Frauen zu beobachten, wenn die Fischerboote mit ihrem Fang zurückkehren. Sie sind von Kopf bis Fuss in Gold gehüllt! Während die Männer, die mehrere Tage auf See verbracht haben, sich ausruhen, holen die Frauen die Fischernetze ein, sortieren den Fang und tragen ihn auf den Markt – all das mit mehreren Kilo Goldschmuck am Körper, vom Nasen- bis zum Zehenring. Als ich sie einmal fragte, weshalb sie so viel Schmuck trügen, lachten sie: «Es ist unser ganzes Vermögen. Wir trauen den Banken nicht. Im Unterschied zu dir verstecken wir unseren Schmuck nicht im Tresor. Was wir besitzen, tragen wir mit uns herum. Wenn es zu einer Katastrophe kommt – zu einem Erdbeben, einer Feuersbrunst oder Flutwelle –, können wir alles liegen lassen und davonlaufen. Kannst du das auch?»


    Doch trotz alledem hege ich dem Gold gegenüber gemischte Gefühle. Silber, beispielsweise, gefällt mir besser, es ist vielfältiger einsetzbar. Ich liebe auch Holz und andere Materialien. Mit diesen exzentrischen Vorlieben habe ich meine verstorbene Schwiegermutter zur Weissglut getrieben. Jedes Mal, wenn sie mich mit einem solch unorthodoxen Accessoire sah, putzte sie mich herunter und sagte: «Du siehst aus wie eine verarmte, verwahrloste Zigeunerin.» Nach einer Weile gab sie schliesslich auf. Aber wann immer ich mit ihr zu einer Familienfeier ging, behängte ich mich mit so viel Gold wie nötig, um der Familie meines Mannes keine Schande zu machen.


    http://www.nzzfolio.ch/www/21b…26-b87d-702f8fa6e6a3.aspx


    Grüße


    auratico

    GustavGans: Das was du beschreibst, ist auch kein echter Haircut.


    Dafür ein echte Subvention bzw. Transferaktion. Es werden dabei z.B. Griechenland-Bonds aus den reichlich mit diesem Schrott angefüllten Portfolios der staatlichen deutschen Banken wie HRE und die Bad Banks der Landesbanken verwendet werden. Die Differenz zwischen dem Nennwert und dem "Haircut"-Preis bleibt ein knallharter Verlust - für den Steuerzahler.


    Eigentlich hätten die Griechen und Konsorten solche Aktionen bei der Einführung des Euro machen sollen, um ihre Staatsfinanzen fit zu machen: alte Bonds mit harten Euros zurückkaufen und dann maßvolle Neuverschuldung. Bekanntlich ist genau das Gegenteil geschehen.


    Gruß
    auratico

    Zitat

    quote='goldmartin',
    Ich frage mich nur: Was hat sich an der hemmungslosen Papiergeldvermehrung denn geändert??? Hat sich irgendein Faktor für die Finanzkrise substantiell geändert??? (Außer dass die Papiergeldmenge noch größer wurde??? )


    Fundamental hat sich natürlich überhaupt nichts geändert. Ganz Im Gegenteil. Nur rechnen inzwischen viele Investoren mit ihrer Hedge-Fonds-Logik NICHT mehr, wie noch im vergangenen Herbst, mit einem möglichen Crash-Szenario, sondern damit, dass die von ihren Regierungen eingeschüchterten Schafherden der Steuerzahler und Konsumenten einfach alles hinnehmen werden, was ihnen an Steuer- und Preiserhöhungen abgenötigt wird. Außerdem verdienen sie ja besser als je zuvor; die Boni an der Wall Street sind - wieder einmal - auf einem Allzeitrekordniveau.


    Inflationserwartungen fließen vorwiegend in die Aktien- und Rohstoffmärkte einer trotz Krisen rapide anwachsenden Weltbevölkerung. Crasherwartungen bzgl. der Währung(en), Zahlungsunfähigkeitserwartungen der staatlichen Systeme hingegen etc. führen zu Investitionen u.a. in Edelmetalle.


    Psychologie ist bekanntlich an den Finanzmärkten fast die ganze Miete, Herdenverhalten führt oft zum Erfolg - wenn man, wie die Wall Street-Akteure, rechtzeitig das Ruder wieder herumreißen kann (gestern Gold, heute Aktien usw.) bzw. mit den Entscheidungsträgern der Regierungen im Bett liegt. So ist z.B. die Kurspflege der Aktienmärkte für das US-Fed eine Art unhintergehbares Heiligtum und war nach der Lehman-Pleite eine ausgemachte Sache.


    Fundamentaldenken mag auf längere Sicht richtig sein (z.B. Gold als Absicherung gegen übelste Verwerfungen), kürzerfristig hingegen zählt nur, was die große Masse der Investoren voraussichtlich tun wird. Wer dem zuvorkommt, macht sein Geld in den diversen Märkten, und mögen sie dem deutschen Ingenieursdenken auch noch so unlogisch erscheinen. Am besten derzeit abzulesen an dem JoJo-Effekt zwischen US-Dollar und Euro.
    Wer da auf Wellenlänge liegt mit der Wochenpsychologie, macht seinen Schnitt ganz unabhängig von Fundamentalgedanken.


    Bislang war es z.B auch immer so - ich verfolge das nun schon seit Jahren -, dass der Goldpreis tatsächlich stets dann zurückging, wenn in allen Medien bis hin zum letzten Revolverblatt über Gold berichtet wurde. Das ist zwar eine ungemein banale Beobachtung, aber sie ließe sich ohne Schwierigkeiten belegen.


    Man könnte, ob nun in zynischer Absicht oder naiv, sogar soweit gehen und sagen, dass das Reflationsprogramm des Fed unter Bernake bislang gar einen Erfolg darstellt. Es wurden unvorstellbare Geldmengen in die Finanzmärkte gepumpt, und der US-Dollar steht ungefähr da, wo er vor diesen beispiellosen Aktionen war. Die ausgewiesenen Gewinne der US-Unternehmen sind höher mit einer nach dem Krisenschock deutlich geringeren Belegschaft und eingefrorenen Löhnen. Die Wertschöpfung pro Arbeitsstunde steigt - wie in Deutschland, dem Eldorado der Zeit- und Teilzeitarbeit, schon seit Jahren -, nun auch in USA. Die Leute sind nicht bei Protestmärschen, sondern in den Suppenküchen. In USA werden eben jetzt - wie hierzulande auch über Hartz IV, Wohngeld etc - mehr Menschen Lebensmittelkarten beziehen (derzeit ca. 43 Millionen) als zuvor. So sehen das die sogenannten Finanzmärkte.


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='Edel Man',
    Es sieht zudem so aus, dass große Marktkräfte größeren Einfluss ausüben gegenüber früheren Zeiten....


    Eine "große Marktkraft", die größeren Einfluß ausübt als früher, ist ganz bestimmt China. Und wie es aussieht, werden die Chinesen schon bald erneut die Zinsen erhöhen, nachdem dies im vergangenen Herbst bereits in kurzen Schritten zweimal geschehen ist. "Die Märkte", wie es immer so schön heißt auf den Wirtschaftsseiten, erwarten hier nun eine ganze Reihe weiterer Zinsschritte. Geld zu leihen wird teurer für die spekulationsfreudigen Chinesen.


    Ferner fließt seit einigen Monaten/Wochen schier unglaublich viel Geld sowohl in die Rohstoffmärkte (bei den Nahrungsrohstoffen im Grunde alles außer kleinen Märkten wie Roggen und Hafer, zuletzt auch wieder der bislang verschonte Reis ähnlich wie schon 2008; auch Baumwolle extrem) - als auch fast schon panisch in die Aktienmärkte, während das Open Interest bei Gold, also die Zahl der Terminkontrakte, erheblich (um ca. 200.000 seit November 2010) abgenommen hat.


    Und : Auch wenn politische Gefahrenlagen (wie derzeit Ägypten/Nordafrika) in der Vergangenheit zu einem zumal kurzfristigen Spike beim Goldpreis geführt haben, ist gegenwärtig selbst dieser Kurzzeitreflex nicht mehr wirklich auszumachen.


    Strange, aber so ist es nun einmal ...diesmal


    Grüße
    auratico

    Deutschland bringt das im Inland seit zwanzig Jahren erprobte Modell der ewig währenden Solidarabgabe als Exportschlager mit nach Davos. Buba-Axel Weber zeigt sich im Schweizer Schnee in Höchstform: die Kreditlinien an Irland, Griechenland & Co sollten nicht auf drei Jahre begrenzt werden, sondern besser gleich - man höre und staune mehr oder weniger - eine Perspektive von dreißig ( ! ) Jahren haben.


    DAVOS-EU may extend Greek, Irish bailouts to 30 years-sources


    Jan 28 (Reuters) - European Union officials are considering extending euro zone bailout loans to Greece and Ireland to 30 years in a bid to draw a line under the bloc's debt crisis, two euro zone sources said on Friday.


    The sources said European Central Bank Governing Council member Axel Weber, head of Germany's influential Bundesbank, had suggested stretching out the maturities from three years for Greece and seven for Ireland as part of a comprehensive package to overcome the crisis.


    http://www.reuters.com/article…ans-idUSLDE70R24Y20110128


    Grüße
    auratico

    Die gezielten Drueckungen an den Boersen passen nicht zur Faktenlage.[smilie_happy]


    Faszinierend bleibt doch eher, wie sehr bei fallenden Preisen im Vorfeld der Verfallstermine der Optionen man eine Preisdrückung immer noch verstärken kann. Das war nun wirklich wieder eine papierene Goldgrube in den vergangenen Tagen. Die gleichen Adressen gehen nun wieder long, bis...


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote Brandtner Kaspar
    Könnte es sein, dass die Chinesen derzeit kaum an der Börse/Goldmarkt aktiv sind?
    Hintergrund: am 3.Februar 2011 (kommender Donnerstag) ist chinesisches Neujahr, das Jahr des Metall-Hasen beginnt.


    Ja, der physische Markt in Asien war zuletzt sehr schwach. Mit dem asiatischen Neuen Jahr allerdings kann dies aber nichts zu tun haben, weil justament vor diesem Termin normalerweise sogar sehr viel gekauft wird, auch Konsumgüter wg. Geschenkzwang. Es ist vielmehr so, dass viele chinesische Privatleute immer noch ausschließlich in steigende Kurse sich einkaufen. Da haben sie absolut nichts gelernt aus den letzten Jahren an der Börse.


    Hinzukommt - habe schon in einem früheren Post darauf hingewiesen -, dass viele chinesische Kleinanleger immer mehr auch ihr Gold auf Kredit kaufen, was eine ungute Entwicklung ist, weil es sie bei einigen Prozent Rückgang sofort in Zugzwang bringt wie bei einer Nachschußpflicht am Terminmarkt.Wenn nun weiterhin mit steigenden Zinsen in China gerechnet wird, kommt es rasch zu einem zumindest vorübergehenden Kaufstreik bei den Kleininvestoren. Ich wage die Voraussage, dass bei wieder steigenden Goldpreisen Herr Wang sofort wieder auf der Matte stehen wird. Irgendwann wird er es dann vielleicht auch lernen, bei Dips zuzuschlagen, so wie es die gewieftere chinesische Hälfte in Hongkong praktiziert.


    Grüße
    auratico