Die Gier an schnellem Profit scheint kaum Grenzen zu kennen.
" Und warum auch nicht ? " - ließe sich ohne moralinsaures Bedauern auch einmal provokant fragen. Die Märkte sind kein Kindergeburtstag.
Höchst problematisch daran ist vielmehr, dass diese "grenzenlose Gier" durch ein hochgradig korruptes Finanzkartell protektionistisch institutionalisiert ist; dass also eben diese Gier für die immer weniger und immer noch größer werdenden Adressen nicht mehr das mit endloser Gier eigentlich notwendig einhergehende hohe Risiko birgt und man die "normalen " Marktteilnehmer wie eine kopflose Schafherde - verstärkt durch automatisierte Handelssysteme - im Tagesrhythmus vor sich hertreiben kann.
Wer sich zutraut, seine eigenen Tradingaktivitäten damit in Einklang zu bringen, kann dies mit begrenztem Einsatz versuchen. Das ist nicht möglich, ohne sich praktisch tagtäglich mit den rasch schwankenden Stimmungslagen, die ja eminent mediengesteuert sind, zu beschäftigen. Wer aber hat schon die Zeit und die Erfahrung dafür ? Von dieser Wissensdifferenz und relativen Schwerfälligkeit der durchschnittlichen Sparer und Anleger lebt die Gierelite, die nur ständig ihren Schnitt machen will, egal in welche Richtung und mit welcher Anlageklasse und auf wessen Kosten. Hauptsache bleibt, dass man selbst wesentlich, und zwar vor allen anderen, mitbestimmen kann, wie die Tagesstimmung ausfallen wird.
Während zuletzt z.B. die bevorstehende Tenderrückführung durch die EZB von den Systemmedien aufgrund der hohen Summen als Horrorszenario an die Wand gemalt wurde und die Pro-Gold-Berichterstattung einen neuen Höhepunkt erreicht hatte, wussten die Investbanken längst, dass die Anti-Eurostimmung für einige Zeit ihren Höhepunkt bereits erreicht haben würde und der Blick bzw. die damit verbundenen Spekulationsaktivitäten nun wieder auf die schwachen Zahlen in USA sich richten würden. Bis sich die Sache dann wieder umkehrt...
Und wie man sieht, ist es in einem solchen Umfeld dann auch immer noch möglich, die Goldnotierungen ohne auch nur den geringsten Widerstand zusammen mit dem USD senkrecht in den Keller zu schicken. Das Oszilieren des Goldes zwischen monetärem Asset und und Rohstoff bleibt faszinierend. Ich selbst glaube schon seit langer Zeit, dass die monetäre Seite das Rennen machen wird.
Das Kartell aus Investmentbanken, Hedge Fonds und Regierungsstellen glaubt, dieses Spiel at libitum fortsetzen zu können. Unser alter Weggefährte Jim Sinclair hingegen denkt, dass diese institutionalisierte Gier dereinst alles pulverisieren wird, was diese Adressen anfassen werden. Who knows:
"This is a pure casino and needs no other reason than a crowded short position on the euro and a crowded long position on the US dollar. After that it is as easy to return to a hammered euro and a mirror image strong dollar.
The hedge funds and the major international banks are having their way with these markets until their frantic greed destroys everything they touch, no exceptions."
http://jsmineset.com/2010/07/0…-for-financial-reporting/
Grüße
auratico